Pfälzer Frühling – eine Reise in mehreren Kapiteln

Es war keine einfache Reise. Nicht weil irgendetwas schiefging – sondern weil es viel war. Viele Menschen, viele Kilometer, viele Momente.

Ich, Maja und Rosa. Caro und ihre Mutter, aus Argentinien angereist ist. Meine Schwester mit ihrer Tochter in Neustadt. Zeitweise mein Bruder mit Frau und Kleinkind. Und meine Eltern, die wir auf dem Hinweg in Eddigehausen besuchten – und die später auch noch in die Pfalz nachkamen.

Kein einziger Flug. Happy dabei. Alles per Bahn und Bus.

Erster Halt: Eddigehausen und die Burg Plesse

Vom Hamburger Hauptbahnhof nach Buchholz, weiter nach Hannover, dann Göttingen – alles mit dem Deutschlandticket. Meine Eltern wohnen in Eddigehausen, einem kleinen Dorf bei Göttingen, direkt unterhalb der Burgruine Plesse.

Drei Tage Eddigehausen. Happy durfte frei laufen. Die Mädels haben Zeit mit ihren Großeltern verbracht. Caro und ihre Mutter haben Deutschland von einer Seite kennengelernt, die Touristen selten sehen – nicht Hamburg, nicht Berlin, sondern ein niedersächsisches Dorf mit Blick auf eine mittelalterliche Ruine.

Weiter in die Pfalz: Neustadt an der Weinstraße

Am 13. Mai dann Göttingen → Mannheim → Neustadt. Mit dem ECE 5, pünktlich, fünf Plätze im Großraum nebeneinander. Happy saß darunter und schlief.

Wir mieteten eine Ferienwohnung in Geinsheim, einem kleinen Ortsteil direkt an der Buslinie 507. Die Linie 507 wurde zu unserem täglichen Rhythmusgeber. An Feiertagen fährt sie nur alle zwei Stunden. Das lernt man schnell.

Donnerstag, Himmelfahrt: Altstadt und Wolfsburg

Himmelfahrt. Alle Supermärkte zu. Gut, dass wir am Mittwoch daran gedacht hatten.

Zuerst Neustadt – die Altstadt ist wirklich schön, ohne Anstrengung. Stiftskirche, Marktplatz, der Haardter Treppenweg hinauf. Happy bekam mehr Aufmerksamkeit als wir.

Nachmittags dann die Wolfsburg – eine mittelalterliche Burgruine oberhalb von Haardt. Neun Kilometer, gut 300 Höhenmeter. Die Loosenbrunnen-Quelle auf dem Weg. Die Burgschänke hatte geöffnet, erkennbar an der gehissten Fahne und veganen Flammkuchen im Angebot – lecker! Weinberge, Wald, Fels, Aussicht.

Freitag: Schiff nach Neckarsteinach und Heidelberg

Der aufwendigste Tag der Reise.

Früh mit der 507 nach Neustadt, dann Zug nach Heidelberg. Vom Bahnhof zu Fuß zum Anleger vorbei am Heidelberger Schloss, Alte Brücke, Altstadt. Um 11:30 Uhr legte das Schiff der Weißen Flotte ab. Happy durfte kostenlos mit.

Neckarsteinach in neunzig Minuten. Dann die Vierburgen-Wanderung – 3,2 Kilometer, steil und felsig. Mittelburg, Hinterburg, Schwalbennest.

Samstag: Burg Trifels, zwei Gruppen, ein Ziel

Annweiler am Trifels, eine halbe Stunde von Neustadt.

Wir haben uns aufgeteilt. Gruppe A hat eine Rundtour gemacht: Burgenweg, Jungturm, Münzfels, Bindersbacher Turm, Burgruine Anebos und schließlich die Burg Trifels. Neun Kilometer, knapp 300 Höhenmeter.

Gruppe B hat den Bus genommen und die Burg besichtigt. Hunde dürfen dort an der Leine.

Die Burg Trifels sitzt auf einem Sandsteinfelsen über dem Annweilerer Tal. Hier wurden Reichskleinodien aufbewahrt, hier saß Richard Löwenherz gefangen. Geschichte, die man spürt.

Sonntag, 17. Mai: Heimfahrt

Mannheim Hbf, 12:03 Uhr. ICE 770 nach Göttingen, dort umsteigen in den ICE 788, Hamburg Hbf 18:36 Uhr. S7 nach Nettelnburg, Bus 234 nach Hause.

Nicht perfekt – zu wenig Abend für zu viele Eindrücke. Aber gut.

Kein Flug. Fünf Personen, ein Hund, Deutschlandticket und ICE-Sparpreise. Göttingen, Eddigehausen, Neustadt, Annweiler, Heidelberg, Neckarsteinach. Zurück nach Lohbrügge.

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