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Jesu Umgang mit den Mächten seiner Zeit

Von adigwe | 7.März 2006

„Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinem Geist“
(Sacharja 4,6)
Dieser Satz aus Sacharja steht meines Erachtens als Grundsatz Jesus zum Thema Macht und darum habe ich ihn an den Anfang gestellt. Wir werden sehen ob sich dies bewahrheitet.
Ich möchte mit dieser Arbeit versuchen die Zeit Jesus zu betrachten und zu sehen was Jesus zu den herrschenden seiner Zeit gesagt hatte und damit einen kleinen Versuch machen, besser zu verstehen wie wir, wenn wir Jesus Worte folgen wollen mit Macht umgehen sollten. Ob dies überhaupt machbar ist oder von Jesus gewollt ist kann ich in dieser Arbeit wahrscheinlich gar nicht versuchen zu ergründen. Ich versuche daher eigentlich im wesentlich nur exemplarisch die damalige Situation darzustellen und versuche am Ende ein kleines Bild zu zeichnen, von dem was Jesus anders macht von den Machthabern und versuche die Frage deutlich zu machen, ob Jesus eine Idee von einer neuen Politik, einer neuen Welt hatte oder ob er für eine neue Gemeinschaft oder für ein neues Inneres Bewußtsein sprach.
Definition Macht
Bevor ich in die damalige Zeit forsche will ich kurz sehen wie man heute Macht definiert.
Die wohl bekannteste Definition von Macht ist die von Max Weber. Laut ihm ist Macht „jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.“ (Weber, 1922, §16, S. 604)
Macht bedeutet also alles zu tun um sich durchzusetzen.
Es ist ziemlich normal, das jeder Mensch seine eigene Ãœberzeugung, seinen eigenen Willen, Autorität und seine eigenen Freiheitsraum versucht durchzusetzen.
Wenn sich eine Macht durchsetzt wird sie anerkannt und so legitimiert und institutionalisiert. Es entsteht Herrschaft. Somit ist jede Institution, jede Interessengruppe eine Herrschaftsinstanz. Stößt Macht auf eine gleich starke Macht in einem Interessenkonflikt so kommt es zu Auseinandersetzungen, die entweder mit Gewalt ausgetragen werden oder sich mit Kompromissen einigt, die sich aber gegenseitig blockieren und lahm legen. Wirklich einig werden können entgegengesetzte Mächte meist jedoch nicht. Macht ist nicht auf Dialog ausgelegt, sondern führt zum Dualismus – spalten und blockieren, die Interessen auf ein richtig und falsch, gut und böse aufzuweisen.
Die politischen Verhältnisse zur Zeit Jesus
Macht spielt schon immer eine wichtige Rolle in Religion. In den Anfängen waren die Naturgötter machtvoll. Unerklärliches lag in ihrer Macht. Später wurde den Herrschern die göttliche Macht zu erteilt. Da Naturgötter, wie bei den Griechen, aber auch den Ägyptern, vermenschlicht wurden konnte man Menschen vergöttern. Zur Zeit Jesus herrschten die Römer und deren Kaiser wurden als Götter verehrt. Dieser Herrscherkult widerstrebte sich der jüdischen Religion, die menschliche Allmacht verneinte. Dies führte zu großen Spannungen in der die Herrschaftsgruppen miteinander kämpften.
Auf der einen Seite waren die Römer die sich mit den Priestern einigten und bis auf einige Begebenheiten davon abließen, das die Juden den Kaiser verehren mussten und ihre Religion ausüben ließen. Die Grundbesitzer konnten unter der römischen Herrschaft und von dem davon ausgehenden Frieden profitieren und ihre Besitztümer anhäufen. Dann waren die Pharisäer, die erst durch die Römer zu Einfluß kamen, die die Macht dieser kritisierten sie aber nutzten und sich für die Erfüllung der Tora einsetzten. Schließlich gab es die Gruppe der Zeloten, die dafür eintraten, die römische Herrschaft mit Gewalt zu beenden.
In dieser Situation befand sich Jesus. Was war seine Idee, wofür er von diesen Gruppen als so gefährlich eingestuft wurde, dass er am Kreuz starb? Was hat er diesen Gruppen mitgeteilt? Was hat er im allgemeinen zum Thema Macht erzählt? Was für eine Macht besaß er?
Um dies zu beantworten will ich diese Gruppen genauer betrachten und sehen was Jesus ihnen entgegnete.
Die pharisäischen Schriftgelehrten
Die Pharisäer waren eine Religionspartei. Die Mitglieder waren meist Laien, die im Alltag die strengen Reinheitsgebote der Tora befolgen wollten, die für Priester während ihres Dienstes im Tempel galten. Aufgrund von 2. Mose 19,6: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein“ hielten sie alle Juden für Priester. Die pharisäischen Schriftgelehrten waren die Führungsgruppe innerhalb dieser Partei. Nach der Eroberung der Römer wurden sie eine entscheidende Kraft. Sie hatten großen Einfluß auf die religiöse Macht. Jesus hatte viele Gemeinsamkeiten mit ihnen (wie das Priestertum für alle), aber er entgegnete ihnen, dass es nicht ausreiche die Gebote der Tora zu folgen, sondern, dass das Gebot der Liebe über diesen stehen müsse.
So heilte Jeus am heiligen Tag, dem Sabbat, obwohl die Schrift forderte auszuruhen.
Außerdem kritisierte Jesus, dass die Pharisäer nur durch Worte für die Einhaltung der Gebote, die Juden aufriefen, aber selbst diese nicht einhielten und keine Taten folgten.
