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	<title>adigwe.de &#187; Rumänien</title>
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		<title>Sozialpolitik Rumäniens &#8211; regierte Kultur der Armut</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jan 2008 19:32:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rumänien hat meiner Meinung nach den rasantesten Wandel durchgemacht, als alle anderen Ostblockländer. Rumänien war nach dem Fall des Kommunismus, als armes Land bekannt mit vielen Berichten über Straßenkindern in den Medien. In Rumänien ist mittlerweile der purste Kapitalismus eingeführt worden. Vielleicht keine gute Quellenangabe, aber laut Wikipedia zählt Rumänien zu „den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt“. Mit einem Wachstum von 6,7% kann es starke Zahlen vorweisen und die Arbeitslosigkeit ist extrem zurückgegangen. Aber ist es wirklich alles so toll in Rumänien? Was bedeutet purer Kapitalismus für die Rumänische Bevölkerung? Das läßt sich mit der Sozialpolitik, denke ich, deutlich machen. Dabei werde ich weniger die Zahlen betrachten, als nach dem wieso und warum fragen und herausfinden, wie sich ein System für die Bevölkerung darstellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" /><a title="Bukarest - Sozialpolitk" href="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/referat-sozialpolitik-rumanien_html_497789c1.jpg"><img src="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/referat-sozialpolitik-rumanien_html_497789c1.thumbnail.jpg" alt="Bukarest - Sozialpolitk" align="left" /></a> Warum habe ich die Sozialpolitik Rumäniens mir ausgesucht? Klar, ich hab meinen Anderen Dienst im Ausland dort ausgeführt und bin nun mit einer rumänischen Frau verheiratet. Aber es gibt noch viel interessantere Grunde, warum ich dieses anderen Land vorstellen möchte. Gerade Rumänien hat meiner Meinung nach den rasantesten Wandel durchgemacht, als alle anderen Ostblockländer. Rumänien war nach dem Fall des Kommunismus, als armes Land bekannt mit vielen Berichten über Straßenkindern in den Medien. In Rumänien ist mittlerweile der purste Kapitalismus eingeführt worden. Vielleicht keine gute Quellenangabe, aber laut Wikipedia zählt Rumänien zu „den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt“. Mit einem Wachstum von 6,7% kann es starke Zahlen vorweisen und die Arbeitslosigkeit ist extrem zurückgegangen. Aber ist es wirklich alles so toll in Rumänien? Was bedeutet purer Kapitalismus für die Rumänische Bevölkerung? Das läßt sich mit der Sozialpolitik, denke ich, deutlich machen. Dabei werde ich weniger die Zahlen betrachten, als nach dem wieso und warum fragen und herausfinden, wie sich ein System für die Bevölkerung darstellt. <strong></strong></p>
<p><strong>Aktuelle wirtschaftliche und soziale Daten zu Rumänien</strong></p>
<p>Rumänien ist zentral regiert (nach französischen Vorbild) und in 41 Landkreisen plus Hauptstadt Bukarest eingeteilt, dadrunter sind 2.686 Kommunen und 265 Städte, die gewählte Bürgermeister und ein „Consil Local“ besitzen. Laut Weltbank leben 2006 21,5 Millionen Menschen in Rumänien (im Vergleich  82,3 Millionen in Deutschland). Rumänien hat ein Wirtschaftswachstum von 6,7% und ist einer der größten Produzenten von Halbleiter-Anwendungen wie PC-Hauptplatinen, Notebooks und WLAN-Komponenten.</p>
<p>Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2000 noch bei 10,5 % und ist im Dezember 2005 nur noch bei 5,9 %. Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei $5.633 / Einwohner im Jahr 2005 (BRD $36.975; 2006). Die Inflationsrate ist mit 9,0% im Jahr 2005 sehr hoch (BRD 2,0%; 2005). Der Staat gibt einen gesetzlichen Mindestlohn von 130 Euro vor. Der Durchschnittslohn lag im Oktober 2007 bei 1471 lei RON brutto / 1084 lei RON netto = 307,10 € brutto / 226,30 € netto, also nicht unwesentlich höher, als der Mindestlohn. Aus diesem Grund ist die Zahl der rumänischen Arbeitssuchenden in anderen Ländern, vor allem in Spanien und Italien immer noch hoch.</p>
<p>In Rumänien wird Rumänisch zu 89,5% gesprochen, zu 6,6% Ungarisch und zu 2,5% Romani, die Sprache der Roma. Weitere Minderheiten (unter 0,3%) sind Deutsche, Ukrainer, Polen, Slowenen, Türken, Russen und Tataren. Rund 87% der Bevölkerung sind Rumänisch-Orthodox, 6,8% Protestanten jeglicher Fasson, 5,6% (meist Ungarn) sind Römisch-Katholisch und nur 0,2% (trotz kommunistischer Vergangenheit) sind Atheisten oder Konfessionslos.</p>
<p>Mit offiziell zwei Millionen Einwohnern ist Bukarest Dreh- und Angelpunkt Rumäniens mit steigenden Einwohnerzahlen in den angrenzenden Dörfern und Städten im Kreis Ilvov. Die Städte Brasov, Cluj-Napoca, Constanta, Craiova, Iasi, Galati und Timisoara, können als die &#8220;regionalen Hauptstädte&#8221; bezeichnet werden, haben jeweils nur rund 300.000 Einwohnern. Rumänien ist seit 2004 in der NATO und seit 2007 in der EU. (vgl. Quellen: Wikipedia, INSSE, Weltbank) <strong></strong></p>
<p><strong>Die vier europäischen Modelle von Sozialpolitik</strong></p>
<p>Um die Sozialpolitik von Rumänien zu verstehen, möchte ich kurz die vier vorherrschenden Modelle von Sozialpolitik und deren Charakteristika vorstellen. Diese Darstellung ist natürlich stark vereinfacht. Es ist das Skandinavische, Bismarksche, Angelsächsische und das Latinische Modell.</p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="4" width="100%" bordercolor="#000000">
<tbody>
<tr valign="TOP">
<td width="20%"></td>
<td width="20%">Skandinavisch</td>
<td width="20%">Bismarkisch</td>
<td width="20%">Angelsächsisch</td>
<td width="20%">Latino</td>
</tr>
<tr valign="TOP">
<td width="20%">Regierungsstil</td>
<td width="20%">Modern</td>
<td width="20%">Institutionalisiert</td>
<td width="20%">Residual</td>
<td width="20%">Rudimentär</td>
</tr>
<tr valign="TOP">
<td width="20%">Charakteristika</td>
<td width="20%">- Förderung von Beschäftigung</p>
<p>- Arbeitgeber, in letzter Instanz ausgleichend</td>
<td width="20%">-totaler &#8220;Wachstum&#8221;</p>
<p>- Ausgleichend, in letzer Instanz Arbeitgeber</td>
<td width="20%">- totaler Wachstum</p>
<p>- Arbeitsplätze durch den Markt, in letzter Instanz ausgleichend</td>
<td width="20%">- &#8220;Nachzügler&#8221;</p>
<p>- Wohlstand als Versprechen (halb institutionalisiert)</td>
</tr>
<tr valign="TOP">
<td width="20%">Recht auf:</td>
<td width="20%">- Arbeit</td>
<td width="20%">- Soziale Sicherung</td>
<td width="20%">- Einkommens-transfer</td>
<td width="20%">- Arbeit und Wohlstand</td>
</tr>
<tr valign="TOP">
<td width="20%">Entwicklung der untersten Einkommen</td>
<td width="20%">- Gesteuert, kann &#8220;Kompakte Einkommen&#8221; herstellen</td>
<td width="20%">- kann Einkommen von Arbeit &#8220;trennen&#8221;</td>
<td width="20%">- kann einen &#8220;normalen&#8221; Wohlstand fördern</td>
<td width="20%">- kann einen normalen Wohlstand fördern</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Quelle: Leibfried, 1993, S.142)</p>
<p><!--adsensestart--><strong>Transformation vom Kommunismus zum Kapitalismus</strong></p>
<p>Die jetzige Sozialpolitik kann man nur verstehen und erklären, wenn man die Zeit des Kommunismus und den Übergang beschreibt. Deacon (vgl. Deacon, 1993, S. 179) hat die Vorteile und Nachteile der Sozialpolitik im Kommunismus beschrieben, damit möchte ich deutlich machen welche dramatischen Veränderungen auf die Bevölkerung nach 1989 zu kam: Jeder Mensch hatte Anspruch auf einen und bekam einen Arbeitsplatz, dadurch gab es aber kaum bis keine Arbeitslosenhilfe für diejenigen die trotzdem nicht arbeiteten. Die Gehälter der Arbeiter war im Vergleich zum Durchschnittslohn hoch, es gab aber versteckte Privilegien für die Verwaltung von Staat und Partei. Es gab kostenlose Krankenleistungen, die jedoch nur durch Geschenke und Bestechung ausgeführt worden, es gab kaum präventive Maßnahmen und es herrschte eine hohe Sterblichkeitsrate. Außerdem gab es bis zu drei Jahre Urlaub bei Mutterschaft, dafür waren Frauen gezwungen zu Arbeiten und  die Jobs wurden in Frauen- und Männerspezifische Jobs zugeteilt. Wohnungen wurden massiv subventioniert, die Einteilung wurde aber ungerecht durchgeführt. Die Renten wurde vom Staat organisiert, diese waren aber inadäquat.</p>
<p>Nach 1980 verschlechterte sich die Lage, da Rumänien die Staatsschulden abzahlte, alles auf Export setzte und die Bevölkerung dazu ausbluten lies. Da die Löhne gleich hoch ausfielen und die Preise für Konsumgüter vom Staat gering gehalten wurden, gab es kaum noch Lebensmittel und Konsumgüter in den Geschäften. Es wurden Lebensmittelkarten eingeführt, die den Verbrauch rationierten. Der Schwarz Markt stieg dadurch. Arbeitslosigkeit wurde versteckt, in dem Menschen in Urlaub geschickt oder halbe Löhne gezahlt wurden. Durch den Verbot von Verhütung und Abtreibung wuchs die Bevölkerung und auch die Zahl der vernachlässigten und institutionalisierten Kinder rapide, sowie eine große Kindersterblichkeit und eine gestiegene Zahl von Kindern mit Behinderungen (eine Folge von Unterernährung / schlechter Medizinischer Versorgung und privaten mißglückten Abtreibungen).</p>
<p>Nach 1989 gab es drei Etapen der Sozialpolitik: Die erste Etape war Wiederherstellung von Sozialpolitik. Dies beinhaltete den Stop des Exports von Lebensmitteln und Verteilung von Hilfen aus dem Ausland im Land, das Beenden der versteckten Arbeitslosigkeit, Legalisierung der Abtreibung, vereinzelte Entschädigungen für politisch Verfolgte im Kommunismus und Senkung von Lebensmittelpreisen. Diese Maßnahmen kosteten den Staat extrem viel Geld und waren nur auf kurzfristige Verbesserung der Lage aus. Diese Etappe dauerte bis zur Wahl im Mai 1990.</p>
<p>Die zweite Etape (1991-2000) war die Herstellung und Institutionalisierung von Organen der Sozialpolitik für eine Marktwirschaft. Dies bedeutete, dass es der Bevölkerung viel kostete, viel mehr als die Regierung zunächst angenommen hatte. Der rumänische Staat zog sich weit aus seiner Verantwortung zur Schaffung von Wohlstand zurück und die Familien mußten diese Belastungen tragen. Karitative Einrichtungen versuchten mit zu helfen, aber deren Hilfe war ungerecht verteilt. Die Klasse der Reichen und die Klasse der Armen wuchs und damit auch der gesellschaftliche Unterschied. Diese Entwicklung war zum einen zu erwarten, da auch in den Ex-Kommunistischen Nachbarstaaten, die Wirtschaft um 20-40% bei der Transformation gesunken war, allerdings war der Niedergang von allen Staaten am größten und Rumänien zahlte erheblich weniger vom Bruttoinlandsprodukt in die Sozialpolitik. Preda sagt (2007, S.115-116), dass weder die vorhandene rumänische Ökonomie, also isolierte Lage, veraltete Technologie, noch die Weltbank und der IWF, die, durch ihre an Bedingungen geknüpften Gelder, das Amerikanische Modell, des Sozialstaates auf Rumänien übertragen wollten eine Erklärung für dieses Phänomen sein könnten, da alle anderen Ex-Kommunistischen Staaten, das gleiche Schicksal traf.</p>
