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	<title>adigwe.de &#187; Rundbriefe</title>
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		<title>Die Zeit verinnt wie im Fluge &#8211; Rundbrief Nr.7</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2003 18:13:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[10. November 2003 Andreas Adigwe Pilot Liebe Freunde und Unterstützer, wieder sehr viel später als geplannt, schreibe ich meinen neuen Rundbrief. In den letzten sechs Monaten ist sehr viel passiert, nach meinem Besuch in Deutschland erschien ein Artikel im Göttinger Tageblatt, der auf große Resonanz traf, darauf fingen in Rumänien die Schulferien an und unser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />10. November 2003<br />
Andreas Adigwe Pilot</p>
<p>Liebe Freunde und Unterstützer,<br />
wieder sehr viel später als geplannt, schreibe ich meinen neuen Rundbrief.<br />
In den letzten sechs Monaten ist sehr viel passiert, nach meinem Besuch in Deutschland erschien ein Artikel im Göttinger Tageblatt, der auf große Resonanz traf, darauf fingen in Rumänien die Schulferien an und unser Projekt fuhr ans Meer. Danach hies es 3 Wochen Ferien für mich, die ich mit zwei Freunden aus Deutschland verbrachte.<br />
Nun bin ich wieder zurueck in Bukarest und mit dem Schulanfang kehrte der Alltag wieder ein. Alltag heisst Arbeit von 8:00 &#8211; 16:00 Uhr jeden Tag und dann ist der Nachmittag mit vielen anderen Dingen vollgestopft, die sponntan auf einen zukommen, so dass jede Woche immer stressig und etwas besonderes ist. Doch die Zeit läuft davon und ich möchte noch so viel tun. Dafür freue ich mich in 3 Monaten wieder meine Eltern und Geschwister und meine Freunde wiederzusehen.<br />
Aber nun einiges aus der letzten Zeit etwas detailierter:</p>
<p>Freizeit am Meer<br />
Für vier Tage fuhren wir 3 Kollegen, 15 Kinder und Johannes, ein Freund aus Deutschland nach Eforie Sud, ans schwarze Meer. Viele Spiele und Diskusionen haben wir mit den Kindern durchgefuehrt. Wettbewerbe, Puppentheater, Stehgreiftheater und ein Disco besuch und ein Schlambad dienten der Unterhaltung. Der schwarze Schlamm, den man sich auf dem ganzen Koerper einreibt, ist uebrigens beruehmt und soll gegen Rheuma helfen.<br />
Es war eine wunderschöne Zeit mit viel Sonne und in der die Kinder viel neues Erlebten, es war schön einmal länger mit ihnen zusammen zu sein.</p>
<p>Kerzen giessen<br />
Eine besondere Aktion haben wir vor ein paar Wochen unternommen. Auf Einladung des Projekts Strassenengel haben wir Kerzen gegossen.<br />
Unter Anleitung der Jugendlichen des Projekts haben die Kinder wunderschoene Kerzen gegossen, die sie stolz mit nach Hause tragen durften. Ein koestliches Mahl beendete dann den Tag, den ich jeweils mit beiden Schulen durchfuehren durfte. Über eine weitere Zusammenarbeit wird nun sogar Nachgedacht.<br />
Strassenengel ist ein Projekt, das von einem Deutschen gegründet wurde und Jugendlichen ohne Schulabschluss hilft, in dem es ein Zuhause und eine sinnvolle Beschäftigung, nähmlich das Kerzen giessen, bietet. Die Jugendlichen werden von einer Sozialarbeiterin begleitet und versucht wieder integriert zu werden. Die Kerzen, auf Basaren in Deutschland verkauft, finanzieren einen Teil des Projekts.<br />
Für Jugendliche, die nicht mehr in einen normales Arbeitsverhältnis eingegliedert werden können, soll nun ein zweites Haus eröffnet werden. Für weitere Informationen kann man sich in auf <a HREF="http://www.strassenengel.de" TARGET="_blank">www.strassenengel.de</a> in den Newsletter eintragen &#8211; es lohnt sich!</p>
<p>Ionut Prothesen<br />
Wie ich im Tageblatt und in meinen Rundbriefen erzählt hatte, hatte ich versucht für Ionut Prothesen Geld zu sammeln. Der Betrag für die Materialien aus dem Ausland wollte der Staat nicht übernehmen. Mittlerweile hat sich das aber geändert und die ganzen Kosten werden übernommen. Das kommt überraschend und ist eine grosse Erleichterung. 250 Euro hatte ich zu diesem Zeitpunkt, wenn gewünscht werde ich sie zurück überweisen. Viel lieber aber würde ich damit mit der Fussballliga eine Freizeit in den Bergen mit anschliesendem Tunier veranstalten. 10 Organisationen werden daran beteiligt sein mit 100 Kindern und so würde ich da nur einen kleinen Beitrag beisteuern. Bis jetzt ist dieses Projekt aber nur in den Köpfen.<br />
Ionut wird in den nächsten Wochen seine Prothesen bekommen und ich werde euch über den weiteren Verlauf berichten.</p>
<p>Mein Englischunterricht<br />
Viermal in der Woche gebe ich nun wieder regelmässig Englischunterricht. Die grossen Kinder machen ganz gute Fortschritte, allerdings sind die Kinder alle auf unterschiedlichen Nivau, so dass die einen sich teilweise langweilen und andere nicht hinterher kommen, das Versuche ich aber durch viele Kreativaufgaben zu vermeiden. Bei den kleinen Kindern muss ich nach einer Woche oft wieder von vorn anfangen, weil sie sich einfach die Vokabeln nicht merken können. Da ich das ja auch aus meiner Schulzeit noch kenne habe ich dafür Verständnis, aber es ist doch oft sehr nervig. Ich hoffe das sie zum Ende meiner Zeit wenigstens die doch öfters erscheinenden ausländischen Gästen begrüssen können und mit ihnen ein paar Worte wechseln können.<br />
(Wäre dann ja auch etwas leichter für mein Nachfolger <img src='http://adigwe.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  )</p>
<p>Neues aus Fussballliga<br />
Nachdem wir in der letzten Saison mit dem zweiten Platz und einem Pokal nach Hause gehen konnten sind die guten Spieler alle zu alt für die Liga, so dass sie nun in einer älteren Klasse mitspielen. Die neuen Kinder die frisch ins Projekt gekommen sind bilden nun eine neue Mannschaft, so dass ich nun zwei Tage in der Woche Fussballtraining mache. Die letzten vier Wochen habe ich sie alleine trainiert und diese Zeit mit einem Freundschaftsspiel gegen eine andere Organisation mit 6:2 erfolgreich abgeschlossen<br />
Die neue Saison beginnt am kommenden Samstag mit einem neuen System. Wir werden an diesem Samstag gegen alle teilnehmenden Mannschaften in einem Tunier spielen. Weitere Tuniere folgen und wer am Ende die meisten Tuniere gewinnt geht dann als Sieger hervor – das werde ich nicht mehr Erleben!</p>
<p>Weihnachtszeit<br />
Nun beginnt wieder die Weihnachtszeit und in beiden Zentren wird fleissig für die alljährliche grosse Weihnachtsfeier geprobt. Im letzten Jahr hatte ich das Theaterstück beigesteuert, in diesem Jahr singe ich mit den Kindern zusammmen im Chor. Den nun kann ich die romänischen Texte verstehen und schneller und besser Auswendig lernen. Wie im letzten Jahr werden die Kinder von Haus zu Haus ziehen und Weihnachtslieder singen im diesem Jahr werde ich mich anschliessen.<br />
Obwohl ich mich sechs Monate mich kaum noch in Deutschland gemeldet habe, freue ich mich dass die Bereitschaft da ist wieder die Paketaktion zu Weihnachten durch zu führen. Ganz besonders danke ich Marcus Meissner, der wieder die Organisation übernimmt. Wie im letzten Jahr bekommt jedes Kind ein Schuhkarton, das von einer Person in Deutschland gepackt wird. In diesem Paket sollten Spielsachen, Hygenemittel und andere Dinge enthalten sein.<br />
Wer sich beteiligen möchte sollte sich Marcus Meissner oder an mich wenden.</p>
<p>Schlägertypen?<br />
Schlagen und Geschlagen werden gehört bei den Kindern im Ghetto zum Alltag, sei es von den Eltern, den Mitschülern oder den großen Jungs vom Viertel. Oft hört man das sie sich mal wieder zusammen rotten um jemanden zu verprügeln für viele ist das schon ein Hobby geworden. Vor ein paar Tagen aber kam Cristi, ein 11 jähriger Junge, der viel vom Projekt gelernt hat, zu mir und erzaehlte mir, dass er von einem Mädchen ohne Grund geschlagen werde und was er den zu tun hätte. Er war verzweifelt, weil er doch nicht zurückschlagen wollte. Vor den allen anderen Kindern lies er sich blossstellen, weil er von einem Mädchen sich schlagen lies. Es ist schön solche Veränderungen an den Kinder zu sehen. Darauf traf ich den Bruder eines Kindes auf der Strasse mit Krazern im Gesicht. “Was machst du hier” – “Ach, ich schlag mich mit ein paar Kindern” entgegnete er mir gelassen.<br />
Ein anderes Mal, kam Paul, ein Junge von 12 Jahren, auf mich zu und erzählte mir er haette letzte Nacht folgenden Traum: Er hätte in der Kueche Hausaufgaben gemacht, als der Vater von ihm seine Mutter und seine Schwester verpruegelt haette. Mit einemal stand ich in der Tuer und haette das alles gesehen, aber wusste nichts zu machen.</p>
<p>Veraenderungen im nächsten Jahr im Projekt<br />
Das Projekt wird sich zum naechsten Jahr noch mehr mit den Eltern beschaeftigen, so dass Gewalt, Alkohol und andere Drogensuechtigkeit, Arbeitslosigkeit, Hygiene usw. in Familien mit den Eltern diskutiert werden kann und auch auf der Familienebene etwas erreicht werden kann. Die Eltern sollen auch Nachmittage zusammen mit den Kindern im Zentrum verbringen.<br />
Das Programm jedes Kindes wird von 6 Monaten auf ein Jahr erhoeht um laenger die Entwicklung der Kinder zu folgen.<br />
Ich halte diese Veraenderungen fuer sehr sinnvoll und bin weiterhin von dem Projekt und dem Team begeistert. Im Moment wird wieder dafuer einen Traeger gesucht.<br />
Nachfolger von meinem Projekt wird fuer 3 Monate Nora, die als Praktikum die Zeit “ueberbrueckt” bis im Sommer wieder ein Freiwilliger von Eirene kommt.</p>
