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Was geht? – Rundbrief Nr.3

Von adigwe | 7.November 2002

Liebe Freunde und Unterstuetzer,
hier nun die dritte Rundmail, drei Monate bin ich nun hier, die Zeit vergeht viel zu schnell, eigentlich wollte ich jeden Monat von mir berichten. Ich hoffe ich kann es aber mit diesen Themen wiedergutmachen:

== Super wichtig ist mir die Weihnachtsschuhkartonaktion unter „Neues vom Projekt“ ==

1. Neues vom Projekt
2. Ich bin umgezogen
3. Wahlheimat Brasov
4. Mein Seelenheil
5. Die Positivliste

1. Neues vom Projekt
Obwohl ich einen zweiwoechigen Sprachkurs besucht habe, spreche ich nicht wesentlich besser, erst heute habe ich mich einigermassen gut mit den Kindern unterhalten koennen. (Es machen schon viele Wetten und Witze die Runde.) Der Sprachkurs hat mir die Grammatik ein wenig naeher gebracht. Der Sprachkurs beinhaltete viele Vortraege und Exkursionen, bei dem ich doch einiges ueber dieses Land erfahren konnte. Mit vielen jungen Leuten (darunter zwei Goettinger Studenten) war es ein sehr spassiger Kurs. Lustig war es mit einer Nonne in einem Rock-Club zu gehen. Fotos von unserem Kurs gibt es auf meiner Homepage, sowie viele andere.

Da in der Schule 136 mein Kollege George aufgehoert hat, um Religionslehrer zu werden, bin ich bis jetzt nur noch in dieser Schule gewesen, bis am 1. November eine neue Kollegin anfaengt.
Diese Schule wurde bis vor kurzen noch neu renoviert und deshalb starten wir erst Morgen mit dem Programm, wie ich es beschrieben hatte. Bis vor kurzem waren wir mit dem Umzug beschaeftigt. Haette nie gedacht, dass aus diesem Gebaeude eine Schule nach westlichen Standart entstehen kann. Zwar wurden die billigsten Materialien verwendet, aber es ist beeindruckend ueber „Marmor“-Treppen in die Schule zu gehen.

Vieles habe ich mittlerweile unternommen. Ich bringe den kleinen Kindern erfolgreich das Schreiben und Rechnen bei. Bei den grossen klappt es noch nicht so ganz und ich lerne lieber selber. Ich gebe einmal pro Woche Englischunterricht und habe zahlreiche Bastel und Spielaktionen uebernommen.

Als grosses Projekt habe ich eine Fragebogenaktion gestartet: Die Kinder haben ein Steckbrief gemacht und ich habe sie mit ihrem Lieblingsgegenstand fotografiert. Ich werde diese Boegen uebersetzen und nach Deutschland schicken. Die Jungscharkinder werden so etwas aehnliches machen und daraus sollen Brieffreundschaften entstehen. Die Steckbriefe sind echt sehenswert und vielleicht laesst sich ja auch eine Ausstellung daraus machen.

Weihnachtsschuhkartonaktion
== WeihnachtsschuhkFuer das naechste grosse Projekt brauche ich eure Begeisterung und Hilfe: Aus der Baptistengemeinde erinnert sich vielleicht jemand an die Schuhkartonaktion zu Weihnachten. Beinahe zufaellig sind diese Kartons von amerikanischen Kindern auch in unserem Projekt gelandet. Die Kinder haben sich damals riesig gefreut. Ich wuerde gerne diese Aktion mit der Goettinger Gemeinde durchfuehren. Jedes Sonntagsschulkind muesste dann persoenlich ein Paket basteln und verschiedene Gegenstaende einpacken (von Kugelschreiber zu Gummibaerchen, von Seife zu Plueschtierchen). Insgesamt waehren das 60 Kinder. Die Idee ist aber, dass die rumaenischen Kinder auch zurueck geben wollen und den Kindern im Gegenzug etwas basteln wollen. Die ganze Aktion erfordert allerdings jede Menge Arbeit von euch und jemanden, der sich bereit erklaert, die Kisten von und nach Bukarest zu transportieren (vielleicht sogar vor Weihnachten ( und vielleicht von der Gemeinde gesponsert). Ich weiss, es sind nur wenige Woche bis Weihnachten, aber es koennte eine gelungene Aktion fuer die Sonntagsschule sowie fuer F.O.C. werden.

Ansonsten planen wir die Weihnachtsfeier mit Liedern, Theaterstuecken und Taenzen, verfasse ich eine Bericht ueber Sozialarbeit in Deutschland, schreibe eine Alltagsschilderung von mir hier und lese dicke Spielpaedagogikbuecher durch, die Nemo (mein Vorgaenger) da gelassen hat.

