Im ersten Teil ging es durchs Baskenland und die Picos de Europa. Ab Oviedo änderte sich die Reisegruppe: Mein Bruder mit Familie und seinem zweijährigen Sohn nahm ab Barcelona eine eigene Route. Bis dahin waren wir noch gemeinsam unterwegs, danach nur noch zu viert – denn in Madrid kam Caro zu uns dazu.
Oviedo – ein kurzer, aber schöner Zwischenstopp
Für Oviedo blieb wenig Zeit. Rosa, Maja und ich liefen einmal zügig durch die schöne Innenstadt, besuchten die Kathedrale und fotografierten einige der bekannten Statuen der Stadt, bevor es weiterging Richtung Madrid.
Madrid – Caro kommt dazu, ein Tag zwischen Kunst, Hitze und Wasserspielen
In Madrid kam Caro zu uns dazu – ab hier war unsere Familie für den Rest der Reise komplett. Gemeinsam führte uns eine morgendliche Tour durch die Innenstadt: vom Museo del Prado über die Puerta del Sol, vorbei am Opernhaus und Königspalast mit seinen Gärten, zur Kathedrale Santa María la Real de la Almudena, weiter über die Calle Mayor zur Plaza Mayor und schließlich zur Plaza del Callao.
Von dort brachte uns der Bus ins Museo Nacional de Ciencias Naturales, wo wir die heißeste Zeit des Tages verbrachten. Den Nachmittag verlebten wir am Río Manzanares bei den Wasserspielen der Playa de Madrid Río – eine willkommene Abkühlung.
Abends ging es ins Museo Reina Sofía, das an diesem Tag kostenlosen Eintritt bot. Für mich einer der beeindruckendsten Museumsbesuche der ganzen Reise: „Der Blick aus dem Fenster“ von Salvador Dalí hängt seit Jahren als Poster in unserem Wohnzimmer, und Picassos „Guernica“ hat mich besonders berührt – gerade weil wir Tage zuvor durch genau diese baskische Stadt gereist waren. Für dieses Museum brauche ich unbedingt einen zweiten Besuch mit mehr Zeit. Die Kinder waren an diesem Punkt bereits spürbar müde vom vollen Tag.
Den nächsten Tag verbrachten wir ruhiger im Park Retiro, bis unser Zug nach Barcelona abfuhr.
Barcelona – ein Betrugsversuch mitten im Urlaub
Für Barcelona hatte ich eine Unterkunft namens „Natural Aire“ über Booking.com gebucht, für den Zeitraum vom 23. bis 26. Juli. Kurz vor dem Aufenthalt erhielt ich eine WhatsApp-Nachricht, die vorgab, von der ursprünglichen Unterkunft zu stammen: Die Buchung könne nicht aufrechterhalten werden, wenn ich nicht erneut zahle.
Ich rief daraufhin direkt bei Booking.com an. Am Telefon wurde mir tatsächlich die Ersatzunterkunft „Park Glorias Modern Lux Apartments“ empfohlen – die entsprechenden Bestätigungsmails kamen danach von Booking.com selbst. Die Differenz sollte ich später erstattet bekommen.
Am 24. Juli erschien die Stadtverwaltung Barcelona persönlich vor Ort. Laut behördlichem Protokoll verfügt diese Unterkunft über keine gültige touristische Lizenz und wird illegal vermietet. Wir blieben zwar, aber deutlich verunsichert. Mittlerweile habe ich das gezahlte Geld zurückerhalten und letztlich nur den ursprünglich vereinbarten Preis für die erste Unterkunft tatsächlich bezahlt.
Diese Geschichte teile ich bewusst ausführlich: Der erste Kontaktpunkt war eine gefälschte WhatsApp-Nachricht, aber selbst die anschließende telefonische Empfehlung durch den offiziellen Booking.com-Support führte am Ende zu einer Unterkunft ohne gültige Lizenz. Das zeigt, wie schwer Betrug und offizielle Kommunikation in solchen Momenten auseinanderzuhalten sind. Wer eine ähnliche Nachricht erhält: erst über die offizielle App oder Website verifizieren, bevor irgendetwas bezahlt wird.
Drei Tage Barcelona – Gaudí, Strand und Superblocks
Der erste Abend begann mit einem hervorragenden Restaurantbesuch: leckere vegane Tapas und Tinto de Verano.
Am ersten vollen Tag erkundeten wir die Stadt zu Fuß. Auf einem überdachten Flohmarkt kaufte sich Maja ein FC-Barcelona-Outfit. Wir liefen weiter durch den Ciutadella-Park, durch das Gotische Viertel und vorbei an der Kathedrale, wo wir Empanadas kauften. Der Weg führte uns am Hafen vorbei zum Playa de la Barceloneta, wo wir die Empanadas am Strand aßen und ins Wasser gingen.