<p>Nun, dann hoffe ich euch wieder endlich mal einen kleinen Einblick gewährt zu haben. Ich bin wie immer für jede Fragen offen und freue mich auf eure Meinung zu dieser Rundmail. Geht auf meine Homepage und schaut euch die Fotos an und tragt euch ins Gästebuch. Denkt und betet für mich und dem Projekt, eure Mitarbeit war und ist super wichtig und gibt mir die Kraft.<br />
Danke und liebe Gruesse,<br />
Euer Andreas Adigwe Pilot.</p>
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		<title>Halbzeit! &#8211; Rundbrief Nr.6</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Apr 2003 18:11:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rundbriefe]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Unterstützer und Freunde, Waehrend andere jetzt ihren Zivildienst oder Militaerdienst schon abgeschlossen haben, ist fuer mich nun erst Halbzeit. Diese Halbzeit kommt gerade richtig. Das Wetter hat sich endlich gewendet und der Sommer (mit jetzt 35 Grad) bricht an &#8211; ein Zeichen fuer eine neue gute Zeit. Seit dem Zwischenseminar habe ich mit woechendlicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />Liebe Unterstützer und Freunde,<br />
Waehrend andere jetzt ihren Zivildienst oder Militaerdienst schon abgeschlossen haben, ist fuer mich nun erst Halbzeit. Diese Halbzeit kommt gerade richtig. Das Wetter hat sich endlich gewendet und der Sommer (mit jetzt 35 Grad) bricht an &#8211; ein Zeichen fuer eine neue gute Zeit.<br />
Seit dem Zwischenseminar habe ich mit woechendlicher Arbeit, eine gewisse Pause eingeleg und mit unterschiedlichen Leuten (Zwischenseminar, Familienbesuch, Osterferien) Ferien gehabt.<br />
Nach dem 5. Mai beginnt dann fuer mich ein neuer Abschnitt. Dank dieser &#8220;Pausen&#8221; habe ich nun ein gutes Gefuehl von neuem durchzustarten. Die naechsten 9 Monate sehen gut aus.</p>
<p>Inhalt<br />
1. Die Fussballliga<br />
2. Mein jetziger Wochenplan<br />
3. Einzelschicksale und -erlebnisse<br />
3.1 Meine Lerngruppe<br />
3.2 Ausflug an den &#8220;Geburtsort Rumaeniens&#8221;<br />
3.3 Krankenhaus<br />
3.4 Der Tod von Daniels Mutter<br />
3.5 Danut</p>
<p>01. Fussballliga<br />
Apropros Halbzeit: Seit der Halbzeit der Fussballliga hat unsere Mannschaft kein einziges Mal verloren &#8211; im Gegenteil &#8211; mit 30:1 und 8:1 sieht es so aus, als ob die Mannschaft sich richtig gut geformt hat und durch das woechendliche Training unschlagbar geworden ist. Dennoch sind wir immer noch auf Platz zwei, aber wir arbeiten hart daran erster zu werden. Die Stimmung ist gut und Fussball ist fast zum einzigen Gespraechsthema geworden.</p>
<p>02. Mein jetziger Wochenplan<br />
Seit einem Monat kann ich nun wieder in beiden Tageszentren arbeiten, da in der einen Schule eine neue Kollegin gefunden wurde und ich nun nicht mehr aushelfen muss. Dadurch kann ich nun meine Aktivitaeten zweimal durchfuehren und spare somit Zeit und Ideen.<br />
Jeden Tag helfe ich zunaechst bei der Hausaufgabenbetreunung. Bei den &#8220;Kleinen&#8221; habe ich bestimmte Kinder mit denen ich die Zahlen und, Buchstaben oder das Einmaleins beibringe. Hier habe ich Freiraum, so dass ich viele eigene Ideen einbringen kann, damit die Kinder kreativ werden und nicht genervt, abgelenkt oder gelangweilt sind. Malen nach Zahlen mit Rechenaufgaben ist z.B. so eine Idee oder, mit Boegen und Kreisen Bilder ausmalen eine andere und, und, und&#8230;<br />
Danach wird Essen gemacht. Jedes Kind ist einmal an der Reihe die Brote zu schmieren.<br />
Montags kommt eine Psychologin vom Projekt und führt verschiedene Aktivitaeten durch. In dieser Zeit gehe ich meistens mit einigen großen Kindern fuer die naechste Woche in einem Supermarkt (in der Bukarester Mall &#8211; ja so etwas gibt es hier auch) Lebensmittel einkaufen. Sollte noch etwas Zeit sein bringe ich noch ein Jungscharspiel ein.<br />
Dienstags gebe ich Englisch. Wobei ich mit den Resultaten noch nicht ganz zu frieden bin, da ich im Plenum nicht alle auf den gleichen Stand bringen kann und so sehr oft von vorne anfangen muss. Die Kinder vergessen nach einer Woche oft was sie gelernt haben. Dennoch staune ich dann doch wie viel sie behalten haben wenn dann auslaendischer Besuch da ist.<br />
Mittwochs ist bei den großen Kindern Fussballtraining. Oft hat Jean, der erste Trainer &#8211; zu tun, so dass ich es uebernehme die Jungs (und ein Maedchen) zu trainieren.<br />
Donnerstag übernehme ich dann Aktivitaeten in der anderen Schule, die ich vorher schon mit den anderen Kindern durchgeführt habe:. z.B. Spiele basteln, oder Windowcolorbilder machen oder Gruppenspiele spielen.<br />
Freitags bin ich abwechselnd in einer der beiden Schulen. An diesem Tag bin ich einfach untersstuetzend da und kann dann so auch intensivere Gespraeche mit einzelnen Kindern führen.<br />
In der Sommersaison vielleicht auch jeden Sonntag, da wir nun im Freien spielen können und auch noch viele Spiele aufholen müssen.</p>
<p>03. Einzelschicksale und -erlebnisse<br />
3.1 Lerngruppe<br />
Am Anfang bekamm ich die drei schwaechsten Kinder zum Unterrichten. Alle drei konnten weder schreiben noch rechnen. Ioana und Mona hatten noch nie die Schule besucht, Estera war in der 3. Klasse und ist einfach bis dorthin durchgerutscht.<br />
Mona und Iona hatten große Konzentrationsschwierigkeiten und ich musste mir einige Tricks ausdenken, das damit sie geduldiger wurden und sogar Spass an der Sache bekamen.<br />
Estera, ganz anders als in der Schule, war sehr schnell motiviert und ehrgeizig , nach 3. Monaten konnte sie sogar das Einmaleins. Allerdings ging das wohl doch etwas zu schnell, so dass ich vor kurzem noch einmal damit beginnen musste.<br />
Mona rutschte, leider schon nach 4 Monaten ab und blieb dem Projekt fern. Sie hielt sich in der Metro zum betteln auf, bis sie dort schliesslich eine Gruppe fand und kam nie wieder zurueck. Ich traf sie vorkurzem in dem Haeuserblock (wenn man diese Behausung noch so nennen darf) &#8211; Mona hat sich ihre Haare abgeschorren und sieht nun sehr Jungen haft aus.<br />
Iona blieb fern, als ihre Mutter schwer erkrankte und sie kein Zuhause mehr fanden. Der Vater will sie und ihren Bruder Daniel (von dem berichte ich spaeter) nichts zu tun haben. Nun ist die Mutter am Krebs gestorben und Iona bleibt zunaechst bei einer anderen Familie aus dem Projekt.<br />
Estera hat nun die 6 Monate, die man im Projekt bleiben darf beendet. Sie darf nur noch einmal die Woche fuer zwei Monate kommen. Es ist Schade, aber dieses Projekt ist nur fuer eine kurze Zeit ausgelegt &#8211; so können mehr Kinder davon profitieren.<br />
So mit habe ich nun zwei neue Brueder uebernommen, die beide obwohl sie zur Schule gehen, trotzdem von Anfang an alles beigebracht bekommen muessen. Ich bin gespannt wie die beiden sich entwickeln.</p>
<p>3.2 Ausflug an den &#8220;Geburtsort Rumaeniens&#8221;<br />
Am 29. Maerz fuhren wir nach Targoviste, der Ort an dem die drei Fuerstentuemer zu dem Staat Rumaenien zusammengefuehrt worden sind Schon die Fahrt war der Ausflug! Singen zu Gitarre und Cassette brachte eine riesen Stimmung im Bus.<br />
In Targoviste haben wir die Schossruine mit dem wiedererbauten Turm besichtigt und viel dazu erklärt bekommen. Anschließend besuchten wir noch ein Kloster und kehrten danach in ein Restaurant ein. Zu guter letzt tobten sich die Kinder im Park aus. Unter anderem veranstalteten wir ein Fussballspiel mit vertauschten Rollen: Die Maedchen spielten gegeneinander und die Jungs feuerten an.<br />
Es war ein gelungener Ausflug: Die Kinder haben hautnah die rumaenische Geschichte erlebt und von ihrer Kultur erfahren von der sie Zuhause nichts zu hoeren bekommen. Ich habe als Kind viele Solche historischen Plaetze gesehen hatte, und hätte es sicherlich langweilig gefunden gehabt, Aber fuer diese Kinder war es das erste Mal und das war etwas besonderes.<br />
Viele Kinder haben auch zum ersten Mal in einem Restaurant gegessen &#8211; so fragte mich ein Maedchen beschaehmt, wie sie die Messer und Gabel zu halten habe. Ich selbst konnte während dieses Ausflugs einmal sehr ungezwungen mit den Kindern zusammen seien und die Beziehungen zu ihnen noch enger knuepfen.<br />
Da bei der Weinachtspaketaktion ein kleiner Überschuss übrig geblieben ist haben wir diesen Betrag für die Finanzierung dieses Ausflugs verwendet. Vielen Dank noch mal an alle die zum Gelingen der Paketaktion und des Ausflugs beigetragen haben.</p>
<p>3.3 Krankenhaus<br />
In der letzen Zeit waren zwei Kinder im Krankenhaus. Das eine Mädchen hatte nur mir erzaehlt, dass sie Polypen entnommen bekommt. Sie hatte (unbegruendete) Angst Aerger zu bekommen, dass sie fuer die Zeit in der Schule fehlen wuerde. Ich habe sie dann besucht: sie hatte einen ganzen Tag am Fenster auf mich gewartet gehabt! Wie sehr sie sich gefreut hat kann ich nicht beschreiben. Sie lag in Ihrem Krankenzimmer und hatte absolut nichts mit genommen, so dass ich ihr wenigstens einen Block und Stift da lies, die ich zufaellig dabei hatte.<br />
Das andere Maedchen sollte am Enddarm operiert werden, doch daraus wurde leider nichts.: Da sie kein &#8220;Bakschisch&#8221; bezahlte und musste so sehr lange warten und erkrankte im Krankenhaus an einer anderen Krankheit und wurde schließlich entlassen. Nun muss sie spaeter noch einmal hin.<br />
So laeuft das hier oft: Obwohl es eine kostenlose Behandlung fuer Kinder und Rentner gibt, aber unter der Hand muss immer bezahlt werden. Alle in diesem Land Beschweren sich ueber diese Mafiamethoden, gleichzeitig aber freuen sich dann im gleichen Momment, wenn sie selbst durch Bestechung besser gestellt sind als jemand anders.</p>
<p>3.4 Der Tod von Daniels Mutter<br />