<p>Viel mehr führt er es auf folgende Punkte zurück:</p>
<p>Die letzen Jahre des Kommunismus waren viel härter, als in den Nachbarstaaten, der Staat forderte hier die Familien auf für ihre Probleme selbst zu sorgen, so dass der Staat einerseits nach 1989 nicht mehr Fürsorge für nötig hielt und die Bevölkerung auch mehr hinnahm als in den anderen Staaten.</p>
<p>Die gewaltvolle Revolution führte, im Gegensatz zu den friedlichen Revolution in den Nachbarstaaten, zu größeren Abspaltungen innerhalb der Bevölkerung und führte zu größeren sozialen Spannungen und einer reduzierten Bereitschaft für soziale und weitgehend Einkommen ausgleichende Reformen.</p>
<p>Die dritte und letzte Etappe war dann die eigentliche Transformation zum Kapitalismus, die ab 2001 statt fand, Ausdruck ist unter anderem die Einführung Flat-Tax, der NATO beitritt, und die Ökonomische Erholung und der darauf folgende Wirtschafts-Boom.</p>
<p><strong>Faktoren, die die Sozialpolitk in Rumänien bestimmen</strong></p>
<p>Laut Deacon (1993), der die Sozialpolitik in Osteuropa charakterisiert hat gibt es sechs Faktoren, die eine Sozialpolitik bestimmen. Marian Preda (2007, S.135 ff) hat diese Faktoren auf Rumänien übertragen und ausgeführt. <strong></strong></p>
<p><strong>1. Ideologische, politische Faktoren</strong></p>
<p>Die Ideologien der Parteien scheinen nach 1989 kaum einen Einfluss auf die Sozialpolitik gehabt. Die Sozialdemokratischen Parteien, die zunächst regierten (1989-1996) hatten keine wirklichen sozialen Programme. Ihre Sozialen Ausgaben lagen mit 14-16% des Bruttoinlandsprodukts, weit unter den Ausgaben der Nachbarstaaten oder den sozialdemokratisch geführten Staaten im Westen. Diese Ausgaben waren auch nicht anders als die Konservativen und Liberalen regierten (1996-2000). Der Einfluß von sozialen Bewegungen oder Organisationen der ethnischen Minderheiten war extrem gering. Nur die Roma Organisationen, obwohl sehr schlecht organisiert, konnten sich manchmal Gehör verschaffen. <strong></strong></p>
<p><strong>2. Kulturelle Faktoren</strong></p>
<p>Die kulturellen Faktoren waren sehr wichtig. Die Arbeitsmoral z.B. war, durch den Kommunismus, der die Gleichheit aller Propagierte und für gleiche Bezahlung sorgte, extrem reduziert. Die Arbeit war garantiert und der Staat sorgte für die Soziale Sicherung. Dies führte nach 1989 dazu, dass viele Menschen den Staat als Fürsorger sahen. So wurden im Kommunismus viele Kinder mit und ohne Behinderungen dem Staat in seinen Institutionen überlassen. Dies war vor dem Kommunismus ganz unüblich. Dieser Transfer des Individuum und der Familie auf den Staat wurde im letzten Jahr von Ceausescu und im erheblichen Masse nach 1989 drastisch zurück gefahren. Die Familie hat in vielen Punkten nun die wichtigste Aufgabe, da der Staat sich zurückgezogen hat:</p>
<p>1. Ein großes Problem sind Wohnungen für junge Familien, da der Staat keinen (besser: kaum) staatlichen Wohnungsbau betreibt und Rentner kaum noch auf das Land ziehen um ihre Wohnungen den Jüngeren zu überlassen. So kommt es manchmal vor, dass junge Familien eine ältere Person (meist irgendwie verwandt) pflegen, damit sie später in die Wohnung ziehen können und erfüllen so die Pflege von älteren Menschen, die der Staat total ignoriert und kaum für Pflege bezahlt.</p>
<p>2. Das Erziehen und Pflegen von kleinen Kindern liegt in weiten Teilen auch in den Händen der Familien. Der Staat hat das Kindergeld drastisch reduziert und keine Angebote für Kinder von 0-3 Jahren geschaffen. So muß oft die Oma die Erziehung übernehmen, so dass die Mutter für das Geld sorgen kann. Auch so werden zwei vernachlässigte Dinge des Staates kompensiert: Die geringe Rente und die Gefahr des Arbeitsplatzverlustes der Mutter nach der Schwangerschaft.</p>
<p>3. Die Eltern (vor allem aus ländlichen Gebieten) müssen viele Ressourcen (meist Lebensmittel) für ihre Kinder (Studenten, Schüler, jungverheiratete in der Stadt) abgeben. Während im Kommunismus in der Stadt die Lebensmittel durch Lebensmittelkarten rationiert waren und so die Landbevölkerung aushalf, sind die (neuerdings Supermarkt-) Regale voll, aber erheblich teuer und unerreichbar und Menschen benötigen weiterhin Hilfe der Landbevölkerung.</p>
<p>4. Der Staat gibt viele Ausgaben der Schulbildung in die Hände der Familien. Um Prüfungen zu bestehen müssen Familien für Nachhilfe zahlen. Es gibt Klassenfonds, Ausgaben für Schulmittel und Geschenke für Lehrer, Eintrittsgelder, Gelder für Zeugnisse, Strafgelder für nichtbestandene Prüfungen. Private Hochschulen sind sehr gefragt (staatliche dementsprechend schlecht) und müssen von den Eltern getragen werden. Es gibt immer mehr private Kindergärten. Aus diesem folgt, dass die Chancengleichheit rapide sinkt und gerade aus ländlichen Gegenden immer weniger Kinder höhere Klassen und Schulen besuchen.</p>
<p>5. Obwohl es eine Krankenversicherung gibt, die alle Kosten deckt, müssen immer noch, wie im Kommunismus Geschenke und Gelder an Ärzte und Personal gezahlt werden. Oftmals Summen, die sich viele Familien nicht leisten können.</p>
<p>6. Da die Situation in den Institutionen für behinderte Menschen kaum geändert hat, müssen viele Familien für ihre Angehörigen selbst sorgen.</p>
<p>7. Es gibt kein Programm für junge Familien um sich günstige Kredite zu leihen, darum sind sie auf Familienangehörige angewiesen.</p>
<p>8. Durch den Wegzug vieler junger Menschen vom Land in die Stadt, leben zunehmend ältere Menschen in den Dörfern, die von einigen Angehörigen gepflegt werden. Diese Beispiele in denen die Familie dem Staat entgegen tritt, sind auf der einen Seite gern gesehen, aber dadurch fallen viele die doch allein oder in Institutionen sind heraus. <strong></strong></p>
<p><strong>3. </strong><strong>Strukturelle Faktoren</strong></p>
<p>Gegenüber den klassischen Modellen der Sozialpolitik, ist in Rumänien, obwohl ein Sozialstaat, ein großer Unterschied zu verzeichnen. Die Unterschicht ist in Rumänien um ein vielfaches höher, als in den westlichen Ländern und die Mittelschicht kaum vorhanden. Der Begriff Unterschicht und Armut ist relativ, in dem bisher geschriebenen, kann man aber davon ausgehen, dass die Rumänische Unterschicht sehr, sehr arm ist und nicht von einer Unterschicht sondern von einer untersten Schicht gesprochen werden kann. Zu dieser Schicht gehören Arbeitslose, nichtqualifizierte Arbeiter und Handwerker, von denen viele auf dem Schwarzmarkt arbeiten, viele Roma, alte Menschen ohne oder mit geringer Rente, Straßenkinder und Obdachlose, größere Teile von alleinerziehenden, Familien mit vielen Kindern.</p>
<p>Die Unterschicht ist von rund 25% im Jahr 1995 auf 41% im Jahr 1999 (Tesliuc, Pop, Tesliuc, 2001) gestiegen und zeigt wie es trotz (oder wegen) der ökonomischen Stärke in Rumänien zugeht. Dies bedeutet auch, dass vom Staat mehr soziale Sicherung erwartet wird und weniger zu seiner Finanzierung beigetragen wird, da dies zum größten Teil von der Mittelschicht finanziert wird. <strong></strong></p>
<p><strong>4. Ökonomische Faktoren</strong></p>
<p>Die Ökonomischen Faktoren sind sehr wichtig. Die kommunistische Vergangenheit, die gewaltvolle Revolution und dessen Wirkungen, waren wichtige Einflüsse für die Richtung der Ökonomie und den Lebensstandard der Menschen. Der wichtigste Grund, warum wenig Geld in das Sozialsystem gegeben wurde, ist weil das Bruttoinlandsprodukt nach 1989 dramatisch gesunken war (75%-76% in den Jahren 1992 – 1999 zu 1989).</p>
<p>Die meisten der großen staatlichen Betriebe, die im Kommunismus viel für die Sozialsysteme beisteuerten verloren unheimlich viel an ihrem Gewinn und erwarteten vom Staat, dass ihre Schulden gelöscht würden. Sie erhielten bis 2000 viel Geld als erneute Kredite und Subventionen. Dadurch wurde den Sozialsystemen wenig Geld zur Verfügung gestellt. Aufgrund dieser Unterfinanzierung gab es keine Soziale Dienste in den ländlichen Gebieten, die die Probleme sehen und zusammenführen hätten können, sondern nur in größeren Städten, wobei auch hier zu wenige und qualitativ schlecht waren. Außerdem sind rund 10% der Familien Alleinerziehend und für diese gibt es keine besonderen Hilfen, sowie es für 2-3 jährige Kinder nichts gibt, obwohl Eltern wieder anfangen müssen zu arbeiten. Jugendliche, die mit 18 Jahren Heime verlassen müssen, werden ganz auf sich gestellt. Menschen ohne Dokumente (vor allem Roma), bekommen keine Sozialen Leistungen, auch für diese gibt es keine Hilfen. <strong></strong></p>
<p><strong>5. Weitere interne Faktoren</strong></p>
<p>Die Gewerkschaften waren immer eine Bremse für Reformen in Rumänien, schreibt Marian Preda (2007, S.152). Die Gewerkschaften konnten und können nur für ihre Mitglieder eintreten, also für diejenigen die ihren Job retten konnten und für diese Privilegien herausholen. Sie kämpfen aber nicht für die soziale Sicherung aller Bürger (wie in Schweden) und verlieren damit ihre Glaubwürdigkeit und die Unterstützung der Bevölkerung. So wurden viele Gelder für Subventionen, Kürzungen von Schulden für Staatliche Firmen ausgegeben, anstatt diese in das Sozialsystem zu investieren. Es gibt viele Fußballmannschaften in den ersten Ligen, die von den Gewerkschaften und den Staatsfirmen mit Milliardensummen finanziert werden (mindestens eine Million Dollar pro Jahr kostet eine Fußballmannschaften).</p>
<p>Die Kirche hat im Westen oftmals eine tragende Rolle im Sozialsystem. Die Orthodoxe Kirche in Rumänien hatte und hat ein paar gemeinnützige Aktionen, doch diese sind wenig und kaum organisiert. Kaum einen Einfluß auf die Sozialpolitk hatten die Initiativen nach 1989, Soziale Arbeit in die theologische Fakultät mit einzufügen und der Aufbau von sozialen Diensten in den Kirchen. Obwohl die katholische und evangelischen Kirchen weniger Mitglieder in Rumänien haben, haben diese, vor allem durch ausländische Gelder, eine Vielzahl von sozialen Projekten gestartet. Insgesamt kann man aber sagen ist der Einfluß, obwohl die Kirchen eine große Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung genießen, auf die Sozialpolitik bescheiden und haben nicht für die Institutionalisierung der Hilfen beigetragen.</p>
<p>Die Rolle Akademiker und Spezialisten auf die Sozialpolitik war zunächst gering, da auf der einen Seite nach 1989 wenig ausgebildete Menschen auf dem Gebiet existierten und auf der anderen Seite die ökonomischen und politischen Argumente immer stärker Gehör fanden. Mittlerweile arbeiten die Spezialisten mit und sind ein wichtiger Teil beim ausarbeiten der Sozialpolitik, wie es auch in anderen Staaten normal ist. <strong></strong></p>