Danach fuhren wir mit der Seilbahn zum Montjuïc und liefen von dort zur Festung hinauf. Zurück ging es mit der U-Bahn in Richtung Rambla del Poblenou, wo ich mir die ersten Superblocks Barcelonas ansah – Barcelonas Konzept, ganze Straßenblocks dem Autoverkehr zu entziehen und den Menschen zurückzugeben. Wir aßen in einem veganen Pasta-Restaurant, die Kinder bekamen Churros zum Nachtisch, und den Abend verbrachten wir am Playa del Poblenou. Die Mädels waren begeistert, wie warm das Mittelmeer war.
Am nächsten Tag stand der Park Güell auf dem Programm. Von dort liefen wir zu Fuß bis zur La Pedrera, aßen unterwegs vegane Paella zu Mittag und besuchten die Casa Batlló. Gaudís Architektur hat uns alle sehr beeindruckt. Ein kurzer Abstecher in den Lego-Laden durfte nicht fehlen, bevor wir über die Rambla – die gerade eine große Baustelle war – bis zur Barceloneta liefen. Dort schwammen wir erneut, liefen zu Fuß zurück zum Playa del Poblenou und aßen abends vegane Burger in einer Community-Bar.
Am letzten Tag in Barcelona schauten wir uns die Sagrada Família von außen an und besuchten ein weiteres Mal den Strand von Barceloneta. Danach ging es mit dem Zug weiter nach Marseille.
Marseille – ein perfekter Tag zwischen Meer und Aussicht
Nach dem Frühstück im Hotel ging es zu Fuß, etwa 35 Minuten bergab, zum Vieux Port – ein schöner, noch kühler Einstieg in die Stadt am frühen Morgen. Danach Le Panier erkundet: enge Gassen, Street Art, die Vieille Charité, insgesamt anderthalb Stunden durch dieses lebendige Viertel.
Mittagseinkauf im Carrefour City direkt am Hafen – Baguette, vegane Aufstriche, Aufschnitt für die Kinder – und Picknick am Strand. Mit dem Bus 83 ging es in etwa 20 Minuten zu den Plages du Prado: ein großer Sandstrand mit Platz für alle und sauberem Mittelmeer, wo wir rund drei Stunden schwammen und die Sonne genossen.
Zurück mit dem Bus zum Vieux Port, am Spätnachmittag noch das Fort Saint-Jean besichtigt, Abendessen am Hafen. Den Tag beschlossen wir mit dem etwa 25-minütigen Aufstieg zur Notre-Dame de la Garde – zu dieser Uhrzeit war die Hitze erträglich, und der 360-Grad-Blick über Marseille beim Sonnenuntergang war ein würdiger Tagesabschluss. Zurück zum Hotel ging es dann bequem mit Bus und Tram.
Die Rückfahrt von Paris – eine Chronik des Chaos
Zum Abschluss der Reise wartete noch ein letztes logistisches Abenteuer. Ursprünglich gebucht: Abfahrt Paris Nord 17:45 Uhr, Ankunft Hamburg-Harburg 06:57 Uhr. Am 18. Juli die erste Änderung: Abfahrt jetzt 18:21 Uhr, 36 Minuten später. Am 21. Juli eine deutlich gravierendere Änderung: Abfahrt nun schon um 15:59 Uhr, fast zwei Stunden früher als ursprünglich geplant – und dazu noch vom anderen Pariser Bahnhof, Paris Est statt Paris Nord. Das kostete uns den geplanten Besuch der Cité des Sciences, stattdessen blieb nur ein Spaziergang durch den Parc de la Villette.
Am 28. Juli, dem eigentlichen Abreisetag, um 14:45 Uhr die nächste Mail: Doch wieder Paris Nord, jetzt 18:00 Uhr. Wir richteten uns entsprechend ein – und standen dann um etwa 17:40 Uhr vor einer Anzeigetafel am Gare de l’Est, die tatsächlich unseren Zug zeigte, während zur selben Zeit eine andere Anzeige meldete, der Zug fahre vom Gare du Nord ab. Keine Ansprechperson, keine klare Information vor Ort.
Gegen 17:35 Uhr erschien der Zug endlich auch auf der Anzeige am Gare du Nord. Ab 17:50 Uhr wurde eine Verspätung von einer Stunde angezeigt, gegen 18:50 Uhr bereits eineinhalb Stunden. Um 19:30 Uhr fuhr der Zug schließlich tatsächlich vom Gare du Nord ab.
Die Ankunft in Hamburg-Harburg erfolgte am 29. Juli um 8:15 Uhr – statt der geplanten 6:57 Uhr, mit 78 Minuten Verspätung.
Drei Wochen, mehrere Länder, unzählige Busse, Bahnen und ein paar Herausforderungen unterwegs. Aber kein einziger Flug – und eine Reise, die genau deshalb noch mehr im Gedächtnis bleibt.