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EU-Förderung

Von adigwe | 6.Juni 2006

Mit diesem Text möchte ich einen kurzen Einblick geben, wie die EU Projekte fördert, welche Schwerpunkte sie hat und was man beachten muß um ein Projektantrag zu stellen. Ich hoffe deutlich zu machen an welche Stellen man sich wie wenden muß. Konkrete Informationen zu einzelnen Förderprogrammen kann ich in dieser kurzen Zeit leider nicht bieten, aber ich kann die Informationssuche ein wenig erleichtern. Zunächst muß ich aber den Aufbau der EU erläutern, damit klarer wird an wen man sich wenden muß.
Aufbau der EU
EU-AufbauDie Europäische Union ist kein Staat sondern ein „Verbund der Völker Europas“. Sie hat aber einen staatsähnlichen Aufbau. Die Macht wird auf mehrere Institutionen aufgeteilt. Diese Gewaltenteilung wollen wir uns genauer anschauen, da sie von großer Bedeutung ist.
Dazu möchte ich die fünf wichtigsten Institutionen kurz vorstellen.

Der Europäische Rat – „EU-Gipfel“
Der Europäische Rat ist formal das höchste Entscheidungsgremium. Es entstand 1969 aus unregelmäßigen Gipfeltreffen und wurde 1974 in Paris schließlich institutionalisiert. Seitdem treffen sich alle 6 Monate zum ende der jeweiligen Präsidentschaft der EU, die Staats- und Regierungschefs sowie die Außenminister der Mitgliederstaaten. Außerdem ist der Kommissionspräsident und ein Kommissionsmitglied ohne Stimmberechtigung anwesend. Vorsitz hat das Gastgebende Land, das auch den Vorsitz im Ministerrat hat.
Die Funktion dieses Gremiums ist eine Leitlinie der EU auszuarbeiten. Der Europäische Rat besitzt eine Richtlinienkompetenz und ist dem Ministerrat übergeordnet und weisungsberechtigt.
Die ausgearbeiteten politischen Leitlinien für Wirtschaft und soziales dienen zur Orientierung der Mitgliedsstaaten und der EU-Organe und haben keinen rechtliche bindenden Charakter.
Alljährlich wird ein Bericht zu den „Fortschritten der Union“ verfasst.
Der EU-Gipfel dient auch als Schlichter zwischen den Staaten, sollten diese Prozeße scheitern, dann entscheidet der Europäische Gerichtshof darüber.
In diesem Gremium werden alle Beschlüsse durch Konsens erzielt, oft durch „give und take“, also Verhandlungen im Hinterstübchen. Ein weiteres Problem ist das die versammelten Staatsvertreter oberste der Exekutive sind und in diesem Gremium Repräsentanten der Legislative sind.
Rat der Europäischen Union – „Ministerrat“
Der Rat der Europäischen Union ist der zentrale Gesetzgeber. Er arbeitet innerhalb der Leitlinien des EU-Gipfels und versucht diese Bestimmungen umzusetzen. Mitglieder des Ministerrats sind die einzelnen Fachminister der Mitgliedsstaaten, je nach Themen. Es gibt 20 verschiedene Besetzungen. Der Allgemeine Rat koordiniert diese Besetzungen und wird von den Außenministern der Mitgliedsstaaten gebildet. Ein Mitgliedsstaat übernimmt für sechs Monate die Präsidentschaft. Wenn nicht anders festgelegt werden Abstimmungen durch eine einfache Mehrheit (jedes Land eine Stimme) durchgeführt. Meistens wird aber eine qualifizierte Mehrheit oder Einstimmigkeit gefordert. die qualifizierter Mehrheit hat jedes Land je nach Einwohnerzahl eine gewisse Anzahl an Stimmen (Deutschland: 29 Stimmen).
Auch in diesem Gremium kann von Gewaltenteilung nicht gesprochen werden, da Minister mit exekutiv Funktionen, legislative Aufgaben übernehmen.
Europäische Komission
Für uns, da wir uns mit Fundraising beschäftigen, ist das wichtigste Gremium die Europäische Komission Die Komission wird von den Mitgliedsstaaten eingesetzt und vom Parlament abgesegnet. Die 25 Mitglieder üben Kontroll-, Initiativ-, und Exekutivfunktionen aus.