<p><strong>6. Internationale Faktoren</strong></p>
<p>Rumänien hat durch verschiedene Organisationen immens wichtige Hilfen (Militärisch-Politisch: EU, NATO, UNICEF, Vereinte Nationen; Ökonomisch-Finanziell: FMI, Weltbank, OECD, GATT; Internationale NGOs: Save the Children, World Vision, Rotes Kreuz ua.) bekommen und eingesetzt. Probleme dabei sind die Bedingungen, die nicht mit weitsichtiger Strategie durch die Rumänische Politik durchgeführt worden sind. Oftmals sind Bedingungen und Erwartungen der Organisationen verschieden (IWF: liberal, basierend auf die amerikanische Ökonomie; Weltbank: Moderat, mit sozialer Sicherung im Blick; EU: sozialdemokratisch), so dass den jeweiligen Organisationen Versprechungen gemacht wurden, die oftmals sich sogar ausschlossen und nicht erfüllbar sind. <strong></strong></p>
<p><strong>Bereiche der rumänischen Sozialpolitik</strong></p>
<p>Da ich nun vorgestellt habe wie die Geschichte Rumäniens war und welche Faktoren eine Rolle gespielt haben, beim Aufbau der Sozialpolitik und auch ein paar Beispiele angeführt habe, will ich nun kurz, die verschiedenen Bereiche der Sozialpolitik darlegen. Die rumänische Sozialpolitik wird im Prinzip vom Ministerium für Arbeit und Soziale Solidarität ausgearbeitet und ausgeführt. Die Aktivitäten wurden zum größten Teil dezentralisiert, dh. auf die 41 Landkreise und Bukarest angeordnet, die lokale Ebene wird aber zum größten Teil (vor allem finanziell) ignoriert.</p>
<p>Ein schematischer Überblick soll kurz erläutern, wie die Sozialpolitik in Rumänien aussieht. Auf diesen ersten Blick erkennt man zunächst keinen großen Unterschied zu Deutschland, wenn ich aber danach in die einzelnen Bereiche hineinschaue, sieht man das die Maßnahmen aber mehr als dürftig sind und nicht im geringsten eine wirkliche Unterstützung darstellen.</p>
<p align="center"><a title="Sozialpolitik" href="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/referat-sozialpolitik-rumanien_html_m79896073.jpg"><img src="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/referat-sozialpolitik-rumanien_html_m79896073.thumbnail.jpg" alt="Sozialpolitik" /></a></p>
<p align="center">(Quelle: Preda, 2007, S. 147) <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Soziale Sicherung</strong> <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>1. Arbeitslosenhilfe</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong></strong>Eine Nationale Agentur zum Beschäftigen von Arbeitskräften (ANOFM) gibt es in jedem der 41 Landkreise und soll die Nationalen Strategien zur Beschäftigung und zur Professionellen Weiterbildung, sowie die soziale Sicherung der arbeitslosen Menschen durchführen und einen sozialen Dialog zur Beschäftigungspolitik implementieren. Dies tut die Agentur durch Beratungsgespräche für Arbeitssuchende und Selbstständige, Subventionieren von Arbeitsplätzen und Gehältern, Weiterbildungen und Schulungen, sowie durch Kreditvergabe an Selbstständige. Die Arbeitslosenhilfe (Gesetz 76/2002) betrug 75% des Mindestlohns (97,50 €). Seit 2005 bekommt ein Arbeitsloser, wenn er für mindestens drei Jahre beschäftigt war und in alle Versicherungen (Kranken-,Renten und Arbeitslosenversicherung) eingezahlt hat, 10% seines letzen Einkommens zusätzlich, um den Begriff der Versicherung nachzukommen und Anreiz zu schaffen einzuzahlen. Arbeitslosengeld bekommt man für ein Jahr und seit 2005 wird außerdem überprüft, dass man während seiner Tätigkeit alle Versicherungen bezahlt hat &#8211; so soll Schwarzarbeit verhindert werden. <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>2. </strong><strong>Rente</strong></p>
<p style="text-align: left;">In Rumänien ist die Rente ausschließlich staatlicherseits organisiert und jeder Arbeitende ist verpflichtet einzuzahlen. Der eingezahlte Fond wird innerhalb der Rentengeneration (Mindestrenten unabhängig vom eingezahlten Satz und gekappte Höchstrenten, evtl. weniger Geld als man eingezahlt hat) und zwischen den Generationen (die Arbeitende Generation zahlt für die Rentnergeneration) verteilt. In Rumänien ist für die Rentenversorgung das Nationale Haus für Renten und andere soziale Versicherungen (CNPAS) zuständig. Die CNPAS ist lokal und regional mit vielen Agenturen vertreten. <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>3. Sozialhilfe</strong></p>
<p style="text-align: left;">Der Sozialhilfesatz wird nach den Personen im Haushalt gestaffelt gezahlt. Ein ein  Personenhaushalt bekommt 740.000 lei ROL (altes System, entspricht 74 lei RON = 21 Euro, Zahl aus dem Jahr 2003).</p>
<p style="text-align: left;"><strong>4. Kindergeld</strong></p>
<p style="text-align: left;">Kindergeld gibt es für alle Kinder bis 16 Jahren, sowie für Kinder in Ausbildung bis 18 Jahren. Behinderte Kinder bekommen Kindergeld bis 18 Jahre. Im Jahr 2003 lag das Kindergeld bei 210.000 lei ROL (dh. ca. 6 Euro) im Monat. <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>5. Unterstützungsgelder</strong></p>
<p style="text-align: left;">Weitere Unterstützungsgelder werden je nach Bedarf gezahlt. So gibt es zusätzliche Gelder für Familien, Gelder für Kinder in Pflegefamilien, für neugeborene Kinder, für Familien, dessen Väter den obligatorischen Militärdienst leisten, für Beerdigungen, für Flüchtlinge, für Heizkosten in den Wintermonaten, für Kriegsveteranen und einen Fond für Krisensituationen. <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Soziale Dienste</strong></p>
<p style="text-align: left;">Dieser Bereich gliedert sich wiederum in drei Bereich auf. Soziale Dienste für Kinder und Jugendliche, für behinderte und für ältere pflegebedürftige Menschen. Die Hilfe ist nach dem Subsidiaritätsprinzip aufgebaut, dh. zu erst soll die Familie helfen, dann das Gemeinwesen und als letztes der Staat. Der Staat betrachtet dabei die Einkünfte der Personen und hilft bis zu einem Limit aus. Da der Staat bisher nicht in der Lage ist die nötigen finanziellen Hilfen bereitzustellen, versucht er folgende Strategie: Im ersten Schritt zieht er sich aus der Rolle heraus Dienste bereitzustellen und finanziert sie nur noch, anfänglich komplett. Im zweiten Schritt zieht er sich aus Finanzierung allmählich zurück und finanziert nur noch die Hälfte. Aus diesem Grund sind die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) ein wichtiger Faktor der sozialen Arbeit in Rumänien. Von Anfang an haben diese immer wieder vorgemacht, dass sie effektiver und kostengünstiger sind als die verkrusteten staatlichen Institutionen. Ihre Geldgeber kamen aus dem Ausland, aber immer mehr müssen sie versuchen Geldquellen im Inland aufzutun. <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>1. Kinder- und Jugendarbeit</strong></p>
<p style="text-align: left;">Die kreislichen und lokalen Behörden müssen für die Durchsetzung der Kinderrechte sorgen und können autonom folgende Leistungen selbst oder durch Partner (NGOs) anbieten: Wohngemeinschaften (viele der alten Kinderheime wurden zu solchen Familiengemeinschaften umgebaut), Beratungsstellen zur Schwangerschaft, Kinderheime für schwerstbehinderte Kinder, Psychotherapeutische Zentren, Beratungs- und Umerziehungsstellen zur Reintegration von Straffällig gewordenen Jugendlichen, Informationszentren gegen Mißbrauch von Kindern. Außerdem können für Kinder in extremen Bedingungen Tageszentren zur Betreuung und Erziehung und Kinderheime geschaffen werden. Ausführen tun diese Dienste oft die zahlreichen NGOs in Rumänien. <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>2. Behindertenhilfe</strong></p>
<p style="text-align: left;">Das Ministerium für Gesundheit und Familie ist für diesen Bereich zuständig und  schließt durch den Staatssekretär für Menschen mit Behinderungen, auf lokaler Ebene Verträge mit verschieden Organisationen, die Pflegezentren, Tageszentren, Lebensgemeinschaften uä. gründen. <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>3. Altenpflege</strong></p>
<p style="text-align: left;">Sozialpädagogen führen eine Soziale Untersuchung/Befragung (ancheta social) durch und bestimmen in Absprache je nach Resultat die folgenden Hilfen für ältere Menschen durch: ambulante, temporäre Pflege; temporäre oder permanente Pflege in einem Altenheim; Pflege in Tageszentren, Altenclubs, Sozialwohnungen uä. Sollte die Person nicht selbst in der Lage sein seine Meinung kund zutun, so bestimmen die sozialen Dienste des lokalen Konsils in Absprache mit dem Familienarzt und Angehörigen. Diese Beratungsgespräche sind für alle kostenlos, die weiteren Dienste sind nur kostenlos, wenn ihr Einkommen fünf mal kleiner ist, als die anzurechnenden Einkommen für die Sozialhilfe. Ansonsten werden die Preise vom lokalen Konsil festgelegt. Die Dienste werden vom lokalen Konsil organisiert, die NGOs oder andere Personen beauftragen dürfen. Übernehmen Verwandte die Pflege haben sie Recht darauf ihre Arbeitsstelle auf eine Halbtagsstelle zu reduzieren und bekommen für die zweite Hälfte den Lohn eines Sozialpädagogen im ersten Jahr. Menschen in Pflegeheimen müssen je nach Pflegebedarf sich an den Kosten beteiligen, jedoch nicht mehr als 60% des monatlichen Einkommens. <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>4. Krankenversicherung</strong></p>
<p style="text-align: left;">Jeder Bürger zahlt abhängig vom Einkommen in die Krankenversicherung ein. Sämtliche Arztkosten werden offiziell von der Krankenversicherung übernommen, allerdings ist es üblich den Ärzten und dem Personal Geschenke und Geld zu bezahlen. Es gibt viele Private Praxen und Kliniken, da die öffentlichen Praxen und Krankenhäuser nicht ausreichend sind und ihre Leistungen nicht den Standards genügen. <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Fazit – Kultur der Armut</strong></p>