Daniel (der Bruder von Iona, von der ich in 3.1 berichtete) war schon immer etwas seltsam. Auch Livia, meine Kollegin, kam nie richtig an ihn heran. Trotzdem war der erste, der mit einer Halskette ankam nachdem er meine gesehen hatte, auch die Haare gelte er sich nicht mehr. Obwohl er sehr anhaenglich war konnte und wusste ich nicht richtig mit ihm zu reden. Er war zu alt fuer die Fussballliga und so versuchte er mich immer wieder zu ueberreden ihn doch noch in die Liga aufzunehmen. Um ihn zu zeigen, dass ich ihn vertraue, leihte ich ihm meine Kamera fuer ein paar Fotos mit seiner Klasse aus.<br />
Als dann seine Mutter erkrankte blieb er ganz vom Projekt fern und kam nur noch zu den Fussballspielen. Man hoerte er wuerde auf der Strasse leben und von einer Wohnung zur anderen ziehen um irgendwo zu schlafen. Einmal fragte er mich ob er fuer sein Kindergeld bei mir zur Untermiete wohnen koennte.<br />
In den Osterferien können alle Kinder zum Projekt erscheinen, so auch Daniel. In der Zwischenzeit war seine Mutter gestorben., Daniel trug eine schwarze Binde um seinen Pullover. Er war sehr traurig konnte es aber nicht so ausdruecken. Was mit Daniel und Iona nun passieren wird weiss ich nicht. Beim Vater duerfen sie sich nicht blicken lassen. und Daniel wird wohl erst einmal weiterhin auf der Strasse bleiben muessen. Iona darf, wie gesagt, bei eine r anderen Familie aus dem Projekt wohnen.<br />
Daniel fehlte schon vorher ein echter Vater, dass nun auch noch seine Mutter fehlt ist schlimm.</p>
<p>3.5 Danut<br />
Danut hatte seine Beine vor mehr als einem Jahr verloren. Er hatte an den Bahngleisen gespielt. Als ein Zug vorbeifuhr, sprang der Junge auf und blieb zwischen den Raedern haengen. Als ich ihn im April auf meiner Projektreise gesehen hatte, war er voellig in sich gekehrt und leise. Als ich im August wieder kam, awar er wieder quicklebendig, machte Handstand und tobte herum. Mittlerweile bin sein Lieblingsspielpartner geworden &#8211; als ich beim Armdruecken verlor (Er hat aber auch Kraft in den Armen!) war es so weit. Nun toben und spielen wir jedes Mal zusammen. Eigentlich wollte ich versuchen für ihn Prothesen aus Deutschland zu organisieren, denn auch wenn er selbst gluecklich ist, wird er spaeter kaum Chancen haben.<br />
Mittlerweile gibt es eine gute und kostengünstige Loesung: das rumaenische Krankensystem wird ihm Prothesen zur Verfuegung stellen, die er hoffentlich bald bekommen wird (Ausgemessen wurde er schon). Die Prothesen werden in Rumaenien hergestellt. Die importierten Rohstoffe muss aber mein Projekt bezahlen. Diese 700 Euro stehen noch aus und ich werde in Deutschland darueber sprechen wollen.</p>
<p>Das wars wieder einmal an Information von meiner Seite, solltet ihr Fragen oder Anmerkungen haben beantworte ich sie gerne. Ich werde diesmal auch schneller antworten &#8211; versprochen. Vom 3. bis zum 17. Juni bin ich in Goettingen und werde euch dann live erzaehlen was ich bis dato gemacht habe und hoffe auf Euer Interesse!. Genaueres gebe ich aber noch spaeter bekannt &#8211; haltet euch die Zeit frei!!<br />
Danke fuer eure Unterstuetzung auf jeglicher Art,<br />
Euer Andreas Adigwe Pilot.</p>
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		<title>Willkommen im Jahr 2003 &#8211; 5. Rundmail</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jan 2003 18:10:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[01. Mein Geburtstag Bevor ich anfange zu erzählen wie die Weihnachtszeit verlaufen ist, möchte ich über zwei Dinge erzählen die vorher passiert sind. Das erste war mein Geburtstag. An zwei Wochenenden habe ich meinen Geburtstag gefeiert, denn am Samstag den 31. November war der Geburtstag von St. Andrej, an dem alle Andreeas, Andrejs und halt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />01. Mein Geburtstag<br />
Bevor ich anfange zu erzählen wie die Weihnachtszeit verlaufen ist, möchte ich über zwei Dinge erzählen die vorher passiert sind. Das erste war mein Geburtstag. An zwei Wochenenden habe ich meinen Geburtstag gefeiert, denn am Samstag den 31. November war der Geburtstag von St. Andrej, an dem alle Andreeas, Andrejs und halt auch Andrease ihren Namenstag gefeiert haben. Dieser Tag wird hier mindestens genauso groß gefeiert wie der richtige Geburtstag. An diesem Tag war kurz im Projekt, wo eine Chorprobe stattfand und wurde stürmisch gratuliert. Am Sonntag dann haben wir dann in meinen Geburtstag in einem Deutschen Brauhaus reingefeiert, das auf bayerisches Volksfest getrimmt ist &#8211; mit live Musikkapelle und so, bevor am Wochenende fast alle Rumänien-Eirenies sich in Bukarest versammelt hatten und wir wieder diese Bayern Kneipe unsicher machten.</p>
<p>02. Fagaras &#8211; Abschied vom Julian<br />
Am Wochenende drauf hieß es dann Abschied nehmen vom Julian, der seinen Dienst in einem Kinderheim für körperlichbehinderte Kinder absolviert hatte. Nach 18 Monaten Arbeit in einem Dorf bei Fagaras ging er nun zurück nach Deutschland. Mit Julian hatte ich in meinen 6 Monaten schon einige Sachen unternommen (Budapest &#8220;Sziget&#8221;, Cluj, Zwischenseminar &#8230;), so war es wirklich schade ihn jetzt schon verabschieden zu müssen. Aber das tat der wunderschönen Abschiedsparty keinen Abbruch.</p>
<p>03. Weihnachtsbräuche in Rumänien<br />
Obwohl es hier kein Advent (also kein Adventskranz oder Adventskalender&#8230;) gibt und Ostern als das viel wichtigere Ereignis des Jahres gilt, gibt es hier natürlich viele zahlreiche Bräuche die es bei uns nicht gibt. Ein wunderschöner Brauch ist das Collinde singen. Üblicherweise gehen Kinder an den Vorweihnachtstagen von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder und bekommen dafür Cosonac (Brezeln/<em>Nachträgliche Anmerkung: Dies war ein totaler Übersetzungsfehler und Missverständnis meinerseits, Cosonac ist eine Art Hefezopf mit Rosinen und manchmal mit Kakaopulver und Lokum, der dem Stollen etwas ähnlich ist &#8211; er ist nur nicht so fest und trocken</em>) und einen Apfel. Mittlerweile gibt man den Kindern (und nicht nur Kindern) aber Geld in die Hand. Im Projekt sind wir (viel zu früh) zum Büro und haben dort Collinde gesungen und Kleinigkeiten bekommen. Auf dem Rückweg haben wir aber nicht mehr aufgehört und im Bus und auf der Straße weitergesungen an zwei Läden gab es sogar Geld dafür. In der U-Bahn ist dieser Brauch des Collinde singen noch etwas anders. Vier oder fünf Männer tanzen hier durch die Waggons mit allem bewaffnet was klappern kann und singen dazu. Vorne dran marschiert ein Mann als Monster verkleidet &#8211; von Kopf bis Fuß in Stoffetzen gehüllt und einen gebastelten Drachenkopf. Zu Weihnachten gibt es traditionell immer Schwein. Die Schweine werden im Hinterhof geschlachtet und zerteilt. In dem Stadtteil wo ich arbeite, habe ich zugeguckt wir ganz plötzlich zwei Männer aus einem Kofferraum eines Dacia (die hiesige Automarke) ein lebendes Schwein rauszerten und dann es mitten auf der Straße töteten. Sie stachen mit dem Messer in den Hals und bewegten es immer hin und her, bis das Blut ausquoll. Die Ohrenbetäubenden Schreie hörte man noch lange. Aber schnell wieder zu etwas liebes und nettes: Den Mistelzweig den man vielleicht aus England kennt gibt es hier auch. Mistelzweige bringen Glück und wenn sich zwei unter dem Mistelzweig treffen müssen sie sich die beiden küssen. Mistelzweige gab es um Weihnachten an jeder Straßenecke zu kaufen, allerdings sind hier die Früchte anders als in England nicht rot sondern weis. Das waren nun natürlich nicht alle Brauche aber so das was mir schnell aufgefallen und mir nun gerade eingefallen ist.</p>
<p>04. Weihnachtsfeier im Projekt<br />
Ein Kind geht um her. Es hat ein sanftes, verträumtes Lächeln. In seiner Hand hält es eine Plastiktüte mit einer unscheinbaren Flüssigkeit, die es immer wieder die Nase bedeckt. Es handelt sich um Aurolac (Klebstoff oder Lacke, die Straßenkinder billig schnüffeln können). Um es herum sitzen zwei weitere Kinder, die am weinen sind. Es ist eine Szene die man hier auf den Straßen öfter sieht, doch diese Kinder sind in Clownverkleidung und stehen auf der Bühne des Französischen Instituts und erzählen pantomimisch dem Publikum und dem anwesendem Fernsehen, wie es wohl hätte zu gehen können mit ihnen. In der letzen Woche vor Weihnachten gab es gleich 3 Weihnachtsfeiern, für die mehr als ein Monat lang geprobt worden war. Zwei waren in den jeweiligen Schulen für Eltern und Lehrern bestimmt. Während besagte für Sponsoren, Persönlichkeiten und Freunde des Projekts bestimmt war. Außerdem Phantome gab es Tänze (zu Weihnachten, Afrikanisch sowie Indianisch) und Weihnachtslieder. Am Ende kam der Weihnachtsmann und überreichte jedem Kind noch eine Kleinigkeit. &#8220;Der Schuster Martin&#8221; das Theaterstück von dem ich berichtete wurde den Eltern vorgeführt, sowie einigen Kindern von Sfantul Stelian (das Projekt von meinem Mitbewohner Wolfgang).</p>
<p>05. Weihnachten in Arad<br />
Es ist der 24. Dezember und ich bin schon 8 Stunden unterwegs. Ich sitze im neusten Schnellzug nach Arad und lese. Ich habe mir mal andere Weihnachten gewünscht, aber das Heiligabend so aussehen würde&#8230; Dadurch das die Fahrpläne im Dezember gewechselt wurden habe ich den früheren Zug verpasst so das ich um 7 Uhr abends Arad erreiche. Aber es ist eigentlich halb so wild, da in Rumänien erst am 25. gefeiert wird. Ich feiere bei Kami, eine deutschsprachige ungarisch-rumänische Studentin, die in Cluj studiert und die ich bei meinem ersten Wochenende in Rumänien kennengelernt hatte. Zusammen mit Kathi (Eirene-Freiwillige in Cluj) und Micki (Studentin in Cluj) wird es eine schöne, lustige Zeit. Denn Gottesdienst in der Orthodoxen Kirche, den man hier 3 Stunden lang im stehen verbringen muß, verpasse ich leider, weil ich nicht früh genug aufstehe. Dafür aber versorgt uns Kamis Mutter mit den ganzen typischen romänischen Essen und zwar übrig und richtig lecker. In den 3 Tagen habe ich damit bestimmt das gesammte kulinarische Programm seviert bekommen. Mittags und abends das feinste Essen, von Sarmale (Krautwickel) über Carnati (Wurst) und Friptura (Schweinebraten) war alles dabei. Anschliessend bin ich mit Kathi für die Tage zwischen Weihnachten und Silvester nach Cluj.</p>