Die Kritik Jesu führte dazu das die Pharisäer und dadurch die Mehrheit des Volkes sich durch ihn bedroht fühlten und die Gebote der Tora in Gefahr sahen.
Die priesterliche-sadduzäische Tempel-Hierarchie
Die Ordnung des Priestertums entstand durch die „Kultzentralisaton des Königs Joschija“ (Koch, 1978, S. 430) Nach der Zeit des Exils entstand eine Rangordnung und der Tempel in Jerusalem galt als einziger Ort in der die Süde vergeben werden konnte. Die Hohepriester waren somit die geistliche Macht, hatten aber auch auf der politischen Ebene einiges zu sagen und waren zeitweise die politischen Vertreter Israels.
In Matthäus 21, 12-13 ging Jesus
„in den Tempel hinein und trieb hinaus alle Verkäufer und Käufer im Tempel und stieß die Tische der Geldwechsler um und die Stände der Taubenhändler und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): „Mein Haus soll ein Bethaus heißen“; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus“
Jesus greift hier mit der Tempelreinigung gegen die israelische Ordnung
John Howard Yoder behauptet in seinem Buch „Die Politik Jesu“ es würde nicht richtig beurteilt sein wenn, Jesus diese Tat nur um die ökonomische Ausbeutung der Tempelbesucher durchgezogen hätte. Jesus übernimmt hier symbolisch den Tempelbezirk. Auch Gerd Theißen behauptet Jesus würde hier dem Tempel symbolisch seine Legitimation entziehen (Theißen, 2002, S.19)
Jesus wird nicht wegen diesen Vorgang angeklagt, damit erschließt sich das er hier nicht gegen die Ordnungen verstoßen hatte, sondern dass er gewaltlos die Tiere hinaus trieb, nicht aber die Händler.
Dennoch führte diese Provokation dazu, dass die Priester in Jesus eine Bedrohung für die bestehende Ordnung sahen und einen Aufstand befürchteten.
Die reichen Grundbesitzer als Oberschicht
Auch gegen die Macht der reichen Grundbesitzer hat Jesus einiges zu sagen:
„Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und den Mammon.“ (Mt 6,24)
Die Reichen, die am Geld hängen können nicht Gott dienen. Gott erwartet, so Jesus, anteilnahme an den Mitmenschen. Gott dienen heißt auch den Menschen dienen.
Jesus sagt aber nicht nur den Grundbesitzern, sondern allen, dass Geld nicht alles ist. Er sagt vielmehr:
„Nach dem allen trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater weiß, daß ihr dessen bedürft. Trachtet vielmehr nach seinem Reicht, so wird euch das alles zufallen. Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater Wohlgefallen, euch das Reich zu geben. Verkauft was ihr habt, und gebt Almosen.“ (Lk 12, 30-33)
Jesus geht hier also noch weiter und fordert seine Zuhörer auf, den ganzen Besitz abzugeben und sich davon los zusagen.
Die römische Staatsmacht
Die Römer eroberten 67-64 vor Christus, Syrien und Palästina und nannten diese Provinz Syrien. Unter Kaiser Augustus setzte ein größer wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung ein. Er rief die Pax Romana aus. Obwohl die Römer den Juden viele Kulturelle und Religiöse Spielräume liessen, waren sie Besatzer und wurden auch als solche empfunden. Zur Zeit Jesu gab es viele Menschen, die sich eine Befreiung sehnlichst wünschten. Einige, wie die Zeloten wollten mit Gewalt einem Aufstand planen, andere hofften auf den Messias, der kommen würde um sie zu befreien.
Jesus antwortete auf die Frage der Pharisäer, ob es gut sei dem römischen Kaiser zu gehorchen und Steuern zu zahlen: „So gibt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gott ist!“ (Mk 12,17)
Martin Hengel sagt dazu: „Das „und“ ist in adversativem Sinne zu verstehen und mit „aber“ wiederzugeben“ (Hengel, 1974, S.20) Mit diesen Worten macht Jesus deutlich, dass man dem römischen Kaiser ruhig seine Steuern zahlen sollte, da es ja auch das Geld des Kaisers ist, aber die Ehre die Gott gebührt auch Gott gibt und nicht den Gottkaiser zu verherrlichen. Jesus möchte aber keinen Kampf mit der römischen Macht. Er sagte „Selig sind die Sanftmütigen, den sie werden das Erdreich besitzen.“(Mt 5,5) Diese Irdische Macht bedeutet einfach nichts und muß nicht bekämpft werde – sie hat schon verloren, denn am Ende werden die Sanftmütigen die Erde besitzen. Eine klare Absage an die Zeloten, die den Kampf gegen die Römer forderten.
Ganz im Gegensatz sagte Jesus wie mit den Besatzern umgegangen werden sollte. Die Juden mussten laut Wilhelm Haller Frondienste leisten. Einer dieser Frondienste war, einem Römer eine Meile sein Gepäck zu tragen, wenn dieser es forderte. Dazu sagte Jesus: „Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mit zugehen, so geh mit ihm zwei“ (Mt 5,41) Haller versteht diesen Satz so:
„Die erste Meile erzwingt der Unterdrücker, wobei die Würde beider verletzt wird. Die zweite Meile ist das verstehende und verzeihende Geschenk eines Freien, das auch den anderen befreit, wenn dieser es bewußt annimmt.“ (Haller, 1981, S. 158)
Beide Seiten müssen befreit werden – Römer wie Juden. Der andere muß verstehen wie es dem Gegenüber geht.

