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Rumänisch für absolute Anfänger

Von adigwe | 7.Oktober 2002

Eine Einführung in die Rumänische Sprache von Fridolin Boost

Rumänisch ist eine romanische Sprache. Das merkt man vor allem an der Grammatik, die sehr stark an Latein erinnert. Aber auch vom Wortschatz her kommt einem, wenn man Latein, Französisch oder Spanisch gelernt hat, vieles bekannt vor. Daher kann man mit schon wenig Sprachkenntnissen manche Zeitungsartikel lesen, auch wenn man nicht alles versteht.
Anders sieht das mit der Aussprache aus. Rumänisch klingt etwa so, als ob ein Italiener russisch spricht (oder andersrum). Wer nur die Sprache hört und sie nicht liest, der glaubt nicht, dass sie etwas mit westeuropäischen Sprachen zu tun haben könnte. Da merkt man doch, dass das Rumänische auch von den umliegenden Sprachen geprägt wurde. Und deshalb ist der Unterschied ‘Sprache theoretisch mit einem Buch lernen’ und ‘in der Praxis anwenden’ auch ziemlich schwer.
Etwa ¾ aller Wörter haben den selben Ursprung wie die unseren, sie sind nämlich lateinisch, romanisch, griechisch. Aber es gibt auch Einflüsse aus anderen Sprachen, hier mit ein paar Beispielen:

– Slavisch: izvor Quelle, prieten Freund, sfert Viertel
– Ungarisch: a cheltui ausgeben, a locui wohnen, vamă Zoll
– Türkisch: chibrit Streichholz, dulap Schrank, musafir Gast
Deutsch: ştrand Strandbad, muştuc Mundstück, chelner Kellner
– Englisch: weekend, make-up, fotbal…

Die slavischen und ungarischen Einflüsse sind leicht zu erklären, sind das doch Sprachen, die Rumänien umgeben. Um die türkischen und deutschen Einflüsse zu verstehen braucht man etwas Hintergrundwissen über die rumänische Geschichte (das schreibe ich wohl im nächsten Rundbrief) und englisch, na ja, das kennen wir ja alle.

Es gibt ein paar Buchstaben, die im Deutschen nicht vorkommen, und zwar
 wie dumpfes ü
Ă (mit umgedrehten Akzent) irgendwas zwischen dumpfen a und dumpfen e
Î genau wie â, dumpfes ü
Ş sch
Ţ tz, (siehe şniţel)

Ich habe nicht vor, euch mit Erklärungen über die Grammatik zu langweilen. Statt dessen übersetze ich lieber ein paar Sätze ins Deutsche, um euch ein Sprachgefühl zu vermitteln. Sie sind übrigens aus ‘Rumänisch Wort für Wort’ aus dem Reise Know-How Verlag, sehr zu empfehlen.
Zuerst kommt der Satz auf rumänisch, dann hab ich versucht die Aussprache zu übertragen, dann die wörtliche Übersetzung (wie in dem oben erwähnten Sprachführer) und schliesslich die sinngemässe Übersetzung.
Viel Spass.

Cînd vine medicul?
Küünd wine medikul?
Wann (er-)kommt Arzt-der
Wann kommt der Arzt?

Îmi daţi mie pâinea.
Ühm daatz mie püinea
Mir (Ihr-)gebt mir Brot-das
Mir geben Sie das Brot. (Betonung auf mir)

N-ai fost niciodată la Bucureşti?
Nai fost nitschiodata la Bukurescht?
Nicht-(du-)hast gewesen niemals in Bukarest?
Warst du noch niemals in Bukarest?

Pot să vă prezint pe soţia mea?
Pot se ve presint pe sootzia mea?
(ich-)kann soll Euch (ich-)vorstelle auf Frau-die meine
Darf ich Ihnen meine Frau vorstellen?

De pe care peron pleacă trenul?
De pe caare peron pleahka trennul?
Von auf welcher Bahnsteig (er-)weggeht Zug-der
Von welchem Bahnsteig fährt der Zug ab?

Aduceţi-mi, vă rog, lista de bucate!
Adutschetzmi, va rog, lista de bukate!
(Ihr-)bringt-mir, Euch (ich-)bitte, Liste von Essen
Bringen Sie mir bitte die Speisekarte!

Und zum Schluss noch das, was alle deutschen Rumänienreisenden lernen müssen: man prostet sich nicht zu, denn prost heisst auf rumänisch ‘dumm’ oder ‘blöd’, statt dessen wünscht man dem gegenüber Glück, nämlich ‘noroc’!

Die Weitergabe dieses Schriftstückes an andere Interessierte ist erwünscht.
Bukarest, den 7.10.2002

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