<p>06. Silvester in Bukarest<br />
Wolfgang nannte es &#8220;den Tag der verpassten Chancen&#8221;: Wir, Kathi und ich waren in Bukarest angekommen um die große Bukarester Silvester Nacht zu erleben. Was es wurde war eher eine besinnliche Nacht &#8211; schön aber nicht die erwartete Party. Weil alle Freunde auf etlichen Veranstaltungen verteilt waren, wussten wir nicht wohin wir gehen sollten und haben erst am 31. entschieden bei meiner Kollegin Livia und ihrer Freundin zu feiern. So fuhren wir nun bis ans Ende der Stadt, obwohl wir bei uns vom Balkon die beste Möglichkeit gehabt hätten das Feuerwerkspektakel zu sehen. Dort guckten wir uns die ganzen Veranstaltungen an die ein paar Kilometer von uns hier in Bukarest statt fanden und um zwölf sahen wir von den Feuerwerken nicht viel, da das Fenster des Appartments auf eine Wiese zugeht. Wir entschlossen uns nun zum Piata Revoluti, wenige Minuten von unserer Wohnung, aber eine halbe Stunde Taxifahrt von diesem Block entfernt, zu fahren um dort uns die Open Air Konzerte anzugucken, die dort umsonst zu sehen waren. Leider bekammen wir aber nur noch zwei Lieder der rockigsten Rock Band aus der komunistischen Ära &#8220;Cargo&#8221; mit. Cargo war sehr enttäuschend. Also ging es für uns nun nach Hause &#8211; willkommen im Jahr 2003!!</p>
<p>07. Weihnachtspaketaktion<br />
Am 7. Januar verlassen fast gleichzeitig an zwei Bukarester Schulen in einem sozial schwachen Stadtgebiet 90 Kinder mit Schuhkartons unter dem Arm die Gebäude und sind so richtig glücklich. Sie sind aus der Hausaufgabenbetreung des Projekts F.O.C.. Bis die Schuhkartons ihren Weg nach Rumänien fanden, waren etliche Wochen an Vorbereitung und Arbeit vergangen, worauf die Baptistengemeinde Göttingen stolz sein kann und ich sehr dankbar bin. Angefangen hatte es, als ich in meinen 3. Rundbrief nachgefragt hatte, ob es möglich wäre eine Weihnachtsschuhkartonaktion durchzuführen. Das heißt ein jeder packt ein Schuhkarton für ein Kind aus meinem Projekt. Als ich diese Frage stellte war es aber bereits schon zwei Monate vor Weihnachten. Nun war die Gemeinde dran: von Transportfragen, -kosten über die einzelnen Kartons packen. Ich habe die fleißigen Hände nicht gesehen, aber ich kann mir die Arbeit gut vorstellen. Dann wurden die Pakete nach Frankfurt transportiert und von dort mit einem Busunternehmen nach Bukarest. Und nun waren wir hier an die Reihe. Wie kriegt man die Pakete von der Eurolines Geschäftsstelle ins Projekt, 13 große Umzugskartons? Am 23. Dezember, als die Pakete abzuholen waren, hatten wir, wie es hier oft üblich ist, immer noch keine klare Lösung gefunden. Ein Freund hatte nicht fahren können und so traf ich meinen Kollegen Adrian an jenem Samstagmorgen bei Eurolines, um uns die Pakete anzugucken. Von der Menge überzeugt fuhren wir zurück zum Büro und fragten an der Baustelle daneben, ob der Lastwagenfahrer, der wohl schon einmal für das Projekt gefahren ist, uns die Pakete transportiert. Mit diesem klapprigen Gefährt fuhren wir nun 2 Stunden hin und her und haben die Pakete sicher ins Büro gebracht. Endlich konnte ich mich nun in meine Ferien aufmachen, die die Kinder schon hatten und wir darum die Pakete nicht mehr verteilen konnten und saß nun Heiligabend im Zug nach Arad. Am 6. Januar fing das Projekt wieder an. Mit einer Kollegin zusammen haben wir jedes Paket aufgemacht um die Haltbarkeit zu überprüfen und die Pakete mit Namen der Kinder zu beschriften und auf die zwei Schulen zu verteilen. Am 7. war nun endlich der Tag der Bescherung. Ich hatte die Aufgabe die Kinder der Schule 136 die Geschenke zu überreichen und die Kinder der Schule 134 holten sich die Pakete vom Büro direkt ab. Jede Schule knipste einen Film voll. Wie gelungen die ganze Aktion war sieht man nun die Tage danach. Wie Esterer mit ihrem Taschenrechner um den Hals immer wieder neue Zahlen ausrechnet, wie Nico und Paul auf einem Tisch Tischtennis spielen, wie Gabi seinen Hubschrauber nicht aus der Hand nimmt und im ersten Moment nicht wirklich ansprechbar ist. Wie die ganzen neuen Kartenspiele ausprobiert werden, die nicht Projektbesitz sind sondern nun Eigentum eines Kindes sind. Die Kartons werden als persönliches Fach verwendet wo die Seifen drin sind und all das Spielzeug das in einer winzigen Einzimmerwohnung zu sechst oder zu acht keinen Platz findet. Man sieht wie wichtig es ist, nicht einfach eine Aktion durchzuführen, irgendwohin Sachen zu schenken, sondern das es in einem Projekt eingebettet ist, wo die Kinder aufgehoben sind und auf solche Aktionen aufbauen können. Die Kinder sind sehr dankbar für alles und es werden noch etliche Sachen, per Post, die Gemeinde Göttingen erreichen.</p>
<p>08. Wie geht es nun weiter? &#8211; Pläne für das nächste Jahr<br />
Mit dem neuen Jahr macht man sich Gedanken wie das neue Jahr aussehen sollte, ihr könnt diese Liste auch als Gebetsanliegen sehen:</p>
<p>- Ende Februar wird Wolfgang mich verlassen, damit muss ich mir einen neuen Mitbewohner für die Wohnung suchen, die ich sehr gerne behalten will, zu mal ich der Vermieterin das Versprechen gegeben hatte länger in der Wohnung zu bleiben. Ich habe nun eine Anzeige in der Zeitung aufgeben und hoffe das sich jemand meldet und der richtige in diese Wohnung zieht. (100 Dollar sind für Romänen eine stolze Summe, die nicht jeder aufbringen kann) oder am Ende doch noch nach einer neuen Wohnung umzugucken.</p>
<p>- Obwohl ich es versucht habe, diese Frage untergehen zu lassen, werde ich permanent gefragt: Was macht die Sprache? Ich komme voran, aber sehr langsam. Ich kann mich mit den Kindern über alltägliche Dinge unterhalten, aber mit Erwachsenen und kompliziertere Themen kann ich noch nicht auf Romänisch. Es ist wie zu Schulzeiten &#8211; ich bin zu faul zum lernen und muss die Schuld wieder bei mir sehen. Ende Februar kommt eine Rumänin aus Deutschland zurück, die ihr Deutsch verbessern will, die im Gegenzug mir Romänisch beibringt.</p>
<p>- Von der Gemeinde stehen 150 Euro zur Verfügung und ich muss mit meinen Kollegen überlegen, was ich damit mache. Wir würden sehr gerne einen Ausflug machen und da kann die 150 nur ein Zuschuss sein. Mal sehen, ob sich weitere Möglichkeiten öffnen und wir auch eine geeignete Zeit und einen geeigneten Ort finden.</p>
<p>- Die Kinder wissen das ich mich nicht schlage und fragen warum. Aber ich weiß das es hier nicht wirklich ohne geht und das sie es gewohnt sind, geschlagen zu werden und zu schlagen. Dennoch will ich mir das Ziel setzen, spielerisch den Kindern alternative Konfliktlösungen zubieten. Im Moment habe ich mir darüber noch keinen einzigen Gedanken gemacht, aber ich will es bald in die Tat setzen.</p>
<p>- Es gibt mehrere Projekte, die ich mit Menschen außerhalb von F.O.C. durchführen möchte und hoffe das diese Sachen klappen: Zum einen ist es das Kerzen drehen von dem ich im zweiten Rundbrief berichtete und das ich erst nach Weihnachten durchführen durfte. Mal sehen ob die Straßenengel (so heißt das Projekt) mich nicht vergessen haben. Zum anderen würde ich gerne eine Begnung zwischen meinen Kindern und den Behindertenkindern von Fagaras durchziehen mit der Nachfolgerin von Julian (die ich noch kennenlernen will/muss und nichts von dieser Idee weiß <img src='http://adigwe.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ), nach dem Vorbild von Wolfgang und Julian, die dies im Dezember durchgeführt haben.</p>
<p>- Ich möchte alle Bereiche meiner Organisation kennenlernen und mal besuchen, das beinhaltet ein Projekt, ähnlich dem Projekt, in dem ich jetzt arbeite, hier in Bukarest nur in kleinen Städten und Dörfern und ein Jugendstrafgefängnisprojekt.</p>
<p>- Die Fußballliga muss bald weitergehen und ich möchte auch weiterhin die Mannschaft trainieren, bis jetzt teilen wir den ersten Platz &#8211; aber der Kontrahent ist sicher stärker als wir. Wir sind ein super Team (nicht nur beim Fußball) und werden mit viel Spaß an die Sache dran gehen.</p>
<p>09. 300 Fotos<br />
Mittlerweile habe ich nun über 300 Fotos geschossen und es werden immer mehr. Leider komme ich überhaupt nicht hinterher mit dem einscannen, aber es sind schon etliche Fotos online. Euch ganz besonders ans Herz legen möchte ich euch das Fotoalbum der letzten sechs Monate.</p>
<p>&#8230;Euer Andreas Adigwe Pilot.</p>
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		<title>Nichts als Kartoffeln! &#8211; Rundbrief Nr.4</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Dec 2002 18:08:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rundbriefe]]></category>
		<category><![CDATA[Anekdoten]]></category>
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		<description><![CDATA[Bukarest, den 1.12.2002 Hallo liebe Freunde in Göttingen und anderswo, nun ist auch schon wieder ein richtig voller Monat vergangen, so dass es an der Zeit ist nach 4 Monaten Resümee zu ziehen. Inhalt: 1. Arbeit im Projekt 1.1. In den Tageszentren 1.2. Die Weihnachtspaket &#8211; Aktion 1.3. Intensive Weinachtsfeier Vorbereitungen im Projekt 2. Eindrücke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />Bukarest, den 1.12.2002</p>