<p style="text-align: left;">Wenn wir nun zusammenführen was ich bereits ausgeführt habe erkennen wir folgendes: Ich habe zu Anfang die vorherrschenden Modelle der europäischen Sozialpolitik vorgestellt. Laut Zamfir wäre Rumänien demnach ein „stat minimalist al bunastarii, bazat pe valorile muncii“ (Zamfir, 2000, S.29) In etwa übersetzt: Minimaler Wohlfahrtsstaat, der Wert auf Arbeit legt. Dies würde dem angelsächsischen Modell entsprechen, allerdings so Preda (2007, S.157) muß herausgestellt werden, dass es in Rumänien, im Gegensatz zu England und den USA, kein ausgereifte Sozialsystem und kein Anreizsystem für den Arbeitsmarkt gibt und kein solides System von kirchlichen oder lokalen Organisationen, die dass auffangen was der Staat nicht tut. Die USA zahlen wesentlich mehr Prozente ihres Bruttoinlandsprodukt für den Sozialstaat als es Rumänien tut, obwohl die Probleme in Rumänien wesentlich größer sind. Darum würde Preda Rumänien dem Modell der Latino-Staaten zuordnen und sagt, dass das System unter dem minimalen Standards ist und nicht komplett ist. Preda nutzt den Begriff von Oscar Lewis („Kultur der Armut“, Lewis, 1959) und sagt das Rumänien eine regierte Kultur der Armut („culturii guvermentale a saraciei“, Preda, 2007, S.157) sei. Während Oscar Lewis, die Kultur der Armen in einer Gesellschaft voll Armut beschreibt, geht Preda darauf ein, dass in Rumänien die Regierung und der Staat selbst arm ist und damit die Gesellschaft beeinflusst. Die Regierungen, vor allen von 1990 – 2000, sind extrem arm, da sie limitierte finanzielle Ressourcen besitzen, so können sie die sozialen Probleme nicht lösen, haben eine geringe Autorität und müssen sich mit einer ungeordneten Ökonomie und einem ungeordneten Sozialwesen abfinden, dass sich in Streiks, nicht bezahlten Löhnen, Mißbrauch von staatlichen Organen und hohen Kriminalitätsraten ausweist. International sind die Regierungen marginalisiert und oft ausgeschlossen von Internationalen Organisationen, sie sind finanziell abhängig und von Geldgebern und ausländischen Investoren kontrolliert. Aus diesen Gründen versuchen die Regierungen die jetzigen Probleme schnell zu lösen, anstatt langfristige Strategien auszuarbeiten und große Reformen anzugehen. Dies hat immense Auswirkungen auf die Bevölkerung und führt zu einer Kultur der Armut für Familien und Individuen. Meine Vermutung ist aber die, dass der Staat genau diese Armut braucht um Aufschwung und Wachstum zu schaffen. Nur wenn genug Menschen arm sind, sind sie bereit auf dem Billiglohnsektor zu arbeiten und Rumänien kann eine Alternative zu China und anderen Billiglohnländern sein. Nur so ist zu erklären warum so viele Firmen in Rumänien investieren und hohe Gewinne einfahren können. Trotz Korruption ist dank Flat-Tax eine Investition gewinnbringend. Eine Verbesserung der Sozialpolitik wäre kontraproduktiv, Verbesserungen der Infrastruktur ist viel wichtiger und wird vorangetrieben.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Literaturverzeichnis</strong></p>
<p style="text-align: left;">Deacon, Bob, 1993, „Developments in East European Social Policy“, in Jones, Catherine (Hrsg.), <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0415070414?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0415070414">New Perspectives on the Welfare State in Europe</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=0415070414" border="0" alt="" width="1" height="1" />, Routledge, London.</p>
<p style="text-align: left;">Leibfried, Stephan, 1993, Towards an European Welfare State?, in Jones, Catherine (Hrsg.), <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0415070414?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0415070414">New Perspectives on the Welfare State in Europe</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=0415070414" border="0" alt="" width="1" height="1" />, Routledge, London.</p>
<p style="text-align: left;">Lewis, Oliver, 1959, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0465097057?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0465097057">Five Families, Mexican Case Studies in the Culture of Poverty</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=0465097057" border="0" alt="" width="1" height="1" />, Panther, London</p>
<p style="text-align: left;">Pasa, Florin; Pasa, Luminita, 2003, Cadrul juridic si organizatoric al asistentei sociale in Romania, Polirom, Iasi.</p>
<p style="text-align: left;">Preda, Marian, 2007, Politica sociala romaneasca intre saracie si globalizare, Polirom, Iasi.</p>
<p style="text-align: left;">Zamfir, Elena, Badescu, Ilie, Zamfir, Catalin (Koord.), 2000, Starea societatii romanesti dupa 10 ani de tranzitie, Expert, Bukarest. <strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Quellenangaben</strong></p>
<p style="text-align: left;">INSSE, <a href="http://www.insse.ro/cms/rw/news/item346.ro.do">http://www.insse.ro/cms/rw/news/item346.ro.do</a>, zuletzt besucht am 10.12.2007</p>
<p style="text-align: left;">Wikipedia, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rumänien">http://de.wikipedia.org/wiki/Rumänien</a>, zuletzt besucht am 06.01.2008</p>
<p style="text-align: left;">Weltbank, <a href="http://www.worldbank.org.ro/WBSITE/EXTERNAL/COUNTRIES/ECAEXT/ROMANIAEXTN/0,,contentMDK:20636934~menuPK:287302~pagePK:141137~piPK:141127~theSitePK:275154,00.html">http://www.worldbank.org.ro</a>, zuletzt besucht am 06.01.2008</p>
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		<title>Homepage von FOC</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2005 17:49:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Homepage von FOC ist online. Sie ist in Rumänisch, Deutsch und Englisch und unter fundatiafoc.r8.org zu finden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />Die Homepage von FOC ist online.<br />
Sie ist in Rumänisch, Deutsch und Englisch und unter <a TITLE="Fundatia FOC" TARGET="_blank" HREF="http://fundatiafoc.r8.org">fundatiafoc.r8.org</a> zu finden.</p>
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		<title>Fotos</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2004 23:09:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rumänien]]></category>

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		<h4><a class="ngg-album-desc" title="Alltägliche Arbeit" href="http://adigwe.de/index.php/social/rumanien/fotos/?album=1&amp;gallery=1" >Alltägliche Arbeit</a></h4>
				<p><strong>9</strong> Fotos</p>
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		<h4><a class="ngg-album-desc" title="Aufführungen" href="http://adigwe.de/index.php/social/rumanien/fotos/?album=1&amp;gallery=2" >Aufführungen</a></h4>
				<p><strong>11</strong> Fotos</p>
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		<h4><a class="ngg-album-desc" title="Stadt und Land" href="http://adigwe.de/index.php/social/rumanien/fotos/?album=1&amp;gallery=3" >Stadt und Land</a></h4>
				<p><strong>6</strong> Fotos</p>
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		<h4><a class="ngg-album-desc" title="Weihnachtspaketaktion" href="http://adigwe.de/index.php/social/rumanien/fotos/?album=1&amp;gallery=4" >Weihnachtspaketaktion</a></h4>
				<p><strong>7</strong> Fotos</p>
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		<title>Brücken bauen zwischen Ost und West Friedensdienst in Rumänien</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2004 17:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rumänien]]></category>
		<category><![CDATA[EIRENE]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum EIRENE sich in Südosteuropa engagiert Kinder- und Jugendarbeit Europa steht auf der Tagesordnung. Aber wie entsteht ein gemeinsames Europa? Besonders für die Länder Südosteuropas ist der Weg in die europäische Union noch sehr weit. Sie haben heftige soziale Umbrüche erlebt. Viele Menschen haben diese Veränderungen als Bedrohung erlebt. Sie sind Verlierer dieser Prozesse. Während [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" /><strong>Warum <a HREF="http://www.eirene.org" TARGET="_blank" TITLE="EIRENE">EIRENE</a> sich in Südosteuropa engagiert</strong><br />
<em>Kinder- und Jugendarbeit</em><br />
Europa steht auf der Tagesordnung. Aber wie entsteht ein gemeinsames Europa? Besonders für die Länder Südosteuropas ist der Weg in die europäische Union noch sehr weit. Sie haben heftige soziale Umbrüche erlebt. Viele Menschen haben diese Veränderungen als Bedrohung erlebt. Sie sind Verlierer dieser Prozesse. Während nun Politiker auf Konferenzen Rahmenbedingungen für ein vereinigtes Europa erarbeiten, gehen Freiwillige den Weg von unten, an der Seite von sozialen Randgruppen. Unsere westeuropäischen Freiwilligen können miterleben und im Kleinen daran mitwirken, zivilgesellschaftliche Strukturen zu gestalten. Sie erleben Projektpartner, die mit viel Einsatz an zentralen Problemen ihrer Gesellschaft arbeiten. Sie erleben den gewaltigen Unterschied zwischen dem Leben in Ost und West und erfahren gleichzeitig, wie nah uns dieser andere Teil Europas doch ist.<br />
<a HREF="http://www.eirene.org" TARGET="_blank" TITLE="EIRENE">EIRENE</a> möchte das Zusammenwachsen von Ost und Westeuropa fördern. Ein Europa, in dem alle Völker in Frieden miteinander leben können. Eine Illusion, sagen die einen angesichts der Kriege und Diktaturen der vergangenen Jahrzehnte und des riesigen Wohlstandsgefälles zwischen West und Ost. Eine Hoffnung, sagen die anderen, machen sich auf den Weg und gehen erste Schritte in Richtung Frieden, Versöhnung und sozialer Gerechtigkeit.</p>
<p><em>Rumänien: Projektbereiche in denen Freiwillige arbeiten</em><br />
Viele Familien können aufgrund der großen Armut und der räumlichen Enge, in der sie leben, ihre Verantwortung für die Kinder nicht genügend wahrnehmen. Die Schulen sind ebenfalls nicht darauf eingestellt, diese Lücken zu füllen. Damit die Kinder nicht auf der Straße landen, gibt es inzwischen ein Vielzahl von Organisationen, die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit durchführen.</p>
<p>Beispiel: Sf. Stelian in Bukarest<br />
In einem Tageszentrum erhalten die Kinder individuelle Förderung, Unterstützung bei den Hausaufgaben, Freizeitangebote und werden zusammen mit ihren Familien psychosozial betreut.</p>
<p>Beispiel: Philothea Club, Targu Mures:<br />
Kinder und Jugendliche erhalten in diesem offenen Zentrum konkrete Unterstützung in ihrem Alltag und Anregungen und Orientierung für ihr Leben.</p>
<p><a TITLE="Projekt FOC" HREF="http://adigwe.de/index.php/social/rumanien/projekt-foc/">&#8230;und das Beispiel F.O.C. auf dieser Homepage</a></p>
<p><em>Menschen mit besonderen Bedürfnissen</em><br />
Die Humanität einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie sei mit Menschen mit Behinderungen, die ihren besonderen Schutz brauchen wie Menschen mit Behinderungen, vereinsamte alte Menschen und Obdachlose.</p>
<p>Beispiel: Diakonia Fagaras bei Sibiu<br />
50 Kinder, die schwer und mehrfach behindert sind, werden hier betreut und in ihren individuellen Möglichkeiten gefördert.</p>
<p>Beispiel: Orthodoxe Gemeinde in Sibiu<br />
Hier werden alte, allein stehende und hilfsbedürftige Menschen in ihren Wohnungen besucht und betreut. Obdachlose erhalten ein befristetes Zuhause und werden bei der Reintegration unterstützt.</p>
<p><em>Politische Bildung und Demokratieförderung</em><br />
In Rumänien wie in allen anderen Transformationsländern des Ostens werden das Demokratieverständnis und die selbstbewusste Teilhabe am öffentlichen Leben erst allmählich entwickelt. Engagierte Initiativen tragen zu dieser politischen Bewusstseinsbildung bei.</p>
<p>Beispiel: PATRIR in Cluj-Napoca<br />
Sich für den Naturschutz einsetzen, Aktionsgruppen aufbauen, Kampagnen organisieren, das leistet dieses Zentrum, in dessen Mittelpunkt die Entwicklung und Anwendung von gewaltfreien Konfliktlösungsstrategien in Theorie und Praxis steht.</p>
