Grillen geht vegan. Nicht als Notlösung neben dem Steak – als eigenständiges Programm.
Wir grillen mit Seitan, Tofu, Polenta und Gemüse. Hier die Rezepte, die bei uns funktionieren.
Gegrillte Polenta
Die Grundlage für viele Grillabende. Cremig gekocht, ausgekühlt, in Stücke geschnitten – und dann auf den Rost.
Zutaten (6 Portionen):
- 125 g Maisgrieß (Polenta)
- 250 ml Gemüsebrühe
- 250 ml Pflanzenmilch (z. B. Sojamilch)
- 2 EL Margarine oder vegane Butter
- 2 EL Hefeflocken
- Salz, Pfeffer
- 1–2 Zweige Rosmarin oder Salbei
- Olivenöl zum Bestreichen
- optional: Kapern oder Oliven, fein gehackt
Zubereitung:
- Gemüsebrühe und Pflanzenmilch aufkochen.
- Maisgrieß einrühren, eine Minute köcheln lassen.
- Vom Herd nehmen, Margarine und Hefeflocken einrühren. Mit Kräutern abschmecken, 15 Minuten quellen lassen.
- Zwei Zentimeter dick in eine Form streichen, komplett auskühlen lassen.
- In Stücke schneiden, mit Olivenöl bestreichen und grillen.
Wichtig: Die Polenta muss wirklich kalt und fest sein, sonst fällt sie auf dem Rost auseinander.
→ Original-Rezept: smarticular.net
Tandoori-Seitan-Grillspieße
Aufwendiger, aber lohnend. Seitan selbst herstellen, dämpfen, marinieren, am nächsten Tag grillen.
Zutaten (4 Spieße):
Für den Seitan:
- 250 g Seitan-Fix
- 2 EL Tapiokastärke
- 1 TL Salz
- 2 TL vegane Worcestershiresauce
- 1½ EL Tandoori-Masala-Paste
- 2 EL Tafelessig
Für die Marinade:
- 2 EL Tandoori-Masala-Paste
- 100 g Sojajoghurt (ungesüßt)
- ¾ TL Salz
- 1 rote Zwiebel
Zubereitung:
- Seitan-Fix mit Tapiokastärke und Salz vermengen. Worcestershiresauce, Tandoori-Paste und Essig mit 300 ml Wasser verrühren, zum Seitan-Fix geben, 10 Minuten kneten bis die Flüssigkeit aufgenommen ist.
- In 4 cm große Würfel schneiden, 30 Minuten dämpfen.
- Tandoori-Paste mit Sojajoghurt verrühren, mit Salz abschmecken.
- Gedämpfte Würfel heiß unter die Marinade heben, mindestens 2 Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
- Zwiebelstücke abwechselnd mit Seitan auf Spieße stecken, mit Marinade bestreichen. 2 Minuten pro Seite direkte Hitze, dann 4 Minuten indirekte Hitze.
- Mit Chapatis, Salat, Koriander und Limette servieren.
→ Original-Rezept: eat-this.org
Vegane Bratwurst
Die Bratwurst, die uns am meisten überzeugt hat. Selbst gemacht, geräuchert und erstaunlich nah am Original.
Zutaten (8 Portionen):
- 90 g Tofu, geräuchert
- 160 ml Wasser
- 30 ml Öl
- 120 g Seitan-Basis
- 1 TL Zwiebelgranulat
- 1 TL Gemüsebrühe
- 1 TL Senf
- 1 TL Majoran
- ½ TL Salz
- ½ TL Muskat, gemahlen
- ½ TL Piment, gemahlen
- ½ TL Paprikapulver
- 1 Prise Pfeffer
Zubereitung:
- Geräucherten Tofu mit Wasser, Öl und Gewürzen pürieren.
- Seitan-Basis dazugeben, zu einem Teig kneten.
- Je 50 g Teig in Würstchenformen drücken, mit Deckel verschließen.