<p>Hallo liebe Freunde in Göttingen und anderswo,<br />
nun ist auch schon wieder ein richtig voller Monat vergangen, so dass es an der Zeit ist nach 4 Monaten Resümee zu ziehen.</p>
<p>Inhalt:<br />
1. Arbeit im Projekt<br />
1.1. In den Tageszentren<br />
1.2. Die Weihnachtspaket &#8211; Aktion<br />
1.3. Intensive Weinachtsfeier Vorbereitungen im Projekt<br />
2. Eindrücke und Erlebnisse<br />
1.1. Anekdoten aus meinem Projekt<br />
1.2. Bushbesuch<br />
1.3. Zwischenseminar</p>
<p>Arbeit im Projekt<br />
In den Tageszentren<br />
Mittlerweile arbeite ich nun wieder in beiden Schulen 134 und 136.<br />
In der Schule 136 sind rund 70% der Kinder Roma (Roma in Rumänien ist ein Thema für sich, das ich sicherlich sobald ich mehr Zeit habe, ausführlich behandeln will), deren Familienverhältnisse meist sehr kritisch sind. Meistens leben sie nur mit ihrer Mutter oder bei Verwandten oder werden von ihren Vätern geschlagen, darum fehlt denen ein liebendes männliches Elternteil und dessen Ersatz bin ich hier bei vielen Kindern. Das beinhaltet einiges an Verantwortung, da ich dementsprechend auch als Vorbild angesehen werde &#8211; im Moment zeigt es sich überwiegend dadurch das die Kinder, mein Kleidungsstil und mein Haarschnitt kopieren, meine Hoffnung jedoch ist, dass sie sich viele Jahre später an das erinnern was ich getan und gesagt habe.</p>
<p>In der Schule 134 sind weniger Roma und auch weniger das Problem der verkorksten Beziehungen, hier sind es meist Geld und Schulprobleme, die die Familiensituation beherrschen.<br />
Mit dem Erzieher Jean ist auch eine männliche Person gegeben, weshalb es hier länger dauerte das Eis zu brechen.<br />
In der Schule 134 sind zwei körperliche behinderte Kinder. Ionut, der vor einem Jahr bei einem Unfall beide Beine verloren hatte. Er hatte auf einer Wiese gespielt, an dem Bahngleise angrenzten und sich an einen fahrenden Zug gehängt. Auf meiner Projektreise war er noch ein sehr, sehr stiller, in sich gekehrter Junge, doch mittlerweile scheint er sich mehr und mehr mit der Situation abgefunden zu haben &#8211; er tobt und spielt mit allen anderen Kindern und macht jede menge Kopfstände. Der andere ist Paul, er ist an den Füßen gelähmt, er hatte Jahre lang aus einem anderen Projekt ausländische Freiwillige, weshalb er jetzt gut Englisch spricht. Beide sind sehr gut in das Projekt integriert und werden von allen als gleichwertig anerkannt, was hier eine sehr große Leistung ist, weil hier teilweise sehr krasse Meinungen über behinderte Menschen existieren. Was unter anderem vielleicht daran liegt das hier an jeder Straßenecke bettelnde verkrüppelte Menschen zu sehen sind, die hier nicht vom System aufgefangen werden.</p>
<p>In beiden Schulen mache ich also weiterhin Hausaufgabenbetreuung und Aktivitäten. Hausaufgaben kann ich nun leichter erklären und kann also Mathe und bei den kleinen Kindern schreiben beibringen.<br />
Bei den kleinen Kindern habe ich zwei bis drei Kinder unter meine Fittiche, denen ich dies beibringe. Die Lehrerin von Estera, die einzige der drei Mädchen die zur Schule geht, hat, seit ich sie übernommen habe, die Arbeit gelobt und da Estera den Stoff der ersten Klasse lernt, aber in der 3. Klasse ist, soll ich ihr nun Schulaufgaben geben. Das füllt mich natürlich mit großen Stolz, aber das gute Ergebnis liegt wohl eher in der Zuneigung Esteras zu mir, als in einem großartigen Lehrer meinerseits, aber das Ergebnis ist wichtig.<br />
Ein großes Manko ist das Schulsystem in dem nicht geachtet wird das alle mitkommen, sondern der Lehrer gut ist sobald der Klassenbeste es versteht. So bleiben viele auf der Strecke.</p>
<p>An Aktivitäten habe ich nun auch zahlreiches durchgeführt, auch wenn durch die Weihnachtsvorbereitungen ich mich ein wenig zurückgezogen habe. Übrigens spielt ganz FOC im Moment Sching-Schnang-Schong (Stein-Papier-Schere). Zu Weihnachten möchte ich zahlreiche Sachen basteln, die man Weihnachten bei uns macht, hier aber nicht existieren, wie Adventskalender und Adventskränze.</p>
<p>Eine besondere Aktivität ist immer noch die Fussballliga. Im Moment ist nun die Hallensaison angebrochen und wir rechnen uns gute Chancen auf den 2. Platz. Bis jetzt haben wir alle bis auf ein Spiel gewonnen. Die letzten Traingseinheiten habe ich nun alleine übernommen. Mittwochs nach 8 Stunden Arbeit hänge ich noch anderthalb Stunde Training dran. Sonntags wird dann unser Team zeigen was es drauf hat (wodurch ich nun nicht in die Kirche kann, aber die Audiopredigt von Dieter Kreibaum aus dem Internet ist immer eine gute Lösung).<br />
Unser Team rückt immer mit den meisten Fans auf und unsere Mädchen heizen als einziges als Cheerleader unsere Mannschaft auf. So ist jedes Spiel ob verloren oder gewonnen ein Fußballfest.<br />
Nachdem unser letzter Fussball geplatzt ist, habe ich eine feuerroten Ball gekauft und jedes Kind auf ihm unterschreiben lassen, dies ist auch so ein schönes Zeichen von einem Team und Zusammenhalt was furchtbar wichtig ist. Da wir nur auf Betonplätzen spielen ist der dieser Ball natürlich auch sehr schnell beschädigt, aber da es ein teuerer Ball war, wird er es wohl noch einige Zeit aushalten.</p>
<p>Die Weihnachtspaket &#8211; Aktion<br />
Zunächst möchte ich mich bei allen bedanken, die es zustande gebracht und mit gewirkt haben, das die Weihnachtspaket &#8211; Aktion in vollen Touren an läuft, nun wollen wir hoffen das es auch ein großer Erfolg wird. Aus der Entfernung wollte ich die ganze Zeit unterstützen und unter die Arme greifen, aber ich fühle mich aus dieser Distanz ziemlich macht und hilflos, darum ist es um so besser das es auch ohne mein zu tun klappt.<br />
Wer es noch nicht aus der letzten Rundmail weiß: Zu Weihnachten packen Freiwillige aus der Baptisten Gemeinde Göttingen Schuhkartons für die Kinder von meinem Projekt. Diese 90 Pakete sind dann so eine Art persönliches Zeichen und Zuneigung für diese Kinder und dieses Projekt zu zeigen. Wer auch ein Päckchen packen will kann sich bei mir oder Marcus Meißner melden.</p>
<p>Intensive Weihnachtsfeier Vorbereitungen in meinem Projekt<br />
Auch bei mir im Projekt wird nun für Weihnachten vorbereitet. Jeden Samstag treffen sich die Kinder der beiden Tageszentren, um gemeinsam Weihnachtslieder für die gemeinsame Weihnachtsfeier einzustudieren, diese rumänischen Lieder sind einiges fetziger als unsere alten Klassiker und sind mindestens genauso einprägsam. Den Kinder bereitet es viel Spaß.<br />
Zusätzlich bereitet jede Gruppe ein eigenen Teil, Tänze und Theaterstücke, für die Weihnachtsfeier vor.<br />
Die großen Kinder studieren z.B., auf meiner Idee hin, das Theaterstück, was schon oft in unserer Gemeinde aufgeführt würde: Der Schuster Martin! Als ich für eine Idee gefragt wurde, viel mir sofort diese Geschichte ein und ich war überrascht das meine Kollegin diese Geschichte auf Rumänisch übersetzt, in einer Weihnachtsgeschichten &#8211; Sammelband gefunden hatte.<br />
Die Geschichte von Martin paßt, meiner Meinung nach, in die Situation der Kinder perfekt und gibt dem Stück hier eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland. Dieses Stück handelt von dem armen, alten Schuster Martin, der gerade ein wunderschönes paar Kinderschuhe angefertigt hat. Am Abend hört er Gottes Stimme, die sagt das Jesus morgen ihn besuchen kommt. Martin freut sich das er diese gerade angefertigten Kinderschuhe Jesus geben kann. Am nächsten Tag kommen zahlreiche arme Gestalten vorbei und jeden von ihnen lädt er zu sich ein und gibt von dem bißchen, dass er noch hat. Als letztes kommt eine Mutter mit ihrem Kind und da Martin die Hoffnung aufgegeben hat, gibt er dem Kind die Schuhe, da es keine hat. Am Abend erscheint Gottes Stimme und erklärt dem zuerst wütenden Martin, das Jesus in jedem von diesen Personen ist die er geholfen hat. Die Bedeutung die dieses Stück hat, daß man auch in der größten Not mit anderen teilen sollte, ist natürlich sehr schwer für die Menschen zu verstehen und umzusetzen, da es ihnen ja wirklich mindestens genauso dreckig geht wie diese Personen in der Geschichte und es wäre ja schon blöd wenn man teilt und dabei alle zugrunde gehen, als wenn man behält und wenigstens die eigene Familie (in der existiert dieses Verständnis) rettet.</p>
<p>Eindrücke und Erlebnisse<br />
Anekdoten aus meinem Projekt<br />
Immer wieder stößt man auf Begebenheiten, bei denen man merkt, dass die Kinder oft ein ganz anderes Verständnis oder eine ganz andere Lebensweise haben. Einige Sachen will ich euch hier mitteilen:</p>
<p>Mona und die Farben<br />
Mona steht in der Mitte und soll ihren Text fürs Theaterstück vortragen, den sie wohl immer noch nicht auswändig kann. Verstehst du überhaupt den Text, fragt Livia, weißt du überhaupt was rot für eine Farbe ist. Nein, das weiß sie nicht. Sie kennt die Namen, weder für grün, blau, braun und grau. Das ist krass denke ich, doch Livia erklärt, dass viele Kinder bevor sie hierher kommen die Farben über haupt nicht wissen. Farben waren eine der ersten Sachen, die ich auf rumänisch lernte und Farben waren die Wörter, die ich den Kindern in meiner zweiten Englisch Unterrichtsstunde beigebracht habe. Vielleicht waren ja auch damals Kinder dabei, die zum ersten Mal die Farben in Rumänisch gelernt hatten (Mona war in der Woche nicht da gewesen). Mit den ich Ninas Jungscharfarbenspiel gespielt habe. Auch jetzt noch erlebe ich das Kinder Farben wie Lila nicht kennen.</p>