Die von meinem Vorgaengern ins Leben gerufene Fussballliga zwischen den Kinder-Hilfsorganisationen aus Bukarest geht wieder los (nun mit 10 Teams). Ich werde an den Wochenenden die Fussballmannschaft mit einem Kollegen (Jean Baptist) zusammen trainieren – unser schaerfster Konkurent wird wohl das Team von St. Stelian sein, die der Wolfgang trainiert.

2. Ich bin umgezogen
Wir (Wolfgang und ich) haben eine schoene Zweizimmerwohnung im Zentrum der Stadt gefunden, damit kann ich also das echte Grossstadtleben geniessen und bin sogar naeher an meine Arbeitsstelle. Hier haben wir den perfekten Startpunkt fuer suesse Traeume und heisse Naechte
Meine neue Adresse ist:

Gabroveni Nr. 61
Sc. A, Ap. 17
Sector 3
Bucuresti

0040-(0)21-6508568

3. Wahlheimat Brasov
Nein, ich denke nicht daran in diese Stadt umzuziehen. Wenn man am Bahnhof ankommt – sei es mit einem der Maxitaxis (das sind Kleinbusse, die preisguenstig und schnell fast jede Stadt in Rumaenien anfahren) oder der Bahn – haelt man diese Bergstadt fuer haesslich, doch sie hat einen wunderschoenen Kern: Eine huebsche Altstadt mit vielen Gassen und einem Marktplatz, wie man es aus Deutschland kennt.
In dieser Stadt habe ich mit drei Leuten (Max, Kathi und Sabine – Freiwillige wie ich) vom Sprachkurs das letzte Wochenende verbracht, um die Bundestagswahlen anzuschauen, was ja bekanntlich eine grosse Zitterpartie gewesen ist. Es geht zwar auch leichter, Deutsches Fernsehprogramm zu empfangen – man braucht nur Kabelanschluss (unser wurde abgeschnitten, weil von der Vermieterin versaeumt wurde zu bezahlen), aber wir wollten uns halt wiedersehen und Brasov ist ziemlich die Mitte von Rumaenien.
Lange musste Brasov nicht mit uns Zittern – am Montag waren ich und Sabine wieder in Bukarest, wo es mir immer noch am besten gefaellt (vor allem in der neuen Wohnung – Punkt). Hier haben wir wieder an den Kochsessions beim Fridolin teilgenommen (beim ersten mal gab es echte schwaebische Spaetzle). Eine bewerte Institution, da Kochen fuer eine Person doch recht aufwendig ist.

4. Mein Seelenheil
Auf der Suche nach einer passenden Gemeinde war ich in zwei verschieden Kirchen, die mir beide gefallen haben. Die eine ist eine von zwei Kanadiern geleitete Gemeinde und nennt sich International Christian Assembly (zweisprachig), in der ich mich mittlerweile zu Hause fuehle, die andere ist eine Baptistengemeinde. Da die eine vormittags und die andere abends ist, koennte ich auch einen Hardcore-Sonntag machen und beide besuchen – mal sehen!! Beide hatten allerdings ihre Nachteile – aber hat das nicht auch die Goettinger Baptistengemeinde…

Krass fand ich naemlich die Predigt in der Baptistengemeinde, der Pastor sagte er wuerde keinen Deutschen seinen Bruder nennen und zitierte einen Zeitungsartikel in dem von einer Disco die rede war, in der man zu Gott tanzen wuerde. Dies war ihm so zuwider – obwohl im gleichen Moment das Mandolinen-Orchester, eine Besonderheit dieser Kirche, Musik spielte, bei der keiner still sitzen konnte und selbst dieser Pastor auf der Kanzel die Finger wippte. Am Ausgang schuettelte er dann freundlich und ahnungslos uns Deutschen zum Abschied die Hand.

5. Die Positivliste
Bitte Betet (oder Denkt daran):
– das die Weihnachtsschuhkartonaktion erfolgreich wird; das sich jemand bereit erklaert die Pakete nach Rumaenien zu bringen.
– das mein Projekt ueber genuegend finanzielle Mittel verfuegen kann (ab 2003 sieht es schwierig aus) .
– das ich die Sprache und mein Portmonaie beherrsche.
– fuer die Kinder und deren Familien, die in sehr schwierigen Verhaeltnissen leben muessen, dass sie eine Zukunft (einen Sinn) haben und sehen.
– fuer Rumaenien an sich, dessen Lebensstandards immer noch einiges krasser niedriger sind .

Denkt weiter an mich und meine Arbeit – ich weiss es wirklich zu schaetzen.

Schoenen Gruss,

der Andreas Adigwe Pilot

Themen: Rundbriefe | Kein Kommentar »

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