<p><a TITLE="Rumänisch für absolute Anfänger" HREF="http://adigwe.de/index.php/social/rumanien/sonstige/rumanisch-fur-absolute-anfanger/">&#8230;wenn du wissen willst wie die Rumänische Sprache funktionert, dann schau hier.</a></p>
<p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://adigwe.de/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Zeit verinnt wie im Fluge &#8211; Rundbrief Nr.7</title>
		<link>http://adigwe.de/index.php/social/rumanien/rundbriefe/die-zeit-verinnt-wie-im-fluge-rundbrief-nr7/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2003 18:13:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rundbriefe]]></category>
		<category><![CDATA[Bukarest]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Elternarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Email]]></category>
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		<category><![CDATA[Helpstep]]></category>
		<category><![CDATA[Rundbrief]]></category>
		<category><![CDATA[Schlag]]></category>
		<category><![CDATA[strassenengel]]></category>

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		<description><![CDATA[10. November 2003 Andreas Adigwe Pilot Liebe Freunde und Unterstützer, wieder sehr viel später als geplannt, schreibe ich meinen neuen Rundbrief. In den letzten sechs Monaten ist sehr viel passiert, nach meinem Besuch in Deutschland erschien ein Artikel im Göttinger Tageblatt, der auf große Resonanz traf, darauf fingen in Rumänien die Schulferien an und unser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />10. November 2003<br />
Andreas Adigwe Pilot</p>
<p>Liebe Freunde und Unterstützer,<br />
wieder sehr viel später als geplannt, schreibe ich meinen neuen Rundbrief.<br />
In den letzten sechs Monaten ist sehr viel passiert, nach meinem Besuch in Deutschland erschien ein Artikel im Göttinger Tageblatt, der auf große Resonanz traf, darauf fingen in Rumänien die Schulferien an und unser Projekt fuhr ans Meer. Danach hies es 3 Wochen Ferien für mich, die ich mit zwei Freunden aus Deutschland verbrachte.<br />
Nun bin ich wieder zurueck in Bukarest und mit dem Schulanfang kehrte der Alltag wieder ein. Alltag heisst Arbeit von 8:00 &#8211; 16:00 Uhr jeden Tag und dann ist der Nachmittag mit vielen anderen Dingen vollgestopft, die sponntan auf einen zukommen, so dass jede Woche immer stressig und etwas besonderes ist. Doch die Zeit läuft davon und ich möchte noch so viel tun. Dafür freue ich mich in 3 Monaten wieder meine Eltern und Geschwister und meine Freunde wiederzusehen.<br />
Aber nun einiges aus der letzten Zeit etwas detailierter:</p>
<p>Freizeit am Meer<br />
Für vier Tage fuhren wir 3 Kollegen, 15 Kinder und Johannes, ein Freund aus Deutschland nach Eforie Sud, ans schwarze Meer. Viele Spiele und Diskusionen haben wir mit den Kindern durchgefuehrt. Wettbewerbe, Puppentheater, Stehgreiftheater und ein Disco besuch und ein Schlambad dienten der Unterhaltung. Der schwarze Schlamm, den man sich auf dem ganzen Koerper einreibt, ist uebrigens beruehmt und soll gegen Rheuma helfen.<br />
Es war eine wunderschöne Zeit mit viel Sonne und in der die Kinder viel neues Erlebten, es war schön einmal länger mit ihnen zusammen zu sein.</p>
<p>Kerzen giessen<br />
Eine besondere Aktion haben wir vor ein paar Wochen unternommen. Auf Einladung des Projekts Strassenengel haben wir Kerzen gegossen.<br />
Unter Anleitung der Jugendlichen des Projekts haben die Kinder wunderschoene Kerzen gegossen, die sie stolz mit nach Hause tragen durften. Ein koestliches Mahl beendete dann den Tag, den ich jeweils mit beiden Schulen durchfuehren durfte. Über eine weitere Zusammenarbeit wird nun sogar Nachgedacht.<br />
Strassenengel ist ein Projekt, das von einem Deutschen gegründet wurde und Jugendlichen ohne Schulabschluss hilft, in dem es ein Zuhause und eine sinnvolle Beschäftigung, nähmlich das Kerzen giessen, bietet. Die Jugendlichen werden von einer Sozialarbeiterin begleitet und versucht wieder integriert zu werden. Die Kerzen, auf Basaren in Deutschland verkauft, finanzieren einen Teil des Projekts.<br />
Für Jugendliche, die nicht mehr in einen normales Arbeitsverhältnis eingegliedert werden können, soll nun ein zweites Haus eröffnet werden. Für weitere Informationen kann man sich in auf <a HREF="http://www.strassenengel.de" TARGET="_blank">www.strassenengel.de</a> in den Newsletter eintragen &#8211; es lohnt sich!</p>
<p>Ionut Prothesen<br />
Wie ich im Tageblatt und in meinen Rundbriefen erzählt hatte, hatte ich versucht für Ionut Prothesen Geld zu sammeln. Der Betrag für die Materialien aus dem Ausland wollte der Staat nicht übernehmen. Mittlerweile hat sich das aber geändert und die ganzen Kosten werden übernommen. Das kommt überraschend und ist eine grosse Erleichterung. 250 Euro hatte ich zu diesem Zeitpunkt, wenn gewünscht werde ich sie zurück überweisen. Viel lieber aber würde ich damit mit der Fussballliga eine Freizeit in den Bergen mit anschliesendem Tunier veranstalten. 10 Organisationen werden daran beteiligt sein mit 100 Kindern und so würde ich da nur einen kleinen Beitrag beisteuern. Bis jetzt ist dieses Projekt aber nur in den Köpfen.<br />
Ionut wird in den nächsten Wochen seine Prothesen bekommen und ich werde euch über den weiteren Verlauf berichten.</p>
<p>Mein Englischunterricht<br />
Viermal in der Woche gebe ich nun wieder regelmässig Englischunterricht. Die grossen Kinder machen ganz gute Fortschritte, allerdings sind die Kinder alle auf unterschiedlichen Nivau, so dass die einen sich teilweise langweilen und andere nicht hinterher kommen, das Versuche ich aber durch viele Kreativaufgaben zu vermeiden. Bei den kleinen Kindern muss ich nach einer Woche oft wieder von vorn anfangen, weil sie sich einfach die Vokabeln nicht merken können. Da ich das ja auch aus meiner Schulzeit noch kenne habe ich dafür Verständnis, aber es ist doch oft sehr nervig. Ich hoffe das sie zum Ende meiner Zeit wenigstens die doch öfters erscheinenden ausländischen Gästen begrüssen können und mit ihnen ein paar Worte wechseln können.<br />
(Wäre dann ja auch etwas leichter für mein Nachfolger <img src='http://adigwe.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  )</p>
<p>Neues aus Fussballliga<br />
Nachdem wir in der letzten Saison mit dem zweiten Platz und einem Pokal nach Hause gehen konnten sind die guten Spieler alle zu alt für die Liga, so dass sie nun in einer älteren Klasse mitspielen. Die neuen Kinder die frisch ins Projekt gekommen sind bilden nun eine neue Mannschaft, so dass ich nun zwei Tage in der Woche Fussballtraining mache. Die letzten vier Wochen habe ich sie alleine trainiert und diese Zeit mit einem Freundschaftsspiel gegen eine andere Organisation mit 6:2 erfolgreich abgeschlossen<br />
Die neue Saison beginnt am kommenden Samstag mit einem neuen System. Wir werden an diesem Samstag gegen alle teilnehmenden Mannschaften in einem Tunier spielen. Weitere Tuniere folgen und wer am Ende die meisten Tuniere gewinnt geht dann als Sieger hervor – das werde ich nicht mehr Erleben!</p>
<p>Weihnachtszeit<br />
Nun beginnt wieder die Weihnachtszeit und in beiden Zentren wird fleissig für die alljährliche grosse Weihnachtsfeier geprobt. Im letzten Jahr hatte ich das Theaterstück beigesteuert, in diesem Jahr singe ich mit den Kindern zusammmen im Chor. Den nun kann ich die romänischen Texte verstehen und schneller und besser Auswendig lernen. Wie im letzten Jahr werden die Kinder von Haus zu Haus ziehen und Weihnachtslieder singen im diesem Jahr werde ich mich anschliessen.<br />
Obwohl ich mich sechs Monate mich kaum noch in Deutschland gemeldet habe, freue ich mich dass die Bereitschaft da ist wieder die Paketaktion zu Weihnachten durch zu führen. Ganz besonders danke ich Marcus Meissner, der wieder die Organisation übernimmt. Wie im letzten Jahr bekommt jedes Kind ein Schuhkarton, das von einer Person in Deutschland gepackt wird. In diesem Paket sollten Spielsachen, Hygenemittel und andere Dinge enthalten sein.<br />
Wer sich beteiligen möchte sollte sich Marcus Meissner oder an mich wenden.</p>
<p>Schlägertypen?<br />
Schlagen und Geschlagen werden gehört bei den Kindern im Ghetto zum Alltag, sei es von den Eltern, den Mitschülern oder den großen Jungs vom Viertel. Oft hört man das sie sich mal wieder zusammen rotten um jemanden zu verprügeln für viele ist das schon ein Hobby geworden. Vor ein paar Tagen aber kam Cristi, ein 11 jähriger Junge, der viel vom Projekt gelernt hat, zu mir und erzaehlte mir, dass er von einem Mädchen ohne Grund geschlagen werde und was er den zu tun hätte. Er war verzweifelt, weil er doch nicht zurückschlagen wollte. Vor den allen anderen Kindern lies er sich blossstellen, weil er von einem Mädchen sich schlagen lies. Es ist schön solche Veränderungen an den Kinder zu sehen. Darauf traf ich den Bruder eines Kindes auf der Strasse mit Krazern im Gesicht. “Was machst du hier” – “Ach, ich schlag mich mit ein paar Kindern” entgegnete er mir gelassen.<br />
Ein anderes Mal, kam Paul, ein Junge von 12 Jahren, auf mich zu und erzählte mir er haette letzte Nacht folgenden Traum: Er hätte in der Kueche Hausaufgaben gemacht, als der Vater von ihm seine Mutter und seine Schwester verpruegelt haette. Mit einemal stand ich in der Tuer und haette das alles gesehen, aber wusste nichts zu machen.</p>
<p>Veraenderungen im nächsten Jahr im Projekt<br />
Das Projekt wird sich zum naechsten Jahr noch mehr mit den Eltern beschaeftigen, so dass Gewalt, Alkohol und andere Drogensuechtigkeit, Arbeitslosigkeit, Hygiene usw. in Familien mit den Eltern diskutiert werden kann und auch auf der Familienebene etwas erreicht werden kann. Die Eltern sollen auch Nachmittage zusammen mit den Kindern im Zentrum verbringen.<br />
Das Programm jedes Kindes wird von 6 Monaten auf ein Jahr erhoeht um laenger die Entwicklung der Kinder zu folgen.<br />
Ich halte diese Veraenderungen fuer sehr sinnvoll und bin weiterhin von dem Projekt und dem Team begeistert. Im Moment wird wieder dafuer einen Traeger gesucht.<br />
Nachfolger von meinem Projekt wird fuer 3 Monate Nora, die als Praktikum die Zeit “ueberbrueckt” bis im Sommer wieder ein Freiwilliger von Eirene kommt.</p>
<p>Nun, dann hoffe ich euch wieder endlich mal einen kleinen Einblick gewährt zu haben. Ich bin wie immer für jede Fragen offen und freue mich auf eure Meinung zu dieser Rundmail. Geht auf meine Homepage und schaut euch die Fotos an und tragt euch ins Gästebuch. Denkt und betet für mich und dem Projekt, eure Mitarbeit war und ist super wichtig und gibt mir die Kraft.<br />
Danke und liebe Gruesse,<br />
Euer Andreas Adigwe Pilot.</p>