<p>Amalias rote Schuhe<br />
Es ist Essenszeit. Amalia sitzt am Tisch und weint verzweifelt. Sie ist total sauer. Auf Michaela. Wieso dass denn? Keine Antwort. Meine Kollegin Andreea weiß mehr und kann sich nicht halten vor lachen. Amalias Bruder hat ihre rote Turnschuhe geben und gesagt, die hätte er hier gefunden. Prima, dachte sich Amalia, dann gehören sie also mir. Alles was rum liegt, auch in einem Raum wie unserer Klassenraum, gehört demjenigen der es findet. Das nun Mihaela Ansprüche auf ihre Schuhe stellt ist so unfair und gemein, das Amalia völlig am Boden zerstört und wütend auf diese Ungerechtigkeit ist.</p>
<p>Roberts Mülleimer<br />
Robert hat sein Joghurt probiert, so richtig gut schmeckt er nicht, also läßt er ein bißchen was drin, um ihn los zu werden macht er es wie er es normalerweise von zu Hause gewöhnt ist. An den Joghurtspuren an der Fensterscheibe und auf dem Fensterbrett können wir sehen, dass er das Fenster als Mülleimer auserkoren hatte, aber nicht genau genug zielen konnte. Robert ist auch der Junge den Livia mit Hilfe eines Lama bildes erklären muß, das es nur ein einziges Lebewesen spucken darf und die anderen Kinder und Türen anzuspucken nicht witzig ist.</p>
<p>Zeichen des Glaubens<br />
Wir sitzen im Bus und es ist das zweite mal das Cristi mich fragt warum ich mich nicht bekreuzige wenn ich an einer Kirche vorbei komme, wie es hier jeder Orthodoxe macht und es ist das zweite Mal das ich ihm nicht, bis zur nächsten Station, an der er raus muss, erklären kann, dass ich an den gleichen Gott glaube, aber ich ein solches Zeichen nicht machen muss; das mein Leben nicht aus traditionellen Zwängen bestehen soll, sondern ich mit guten und freien Gründen glaube. Das mein Handeln und Tun aus dem Glauben heraus, nicht an neue Kirchenhäuser und Klöster geht (was hier zu hauf passiert), sondern an Menschen egal ihrer Herkunft und Glaubens geht.</p>
<p>Kartoffelparadies<br />
Heute gibt es frischen Salat zum Mittagessen, aus den ganzen Gemüse das die Märkte hier bieten (und die bieten viel gutes und zu billig Preisen). Doch die Kinder wollen ihn nicht wirklich essen, sie kennen Salat nicht!<br />
Auf meine Frage hin was die Kinder den esse, weil ich vermutete das z.B. Paprika, eines der günstigsten Lebensmittel ist, meinen sie Kartoffeln. Nichts als Kartoffeln! Pellkartoffeln, Salzkartoffeln und Pommes (in speziellen Töpfen die es hier gibt). Da bin ich froh, das unser Projekt auch mit einme sehr kleinen kalten, aber satt machenden Essen, eine kleine Abwechslung bringt.</p>
<p>Bushbesuch<br />
Letztes Wochende war Bush in Bukarest, wegen der Nato Aufnahmegespräche und man hat sehr eindrücklich gesehen, wie repressiv dieses System noch ist. Schon einen Tag davor wurden sämmtliche Straßen Bukarest gesperrt und den Leuten gedroht, die in den Straßen leben, wo Bush vorbei kommen würde, würde geschossen werden, wenn man sich ans Fenster wage. Die Menschen im Interview, vor Rumänischen Kameras schien das nicht zu stören, warscheinlich aus Angst vor Konsequenzen oder mit Geld in der Tasche sagten sie Aussagen, wie: &#8220;Nein, sauer bin ich nicht deswegen, dann schaue ich mir den Busch besuch halt im Fernsehen an&#8221;. Es gab auch eine Demonstration für Amerika und Nato von 40 Leuten, die mir entgegen kam und Busse voll mit Bauern und Arbeitern von ganz Rumänien &#8211; von Gegenstimmen in diesen Tage keine Spur. Auf allen Straßen Amerika, Nato und Rumänien Flagen und Plakete mit Herzen und &#8220;Danke schön&#8221; Sprüchen an jeder Straßenecke (die noch immer Hängen). An diesem Tag gab es bestimmt keinen der eine von diesen Papierfahnen in den Händen hielt. Das wir (Eirene-Freiwilligen) uns die Rede nicht live angehört haben ist natürlich klar. Es wurde ganz deutlich, dass Rumänien von den staatlichen Sanktionne und Koruptionen einem Komunistischen Land gleicht und von den Arbeits- und Sozialpolitischen Dingen her, einem Neo-Kapitalistischen Land gleicht. Kein Wunder das die Bevölkerung sich ganz aus der Politik heraushält. Als vor ein paar Wochen eine Autobombe in der Nähe des Präsidentenpalastes explodierte und zwei Kinder einer Schule tötete, intressierte das keinem aus meinem Projekt.</p>
<p>Zwischenseminar<br />
Vom 31.10. &#8211; 4.11. war unser erstes Zwischenseminar in einem kleinen Dorf in den Bergen. Zusammen kamen alle Rumänienfreiwillige von zwei Generationen. Als Großstädter war es mal wieder schön die frische Luft zu geniesen und die dörfliche Atmosphäre zu geniesen. Da es ein ungarisches Dorf war, sprachen die Einwohner alle Ungarisch.<br />
Natürlich haben wir nicht nur ausgeruht, sondern auch einiges Verfasst und Beschlossen, doch war der Ausstausch der Erfahrungen der Mittelpunkt des Zusammentreffens. Nun bin ich gespannt auf das nächste an dem auch die Freiwilligen aus dem Kosovo und Sarajewo kommen. (Phillip aus Sarajevo kommt übrigens jetzt zufällig dieses Wochenende an meinem Geburtstag zu besuch).</p>
<p>Nun, dann hoffe ich euch wieder mal einen kleinen Einblick gewährt zu haben. Ich bin wie immer für jede Fragen offen und freue mich auf eure Meinung zu dieser Rundmail. Geht auf meine Homepage und schaut euch die Fotos an und tragt euch ins Gästebuch. Denkt und betet für mich und dem Projekt, eure Mitarbeit war und ist super wichtig und gibt mir die Kraft.<br />
Danke,<br />
Euer Andreas Adigwe Pilot.</p>
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		<title>Was geht? &#8211; Rundbrief Nr.3</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Nov 2002 18:04:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freunde und Unterstuetzer, hier nun die dritte Rundmail, drei Monate bin ich nun hier, die Zeit vergeht viel zu schnell, eigentlich wollte ich jeden Monat von mir berichten. Ich hoffe ich kann es aber mit diesen Themen wiedergutmachen: == Super wichtig ist mir die Weihnachtsschuhkartonaktion unter &#8220;Neues vom Projekt&#8221; == 1. Neues vom Projekt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />Liebe Freunde und Unterstuetzer,<br />
hier nun die dritte Rundmail, drei Monate bin ich nun hier, die Zeit vergeht viel zu schnell, eigentlich wollte ich jeden Monat von mir berichten. Ich hoffe ich kann es aber mit diesen Themen wiedergutmachen:</p>
<p>== Super wichtig ist mir die Weihnachtsschuhkartonaktion unter &#8220;Neues vom Projekt&#8221; ==</p>
<p>1. Neues vom Projekt<br />
2. Ich bin umgezogen<br />
3. Wahlheimat Brasov<br />
4. Mein Seelenheil<br />
5. Die Positivliste</p>
<p><strong>1. Neues vom Projekt</strong><br />
Obwohl ich einen zweiwoechigen Sprachkurs besucht habe, spreche ich nicht wesentlich besser, erst heute habe ich mich einigermassen gut mit den Kindern unterhalten koennen. (Es machen schon viele Wetten und Witze die Runde.) Der Sprachkurs hat mir die Grammatik ein wenig naeher gebracht. Der Sprachkurs beinhaltete viele Vortraege und Exkursionen, bei dem ich doch einiges ueber dieses Land erfahren konnte. Mit vielen jungen Leuten (darunter zwei Goettinger Studenten) war es ein sehr spassiger Kurs. Lustig war es mit einer Nonne in einem Rock-Club zu gehen. Fotos von unserem Kurs gibt es auf meiner Homepage, sowie viele andere.</p>
<p>Da in der Schule 136 mein Kollege George aufgehoert hat, um Religionslehrer zu werden, bin ich bis jetzt nur noch in dieser Schule gewesen, bis am 1. November eine neue Kollegin anfaengt.<br />
Diese Schule wurde bis vor kurzen noch neu renoviert und deshalb starten wir erst Morgen mit dem Programm, wie ich es beschrieben hatte. Bis vor kurzem waren wir mit dem Umzug beschaeftigt. Haette nie gedacht, dass aus diesem Gebaeude eine Schule nach westlichen Standart entstehen kann. Zwar wurden die billigsten Materialien verwendet, aber es ist beeindruckend ueber &#8220;Marmor&#8221;-Treppen in die Schule zu gehen.</p>
<p>Vieles habe ich mittlerweile unternommen. Ich bringe den kleinen Kindern erfolgreich das Schreiben und Rechnen bei. Bei den grossen klappt es noch nicht so ganz und ich lerne lieber selber. Ich gebe einmal pro Woche Englischunterricht und habe zahlreiche Bastel und Spielaktionen uebernommen.</p>
<p>Als grosses Projekt habe ich eine Fragebogenaktion gestartet: Die Kinder haben ein Steckbrief gemacht und ich habe sie mit ihrem Lieblingsgegenstand fotografiert. Ich werde diese Boegen uebersetzen und nach Deutschland schicken. Die Jungscharkinder werden so etwas aehnliches machen und daraus sollen Brieffreundschaften entstehen. Die Steckbriefe sind echt sehenswert und vielleicht laesst sich ja auch eine Ausstellung daraus machen.</p>
<p>Weihnachtsschuhkartonaktion<br />
== WeihnachtsschuhkFuer das naechste grosse Projekt brauche ich eure Begeisterung und Hilfe: Aus der Baptistengemeinde erinnert sich vielleicht jemand an die Schuhkartonaktion zu Weihnachten. Beinahe zufaellig sind diese Kartons von amerikanischen Kindern auch in unserem Projekt gelandet. Die Kinder haben sich damals riesig gefreut. Ich wuerde gerne diese Aktion mit der Goettinger Gemeinde durchfuehren. Jedes Sonntagsschulkind muesste dann persoenlich ein Paket basteln und verschiedene Gegenstaende einpacken (von Kugelschreiber zu Gummibaerchen, von Seife zu Plueschtierchen). Insgesamt waehren das 60 Kinder. Die Idee ist aber, dass die rumaenischen Kinder auch zurueck geben wollen und den Kindern im Gegenzug etwas basteln wollen. Die ganze Aktion erfordert allerdings jede Menge Arbeit von euch und jemanden, der sich bereit erklaert, die Kisten von und nach Bukarest zu transportieren (vielleicht sogar vor Weihnachten ( und vielleicht von der Gemeinde gesponsert). Ich weiss, es sind nur wenige Woche bis Weihnachten, aber es koennte eine gelungene Aktion fuer die Sonntagsschule sowie fuer F.O.C. werden.</p>