Kontrollfunktionen: Wacht über die Einhaltung und Umsetzung der Verträge in Unternehmen und Mitgliedsstaaten.
Initiativfunktionen: Die Kommission hat das alleinige Initiativrecht. Sie macht Vorschläge zur Entwicklung der EU. Somit ist die Kommission die stärkste Institution der EU (Herz,1999, S. 116)
Exekutivfunktionen: Die Kommission ist sozusagen die Exekutive der EU, sie ist für die Umsetzung der Verträge verantwortlich. Sie ist dem Parlament nur eingeschränkt Rechenschaft schuldig und wird nur im Einzelfall vom Ministerrat überwacht. Die Kommission darf Abkommen mit Drittländern aushandeln und hat ein Mandat in der Welthandelsorganisation (WTO).
Europäisches Parlament
Das EU-Parlament ist das einzige direkt demokratisch legitimierte Gremium der EU. Hatte es 1967 zunächst keine Mitbestimmungs- oder Entscheidungsrechte ist es mittlerweile mit Kompetenzen ausgestattet. Das Parlament kann bei vielen Gesetzen zustimmen und Mitentscheiden: in den Bereichen der Beschäftigungspolitik der Verkehrspolitik und weiten Teilen der Sozialpolitik. Dennoch ist seine Zustimmung in einigen Bereichen nicht erforderlich (Agrar- und Steuerpolitik).
Das Parlament kontrolliert alle Organe der EU. Die Kommission kann durch ein Mißtrauensantrag zum Rücktritt gezwungen werden. Das Parlament fordert einen Jahresbericht und entlastet den Haushaltsplan der Kommission. Deutschland stellt 99 Abgeordnete, die Europäische Volkspartei (EVP) hat 268 Sitze und die Sozialdemokratischen Parteien Europas (SPE) haben 200 Stize.
Europäischer Gerichtshof
Der Gerichtshof ist die höchste rechtliche Instanz der Union. Der Europäische Gerichtshof ist zuständig bei Streitigkeiten zwischen Mitgliedsstaaten, den Organen der EU und zwischen Bürgern und der EU.
Weitere Organe
Der Europäische Rechnungshof kontrolliert die Abwicklung der Einnahmen und Ausgaben der EU.
Im Wirtschafts- und Sozialausschuss sind Mitglieder der verschiedensten Interessengruppen vertreten. Arbeitgeber-, Arbeitnehmervertreter und viele Nichtregierungsorganisationen.
Der Ausschuß der Regionen vertritt die Regionen und Städte der EU.
Sozial- und Regionalpolitik der EU und Nationale Beihilfen
Die Europäische Union hat das Ziel „durch die Errichtung eines Gemeinsamen Marktes und einer Wirtschafts- und Währungsunion (…) ein hohes Beschäftigungsniveau und ein hohes Maß an sozialem Schutz, die Gleichstellung von Männern und Frauen, (…) ein hohes Maß an Umweltschutz. (…) die Hebung der Lebensqualität, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt und die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten zu fördern“ (Art. 2 EGV). Aus diesem Grund stellt die EU nicht nur den freien Warenverkehr und freie Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Unternehmen in den Mitgliedsstaaten sicher, sondern versucht auch gleiche Lebensbedingungen für alle zu schaffen.
Dies versucht sie durch eine Regionalpolitik in der sie benachteiligte Regionen unterstützt.
Das Grundprinzip der Regionalpolitik ist die nationalen Förderpolitiken zu koordinieren und Transferleistungen an rückständige Regionen zu leisten. Für dies gibt es die Strukturfonds, in denen verschiedene Ziel-Gebiete gefördert werden.
Gemäß Artikel 87 Europäischer Gemeinschaftsvertrag (EGV) sind allerdings Beihilfen jeglicher Art mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbar so weit sie den Handel mit den Mitgliedsstaaten beeinflussen. Absätze 2 und 3 des Artikels 87 lassen folgende Ausnahmen zu:
Beihilfen sozialer Art an einzelne, ohne Diskriminierung nach Herkunft
Beihilfen zur Beseitigung von Schäden durch Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Ereignissen
Beihilfen für die Wirtschaft in bestimmten Gebieten, soweit Ausgleich der wirtschaftlichen Nachteile erforderlich sind
Förderung wichtiger Vorhaben von europäischen Interesse oder beachtlichen Störung im Wirtschaftsleben
Förderung gewisser Wirtschaftszweige
Kultur und Erhalt von Kulturellem Erbe
Außerdem sind Beihilfen möglich, wenn der EU-Rat mit qualifizierter Mehrheit für ein Vorhaben eintritt und der Vorschlag aus der Komission kam. Staatliche Unterstützung wird also als politisches Instrument akzeptiert wo die Kommission eine Förderung anstrebt, somit ist es politisches Ermessen, wann Beihilfen akzeptiert werden.
