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Punkrock? DOUBLE A?

Von adigwe | 7.Februar 2001

Jan Sanders schreibt wie er dem Punk-Rock näher kam, was ihn an dieser Musik fasziniert und wie es dazu kam Sänger von Double A zu werden. Es erwartet uns eine mitbewegende und eindringliche Geschichte, die nicht immer ganz ernst gemeint ist.

Wer oder was ist das?

> Um diese Frage zu beantworten, möchte ich zuvor kurz in Erinnerungen schwelgen, um meine Passion zu erläutern… Göttingen, der 26.06.1997, ein warmer Sommertag der mein Leben in (hoffentlich) andere Bahnen lenken sollte. Ein guter Freund meinerseits, nennen wir ihn mal Johannes M., fragte mich, ob ich nicht Lust hätte am Abend in den allseits bekannten ortsansässigen Club >> die Outpost << mitzukommen, da dort ein Punkrockkonzert mit Musikern aus den USA stattfinden sollte. Ich sagte zu, hatte ich doch sonst nichts zu tun und warum nicht diesen schönen Tag mit Freuden und Musik ausklingen lassen. Neugierig auf das was geschehen wird traf ich mich dann mit mehreren Schulfreunden um unseren aufsteigenden Trieb, eben diese Neugier zu befriedigen.

> Der Parkplatz vor dem Club hatte sich schon zu einer eigenen Party entwickelt, allseits heiteres treiben mit Musikalischen und alkoholischen Genüssen. Langsam stieg in mir ein komisches Gefühl empor. Ich,gerade mal 15 Jahre alt, fühlte mich in dieser unbekannten Umgebung, mit meinen, aus heutiger Sicht schlichten, ja gar spießigen Klamotten, fehl am Platze und dennoch mußte ich erfahren was diese lebenslustigen Menschen unbedingt sehen wollten. Nach Öffnung der Outpost strömten nun die Masse in den Innenraum. Inmitten ihrer, dieses leicht übergewichtige und stämmig wirkende Kid namens Jan Sanders.

> Die erste Band betritt die Bühne. Sie kommt aus Skandinavien und heißt >> Satanic Surfers << noch nie zuvor gehört, kannte ich doch nur eine einzige Punkband und zwar die Sindelfinger WIZO. Die Surfers fingen an zu spielen, laut, schnell, energiegeladen. Genau in diesem Augenblick verstand ich alles. Ich wußte, genau dies war es was ich wollte, solche Musik: ehrlich und voll Energie. Ich schaute ihnen stillschweigend und ehrfürchtig zu. Ganz vorne, leider etwas zu nah an der rechten Box und ganz allein stand ich da, meine Freunde in der pogenden Menge verschwinden sehend, spürte ich, daß es heute und hier egal ist wer du bist und was du machst. Es gibt eben nur diesen Abend und diese klasse Bands zu geniessen, jeder auf seine Weise. Ich musste, nein ich wollte dabei sein, ich wollte nun auch diese Energie im Raum nutzen. Nachdem ich nun eilig meine Jacke einfach nur in die Ecke gelegt habe, drängte ich mich nun auch in die Mitte, um meinen ersten Pogo mit wildfremden Menschen zu zellibrieren. Gleich lernte ich meine erste Lektion, denn es war dort selbstverständlich, daß Mitmenschen respektiert werden und stets aufeinander rücksicht genommen wird, oder gegebenenfalls Hilfe geleistet wird. So entdeckte ich für mich den Ausdruck >> Unity <<.

> Erschöpft, aber überglücklich und mit tiefer zufriedenheit verliessen ich mit meinen Freunden am Ende des Konzerts nun die Lokalität, nachdem wir uns bei den darauffolgenden Bands >> No Fun At All << und >> Lagwagon << weiterhin völlig verausgabt haben.

> Es wird wohl für immer einer der schönsten Augenblicke und mit Abstand das beste Konzert meines Lebens bleiben. – —

> Nach diesem eindrucksvollem Abend hatte, ich nun diesen Trieb, alles neue und durchaus alte, über diese Musikrichtung zu erfahren. Immer neue Musik und immer wieder neue wunderschöne Konzertabende folgten. Organisierten wir untereinander immer wieder Möglichkeiten nun auch Bands in anderen Städten zu erleben.

> Mit Interesse verfolgte ich auch die aufstrebenden „Kinderbands“ aus Göttingen, wie z. Bsp. ZSK, Hit’n’Run, MacMor, xxHard oder auch Smoky Joe. Begeistert war ich von ihrem Einsatz ihre eigene Musik zu machen, mit eigenen Melodien und eigenen Songtexten. Alles aus ihrer eigenen Kreativität heraus. Habe ich doch anfangs stets auf Auftritte und damit verbundenen Partys,wie z. Bsp. bei ZSK gefreut, betrachte ich dies mit zunehmenden Alter und Fachkenntnissen eher argwöhnisch. Der Gedanke jemals in einer eigenen Band zu arbeiten, hatte ich damals noch lange nicht.