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		<title>Der Rumänien Fall &#8211; Auszug aus einem ungewollten Abenteuerurlaub in Rumänien</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Sep 2003 18:19:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[geschrieben von Björn Brandes: Sommer 2003, das Wetter war gut, und ich hatte mir spontan vorgenommen in meinen Semesterferien eine Reise nach Ungarn und Rumänien zu unternehmen, um zwei Freunde zu besuchen. Einen in Budapest und anschließend Andreas Pilot in Rumänien, um die Gelegenheit zu nutzen mir einen Einblick in die Lebenssituation dort und sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" /><a HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/gruppe.jpg" TITLE="Unsere Gruppe"><img SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/gruppe.thumbnail.jpg" ALT="Unsere Gruppe" ALIGN="right" /></a></p>
<p><em>geschrieben von Björn Brandes: </em>Sommer 2003, das Wetter war gut, und ich hatte mir spontan vorgenommen in meinen Semesterferien eine Reise nach Ungarn und Rumänien zu unternehmen, um zwei Freunde zu besuchen. Einen in Budapest und anschließend Andreas Pilot in Rumänien, um die Gelegenheit zu nutzen mir einen Einblick in die Lebenssituation dort und sein Kinderhilfsprojekt zu verschaffen.</p>
<p><a HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/meer.jpg" TITLE="Am schwarzen Meer"><img ALIGN="right" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/meer.thumbnail.jpg" ALT="Am schwarzen Meer" ALIGN="right" /></a>Der Urlaub verlief zu Beginn sehr gut, ich konnte mich mit Andreas u. Johannes Schröder-Schetelig in Budapest treffen und mit ihnen zusammen nach Bukarest in Rumänien fahren. Auf der Zugfahrt konnte man schon den ersten Eindruck von den natürlichen Schönheiten dieses Landes gewinnen. Andreas hatte sich vorgenommen, uns die verschiedenen Regionen Rumäniens zu zeigen. Wir blieben einige Tage in Bukarest, fuhren dann an das Schwarze Meer und entschieden uns anschließend für eine mehrtägige Wanderung mit Zelten durch die Karpaten. Hier beginnt die eigentliche Erzählung meiner Erlebnisse.</p>
<p><a TITLE="Unterwegs" HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/unterwegs.jpg"><img ALT="Unterwegs" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/unterwegs.thumbnail.jpg" ALIGN="right" /></a>Wir waren in einer Gruppe von 5 Personen unterwegs. Andreas Pilot, Johannes Schröder-Schetelig, Fridolin Boost, Miru und ich. Fridolin war ein mit Andreas befreundeter deutscher Freiwilliger, der Ersatzdienst in einem anderen Projekt mit Kindern in Bukarest leistete und Miru eine rumänische Bekannte von Andreas, beschloss uns beim Wandern zu begleiten.</p>
<p><a TITLE="Nacht im Zelt" HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/zelt.jpg"><img ALT="Nacht im Zelt" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/zelt.thumbnail.jpg" ALIGN="right" /></a>Der erste Tag unserer Wanderung und auch die Nacht in den Zelten verlief problemlos. Am zweiten Tag entschieden wir uns, einen der höchsten Berge der Umgebung mit einer Höhe von 1800 Metern zu besteigen. Das Ziel war eine Cabana, eine Hütte, die ein ähnliches Konzept hat wie die deutschen Jugendherbergen, bei der man günstig Essen und Übernachten kann.</p>
<p><a TITLE="Hier ist Wegende" HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/wald.jpg"><img ALT="Hier ist Wegende" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/wald.thumbnail.jpg" ALIGN="right" /></a>Bedauerlicherweise gab es von der Gegend nur sehr ungenaue Karten zu kaufen, so war es nicht verwunderlich, dass wir nach kurzer Zeit vom Wege abkamen und einen Pfad einschlugen, der außer von den im Wald lebenden Braunbären von niemandem benutzt wurde. So war die Stimmung nach 4 Stunden Wanderung mit kurzer Hose durch vielfältige Arten von Brennnesseln und anderen Wildkräutern, halsbrecherischen Kletterpartien, ungenügend Trinkwasser und eigentlich keiner Vorstellung von unserer Position entsprechend gedrückt. Zur Orientierung diente lediglich die Sonne, um wenigstens in die richtige Richtung zu laufen.</p>
<p><a TITLE="durch die Brennnesseln" HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/nesseln.jpg"><img ALT="durch die Brennnesseln" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/nesseln.thumbnail.jpg" ALIGN="right" /></a>Hier schon geschah das erste Wunder, denn kurz bevor uns die Kräfte ganz verließen, erreichten wir einen Pfad mit einem Wegweiser, der unser Tagesziel als nur noch 15 Minuten entfernt auswies. Endlich hatten wir wieder eine Vorstellung davon, wo wir uns befanden und einen Wanderweg, dem wir folgen konnten. Wir erreichten den Standort der ersten Hütte, aber die Cabana war komplett niedergebrannt! Zum Glück gab es eine zweite Hütte gar nicht so weit entfernt. Diese erreichten wir nach einer weiteren, wenn auch nicht mehr so anstrengenden Wanderung.</p>
<p><a TITLE="Endlich oben" HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/oben.jpg"><img ALT="Endlich oben" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/oben.thumbnail.jpg" ALIGN="right" /></a>Bei dieser Hütte war man sehr freundlich zu uns, wir konnten uns auf Bänken ausruhen und ein Abendbrot bestellen. Dies schien uns nach der langen Wanderung der Himmel auf Erden zu sein. Das Essen war sehr reichlich und wir bekamen zusätzliche Dinge gebracht, die wir nicht bestellt hatten, auf Kosten des Hauses.</p>
<p><a TITLE="Miruna, Hund und Cabrio" HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/miruna.jpg"><img ALT="Miruna, Hund und Cabrio" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/miruna.thumbnail.jpg" ALIGN="right" /></a>Nach einer Weile setzte sich der Patron der Hütte, ein gewisser Silviu zu uns. Auch er war sehr gastfreundlich, besonders als er erfuhr, dass wir Deutsche sind. Er erzählte uns, dass er auch schon einmal in Deutschland war und dass er sehr zufrieden ist mit den deutschen Autos. Er selbst fuhr ein nagelneues BMW Cabrio, das direkt auf der Holzterrasse der Hütte geparkt war. Um seine Gastfreundschaft zu beweisen, gab Silviu allen selbstgebrannten Palinka (rumänischen Schnaps) aus. Da ich keinen Alkohol trinke, lehnte ich dankend ab. Damit ich wenigstens auch ein bisschen Spaß hätte schlug Silviu mir vor, dass ich dann wenigstens einmal die Seilbahn auf seinem Gelände probieren sollte.</p>
<p>Mittlerweile zogen am Horizont schon dunkle Wolken auf und im Tal begann es zu blitzen. Aber das Gewitter war noch ziemlich weit entfernt. Silviu rief nun über Funk die Bergwacht, die anscheinend dabei sein musste, wenn die Seilbahn benutzt werden sollte. In der Zwischenzeit diskutierten wir darüber, ob wir nun im Angesicht des nahenden Gewitters in den Zelten übernachten oder aber lieber in der Cabana schlafen sollten. Zuerst bot Silviu uns einen Preisnachlass auf die Übernachtung an, und als wir uns nicht gleich entschließen konnten, lud er uns sogar ein, kostenlos zu übernachten. Mittlerweile war das Gewitter schon bedenklich nahe. Daher nahmen wir sein Angebot an. Wir waren schon dabei, ins Haus zu gehen, als uns der Mann von der Bergwacht erreichte, den Silviu gerufen hatte. Eigentlich war uns das Wetter nun zu unstetig, um auf eine Seilbahn zu steigen, aber Silviu versicherte uns, dass es noch völlig unbedenklich sei, da das Gewitter noch weiter weg sei als es sich anhöre. Da der Mann von der Bergwacht unseretwegen zur Cabana gewandert war und um Silvius Gastfreundschaft nicht zu verletzen, entschied ich mich also, das Ganze lieber schnell hinter mich zu bringen. Auch wenn man es Silviu noch nicht anmerkte, so war er zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon ziemlich betrunken.</p>
<p>Als wir ein Eisengerüst zu einer Plattform an einem Baum hochstiegen, setzte ein leichter Nieselregen ein. Die Seilbahn bestand aus zwei stabilen Seilen, die über einer Strecke von 100 Metern den Abhang hinunter zwischen zwei Bäumen befestigt war. Mir wurde eine Gurthalterung an meinen Beinen und an meinem Bauch festgemacht und Silviu klinkte mich mit einem Karabinerhaken am Seil ein. Als Bremse sollte ich ein Metallteil, welches am anderen Seil befestigt war am Ende der Strecke querdrehen. Diese Bremse sollte ich mit beiden Händen bedienen und mich während der Fahrt daran festhalten. Da das Gewitter nun eigentlich genau über uns war, sagte Silviu ich sollte nicht länger warten und versetzte mir einen Stoß, der mich von der Plattform über den Abgrund beförderte.<br />
Doch meine Fahrt endete nach 2 Metern jäh, als sich der Karabinerhaken öffnete, ausklingte und ich nun mit meinen beiden Armen nur noch an der Bremse hing. Silviu hatte, wie sich später herausstellte, den Sicherheitsverschluss des Karabinerharkens nicht richtig eingerastet. In mir stieg Panik auf. Der Abgrund unter mir war ziemlich tief, und ich hing nun nur noch mit beiden Händen am Seil. Ich versuchte, mit den Beinen zurück zur Plattform zu gelangen, aber sie war zu weit entfernt. Mehrere Bemühungen, die Beine hoch zu schwingen, um mich damit an den zwei Seilen über mir festzuklammern, scheiterten. Ich war noch zu sehr erschöpft von der Wanderung und konnte das Seil über mir nicht erreichen. So hing ich eine ganze Weile und suchte verzweifelt eine Lösung. Die Zuschauer riefen herüber, warum ich denn nicht fahren würde. Ich rief zurück, das Seil sei ab und ich könne mich nicht mehr lange halten. Aber keiner konnte mir helfen. Silviu sagte immer nur: Â„Let go! Let go, it is better that way.Â“ Ich weiß bis heute nicht, ob er den Ernst der Lage überhaupt realisiert hatte. Schließlich hatte ich keine Kraft mehr in den Armen und konnte nur noch versuchen, mich kontrolliert fallen zu lassen.<br />
Ich stürzte aus 6 bis 8 Metern Höhe auf einen grasbewachsen, aber mit Felsbrocken übersähten Abhang. Mein Körper schlug auf und rutschte und rollte eine ganze Strecke, bis ich endlich liegen blieb. An meinem linken Bein und am Gesäß verspürte ich einen stechenden Schmerz. Meine Brille lag ein Stück entfernt, ein Bügel war komplett abgebrochen. Die Finger meiner rechten Hand konnte ich zwar noch bewegen, aber sie waren gefühllos. Mit einem Blick sah ich, dass die Speiche gebrochen war und der Knochen nun ungefähr in der Mitte des Handgelenkes unter der Haut vorschaute.<br />
Inzwischen waren die Anderen zu meiner Absturzstelle gelaufen. Sie halfen mir aufzustehen und begleiteten mich dann zur Hütte. Ein Platzregen setzte ein, es blitzte und donnerte nun genau über uns. Als ich endlich in der Cabana war und mich erst mal auf einen Hocker setzte, begann Silviu seine Angestellten anzuschreien und zerschmiss eine ganze Menge Geschirr in der Küche. Ich kämpfte gegen einen kurzen Ohnmachtsanfall an. Silviu riet mir, erst einmal einen Palinka gegen den Schmerz zu trinken, was ich ablehnte.<br />
