
Heute war ich mit anderen Aktiven der Linken Bergedorf in Lohbrügge an den Haustüren. Am Ludwig-Rosenberg-Ring. Geklingelt, gefragt, zugehört. Und nächste Woche Dienstag um 17 Uhr geht es weiter – in Neuallermöhe und Lohbrügge.
Das Thema: Hamburgs Olympia-Bewerbung. Unser Standpunkt: Nein zu Olympia. Ja zum Sport.
Was Olympia wirklich kostet
Hamburg bewirbt sich für die Olympischen Spiele. Die geschätzten Kosten liegen bei rund 15 Milliarden Euro. Das klingt abstrakt. Wird es konkret wenn man sich anschaut was in dieser Stadt fehlt: Hallenbäder, die seit Jahren geschlossen oder marode sind. Vereinssport der für viele Familien finanziell kaum erreichbar ist. Schulsport der wegen fehlender Mittel auf der Strecke bleibt.
Erfahrungen aus London, Rio und Tokio zeigen: Die Kosten explodieren, die Schulden bleiben bei den Städten. Nicht bei den Sponsoren, nicht beim IOC. Bei uns.
Was uns die Menschen an den Türen sagen

Haustürgespräche sind kein Flyer-Verteilen. Man klingelt, stellt sich vor, fragt. Und hört dann zu was die Menschen wirklich beschäftigt.
Was ich heute gehört habe: Viele wissen von den Olympia-Plänen. Viele sind skeptisch. Und fast alle nennen dasselbe wenn man fragt was fehlt: günstige Sportmöglichkeiten für Kinder, ein funktionierendes Hallenbad, bezahlbare Vereinsbeiträge. Nicht Weltklasse-Stadien. Das hier.
40 Prozent der Kinder in Hamburg sind nicht in einem Sportverein. Über 200 Hallenbäder sind bundesweit seit dem Jahr 2000 geschlossen worden. Und drei von fünf Hamburgerinnen und Hamburgern wünschen sich mehr lokale Sportangebote. Das sind keine Zahlen aus einer Broschüre – das sind die Gespräche die ich heute geführt habe.
Warum Olympia das Gegenteil wäre
Olympische Spiele fördern Hochleistungssport. Das ist legitim – aber es ist nicht das was die Menschen in Lohbrügge brauchen. Olympische Zonen verdrängen Wohnraum und Gewerbetreibende, in einer Stadt mit ohnehin explodierenden Mieten. Das Geld landet bei Sponsoren und Baukonzernen, nicht bei den Vereinen.
Sport ist kein Luxus. Er ist Gesundheit, Gemeinschaft, Teilhabe. Genau deshalb darf er nicht den Interessen eines globalen Mega-Events geopfert werden.
Komm mit – nächste Woche Dienstag
Wer Lust hat mitzumachen: Dienstag, 21. & 28. April, 17 Uhr, Lohbrügge & Neuallermöhe. Wir treffen uns, laufen gemeinsam los und klingeln. Keine Erfahrung nötig – nur Gesprächsbereitschaft.
Kontakt über die Linke Bergedorf: dielinke-bergedorf.de
