Vorgestern Abend war ich beim Maiempfang im Hamburger Rathaus. Heute war ich zweimal auf der Straße. Das passt.
Der 1. Mai 2026 hatte für mich zwei Gesichter – und beide gehören zusammen.
Morgens: DGB-Demo am Lohbrügger Markt

Um 10 Uhr am Lohbrügger Markt. Die Bergedorfer Demo des DGB – kleiner als die Hamburger Innenstadt-Demo, aber das ist kein Mangel. Im Gegenteil. Hier kennt man sich. Hier sieht man die Leute die man aus dem Bezirksvorstand kennt, aus der Gewerkschaft, aus den Haustürgesprächen der letzten Wochen.
Das Motto des DGB: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite.“ Klarer kann man es kaum sagen. In einer Zeit in der Unternehmen Rekordgewinne melden und gleichzeitig Stellen abbauen, Löhne drücken und Tarifverträge umgehen, ist das kein Slogan – das ist eine Beschreibung der Realität.
Um 10 Uhr am Lohbrügger Markt. Die Bergedorfer Demo des DGB – kleiner als die Hamburger Innenstadt-Demo, aber das ist kein Mangel. Im Gegenteil. Hier kennt man sich. Hier sieht man die Leute die man aus dem Bezirksvorstand kennt, aus der Gewerkschaft, aus den Haustürgesprächen der letzten Wochen.


Das Motto des DGB: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite.“ Klarer kann man es kaum sagen. In einer Zeit in der Unternehmen Rekordgewinne melden und gleichzeitig Stellen abbauen, Löhne drücken und Tarifverträge umgehen, ist das kein Slogan – das ist eine Beschreibung der Realität.
Nachmittags: „Wer hat, der gibt“ am Jungfernstieg

Ab 14:30 Uhr am Jungfernstieg – eine andere Demo, eine andere Energie. Das Bündnis „Wer hat, der gibt“ hat aufgerufen unter dem Motto „Geld ist da! Ran an die Reichen!“ – und Hamburg ist gekommen. Viele Menschen, viel Lärm, viel Kreativität.
Was mich an dieser Demo beeindruckt hat: die Breite. Menschen die ich noch nie auf einer 1.-Mai-Demo gesehen hätte. Jünger, bunter, lauter. Transparente auf dem Demotruck: „Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten“ und „They got cash for war but can’t feed the poor.“ Das Rathaus im Hintergrund, die Sonne über dem Jungfernstieg, hunderte Menschen die denselben Gedanken laut aussprechen.


Riesige ENTEIGNEN-Buchstaben über der Menge. Fäuste auf Schildern. Ein Lastenrad der Linken. Eine Regenbogenfahne. ver.di-Westen. Das ist kein homogenes Milieu – das ist eine Stadtgesellschaft die sagt: so geht es nicht weiter.
Was der Tag bedeutet
Ich habe heute zwei sehr verschiedene Räume erlebt. Den gewerkschaftlichen, organisierten, institutionell verwurzelten 1. Mai in Bergedorf. Und den lauten, jungen, weniger institutionellen Protest am Jungfernstieg.
Beide brauchen sich. Die Gewerkschaft braucht die Energie der Straße. Die Straße braucht die Strukturen der Gewerkschaft. Und beide brauchen Bezirkspolitiker die sich nicht nur im Sitzungssaal engagieren, sondern rausgehen.
Das war heute mein 1. Mai.
