Politik lebt von klaren Haltungen. Deshalb schreibe ich hier auf, wofür ich stehe – nicht als Parteiprogramm, sondern als persönliche Überzeugungen, die sich aus meinem Alltag in Lohbrügge und Bergedorf ergeben. Einige davon sind unbequem. Das ist Absicht.
🚲 Fahrrad & Mobilität in Bergedorf
1. Radwege sind Grundversorgung – keine Freizeiteinrichtung.
Wer kein Auto hat oder haben will, ist auf funktionierende Radwege angewiesen. In Lohbrügge fehlen sie auf zentralen Achsen oder enden abrupt. Das ist kein Schönheitsfehler – das ist ein Versagen der Infrastrukturpolitik.
2. Falschparken auf Radwegen muss konsequent geahndet werden.
Ein Radweg, der zur Hälfte zugeparkt ist, ist kein Radweg. Kontrollen müssen regelmäßig stattfinden, Bußgelder spürbar sein – in Bergedorf ist das bisher zu selten der Fall.
3. Straßenraum muss umverteilt werden – zugunsten von Fuß und Rad.
Breite Radstreifen entstehen nicht aus dem Nichts. Sie entstehen dort, wo vorher Autos standen. Diese Entscheidung erfordert politischen Mut, der im Bezirk noch zu selten aufgebracht wird.
4. Der Übergang Lohbrügge–Allermöhe muss für Familien sicher werden.
Ich fahre regelmäßig mit meinen Töchtern von Lohbrügge nach Allermöhe. Die Strecke ist für Kinder nicht sicher. Das ist nicht akzeptabel.
🏘 Wohnen & Mieten in Bergedorf
1. Wohnen ist ein Grundrecht – kein Marktprodukt.
Wenn Mieten in Lohbrügge und Bergedorf weiter steigen, werden Menschen verdrängt, die seit Jahren hier leben. Das ist kein Naturgesetz – es ist das Ergebnis politischer Entscheidungen, die sich ändern lassen.
2. Mietpreisbremse muss konsequent durchgesetzt werden.
Die Mietpreisbremse existiert auf dem Papier. In der Praxis wird sie zu selten angewendet und zu selten kontrolliert. Mieterinnen und Mieter brauchen aktive Unterstützung dabei, ihre Rechte durchzusetzen.
3. Sozialer Wohnungsbau muss in Bergedorf Priorität haben.
Neubau allein löst die Wohnungsfrage nicht. Es braucht gezielt geförderten Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen – in Lohbrügge, in Neuallermöhe, in Bergedorf-Mitte.
4. Energetische Sanierung darf nicht auf Mieterinnen und Mieter abgewälzt werden.
Wer energetisch saniert und die Kosten vollständig auf die Miete umlegt, betreibt sozialpolitisch das Falsche. Klimaschutz im Gebäudebereich muss sozial abgefedert werden.
🌍 Klimawandel & Klimapolitik
1. Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit sind zwei Seiten derselben Medaille.
Wer Klimapolitik macht, ohne zu fragen, wer die Kosten trägt, macht schlechte Politik. Die Lasten des Klimawandels treffen am härtesten diejenigen, die am wenigsten zu ihm beigetragen haben.
2. Fossile Subventionen müssen sofort gestrichen werden.
Deutschland subventioniert Diesel, Kerosin und Industriegas mit Milliarden – während Schulen marode sind und Jugendzentren schließen. Das ist eine politische Prioritätsentscheidung, keine Sachzwang.
3. Klimapolitik beginnt im Bezirk – mit konkreten Maßnahmen vor Ort.
Was in Berlin beschlossen wird, muss in Bergedorf ankommen: mehr Bäume in Lohbrügge, mehr begrünte Flächen, weniger versiegelte Parkplätze, mehr Förderung für lokale Energiegenossenschaften.
4. Individuelles Handeln reicht nicht – strukturelle Veränderung ist nötig.
Ich lebe bewusst: unverpackt einkaufen, kein Auto, pflanzlich essen. Aber persönliche Entscheidungen ersetzen keine Politik. Wer den Klimawandel auf Lebensstilentscheidungen reduziert, schützt die Verursacher.
Diese Positionen sind kein abgeschlossenes Dokument. Sie entwickeln sich weiter – mit meinen Erfahrungen in Bergedorf, mit politischen Debatten, mit euren Rückmeldungen. Wer anderer Meinung ist, darf das gerne in den Kommentaren oder per Instagram mitteilen.