> Zwei meiner Freunde allerdings hatten wohl etwas zu viel Freizeit und versuchten dies mit ihrer Schülerband >> Anti-Clockwise <<, dies aber leider nur mit sehr, sehr sehr mässigen Erfolg. Wobei es leider ein frühes Ende, nach einem bescheidenen Auftritt im Göttinger >> Fegefeuer << gab. Sänger der Band Andreas Heumaier wechselte später zu unseren Freunden von Mac Mör, die Bassisten hörte vollkommen auf und meine heutigen Bandkollegen und besten Freunde Johannes Müller und Benjamin Vollbrecht standen völlig auf dem Schlauch.

> Ein Jahr verging, Freunde kamen und gingen, aber die Leidenschaft unser aller für Punkrock und Hardcore Musik blieb bestehen und durch die glücklichen Umstände, daß wir bereits fast alle das 18. Lebensjahr vollendet haben und mit den dadurch verbundenen Führerschein die Möglichkeit besaßen noch mehr Konzerte, Shows und Partys zu besuchen, konnten wir unsere eigenen Stile noch mit vielen anderen Bands vergleichen. Eines schönen Frühlingstages indes, kristallisierten sich eine Gruppe von fünf Leuten heraus, die nun ihre Zeit nicht weiter insoweit verschwenden wollten, nur Nachmittags an der Göttinger Stadthalle zu verbringen und sinnlos Alkohol zu kredenzen. Endlich ihren Hobby ein neues Gesicht verleihen und sich zumindest in diesem Bereich selbst verwirklichen. Ich persönlich, gehörte leider damals noch nicht ganz dazu, verfolgte diese Anfänge der neuen Musikgruppe mit höchsten Interesse. Den Sommer hindurch folgten in unregelmäßigen Abständen Proben, denn ein Probenraum war schnell gefunden, Instrumente bereits vorhanden und dank der Fähigkeiten (des in diesem Bereich sehr engagierten) Ralf Eberlings waren rasch Songtexte und einige Punkrockcovers entstanden. Da meine besten Freunde nun eben alle in dieser Band waren, fragten sie mich natürlich, ob ich nicht mal zugucken möchte, da sie mir ihr gerade fertiggestelltes Cover des Liedes „Rocky“ von Dog Eat Dog ziegen wollten. Ich war begeistert, obwohl ich diese Art heute wohl nicht mehr so schätzen würde und war indes ein wenig, aber durchaus positiv, überrascht. Schließlich nahmen die Dinge ihren Lauf, da sie sich überlegenten das im Orginal vorkommende Gebläse, durch das Musikinstrument Kazoo zu ersetzen und nun hierfür noch einen Mann benötigten, war ich folglich an der Reihe mein Talent und meine Kreativität unter Beweis zustellen.- – –

> Der Musikstill war untereinander schnell abgestimmt. Es sollte „laut, schnell und krachend sein“ um mal die Jungs von ZSK zu zitieren, allerdings wollten wir uns dennoch von den in Göttingen beliebten Kinderpunkrock distanzieren, waren wir doch bereits über 18 Jahre alt. Folglich ernsthaft gingen wir fortan an die Proben. Allein unser Frontmann, Sebastian Zamponi, teilte diesen Ehrgeiz nur in den Anfangsmonaten.

> Ich persönlich denke, daß dies auch mit der Hauptgrund dafür war, warum bei unseren zwei Konzerten, die Person Zamponi auch leider nicht immer ganz ernst genommen wurde, aber dies muss auch relativiert werden, bedenkt man, daß das Publikum sowohl bei Eduard als auch in Herberhausen wohl einen leicht anderen Musikgeschmack besaß. Dennoch sind wir bis heute stolz darauf, mit Bands wie Mac Mör und vorallem Project POP aus Northeim zusammen gespielt zu haben.

> Was die Zunft bringt wird sich zeigen, nachdem ich nach Abgang Zamponis nun die Rolle des Hauptsängers übernommen habe und Christoph Petermann, welcher mit seiner beinahe uneingeschränkten Intelligenz, meine alte Rolle ausfüllt, schaue ich nun doch recht erwartungsfroh gen Zukunft.

PS: Bedanken möchten wir uns alle bei Familie Ramaswamy für die tolle Unterstützung.

Jan Sanders & RESORPTION is just da Fatness

DOUBLE A sind: Timon Ramaswamy Bass
Johannes Müller Guitar
Ralf Eberling Guitar
Benjamin Vollbrecht Drums
Jan Sanders Vocals
Christoph Peterman Vocals

Kontakt: B. Vollbrecht; Uhlandstraße 4; 37120 Bovenden; 0551/83280 von Jan Sanders.
Double A

Themen: future., Texte | Kein Kommentar »

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