Föderarten
Die EU bietet eine Reihe von Förderprogrammen. Es gibt die Strukturfonds, Gemeinschaftsinitiativen (GI), Förderprogramme im Bereich der Bildung, Jugendarbeit und der Kultur.
Bei den Strukturfonds ist für uns der Europäische Sozialfonds (ESF) und der Europäische Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) von Bedeutung. Desweiteren gibt es noch den Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL – Entwicklung des Ländlichen Raums, Fördermaßnahmen für Landwirte und Marktorganisation), Finanzinstrument für die Ausrichtung der Fischerei (FIAF) sowie Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).
Generell werden die Strukturfonds nach drei Ziel Gebieten gefördert.
ESF-FördergebieteZiel 1-Gebiete (rot): Dies sind Regionen, die wirtschaftlich deutlich hinter dem EU-Durchschnitt zurückbleiben, deren Bruttoinlandsproduktes (BIP) pro Kopf weniger als 75 % des EU-Gesamtdurchschnitt ausmacht. In Deutschland sind dies in der laufenden Förderperiode die fünf neuen Bundesländer sowie Berlin-Ost.
Ziel 2-Gebiete (blau/grün): Ziel 2-Regionen sind die erhebliche Anpassungsprobleme haben, z.B. ehemalige Kohle- oder Stahlreviere, oder ländlich geprägte Gebiete die nur wenige Arbeitsplätze verfügen. Unterstützt wird die wirtschaftliche und soziale Umstellung dieser Gebiete.
Ziel 3-Gebiete (sowohl weiß als auch blau/grün): Dies sind alle Regionen, die nicht Ziel 1 sind, jedoch eine Förderung der Beschäftigung und Anpassung der Bildungs- und Ausbildungssysteme benötigen.
Bund und Länder haben Einheitliche Programmplanungsdokumente (EPPD) für Ziel 2 und Ziel 3 Gebiete und Operationelle Programme (OP) geschaffen, die die Maßnahmen von ESF und EFRE detailliert beschreiben und je nach Region andere Anforderungen und Problemstellungen, sowie das genaue Vergabeverfahren und die Mittelanteile beinhaltet.
Diese Dokumente wurden von der Kommission genehmigt und sind seitdem die Grundlage von jeder ESF oder EFRE Förderung in Deutschland.
195 Mrd. Euro, das sind 94% der EU-Fördermittel, stehen im Zeitraum von 2000 – 2006 für Strukturfondsmittel zur Verfügung, davon ca. 30 Mrd. Euro für Deutschland. Bund und Länder müssen je nach Ziel-Gebiet 25% – 50% durch eigene Mittel erhöhen.

Europäischer Sozialfonds
Der Europäische Sozialfond ist das beschäftigungspolitische Instrument der EU. Er fördert die Eingliederung von Arbeitslosen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen, vorallem durch die Finanzierung von Ausbildungsmaßnahmen. Projekte werden in sechs Bereichen gefördert:
A.Entwicklung und Förderung aktiver Arbeitsmarktpolitken
B.Förderung der Chancengleichheit
C.Förderung und Verbesserung der beruflichen Bildung
D.Förderung von qualifizierten, ausgebildeten und anpassungsfähigen Arbeitskräften
E.Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs von Frauen am Arbeitsmarkt
F. Kleinprojekten die die Beschäftigungsfähigkeit und die lokale/soziale Entwicklung fördern
Hamburg gilt bein ESF als Ziel-3 Gebiet, die Lawaetz-Stiftung führt im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg die Beratung für den Europäischen Sozialfonds durch.
Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung
Unterstützt Investitionen zur Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen zugunsten von Unternehmen sowie lokalen Entwicklungsprojekten. In Deutschland wird in Ost-Deutschland als Ziel-1 Gebiet die Infrastruktur gefördert. In Hamburg wird St. Pauli als Ziel-2 Gebiet gefördert. Rund 50% (6000 Mio. Euro) stellt der Europäische Fonds zur Verfügung. Ziel ist die Fördrung von unternehmerischen Aktivitäten und deren Grundlagen zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, sowie technische Hilfe.

Gemeinschaftsinitiativen
Gemeinschaftsinitiativen werden ausschließlich von der Kommission ins Leben gerufen und sind Länder übergreifend. Die Verwaltung und Vergabe der Mittel erfolgt allerdings auf nationaler Ebene (dh. Bund, Länder und Kommunen). Diese Programme wurden von 15 auf 4 reduziert.
Es gibt folgende Gemeinschaftsinitiativen:
LEADER – Sozioökonomische Entwicklung ländlicher Gebiete
EQUAL – Entwicklung neuer Methoden zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten im Arbeitsmarkt
INTERREG – Förderung grenzübergreifender, transnationaler und interregionaler Zusammenarbeit
URBAN – Wirtschaftliche und soziale Wiederbelebung der Städte und Stadtrandgebiete
10 Mrd. Euro, davon 1,53 Mrd. Euro für Deutschland (EQUAL 484 Mio., INTERREG 737 Mio., URBAN 140 Mio.), sind für die Gemeinschaftsinitiativen vorgesehen.
Für Deutschland gibt es die Programme INTERREG III B – Ostseeraum, Nordwesteuropa und Nordseeraum.
Förderprogramme (Jugend, Bildung und Kultur)
Zahlreiche Förderprogramme existieren für die Bereiche Jugend, Bildung und Kultur. Einige wichtige nenne ich hier kurz (Zahlen sind pro Programm für vier bis fünf Jahre in Euro):
Aktionsprogramm m Bereich der Öffentlichen Gesundheit (300 Mio): Förderung von Massnahmen zur Verbesserung der Gesundheit, Schutz vor Erkrankungen, Beseitigung von Ursachen für Erkrankungen.
Bekämpfung und Vermeidung von Diskriminierung (98,4 Mio): Förderung des Informations- und Erfahrungstauschs bei der Bekämpfung von Diskriminierung.
JUGEND (520 Mio): Förderung des Jugendaustauschs, der Freiwilligenarbeit und Jugendinitiativen
KULTUR: Förderung des kulturellen Dialogs, Verbreitung der Kultur und des Kulturerbes, der Mobilität von Künstlern.
LEONARDO DA VINCI (1,15 Mrd.): Förderung der Grenzüberschreitenden Mobilität
LIFE (317 Mio): Förderung natürlicher Lebensräume und die Entwicklung umweltschonender Technologien
SOKRATES (1,55 Mrd.): Förderung der Allgemeinbildung auf unterschiedlichen Ebenen (Schule, Universität, Bildungsbehörden ua.) und verschiedenen Bereichen (Erwachsenenbildung, Fernlehre, offener Unterricht ua.). Förderung der Chancengleichheit und des transnationalen Zugangs zu Bildung. Umfasst auch Erasmus (Auslandsstudium) und Comenius (Schulbildung).
Eine gute Auflistung der Projekte und deren Bedingungen und Ansprechpartner gibt es unter http://www.europa-foerdert-kultur.info und http://www.eurodesk.org.
Europäische Investitionsbank und -fonds
Die Europäische Investitionsbank und der Europäische Investitionsfonds geben Gründungs- und Investitionsdarlehen für kleine und mittlere Unternehmen, zu günstigen Konditionen. Die Mittel werden an nationale Banken weitergegeben und können dort beantragt werden.
Anforderungen und Plannung eines EU-Projektes
Inhaltliche Anforderungen:
Helle Becker und Dietrich Rometsch schreiben in der Broschüre der Bank für Sozialwirtschaft über die Anforderungen eines EU-Projektes: „Der verlangte „Europäische Mehrwert“ eines Projektes muss aus der Zielsetzung (…) hervorgehen“ (Becker/Rometsch,2001,S.28). Das heißt das die aktuellen Ziele der EU gewußt und genutzt werden müssen. Oftmals werden transnationale Projekte gefördert, die dann eine echte Kooperation aus anderen Mitgliedsstaaten verlangen.