Jesus allgemein zu Macht und Herrschaft
„Die Könige herrschen über ihre Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen. Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist’s nicht der, der zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener.“ (Lk 22,25-27)
Derjenige der sich für die anderen erniedrigt ist der größte, damit gilt „in der Nachfolge Jesu (…) die „Herrschaftsfreiheit“.“(Hengel, 1974, S.20)
Jesus hatte die Möglichkeit laut Yoder dreimal die Herrschaft an sich zu reißen, wie es die Zeloten forderten. Seine erste Chance hatte er nachdem er die Menge gespeist hatte. Er hatte dort die Legitimität sich als Messias auszurufen, da er die Massen versorgen konnte. Seine zweite Chance offenbarte sich, als in Jerusalem auf einem Esel einzog und das Volk ihm zu jubelte und als Köing feierte. Seine dritte Chance hatte er bei seiner Gefangennahme. Hier hätte er mit Gewalt die Truppen zerschlagen können, die kamen um ihn festzunehmen. Aber auf das Drängen seiner Junger sich zu bewaffnen, verneinte er dies und entgegnete „Oder meinst du, ich könne meinem Vater nicht bitten daß er mir sogleich mehr als zwölf Engel schickte?“ (Mt 26,53) Auch wenn diese Zeilen, später hinzugefügt sein mögen, entspricht und erläutert es das Denken von Jesus: Er verzichtet auf Gewalt und zerschlägt erneuert die Idee der Zeloten mit Gewalt die Herrschaft zu übernehmen – obwohl auch einige seiner Jünger Zeloten gewesen waren. „Wiederum, nun zum letzten Mal winkt die Möglichkeit des Kreuzzuges. Wiederum sieht Jesus dies Möglichkeit als reale Versuchung. Wiederum weist er sie zurück“ (Yoder, 1981, S.53)
Ein ganz anderen Kritik an Macht erzählt uns Jesus auf Hinblick der Familienbande.
Er sagt in Lukas 12:
„Meint ihr, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht. Denn von nun an werden fünf in einem Haus uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei. Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.“ (Lk 12, 51-53)
John Dominic Crossan, der Schreiber des oft, auch von mir, kritisierten Buches „Der historische Jesus“ schreibt zu dieser Passage, dass Jesus hier nicht meint, dass einige seine Lehre akzeptieren werden und andere wiederum nicht und sich deshalb Zwietracht bildet. Viel mehr sagt Crossan was Jesus angreift, sind die Machtverhältnisse in der Familie.
„Die Familie ist ein Abbild der Gesellschaft, der Ort, wo wir zuerst und zutiefst lieben und geliebt werden, Hilfe empfangen und Hilfe leisten, aber auch hassen und gehasst werden, mißbrauchen und mißbraucht werden. (…) Macht ist dort zu haben, und Macht führt zum Mißbrauch“ (Crossan, 1996, S.87)
Jesus möchte nicht die Familie als ideales Bild einer Gemeinschaft sehen, den Familie grenzt andere aus, die nicht dazu gehören. Jeder soll Platz haben, ohne aber Platz über den anderen zu haben.
Jesu’s Weg
Jesus ging einen anderen Weg, als den Weg der Herrschaft und Macht. Er ging zu denen die Erniedrigt waren und erniedrigte sich. Er sprach, heilte, trank und ass mit den Menschen von denen niemand etwas wissen wollte. Yoder behauptet und nimmt Bezug auf Andrè Tocmè, Jesus wollte ein Anbruch eines Erlass, Jubel- oder Sabbatjahr ankündigen. Dieses würde bedeuten (wie in Leviticus 25 beschrieben), dass vier Vorschriften eingehalten werden müßten: Brache, Schuldenerlass, Sklavenbefreiung, Familienbesitz wird zurückerstattet. Zum Schuldenerlass denke ich ruft Jesus auch aus; die anderen Dinge aber hat er nicht so in diesem Sinne gefordert. Im „Vater unser“ lehrt er unseren Schuldnern zu vergeben. „Im Griechischen bezeichnet opheilema finanzielle Schuld“ (Yoder, 1981, S.61). Dennoch denke ich Jesus wollte etwas anderes, als ein Jubeljahr ausrufen. Er bezeichnete dieses Programm als das Anbrechen der Gottesherrschaft oder des Königreich Gottes: Die überwältigende Liebe des Vaters zu allen Verstoßenen und Verachteten. Dabei ist Gott der Richter und kein Mensch muß über den anderen richten.
