Mein Arbeitsweg – von Lohbrügge nach Wandsbek durch Wald und Niederung

Die meisten Menschen fahren zur Arbeit. Ich auch. Aber mein Weg von Lohbrügge nach Wandsbek führt durch einen Wald, an einem Bach entlang und an einer Naturschutzfläche vorbei, die ich nach drei Jahren noch nicht vollständig erkundet habe.

Das ist kein Sportbericht. Es ist eine Beschreibung meines Alltags.

Die Route

Ich starte in Lohbrügge und fahre nicht auf der Hauptstraße. Stattdessen geht es auf Wanderwegen vorbei an den Boberger Niederungen – einem der wenigen echten Naturschutzgebiete im hamburgischen Umland – dann entlang des Schleemer Bachs und weiter durch das Wandsbeker Gehölz nach Wandsbek. Rund 14 Kilometer, knapp 45 Minuten, durchschnittlich 19 km/h.

Auf der Karte sieht das nach einem Umweg aus. Das ist es auch – aber bewusst.

Warum dieser Weg?

Wer jeden Morgen auf einer Hauptstraße zur Arbeit fährt, fährt zur Arbeit. Wer durch den Wald fährt, kommt anders an. Das klingt nach Wellness-Sprech, ist aber schlicht wahr: Ich starte in Wandsbek mit einem anderen Kopf als wenn ich die ganze Strecke an Ampeln und Lastwagen entlanggefahren wäre.

Die Boberger Niederungen sind dabei das Herzstück. Das Gebiet zwischen Lohbrügge und Boberg ist eine der letzten offenen Heidelandschaften im Hamburger Osten – Dünen, Heideflächen, Feuchtwiesen. Im Frühling riecht es nach Bärlauch im Schleemer-Bach-Bereich, im Herbst nach nassem Laub. Im Winter bei Frost ist der Weg manchmal zu gefährlich – dann fahre ich auch mal Straße.

Was das mit Bergedorf zu tun hat

Ich wohne in Lohbrügge und pendle nach Wandsbek. Dieser Weg ist für mich täglich gelebte Antwort auf die Frage, warum ich kein Auto will. Nicht weil Autofahren moralisch falsch ist, sondern weil mein Weg zur Arbeit durch den Wald schöner ist als jede Autobahnauffahrt.

Gleichzeitig erlebe ich auf dieser Route, was in der Bergedorfer Radinfrastruktur fehlt. Die Wald- und Wanderwege zwischen Lohbrügge und Wandsbek sind nicht für den täglichen Pendelverkehr ausgebaut. Bei Regen sind manche Abschnitte kaum befahrbar. Schilder fehlen. Beleuchtung erst recht.

Als Mitglied im Umweltausschuss Bergedorf interessiert mich das nicht nur persönlich. Es ist ein Infrastrukturthema: Wer möchte, dass mehr Menschen das Auto stehenlassen, muss auch die Alternativen ausbauen. Wald- und Wanderwege als Pendlerrouten funktionieren – aber sie brauchen Aufmerksamkeit.

Eine Einladung

Wer in Lohbrügge, Bergedorf-Mitte oder Oststeinbek wohnt und nach Wandsbek pendelt: Diese Route lohnt sich. Sie ist länger als die Hauptstraße, aber besser. Wer sie kennt, weiß warum.

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