<p>Ansonsten planen wir die Weihnachtsfeier mit Liedern, Theaterstuecken und Taenzen, verfasse ich eine Bericht ueber Sozialarbeit in Deutschland, schreibe eine Alltagsschilderung von mir hier und lese dicke Spielpaedagogikbuecher durch, die Nemo (mein Vorgaenger) da gelassen hat.</p>
<p>Die von meinem Vorgaengern ins Leben gerufene Fussballliga zwischen den Kinder-Hilfsorganisationen aus Bukarest geht wieder los (nun mit 10 Teams). Ich werde an den Wochenenden die Fussballmannschaft mit einem Kollegen (Jean Baptist) zusammen trainieren – unser schaerfster Konkurent wird wohl das Team von St. Stelian sein, die der Wolfgang trainiert.</p>
<p><strong>2. Ich bin umgezogen</strong><br />
Wir (Wolfgang und ich) haben eine schoene Zweizimmerwohnung im Zentrum der Stadt gefunden, damit kann ich also das echte Grossstadtleben geniessen und bin sogar naeher an meine Arbeitsstelle. Hier haben wir den perfekten Startpunkt fuer suesse Traeume und heisse Naechte<br />
Meine neue Adresse ist:</p>
<p>Gabroveni Nr. 61<br />
Sc. A, Ap. 17<br />
Sector 3<br />
Bucuresti</p>
<p>0040-(0)21-6508568</p>
<p><strong>3. Wahlheimat Brasov</strong><br />
Nein, ich denke nicht daran in diese Stadt umzuziehen. Wenn man am Bahnhof ankommt – sei es mit einem der Maxitaxis (das sind Kleinbusse, die preisguenstig und schnell fast jede Stadt in Rumaenien anfahren) oder der Bahn &#8211; haelt man diese Bergstadt fuer haesslich, doch sie hat einen wunderschoenen Kern: Eine huebsche Altstadt mit vielen Gassen und einem Marktplatz, wie man es aus Deutschland kennt.<br />
In dieser Stadt habe ich mit drei Leuten (Max, Kathi und Sabine – Freiwillige wie ich) vom Sprachkurs das letzte Wochenende verbracht, um die Bundestagswahlen anzuschauen, was ja bekanntlich eine grosse Zitterpartie gewesen ist. Es geht zwar auch leichter, Deutsches Fernsehprogramm zu empfangen – man braucht nur Kabelanschluss (unser wurde abgeschnitten, weil von der Vermieterin versaeumt wurde zu bezahlen), aber wir wollten uns halt wiedersehen und Brasov ist ziemlich die Mitte von Rumaenien.<br />
Lange musste Brasov nicht mit uns Zittern – am Montag waren ich und Sabine wieder in Bukarest, wo es mir immer noch am besten gefaellt (vor allem in der neuen Wohnung – Punkt). Hier haben wir wieder an den Kochsessions beim Fridolin teilgenommen (beim ersten mal gab es echte schwaebische Spaetzle). Eine bewerte Institution, da Kochen fuer eine Person doch recht aufwendig ist.</p>
<p><strong>4. Mein Seelenheil</strong><br />
Auf der Suche nach einer passenden Gemeinde war ich in zwei verschieden Kirchen, die mir beide gefallen haben. Die eine ist eine von zwei Kanadiern geleitete Gemeinde und nennt sich International Christian Assembly (zweisprachig), in der ich mich mittlerweile zu Hause fuehle, die andere ist eine Baptistengemeinde. Da die eine vormittags und die andere abends ist, koennte ich auch einen Hardcore-Sonntag machen und beide besuchen &#8211; mal sehen!! Beide hatten allerdings ihre Nachteile – aber hat das nicht auch die Goettinger Baptistengemeinde&#8230;</p>
<p>Krass fand ich naemlich die Predigt in der Baptistengemeinde, der Pastor sagte er wuerde keinen Deutschen seinen Bruder nennen und zitierte einen Zeitungsartikel in dem von einer Disco die rede war, in der man zu Gott tanzen wuerde. Dies war ihm so zuwider &#8211; obwohl im gleichen Moment das Mandolinen-Orchester, eine Besonderheit dieser Kirche, Musik spielte, bei der keiner still sitzen konnte und selbst dieser Pastor auf der Kanzel die Finger wippte. Am Ausgang schuettelte er dann freundlich und ahnungslos uns Deutschen zum Abschied die Hand.</p>
<p><strong>5. Die Positivliste</strong><br />
Bitte Betet (oder Denkt daran):<br />
- das die Weihnachtsschuhkartonaktion erfolgreich wird; das sich jemand bereit erklaert die Pakete nach Rumaenien zu bringen.<br />
- das mein Projekt ueber genuegend finanzielle Mittel verfuegen kann (ab 2003 sieht es schwierig aus) .<br />
- das ich die Sprache und mein Portmonaie beherrsche.<br />
- fuer die Kinder und deren Familien, die in sehr schwierigen Verhaeltnissen leben muessen, dass sie eine Zukunft (einen Sinn) haben und sehen.<br />
- fuer Rumaenien an sich, dessen Lebensstandards immer noch einiges krasser niedriger sind .</p>
<p>Denkt weiter an mich und meine Arbeit – ich weiss es wirklich zu schaetzen.</p>
<p>Schoenen Gruss,</p>
<p>der Andreas Adigwe Pilot</p>
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		<title>An die Arbeit &#8211; Rundmail Nr.2</title>
		<link>http://adigwe.de/index.php/social/rumanien/rundbriefe/an-die-arbeit-rundmail-nr2/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Oct 2002 18:01:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rundbriefe]]></category>

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		<description><![CDATA[Hallo Leute, waerend es bei euch warscheinlich das Wasser bis zum Hals steht, ist bis auf eine regnerische Woche, Wetter maessig nichts passiert und es scheint wieder die Sonne. Aber ich will hier nicht ueber das Wetter reden, sondern nach genau einem Monat ueber meine Arbeit hier berichten: &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211; 1. Fundatia F.O.C. &#8211; Ihre Arbeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />Hallo Leute,<br />
waerend es bei euch warscheinlich das Wasser bis zum Hals steht, ist bis auf eine regnerische Woche, Wetter maessig nichts passiert und es scheint wieder die Sonne.</p>
<p>Aber ich will hier nicht ueber das Wetter reden, sondern nach genau einem Monat ueber meine Arbeit hier berichten:</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br />
1. Fundatia F.O.C. &#8211; Ihre Arbeit<br />
2. Fundatia F.O.C. &#8211; Meine Arbeit<br />
3. Life in the City &#8211; Was sonst noch so geht<br />
4. Ende und Gruss &#8211; Wichtiges fuer euch alle da drausen<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p><strong>1. Fundatia F.O.C. &#8211; Ihre Arbeit</strong><br />
Vieles wissen die meisten von euch schon, manches aber noch nicht.<br />
F.O.C. wurde von Tere des Homme gegruendet und ist immer noch auf ihr Geld angewiesen (darauf warten sie in diesem Monat gerade, darum sind Investitionen minimal) Ihre Arbeit gliedert sich in zwei Sparten: Praevention und Bewaehrung</p>
<p>In dem Bereich Bewaehrung, der von der EU gefoerdert wird, wird versucht Jugendliche die kriminell geworden sind zurueck in die Geselschaft zu fuehren, hierzu sind viele Psychologen und Sozialarbeiter eingestellt, die die Gefaengnisse besuchen und mit den Eltern und Behorden sprechen. Behoerdengaenge und Co begleiten und den Jugendlichen Unterstutzung bieten.</p>
<p>Praevention ist der Bereich in dem ich im Moment arbeite.<br />
In zwei Schulen sind Day Care Center eingerichtet. In diesem werden die Kinder nach folgenden Kriterien, in dieser Reihenfolge ins Projekt auf genommen: schulische Probleme, armut, Familiere Situation. Hier bekommen sie Hilfe bei ihren schulischen Problemen, ein kleines Mittagessen, Freizeitprogramm und ab und zu die begehrten &#8220;Hilfspakete&#8221; anderer Organisationen oder Spender. Regelmaessige Besuche in den Familien gehoeren auch noch zu der Aufgabe, um die Sozialarbeiter und die Familie auf ihre Situation aufmerksam zu machen und Kontakt zu halten. In diesem Bereich sind etwa 60 Kinder, 5 Sozialpaedagogen in den Centren, zwei Sozialarbeiter als Leiter und Koordinatoren und ich.</p>
<p>Das ich sage im Moment arbeite ich in diesem Bereich, heisst nur das ich auch vor habe, wenn ich die Sprache beherrsche auch in den Bewaerungsbereich hinein zu schnuppern, der aber um einiges heftiger sein soll als das, was ich in der Praevention erlebe. Eine andere Sache ist, das ich auserdem die Strassenkinder in der Kanalisation besuchen will (hat aber mit F.O.C. nichts zu tun).</p>
<p><strong>2. Fundatia F.O.C. &#8211; Meine Arbeit</strong><br />
Ich arbeite von Montag bis Dienstag in der Schule 136 und von Mittwoch bis Donnerstag in der Schule 134, jeden 2. Freitag wechsele ich die Schule.<br />
Bis jetzt, da ich neu bin und noch Schulferien sind und das Programm mit allen Kindern stattfindet und nur von 9:00 bis 14:00 Uhr geht habe ich noch keine Konkreten Aufgaben uebernommen.</p>
<p>Im moment arbeite ich nach &#8220;Lust und Laune&#8221; das heisst mir haengen 4 Kinder um den Hals, die Zuneigung brauchen und bringen mir vereinzelte Woerter in rumaenisch und zigani, die roma sprache (rund die haelfte der Kinder sind Roma) bei. Im Gegenzug lerne ich ihnen die kleinen Spiele bei die man im Unterricht gespielt hat. Das Formel 1 Spiel von Christoph Peterman kam am besten an. Christi kam mit einer wunderschoenen und komplizierten Rennstrecke an, die er zu Hause angefertigt hatte.<br />
Ausserdem haben wir kleine Ausfluege ins Museum und in einen Park unternommen, sowie Sport und Tanz betrieben.<br />
Am eindruckvollsten aber war der Familienbesuch in einem Block. Die Familien in diesen Blocks zahlen nichts. Strom wird illegal abgezapft und dient zum Kochen, in dem Draehte auf einem Steingestell eingespannt werden. Die Appartments bestehen aus einem Zimmer ca. 3&#215;5 Meter, sowie zwei noch kleinere abgetrennte Nischen, als Badezimmer und Kuche genutzt. In diesen Zimmern leben bis zu sieben Personen. Wenn man diese Umstande sieht wird klar wie sinnvoll die Arbeit mit den Kindern ist &#8211; der versuch sie aus diesen Loechern heraus zu holen.</p>