Dieses Programm, auch wenn dies nicht den Anschein hatte war dennoch nicht apolitisch – sondern er sagte den Machthabern eure Idee von Politik und Gesellschaft ist falsch (Yoder, 1981, S.100)
Es geht also um ein neues Wahlprogramm, für das jeder einzelne sich entscheiden kann und sich daran orientieren kann, in der Jesus nun alle die sich diesem Programm anschließen zu einem neuen Volk macht – das auserwählte Volk Gottes. Neue Staatsbürger Christi wie es Paulus formuliert. Es geht nicht um eine Forderung für ein Jahr und auf Israeliten beschränkt.
Es geht um eine Wahl zwischen einen Weg des Dienstes und einen Weg der Macht.
Der Weg der Macht ist wie schon am Anfang gesagt dualistisch. Die eine Partei versucht die andere Partei mit Worten oder Gewalt zu schwächen und versucht Recht zu haben. Durch Macht kann keine Veränderung entstehen. Selbst mit guten Absichten wird man korrumpiert und versucht seine Absicht möglichst schnell und ohne Zustimmung aller durchzusetzen.
Jesus ging den Weg des Dienstes. Er versuchte die Unterschiedlichkeiten der Positionen auszuhalten. Er überwand den Schmerz und das Leid und ging ans Kreuz und rief auch seine Jünger zu ähnlichem auf:
„Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s erhalten“ (Mk 8,35)
„Die wahre Freiheit ist für ihn die Freiheit vom Zwang der Selbstbehauptung um jeden Preis“ (Haller, 1989, S.19)
Ich möchte hier noch einmal das Zitat aus Matthäus verwenden „Selig sind die Sanftmütigen, den sie werden das Erdreich besitzen.“(Mt 5,5) in der „Hoffnung für Alle“ und in vielen anderen Bibelübersetzungen werden die Sanftmütigen als die, „die auf Gewalt verzichten“ und macht Jesus Position noch einmal ganz deutlich. Am Ende werden diejenigen die Erde besitzen keine Ansprüche auf Macht, Herrschaft und Besitz haben. Dies könnte vor allem auch bedeuten, dass die Frauen, welche immer schon unterdrückt wurden und werden, am Ende Befreiung erfahren werden. Jesus hat so etwas nie explicit gesagt, hat aber durch mehre Aktionen gezeigt, dass auch Frauen Freiheit erfahren sollten und manche unter anderem Crossan, gehen davon aus, dass auch Frauen unter den Jüngern gewesen sein könnten.
Frei nach Haller habe ich ein kleines Schema gemacht, dass die Verschiedenartigkeit der beiden Wege deutlich macht:
Dialog und Liebe =>Weg des Dienstes <=> Weg der Macht <= Dualismus und Gewalt
Der Weg des Dienstes macht Sinn: Durch die Faszination – oder Vollmacht – die von Jesus ausgeht „wird die Minderheit (…) zur kritischen Masse, durch die eine Kettenreaktion in Gang gebracht werden kann.“ (Haller, 1989, S.160)
Im neuen Testament wird nie erwähnt das man Jesus als Vorbild nehmen soll, wen es darum geht so wie er ohne Heim und Eigentum, ohne Ehe leben sollte, oder dass man dörflich leben muß, oder vierzig Tage in die Wüste gehen sollte. Nur wenn es
“ um die Konkrete gesellschaftliche Bedeutung des Kreuzes in der Beziehung zu Feindschaft und Macht [geht]. Dienen ersetzt Herrschaft, Vergebung überwindet Feindseligkeit. So – und nur so – verpflichtet uns neutestamentliches Denken „Jesus ähnlich zu sein“. (Yoder, 1981, S.121)
Literaturverzeichnis
Soweit nicht anders angegeben sind alle Bibelzitate der folgenden Luterbibel entnommen:
Lutherbibel, revidierte Fassung 1984, durchgesehene Ausgabe, 1999, Stuttgart