- 40 Minuten im Dampfgarer oder Topf dämpfen.
- Kurz auskühlen lassen, dann bei mittlerer Hitze anbraten oder grillen.
Zur Form: Ich nutze den Lurch Wursti-Maker – zwei Silikonformen für je acht kleine Würstchen. Vorher habe ich den Teig in geschnittene Mulltücher gewickelt und abgebunden. Funktioniert auch, aber es blieben oft kleine Fäden an den Würstchen kleben. Mit der Silikonform ist das Geschichte – einfach befüllen, Deckel drauf, dämpfen, fertig.
→ Original-Rezept: lurch.de
Die schnelle Beilage: Gemüse direkt vom Rost
Nicht alles muss aufwendig sein.
Spitzpaprika – im Ganzen grillen, bis die Schale Blasen bekommt.
Zucchini – in Scheiben schneiden, mit Öl und Rosmarin marinieren und auf den Rost legen.
Gefüllte Champignons – mit gehackten Stielen und Hefeflocken gefüllt.
Die Beilagen: zwei Salate, beide mit veganer Mayo
Die Hauptrolle spielt beim Grillen oft das, was auf dem Rost liegt. In der Praxis sind es aber häufig die Beilagen, die zuerst leer sind.
Kartoffelsalat gehört bei uns genauso zum Sommer wie gegrillte Zucchini oder eine gute Bratwurst aus Seitan. Und wenn es schnell gehen soll, landet stattdessen ein einfacher Nudelsalat auf dem Tisch.
Beide Salate basieren auf derselben veganen Mayonnaise. Die ist günstiger als die meisten Fertigprodukte, schnell gemacht und funktioniert mit wenigen Zutaten.
Vegane Mayo
Zutaten
- 100 ml ungesüßte Pflanzenmilch (am besten funtioniert Sojamilch)
- 200 ml Rapsöl
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1 EL Zitronensaft
- ½ TL Salz
Zubereitung
- Pflanzenmilch, Senf, Zitronensaft und Salz in einen hohen Mixbecher geben.
- Rapsöl hinzufügen.
- Stabmixer auf den Boden setzen und einschalten.
- Einige Sekunden unten halten, bis die Masse eindickt.
- Langsam nach oben ziehen.
Die Mayonnaise hält sich im Kühlschrank etwa drei bis fünf Tage.
Nudelsalat
Zutaten (4 Personen)
- 300 g Nudeln
- 150 g TK-Erbsen
- 1 rote Paprika
- 150 g vegane Mayonnaise
- 1 TL mittelscharfer Senf
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Nudeln kochen, die letzten zwei Minuten die Erbsen mitgaren.
- Abgießen und abkühlen lassen.
- Paprika würfeln.
- Mayonnaise mit Senf verrühren.
- Alles vermengen und würzen.
- Vor dem Servieren 20–30 Minuten ziehen lassen.
Kartoffelsalat
Zutaten (4 Personen)
- 1 kg festkochende Kartoffeln
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 100 ml heiße Gemüsebrühe
- 150 g vegane Mayonnaise
- 2–3 EL Petersilie
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Zwiebel würfeln und mit heißer Brühe übergießen.
- Kartoffeln kochen, schälen und in Scheiben schneiden.
- Mayonnaise mit Brühe und Zwiebeln verrühren.
- Mit den Kartoffeln vermengen.
- Petersilie unterheben.
- Mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
Was danach übrig bleibt
Am Ende bleibt meistens ein Teller mit den letzten Resten, ein paar Gespräche und das Gefühl, zu viel gegessen zu haben.
Vegan grillen heißt nicht verzichten. Es heißt anders kochen, mit anderen Zutaten, aber mit demselben Ziel: gemeinsam draußen sitzen, gut essen und am Ende des Abends satt und zufrieden nach Hause gehen.
Und oft sind es gerade die einfachen Dinge – eine gute Polenta, ein Kartoffelsalat oder ein Teller Nudelsalat –, die als Erstes verschwunden sind.