Oftmals werden andere Partner oder Berater gewünscht und gefordert. Das Projekt sollte etwas innovatives bieten, beispielhaft sein und Akuente setzen. Schließlich ist es wichtig die Zielgruppe des Projektes genau zu definieren und deren Beteiligung zu erläutern.
Formale Anforderungen:
Nur Antragsberechtigte dürfen die Antragsstellung vornehmen – es gibt Förderberechtigte die bezuscusst werden können, aber nicht den Antrag stellen dürfen (z.B. ein Träger und Antragsteller sind dessen Jugendliche). Wichtig ist eine Mischfinanzierung zu organisieren und im Antrag darzustellen, da die meisten Projekte nur Teilfinanziert werden. Ein Projekt ist nicht auf Dauer angelegt, das Projekt muß auf die Förderdauer zugeschnitten sein und nach der Förderung Ergebnisse vorweisen.
Plannung eines Projekts:
1.Eine Projektidee wird geboren
2.Die aktuellen Förderprogramme ansehen (www.eurodesk.org) und erste Überschneidungen suchen
3.Ein oder zwei Programme aussuchen, die besonders gut zur Idee passen
4.Systematisch alle Voraussetzungen prüfen, wie z.B. Fristen, Fördergegenstand, Empfänger der Zuschussmittel, länderübergreifende Kooperation usw.
5.Aus der Projektidee die schriftliche Skizze eines Projekts erstellen, das in das gewählte Förderprogramm passt
6.PotentielleKooperationspartner ansprechen, um deren Interesse festzustellen
7.Kontakt mit der Einrichtung aufnehmen, die das Programm betreut, um aktuelle Unterlagen zu bekommen und Details über tatsächliche Vergabepraxis zu erfahren
8.Überlegen externe Beratung für die Projektentwicklung in Anspruch zu nehmen
9.Gegebenenfalls mit Kooperationspartnern, eine ausführliche Projektbeschreibung ausarbeiten
10.Antrag stellen. Viel Erfolg!
(Die 10 Punkte verändert von http://www.socialnet.de/materialien/0206eu_pag.html entnommen)
Vergabeverfahren
Es gibt zwei verschiedene Verfahren bei der Vergabe von EU-Fördermitteln:
1.Vergabe über die nationalen Behörden vor Ort
Bei den Strukturfondsmitteln müssen die Länder durch Eigenanteil die Projekte Kofinanzieren, darum wird hier ein umständliches Verfahren angewendet, damit die Programme gemeinsam erarbeitet werden:
Kommission und Mitgliedsstaaten erstellen eine Liste der Fördergebiete im Rahmen von Ziel 1 & Ziel 2. Innerhalb von 4 Monaten nach Konsultation der Lokal- und Regionalbehörden sowie der Sozial- und Wirtschaftspartner legen die Mitgliedstaaten der Komission Entwicklungspläne & Bezugsrahmen für Ziel 3 vor.
Die Kommission prüft die Entwicklungspläne auf Vereinbarkeit mit den Zielen der Strukturfonds- und ESF-Verordnungen, den Nationalen Aktionsplänen für Beschäftigung und dem Bezugsrahmen für Ziel 3.
Die Mitgliedsstaaten legen der Kommission ein Gemeinschaftliches Förderkonzept (GFK – für Ziel 1) und Einheitliche Programmplanungsdokumente (EPPD – für Ziel 2) vor. Die Mitgliedsstaaten verhandeln mit der Kommission über das GFK und den EPPD.
Nach der Genehmigung der GFK/OP/EPPD durch die Kommission informieren die Verwaltungsstellen potentielle Projektträger und starten einen Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen. Die Verwaltungsstellen wählen Projekte aus, genehmigen und überwachen sie (aus http://ec.europa.eu/employment_social/esf2000/flowchart_de.html entnommen und verändert).
Verwaltungsstellen können vom jeweiligen Bundesland beauftragte Dienstleister oder Behörden sein. Die Sozial-, Arbeits- oder Wirtschaftsministerien in den Ländern geben Auskunft, ob sie sebst oder welche Stelle zuständig ist.