<p>Ich werde aber, nach dem Sprachkurs, der uebernaechste Woche beginnt, einmal pro Woche in jeder Schule Englisch und oder Deutsch beibringen und eine zwei bis drei stundige Zeit fuer meine eigenen Aktivitaeten bekommen in dieser AndiZeit werde ich mirt ihnen basteln oder spielen.<br />
Mein konkreter Plan ist das Siedler von Catan Spiel mit den Kindern zu bauen, da es dieses Spiel hier nicht gibt und ich ein begeisterter Spieler gewesen bin.</p>
<p>Vorgesestern habe ich das Angebot bekommen bei den Strassenengeln (ein deutsches Projekt von der ich eine Freiwillige kennengelernt habe) Kerzen in ihrer Werkstatt zu basteln. Sie tun dies mit Jugendlichen von der Strasse und verkaufen diese in Deutschland (Das benoetigte Parafin bekommen sie uebrigens von den Raffenerien die es hier gibt &#8211; in Rumaenien gibt es Oel!!)</p>
<p>Mit der Jungschar (die Kindergruppe aus Goettingen) willl ich auch noch eine Brieffreundschaftaktion irgendwann starten, aber darueber muss ich noch mit allen Teilnehmern sprechen. Mal sehen was draus wird.</p>
<p>Auserdem werde ich die Homepage von F.O.C. basteln&#8230; ein ehrgeiziges Projekt, vorallem weil sie es in drei Sprachen wollen (rumaenisch &#8211; englisch -deutsch &#8211; und das bei einem franzoesischen Sponsor).</p>
<p><strong>3. Life in the City &#8211; Was sonst noch so geht</strong><br />
An zwei Wochenenden (in meiner Freizeit) habe ich die Freizeit von Wolfgang besucht. Diese Freizeit die drei Wochen lang war, war in den Karpaten, in der wir eine schoene Wanderung unternommen hatten und ich jede Menge Spass mit den Kids hatte. An zwei naechten kam tatsaechlich ein Baer ins Lager, der sich an den Essensresten zuschaffen machte, so habe ich in 3 Meter Entfernung einen Baeren in freier Wildbahn erlebt.</p>
<p>Natuerlich kann man in Bukarest ein aehnliches Nachtleben erleben wie in anderen Grossstaedten, an dem ich auch teilgenommen habe. Einige deutsche und englische Freiwillige gibt es hier, mit denen ich unterwegs bin.<br />
Aber auch mit Rumaenen bin ich mittlerweile unterwegs und versuche nun einmal pro Woche Basketball oder Fussball mit ein paar neureichen 24 Jaehrigen zu spielen. (Nicht ganz meine Gruppe, aber die koennen englisch und koennen oefter mal ausgehen)<br />
<strong><br />
4. Ende und Gruss &#8211; Wichtiges fuer euch alle da drausen</strong><br />
Eine Bitte habe ich an euch: Wenn ihr weiter von mir hoeren wollt, sendet eure Emailadresse doch bitte an Marcus Meissner (MarcusMeissner@aol.com) , der den Brief dann weiterleiten wird, weil die Emailadressen mitlerweile den Header sprengen und ich die Mail oefters verschicken muss.</p>
<p>Leitet diese Email doch bitte weiter an denjenigen der auch von mir hoeren moechte, ich hab leider nicht mehr alle Adressen.<br />
Ich habe meinen ersten Film bald voll, dann gibt es 36 Bilder in 36 Tagen auf meiner Homepage zu sehen (foc.adigwe.de) , dort koennt ihr auch alle Rundbriefe lesen.</p>
<p>Ich werde diesen Brief, in etwas veraenderter Form un mit Bildern als ersten offiziellen Eirene Rundbrief veroffentlichen, also wundert euch nicht wenn ihr eventuell zwei aehnliche Briefe erhaltet.</p>
<p>So dann, wuensch ich euch alles Gute, schreibt mir ich freu mich!<br />
Danke dass ihr euch fuer mich interessiert und bis hier hin gelesen habt. <img src='http://adigwe.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /><br />
Euer<br />
Andreas Adigwe.</p>
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		<title>Melonenzeit &#8211; Rundbrief Nr.1</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Sep 2002 17:52:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rundbriefe]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt bin ich schon eine Woche hier und es wird jawohl Zeit etwas von mir hoeren zu lassen. Da dies kein offiezieller Rundbrief sein soll, ist er weder gut strukturiet oder gestylt, ich wollte halt schnell von mir hoeren lassen, bitte habt verstaendnis dafuer. Die Fahrt Am Dienstag bin ich wohlbehueted und ohne Probleme (die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />Jetzt bin ich schon eine Woche hier und es wird jawohl Zeit etwas von mir hoeren zu lassen. Da dies kein offiezieller Rundbrief sein soll, ist er weder gut strukturiet oder gestylt, ich wollte halt schnell von mir hoeren lassen, bitte habt verstaendnis dafuer.</p>
<p><strong>Die Fahrt</strong><br />
Am Dienstag bin ich wohlbehueted und ohne Probleme (die sind jetzt da), mit nur einer Stunde verspaetung im Bahnhof angekommen.<br />
Die Fahrt war ganz angenehm. Habe mich mit einem Rumaenen (ein ehemaliger Amateur Boxer) unterhalten, der seit 12 Jahren illegal in Oesterreich gearbeitet hat (es geht also doch) und nun seine erste Arbeitserlaubnis in Bukarest abholt.</p>
<p><strong>Kein Computer mehr zu haus</strong><br />
Erstmal die schlechte Nachricht vorraus: Wolfgangs (mein WG Kollege und Freiwilliger) Laptop ist weg, er wurde gestern im Taxi liegen gelassen. Es ist ziemlich frustrierend wie das einzig wertvolle weg ist, das wo von alles abhing &#8211; Wolfgangs gesammte Arbeit!! Darum sitze ich nun im Internetcafe und die Kommunikation wird weitaus komplizierter.<br />
Aber schaun wir lieber auf den Rest der Woche:</p>
<p><strong>Etwas aus meinem Projekt</strong><br />
Mein Vorgaenger Nemo ist am gleichen Tag wie ich wieder aufgetaucht, um sich wieder einmal zuverabschieden &#8211; diesmal fuer real!! Eigentlich hatte ich vor mit ihm jetzt fuer zwei Wochen nach Bulgarien zu gehen, da die Projektkinder ferien haben. Man sagte aber ich wuerde gebraucht. Nun habe ich doch frei und werde heute nach Budapest zu einem Festival aufbrechen.<br />
In meinem Projekt habe ich zweimal gearbeitet (noch ist es eher ein Besuch). Von der schule aus haben die Kinder fast zwei Monate ferien, darum laeuft ein gekuerztes Ferienprogramm mit wenigen Kindern. Nach den Ferien (12.August) wird intensiv fuer die Examspruefungen in der Schule geuebt, bis dahin will ich einiges an Rumaenisch gelernt haben (mal schauen).</p>
<p><strong>Wochenende in Cluj</strong><br />
Am Wochenende habe ich einmal Rumaenien durchquert und bin nach Cluj (Klausenburg) gefahren um die anderen Eirenies (Rumeaenienfreiwillige aus Deutschland) zutreffen.<br />
Zunaechst konnte ich vom Zug aus die wunderschoene Landschaft Transylvaniens sehen, wo sich kaum eine Menschenseele sich aufhaelt. Wenn jemand mich besuchen komen sollte (dies ist eine Einladung!!), muss er sich das unbedingt anschauen. Eine Fahrradtour oder Wanderung will ich dort unbedingt noch machen.<br />
Cluj ist eine recht huebsche siebenbuergersachsen (deutsch) Stadt. Da sie eine Studentenstadt ist, ist hier viel los. Der Buergermeister der Stadt ist allerdings Nartionalist. Darum ist jede Strasse mit Rumaenischen Flaggen flaniert und jede Bank, Strassensperre oder jeder Muelleimer in den rumaenischen Farben gestrechen. Man erzaehlt er wollte die Strassenhunde mit Halsbaendern mit der Ungarischen Flagge umbinden, um die ungarische Minderheit zu denunzieren. Doch die Leute scheinen damit zu freiden zu sein &#8211; er haelt ja die Stadt sauber. Das tut dem Flair der Stadt aber auch keinen Abbruch.<br />
<strong><br />
Veraenderungen in Bukarest</strong><br />
Obwohl ich erst eine Woche hier bin, habe ich doch einiges an veraenderungen von der Maerzwoche zu jetzt erlebt:<br />
Es sind weitaus weniger Strassenhunde unterwegs &#8211; sie scheinen wohl doch beseitigt worden sein. So lebt es sich doch weitaus besser.<br />
Fahrrad fahren ist Mode geworden &#8211; Man sieht viele Radfahrer auf tiefen Mountainbikes die die Treppen runterstuerzen und mit rasender geschwindigkeit durch Passantenschwaerme durch dringen. Vielleicht kommt auch die Zeit in der ich normal mit dem Fahrrad fahren kann &#8211; warten wirs ab!<br />
Obwohl der Eurokurs gleich dem Dollar ist und so in Dollar ausgezeichnete Preise wie Mieten und Telefonkosten und elektronische Geraete billiger geworden sind, sind die Preise gestiegen. Die Bahnfahrten sind verdoppelt worden. (sind natuerlich fuer westlichen Niveu trotzdem guenstig)<br />
<strong><br />
An meinen Unterstuetzerkreis (in Gebet und/oder Finanzen)</strong><br />
Als ich ankam hat mir Wolfgang begeistert von der Baptistischen Gemeinde erzaehlt, er moechte sogar vorschlagen dort einen Freiwilligen hinzusenden. Von einer anderen Deutschen habe ich von einer internationalen Gemeinde (damit ist der GoDi auch auf Englisch) erfahren, die sich nach Pfingstlern anhoert. &#8211; Betet das ich das richtige geistliche Zuhause finde.<br />
Die Sprachprobleme wird wohl die schwierigste ueberwindbare Huerde sein, damit ich &#8220;funktioniere&#8221; &#8211; Betet das ich die Sprache schnell erlerne.<br />
Danke das ich auf euch zaehlen kann und konnte, diesen Rueckhalt brauche ich!!</p>
<p><strong>Ende und Gruss</strong><br />
Wenn ich diesen Rundbrief lese, dann sieht es ja nach einen Haufen Spass aus &#8211; ist es auch!! <img src='http://adigwe.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Es ist halt die Zeit des umgewoehnen, umorientieren und Freunde suchen usw. Die Arbeit kommt und ist auch da. Doch davon werde ich Berichten sobald ich etwas mehr gesammelt habe.</p>
<p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save?linkurl=http%3A%2F%2Fadigwe.de%2Findex.php%2Fsocial%2Frumanien%2Frundbriefe%2Fmelonenzeit-rundbrief-nr1%2F&amp;linkname=Melonenzeit%20%26%238211%3B%20Rundbrief%20Nr.1"><img src="http://adigwe.de/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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