Der Mann von der Bergwacht begann meinen Arm mit einer Schiene zu bandagieren, bis ihn Silviu stoppte und äußerte, er wäre der Chef hier und würde bestimmen, was gemacht würde. Erst als ich klar und deutlich äußerte, dass ich den Arm geschient haben wollte, ließ er es zu. Anschließend gab es eine lange Diskussion, was nun zu tun sei. Ich wollte direkt ins Krankenhaus, da mein Handgelenk gebrochen war und ich von einem Arzt behandelt werden wollte. Silviu war dagegen und schlug stattdessen vor, die Nacht in der Cabana zu verbringen. Seine Freundin sei Krankenschwester, und er würde das schon wieder hinbekommen. Als ich darauf bestand, in ein Krankenhaus zu fahren, erwiderte er, wir könnten ja den Berg hinunter laufen, bis wir zum Krankenhaus in der ca. 20 km entfernten Stadt Brascov kämen. Hatte die Bergwacht kein Fahrzeug, mit dem ich transportiert werden könnte? Silviu behauptete, das einzige Fahrzeug auf dem Berg sei sein BMW. Nach langer Diskussion erklärte er sich dann doch bereit, uns mit seinem Wagen zu fahren. Aber nur er dürfe fahren &#8211; obwohl er schon stark angetrunken war &#8211; und außer mir könne auch nur noch ein Freund mitkommen. Überfordert von der Situation und ohne Alternativen erklärten Andreas und ich uns schließlich damit einverstanden und stiegen in den Wagen.</p>
<p>Schon beim Anfahren zerstörte Silviu einen Teil der Holzrampe zur Terrasse. Dann fuhr er mit uns ein paar hundert Meter die Strasse hinunter. Plötzlich hielt er an und öffnete das automatische Verdeck seines Wagens, obwohl es draußen immer noch nieselte und das Gewitter direkt über uns tobte. Anschließend fuhr er ein paar Meter weiter, bis er erneut anhielt und uns fragte, was wir für Musik hören wollten. Wir erklärten ihm, dass wir nur schnellstmöglich ins Krankenhaus wollten. Er beschwerte sich, dass er seinen Wagen dreckig machen müsse und dass Andreas so schlecht rumänisch spreche. Ohne Vorwarnung begann er mit seinem Handy auf Andreas einzuschlagen.<br />
In dem Moment riefen die bei der Hütte gebliebenen Freunde auf unserem Handy an. Sie erkundigten sich, ob wir gut vorankämen. Wir sagten ihnen, dass wir noch nicht weit gekommen waren und das sie unbedingt Verstärkung mit kräftigen Männern schicken sollten, da Silviu uns schlagen würde. Kurz nachdem wir das Telefonat beendet hatten und Silviu wieder ein paar Meter gefahren war, stieg er völlig überraschend aus, zog Andreas aus dem Wagen und begann auf ihn einzuschlagen. Er versuchte uns beide zu trennen und beschimpfte uns als homosexuell. Andreas sollte zurückbleiben und er würde mich allein zum Krankenhaus fahren. Das wollte ich auf keinen Fall. Ich erklärte ihm, dass ich Andreas unbedingt als Dolmetscher brauchen würde, was auch der Fall war.<br />
Doch er war überhaupt nicht zugänglich, schlug immer wieder auf Andreas ein und schubste ihn den Berg hinauf, während er gleichzeitig versuchte, mich zum Auto zurück zu drängen. Andreas war inzwischen soweit, sich mit Silviu zu prügeln. Um die Situation nicht eskalieren zu lassen riet ich Andreas, ruhig zu bleiben. Die Lage war zum Verzweifeln! Ich redete auf Silviu ein und verlangte, entweder zu dritt wieder in den Wagen zu steigen und zum Krankenhaus zu fahren, oder zu Fuß wieder zur Cabana zurück laufen. Damit wollte ich in den Schutzbereich anderer Leute gelangen. Nach einigem Murren ließ uns Silviu wieder in den Wagen steigen. Er fuhr nur ein paar Meter, dann stellte er den Motor ab und schaltete die Scheinwerfer aus. Andreas und ich stiegen schnell aus und flüchteten die Straße hinunter, während Silviu hinter uns her lachte. Gar nicht weit entfernt sahen wir ein paar Hütten und Licht. Mittlerweile war es durch das Gewitter und die Nacht stockdunkel.<br />
Als wir uns den Hirtenhütten näherten, liefen auf einmal 3 große Hunde laut bellend auf uns zu. Andreas rief auf rumänisch um Hilfe. Die Hirten pfiffen ihre Hunde zurück. Wir erzählten ihnen unsere Geschichte, und dass wir Hilfe bräuchten und verfolgt würden. Ob wir uns nicht in den Hütten für kurze Zeit verstecken könnten? Als wir erklärten, dass Silviu hinter uns her sei, antworteten sie, dass sie uns nicht helfen könnten und wir auch auf keinen Fall in ihrer Hütte bleiben könnten. Wir sollten einfach weiter die Straße hinunter laufen, nach einer viertel Stunde würden wir das nächste Dorf erreichen.</p>
<p><a TITLE="Abstieg am Morgen" HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/abstieg.jpg"><img ALT="Abstieg am Morgen" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/abstieg.thumbnail.jpg" ALIGN="right" /></a>Also mussten wir weiter gehen. Wir sahen, dass Silviu den Wagen wieder startete, zu den Hirten fuhr und mit ihnen sprach. Danach verfolgte er uns mit dem Auto. Uns blieb nur noch, schnell von der Straße herunter über eine Kuhwiese zu laufen und uns in ein kleines Flussbett zu werfen. Silviu hatte uns beim Verlassen der Straße noch gesehen, schaltete sein Fernlicht ein und suchte mit dem Wagen die Kuhwiese nach uns ab. Er fuhr nur ein paar Meter an uns vorbei, ohne uns aber zu sehen, und blieb mit seinem BMW im Schlamm der Wiese stecken. Wir nutzten die Chance, um schnell weiter zu laufen. Da kam ein zweites Scheinwerferpaar den Berg hinunter. Später erfuhren wir, das es die Verstärkung vom Berg war, die sich wegen des Telefonats aufgemacht hatten. Jetzt trafen sie zuerst auf Silviu und zogen seinen Wagen wieder aus dem Schlamm. Wir flüchteten weiter den Berg hinunter. Mehrere Male vernahmen wir Motorengeräusche und versteckten uns schnell im Wald, durch den der Weg größtenteils führte, bis die Fahrzeuge uns passiert hatten. Lieber wären wir auf einen Braunbären getroffen als noch einmal Silviu zu begegnen.<br />
Zwischendurch telefonierten wir mit den in der Hütte gebliebenen Freunden und erzählten ihnen, wie es uns bisher ergangen war. Sie sollten ihre Sachen packen und so schnell wie möglich aus der Hütte verschwinden, da Silviu unberechenbar schien und sie die Chance zu entkommen nutzen sollten, solange sie noch die Gelegenheit dazu hatten. Doch kurz nach dem Telefonat erreichten Silviu und die Männer im Kleinlaster über einen anderen Weg die Hütte und hinderten den Rest unserer Wandergruppe daran, zu gehen. Er log ihnen vor, er habe uns ins Krankenhaus gefahren, aber auf dem Rückweg habe sich sein BMW überschlagen. Dabei habe er sich eine Wunde zugezogen und sei deswegen mit dem Kleinlaster zurück gefahren. In Wirklichkeit hatte er sich bei dem Versuch verletzt, seinen BMW aus dem Schlamm zu schieben. Silviu spendierte ein Festmahl. Dabei bedrängte er Miru derart anzüglich, dass die Angestellten sie in Schutz nehmen mussten.<br />
Unterdessen erreichten wir nach einer Stunde und fünfzehn Minuten Wanderung endlich das nächstgelegene Dorf. Und nach einem weiteren Zwischenfall mit zwei großen Wachhunden, die zum Glück nach einer Verfolgung von uns abließen, konnte Andreas mit dem Handy ein Taxi rufen, während ich in der Eingangshalle eines Hotels wartete. Wir waren in einem der besten Skigebiete Rumäniens, deshalb gab es in diesem relativ großen Dorf viele Hotels. Nach einer halben Stunde kam endlich das Taxi und brachte uns nach Brascov in das zwanzig Minuten entfernte Krankenhaus. Während ich dort geröntgt und versorgt wurde, traf Fridolin ein, der mit Angestellten der Hütte im Kleinlaster nochmals den Berg hinunter gefahren war, um uns zu suchen, und danach mit dem Taxi zum Krankenhaus gefahren war, um uns beim Übersetzen zu helfen.<br />
Um 2 Uhr nachts war mein Arm endlich gerichtet und eingegipst. Jetzt mussten wir noch lange Zeit nach einem noch geöffneten Hotel in Brascov suchen. Als wir endlich eines gefunden hatten, blieben Andreas und ich dort, während Fridolin den Rest der Nacht in einem Internetcafe verbringen musste, da der Portier darauf bestand, dass wir nur zu zweit im Doppelzimmer übernachten durften. Jetzt rief ich meinen Vater in Deutschland an, berichtete ihm von den Ereignissen und besprach das weitere Vorgehen. Dann telefonierten wir noch einmal mit Johannes und Miru, die noch immer auf der Hütte waren. Sie erzählten uns, dass sie am nächsten Morgen so schnell wie möglich verschwinden würden. Die Angestellten hatten versprochen, ihnen zu helfen. Um Übergriffe von Silviu auf Miru zu verhindern, wachte den Rest der Nacht ein Angestellter der Hütte im Zimmer von Johannes und Miru.</p>
<p><a TITLE="Rettungscrew" HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/crew.jpg"><img ALT="Rettungscrew" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/crew.thumbnail.jpg" ALIGN="right" /></a>Früh am nächsten Morgen schlossen die Angestellten ihren Chef Silviu in seinem Zimmer ein, halfen Johannes und Miru sich aus dem Haus zu schleichen und unser Gepäck den Berg hinunter zu tragen. Mit dem am Fuß des Berges geparkten BMW brachten sie die beiden dann in die Stadt zu uns. Nach einer notwendigen Gipskontrolle im Krankenhaus verschwanden wir dann zusammen auf dem schnellstmöglichen Weg aus der Stadt und fuhren zurück nach Bukarest.</p>
<p><a TITLE="Brasov" HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/brasov.jpg"><img ALT="Brasov" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/brasov.thumbnail.jpg" ALIGN="right" /></a>Später erfuhren wir von Miru, dass Silviu ein Millionär ist und den ganzen Berg unter seiner Kontrolle hat. Die Angestellten hatten ihr verraten, dass er von Beginn an gesagt hatte, sie sollten uns alle Wünsche erfüllen, weil er Miru so hübsch fände und sie auf diese Weise beeindrucken wollte. Außerdem hatte er eine Waffensammlung in der Hütte. Es hätte also auch sehr viel schlimmer für uns enden können.</p>
<p><a TITLE="Erleichterung bei traditionellem Essen" HREF="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/essen.jpg"><img ALT="Erleichterung bei traditionellem Essen" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/essen.thumbnail.jpg" ALIGN="right" /></a>Hier in Deutschland musste das Handgelenk operiert werden. Es wurden eine Titanplatte und vier Spickdrähte eingesetzt. Bisher ist die Verletzung gut verheilt. Wir sind Gott alle dankbar für die große Bewahrung, die wir erfahren haben.</p>
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		<title>Halbzeit! &#8211; Rundbrief Nr.6</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Apr 2003 18:11:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rundbriefe]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Unterstützer und Freunde, Waehrend andere jetzt ihren Zivildienst oder Militaerdienst schon abgeschlossen haben, ist fuer mich nun erst Halbzeit. Diese Halbzeit kommt gerade richtig. Das Wetter hat sich endlich gewendet und der Sommer (mit jetzt 35 Grad) bricht an &#8211; ein Zeichen fuer eine neue gute Zeit. Seit dem Zwischenseminar habe ich mit woechendlicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />Liebe Unterstützer und Freunde,<br />