2.Vergabe über den EU-Haushalt, die Komissonsverwaltung in Brüssel oder Nationale Agenturen:
Förderprogramme werden direkt von der EU-Kommission ins Leben gerufen – hier muss die Kofinanzierung über Eigenmittel geschehen. Die Komission beauftragt die Mitgliedsstaaten die Verwaltung zu übernehmen, diese wiederum rufen Nationale Agenturen oder Koordinierungsstellen ins Leben. Die meisten Fördergelder muss man daher nicht direkt bei der Komission sondern in diesen Agenturen beantragen. Die EU-Kommission gibt aber Auskunft an wen man sich wenden sollte.
Beispielantrag
Zur Verdeutlichung habe ich als Beispiel einen Antrag im Anhang beigefügt. Hierbei handelt es sich um ein Multiplikatorentraining in Berlin, das ehemalige EIRENE-Freiwilligen zum Aufbau eigener Aktionen in Deutschland befähigen will. Diese Projektidee urde im Mai 2006 im Rahmen des JUGEND-Programmes in der Kategorie: Aktion 3 – Jugendinitiativen von Wolfgang Stuppert, Michael Eichholz, Therese Ramolla, Dorothee Storcks, Julian Gröger und mir ausgearbeitet. Zum 06.06. wurde uns statt gegeben und uns werden 7500 Euro zur Verfügung gestellt.

Anhang wird auf Anfrage per Email zugeschickt 
Literatur- und Quellenverzeichnis
Literatur:
Becker, Dr. Helle / Rometsch, Dr. Dietrich: EU-Förderung für die Sozialwirtschaft, Köln 2001
Böhm, Wolfgang / Otmar Lahodynsky: EU for you! So funktioniert die Europäische Union, Wien 2005
Herz, Dietmar (Hrsg.): Europäische Union. Politik, Recht, Wirtschaft., Frankfurt/Main 1999
Stähr, Hans-Christoph: Euro-Lexikon 2004: Rund um die Europäische Union, Bonn 2004
Weidenfels, Werner / Wessels, Werner (Hrsg.): Europa von A bis Z, Bonn 2002

Internetquellen:
Subventionsberater http://www.subventionsberater.de/ letzter Zugriff am 06.06.06
Europäisches Jugendforum der EU http://europa.eu.int/youth/index.cfm?l_id=de letzter Zugriff am 06.06.06
Webforum Jugend – Nationale Agentur für das Programm JUGEND http://www.webforum-jugend.de/ letzter Zugriff am 06.06.06
Europäische Kommission – Europäischer Sozialfonds und http://ec.europa.eu/employment_social/esf2000/flowchart_de.html letzter Zugriff am 06.06.06
Europäische Kommission – Regionalpolitik http://ec.europa.eu/comm/regional_policy/index_de.htm letzter Zugriff am 06.06.06
Datenbank Internationale Jugendarbeit http://www.dija.de/ letzter Zugriff am 06.06.06
Europäische Informations- und Verlagsgesellschaft http://www.europa-kontakt.de/ letzter Zugriff am 06.06.06
Lawaetz-Stiftung: ESF in Hamburg http://www.esf-hamburg.de/ letzter Zugriff am 06.06.06
Kulturpolitische Gesellschaft – Europa fördert Kultur http://www.europa-foerdert-kultur.info/index.php letzter Zugriff am 06.06.06
Bundesministerium für Arbeit und Soziales – ESF http://www.bmas.bund.de/BMAS/Navigation/Europa-International/Europa/Europaeischer letzter Zugriff am 06.06.06
Sozialnet – Materialien zur EU-Förderung http://www.socialnet.de/materialien/0206eu_pag.html letzter Zugriff am 06.06.06
Youth for enterprises e.V. http://www.youth2002.de/Home.htm letzter Zugriff am 06.06.06
Internationaler Jugendaustausch- und Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) e.V. http://www.contact-eurodesk.de/ letzter Zugriff am 06.06.06
Europäisches Informationszentrum http://www.eurodesk.de/ letzter Zugriff am 06.06.06
Europäisches Informationszentrum (Englisch) http://www.eurodesk.org:8080/edesk/Infocentre.do?go=2 letzter Zugriff am 06.06.06

Bildquellen:
Bild 1: Böhm, Wolfgang / Othmer Lahodynsky: EU for YOU, Wien 2005, Seite 16 (modifiziert)
Bild 2: Der ESF 2000 – 2006 Deutschland. (Broschüre Hrsg. EU)

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