Der Spiegel und die Linke

Der Spiegel ist ja schon lange nicht mehr was er war. Heute versucht Stefan Berg einen Skandal heraufzubeschwören:

„Klartext bei der Linken: Mitten in der Programmdebatte bekennt sich Parteichefin Gesine Lötzsch zum Kommunismus. Im Marxisten-Blatt „Junge Welt“ hat sie einen Text platziert – darin fehlt jedes kritische Wort über die Verbrechen, die im Namen der Ideologie begangen wurden.“

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,737780,00.html#ref=rss

Was ist hieran ein Skandal, frage ich mich?!

Auch die SPD hatte sich bis 1959 zum Kommunismus bekannt und in dem Godesberger Programm (gültig bis 1989) war immer noch vom demokratischen Sozialismus als „Ziel“ die Rede.

In einer Demokratie muss es möglich sein, dass auch neben Kapitalismus und der damit eingehenden Ausbeutung des Menschen durch das Kapital, auch andere Formen des Zusammenlebens wählbar  gemacht werden.

Frau Lötzsch sagt nicht, dass der „Real existierende Sozialismus der DDR“ der richtige Weg war und ich denke sie wird dies auch nicht meinen. Im Gegenteil schreibt Sie laut Spiegel: „Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung. Auf jeden Fall wird es nicht den einen Weg geben, sondern sehr viele unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen.“

Weder die christliche Kirche, noch der Kapitalist, oder der Demokrat, der Aristokrat oder, oder, erwähnt andauernd die vielen unschuldigen Menschen die aufgrund seiner Ideologie gestorben sind. Wir sehen tagtäglich die vielen Menschen, die unter den herrschenden Umständen, wo auch immer, gequält werden und auch sterben.

Ich möchte hier weder ein Plädoyer für die Linke noch für den Kommunismus als solches schreiben. Mir ist es nur wichtig, dass viele Wege in einer Demokratie öffentlich diskutiert werden dürfen – nein müssen – und kein Skandal verursachen dürfen. Es gibt wie Frau Lötzsch sagt viele Wege – bei jedem dieser Wege muss immer geprüft werden, dient es dem Menschen. Dient es den unterdrückten und gequälten Menschen!

Der Kapitalismus unterdrückt immer mehr und mehr und da kann und darf auch eine Partei, die sich die Linke nennt offen zu einem anderen Weg bekennen – die Menschen können und sollen dann selbst entscheiden dürfen, ob es ihnen dient oder quält.

Nein, Herr Berg, die Linke wird damit kein Skandal heraufbeschwören, sondern wird genau das erreichen, was sie damit will: Die Menschen, die mehr soziale Gerechtigkeit wünschen und sich gegen Wachstum auf ihren Kosten währen möchten, werden die Linke, als Ventil nutzen, diese freuen sich auf ihre Diäten und das Volk ist wieder beruhigt. Es gibt sicher bessere Wege, als die Linke zu wählen…

Passender Kommentar dazu: „Der Fehler IM System ist der Mensch. Im Kapitalismus ist es der Fehler der GIERIGE Mensch, im Kommunismus ist der Systemfehler der FAULE Mensch. In kleineren Gruppen funktionieren Kapitalismus und Kommunismus und sogar jede Religion ausgesprochen friedlich und kooperativ. Aber sobald eine kritische Masse überschritten wird, funktioniert KEINS dieser Systeme!“

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