Meine Kündigung beim Jugendamt Hamburg

Seit drei Jahren arbeite ich nun im ASD-M und hatte dabei das Vergnügen in einer kollegialen Atmosphäre mich um Familien in Wohnunterkünften und minderjährig unbegleiteten Flüchtlingen zu kümmern und das Kindeswohl zu sichern. Die Arbeit war und ist belastend, aber ich hatte immer den Rückhalt meiner Abteilungsleitung und meiner Kollegen und konnte dort einiges Einbringen und sehr viel neues Lernen und entdecken.

Ich habe aber mit Erschrecken und großen Unmut die Entwicklungen aus der BASFI und der Personalabteilung zu spüren bekommen, die eine derartige Geringschätzung unserer/meiner Arbeit zum Ausdruck bringen, dass ich dies nicht mehr länger hinnehmen möchte und es auch nicht muss!

Ich habe meine Kritik wenn möglich versucht im Rahmen meiner Tätigkeit im Berufsverband und auch im Beruf zum Ausdruck zu bringen und Veränderungen herbeizuführen, aber ich bin jung und habe viel Erfahrung und habe es nicht länger nötig zu bleiben (meinen Klienten wird es dank Verfassungsgerichtsurteil finanziell besser gehen und meine Kollegen sind in JUS-IT gut eingearbeitet).

Zum einen kann ich es bis heute nicht verstehen, wieso ich von der Höhengruppierung von E9 auf E10 dank Abstufung meiner Erfahrungstufe nichts zu spüren bekam!! Warum eine ProfiCard (während Hamburg Umwelthauptstadt ist) nicht komplett bezahlt wird?! ua…

Zum anderen bin ich von der Umstrukturierung mehr als Enttäuscht. Ich habe am bezirklichen Neuorientierungsprozess bereitwillig mit gewirkt und sehr viele gute Ideen beisteuern können, die auf Grund der BASFI komplett ad-acta gelegt werden. Anstatt als ASD mehr im Sozialraum mit wirken zu dürfen, soll in Zukunft technokratisch, nach angelsächsischen Modell gemanagt und zergliedert und damit menschliches Handeln zerstört werden.

Die neue Software, die ich wegen meiner sehr guten PC-Kenntnis bei der Einführung als Multiplikator unterstützt habe, ist ein Produkt mit dem sozialpädagogisches Handeln in Zukunft kaum möglich sein wird, sondern nur noch steuern und statisches Auswerten möglich sein wird.

Ich will nicht länger Handlanger einer solchen Politik sein und werde darum zu einem freien Träger wechseln und dort mit meinen kreativen Ideen mit Menschen den Sozialraum gestalten und hoffe, dass sich die BASFI sich die Studie von Herrn Schrapper zu Herzen nimmt und eins zu eins umsetzt und vor allem endlich Fallzahlen begrenzt (!!) – dann erst gibt es die Chance, dass wieder gute und engagierte Mitarbeit Lust haben beim ASD zu arbeiten.

Ich wünschte für meine Kolleginnen und Kollegen, dass dieser Appell helfen würde und wünsche für die Zukunft alles Gute.

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