Nur wenn angegeben aus der folgenden Bibel entnommen:
Hoffnung für alle, Bibel, 1986, 3. Auflage, 1999, Basel

Weitere benutzte Bücher:
Benedict, Hans-Jürgen,1989: Ziviler Ungehorsam als Christliche Tugend, Frankfurt am Main

Crossan, John Dominic, 1996: Jesus: Ein revolutionäres Leben, München

Haller, Wilhelm, 1989: Die heilsame Alternative, Wuppertal

Hengel, Martin, 1974: Christus und die Macht, Stuttgart

Koch, Klaus; Otto, Eckart; Roloff, Jürgen und Schmoldt Hans (Hrsg.),1978: Reclams Bibellexikon, 7. überarb. und erw. Auflage,2004, Stuttgart

Lohff, Wenzel und Lohse, Bernhard (Hrsg.), 1969: Christentum und Gesellschaft, Göttingen

Theißen, Gerd, 2002: Das neue Testament, 2. durchges. Auflage, 2004, München

Thiele, Johannes (Hrsg.), 1993: Jesus: Auf der Suche nach einem neuen Gottesbild, Düsseldorf und Wien

Weber, Max, 1922: Wirtschaft und Gesellschaft, 5. Auflage, 1980, Tübingen

Yoder, John Howard, 1981: Die Politik Jesu – Der Weg des Kreuzes, Maxdorf

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