Waehrend andere jetzt ihren Zivildienst oder Militaerdienst schon abgeschlossen haben, ist fuer mich nun erst Halbzeit. Diese Halbzeit kommt gerade richtig. Das Wetter hat sich endlich gewendet und der Sommer (mit jetzt 35 Grad) bricht an &#8211; ein Zeichen fuer eine neue gute Zeit.<br />
Seit dem Zwischenseminar habe ich mit woechendlicher Arbeit, eine gewisse Pause eingeleg und mit unterschiedlichen Leuten (Zwischenseminar, Familienbesuch, Osterferien) Ferien gehabt.<br />
Nach dem 5. Mai beginnt dann fuer mich ein neuer Abschnitt. Dank dieser &#8220;Pausen&#8221; habe ich nun ein gutes Gefuehl von neuem durchzustarten. Die naechsten 9 Monate sehen gut aus.</p>
<p>Inhalt<br />
1. Die Fussballliga<br />
2. Mein jetziger Wochenplan<br />
3. Einzelschicksale und -erlebnisse<br />
3.1 Meine Lerngruppe<br />
3.2 Ausflug an den &#8220;Geburtsort Rumaeniens&#8221;<br />
3.3 Krankenhaus<br />
3.4 Der Tod von Daniels Mutter<br />
3.5 Danut</p>
<p>01. Fussballliga<br />
Apropros Halbzeit: Seit der Halbzeit der Fussballliga hat unsere Mannschaft kein einziges Mal verloren &#8211; im Gegenteil &#8211; mit 30:1 und 8:1 sieht es so aus, als ob die Mannschaft sich richtig gut geformt hat und durch das woechendliche Training unschlagbar geworden ist. Dennoch sind wir immer noch auf Platz zwei, aber wir arbeiten hart daran erster zu werden. Die Stimmung ist gut und Fussball ist fast zum einzigen Gespraechsthema geworden.</p>
<p>02. Mein jetziger Wochenplan<br />
Seit einem Monat kann ich nun wieder in beiden Tageszentren arbeiten, da in der einen Schule eine neue Kollegin gefunden wurde und ich nun nicht mehr aushelfen muss. Dadurch kann ich nun meine Aktivitaeten zweimal durchfuehren und spare somit Zeit und Ideen.<br />
Jeden Tag helfe ich zunaechst bei der Hausaufgabenbetreunung. Bei den &#8220;Kleinen&#8221; habe ich bestimmte Kinder mit denen ich die Zahlen und, Buchstaben oder das Einmaleins beibringe. Hier habe ich Freiraum, so dass ich viele eigene Ideen einbringen kann, damit die Kinder kreativ werden und nicht genervt, abgelenkt oder gelangweilt sind. Malen nach Zahlen mit Rechenaufgaben ist z.B. so eine Idee oder, mit Boegen und Kreisen Bilder ausmalen eine andere und, und, und&#8230;<br />
Danach wird Essen gemacht. Jedes Kind ist einmal an der Reihe die Brote zu schmieren.<br />
Montags kommt eine Psychologin vom Projekt und führt verschiedene Aktivitaeten durch. In dieser Zeit gehe ich meistens mit einigen großen Kindern fuer die naechste Woche in einem Supermarkt (in der Bukarester Mall &#8211; ja so etwas gibt es hier auch) Lebensmittel einkaufen. Sollte noch etwas Zeit sein bringe ich noch ein Jungscharspiel ein.<br />
Dienstags gebe ich Englisch. Wobei ich mit den Resultaten noch nicht ganz zu frieden bin, da ich im Plenum nicht alle auf den gleichen Stand bringen kann und so sehr oft von vorne anfangen muss. Die Kinder vergessen nach einer Woche oft was sie gelernt haben. Dennoch staune ich dann doch wie viel sie behalten haben wenn dann auslaendischer Besuch da ist.<br />
Mittwochs ist bei den großen Kindern Fussballtraining. Oft hat Jean, der erste Trainer &#8211; zu tun, so dass ich es uebernehme die Jungs (und ein Maedchen) zu trainieren.<br />
Donnerstag übernehme ich dann Aktivitaeten in der anderen Schule, die ich vorher schon mit den anderen Kindern durchgeführt habe:. z.B. Spiele basteln, oder Windowcolorbilder machen oder Gruppenspiele spielen.<br />
Freitags bin ich abwechselnd in einer der beiden Schulen. An diesem Tag bin ich einfach untersstuetzend da und kann dann so auch intensivere Gespraeche mit einzelnen Kindern führen.<br />
In der Sommersaison vielleicht auch jeden Sonntag, da wir nun im Freien spielen können und auch noch viele Spiele aufholen müssen.</p>
<p>03. Einzelschicksale und -erlebnisse<br />
3.1 Lerngruppe<br />
Am Anfang bekamm ich die drei schwaechsten Kinder zum Unterrichten. Alle drei konnten weder schreiben noch rechnen. Ioana und Mona hatten noch nie die Schule besucht, Estera war in der 3. Klasse und ist einfach bis dorthin durchgerutscht.<br />
Mona und Iona hatten große Konzentrationsschwierigkeiten und ich musste mir einige Tricks ausdenken, das damit sie geduldiger wurden und sogar Spass an der Sache bekamen.<br />
Estera, ganz anders als in der Schule, war sehr schnell motiviert und ehrgeizig , nach 3. Monaten konnte sie sogar das Einmaleins. Allerdings ging das wohl doch etwas zu schnell, so dass ich vor kurzem noch einmal damit beginnen musste.<br />
Mona rutschte, leider schon nach 4 Monaten ab und blieb dem Projekt fern. Sie hielt sich in der Metro zum betteln auf, bis sie dort schliesslich eine Gruppe fand und kam nie wieder zurueck. Ich traf sie vorkurzem in dem Haeuserblock (wenn man diese Behausung noch so nennen darf) &#8211; Mona hat sich ihre Haare abgeschorren und sieht nun sehr Jungen haft aus.<br />
Iona blieb fern, als ihre Mutter schwer erkrankte und sie kein Zuhause mehr fanden. Der Vater will sie und ihren Bruder Daniel (von dem berichte ich spaeter) nichts zu tun haben. Nun ist die Mutter am Krebs gestorben und Iona bleibt zunaechst bei einer anderen Familie aus dem Projekt.<br />
Estera hat nun die 6 Monate, die man im Projekt bleiben darf beendet. Sie darf nur noch einmal die Woche fuer zwei Monate kommen. Es ist Schade, aber dieses Projekt ist nur fuer eine kurze Zeit ausgelegt &#8211; so können mehr Kinder davon profitieren.<br />
So mit habe ich nun zwei neue Brueder uebernommen, die beide obwohl sie zur Schule gehen, trotzdem von Anfang an alles beigebracht bekommen muessen. Ich bin gespannt wie die beiden sich entwickeln.</p>
<p>3.2 Ausflug an den &#8220;Geburtsort Rumaeniens&#8221;<br />
Am 29. Maerz fuhren wir nach Targoviste, der Ort an dem die drei Fuerstentuemer zu dem Staat Rumaenien zusammengefuehrt worden sind Schon die Fahrt war der Ausflug! Singen zu Gitarre und Cassette brachte eine riesen Stimmung im Bus.<br />
In Targoviste haben wir die Schossruine mit dem wiedererbauten Turm besichtigt und viel dazu erklärt bekommen. Anschließend besuchten wir noch ein Kloster und kehrten danach in ein Restaurant ein. Zu guter letzt tobten sich die Kinder im Park aus. Unter anderem veranstalteten wir ein Fussballspiel mit vertauschten Rollen: Die Maedchen spielten gegeneinander und die Jungs feuerten an.<br />
Es war ein gelungener Ausflug: Die Kinder haben hautnah die rumaenische Geschichte erlebt und von ihrer Kultur erfahren von der sie Zuhause nichts zu hoeren bekommen. Ich habe als Kind viele Solche historischen Plaetze gesehen hatte, und hätte es sicherlich langweilig gefunden gehabt, Aber fuer diese Kinder war es das erste Mal und das war etwas besonderes.<br />
Viele Kinder haben auch zum ersten Mal in einem Restaurant gegessen &#8211; so fragte mich ein Maedchen beschaehmt, wie sie die Messer und Gabel zu halten habe. Ich selbst konnte während dieses Ausflugs einmal sehr ungezwungen mit den Kindern zusammen seien und die Beziehungen zu ihnen noch enger knuepfen.<br />
Da bei der Weinachtspaketaktion ein kleiner Überschuss übrig geblieben ist haben wir diesen Betrag für die Finanzierung dieses Ausflugs verwendet. Vielen Dank noch mal an alle die zum Gelingen der Paketaktion und des Ausflugs beigetragen haben.</p>
<p>3.3 Krankenhaus<br />
In der letzen Zeit waren zwei Kinder im Krankenhaus. Das eine Mädchen hatte nur mir erzaehlt, dass sie Polypen entnommen bekommt. Sie hatte (unbegruendete) Angst Aerger zu bekommen, dass sie fuer die Zeit in der Schule fehlen wuerde. Ich habe sie dann besucht: sie hatte einen ganzen Tag am Fenster auf mich gewartet gehabt! Wie sehr sie sich gefreut hat kann ich nicht beschreiben. Sie lag in Ihrem Krankenzimmer und hatte absolut nichts mit genommen, so dass ich ihr wenigstens einen Block und Stift da lies, die ich zufaellig dabei hatte.<br />
Das andere Maedchen sollte am Enddarm operiert werden, doch daraus wurde leider nichts.: Da sie kein &#8220;Bakschisch&#8221; bezahlte und musste so sehr lange warten und erkrankte im Krankenhaus an einer anderen Krankheit und wurde schließlich entlassen. Nun muss sie spaeter noch einmal hin.<br />
So laeuft das hier oft: Obwohl es eine kostenlose Behandlung fuer Kinder und Rentner gibt, aber unter der Hand muss immer bezahlt werden. Alle in diesem Land Beschweren sich ueber diese Mafiamethoden, gleichzeitig aber freuen sich dann im gleichen Momment, wenn sie selbst durch Bestechung besser gestellt sind als jemand anders.</p>
<p>3.4 Der Tod von Daniels Mutter<br />
Daniel (der Bruder von Iona, von der ich in 3.1 berichtete) war schon immer etwas seltsam. Auch Livia, meine Kollegin, kam nie richtig an ihn heran. Trotzdem war der erste, der mit einer Halskette ankam nachdem er meine gesehen hatte, auch die Haare gelte er sich nicht mehr. Obwohl er sehr anhaenglich war konnte und wusste ich nicht richtig mit ihm zu reden. Er war zu alt fuer die Fussballliga und so versuchte er mich immer wieder zu ueberreden ihn doch noch in die Liga aufzunehmen. Um ihn zu zeigen, dass ich ihn vertraue, leihte ich ihm meine Kamera fuer ein paar Fotos mit seiner Klasse aus.<br />
Als dann seine Mutter erkrankte blieb er ganz vom Projekt fern und kam nur noch zu den Fussballspielen. Man hoerte er wuerde auf der Strasse leben und von einer Wohnung zur anderen ziehen um irgendwo zu schlafen. Einmal fragte er mich ob er fuer sein Kindergeld bei mir zur Untermiete wohnen koennte.<br />
In den Osterferien können alle Kinder zum Projekt erscheinen, so auch Daniel. In der Zwischenzeit war seine Mutter gestorben., Daniel trug eine schwarze Binde um seinen Pullover. Er war sehr traurig konnte es aber nicht so ausdruecken. Was mit Daniel und Iona nun passieren wird weiss ich nicht. Beim Vater duerfen sie sich nicht blicken lassen. und Daniel wird wohl erst einmal weiterhin auf der Strasse bleiben muessen. Iona darf, wie gesagt, bei eine r anderen Familie aus dem Projekt wohnen.<br />
Daniel fehlte schon vorher ein echter Vater, dass nun auch noch seine Mutter fehlt ist schlimm.</p>
<p>3.5 Danut<br />
Danut hatte seine Beine vor mehr als einem Jahr verloren. Er hatte an den Bahngleisen gespielt. Als ein Zug vorbeifuhr, sprang der Junge auf und blieb zwischen den Raedern haengen. Als ich ihn im April auf meiner Projektreise gesehen hatte, war er voellig in sich gekehrt und leise. Als ich im August wieder kam, awar er wieder quicklebendig, machte Handstand und tobte herum. Mittlerweile bin sein Lieblingsspielpartner geworden &#8211; als ich beim Armdruecken verlor (Er hat aber auch Kraft in den Armen!) war es so weit. Nun toben und spielen wir jedes Mal zusammen. Eigentlich wollte ich versuchen für ihn Prothesen aus Deutschland zu organisieren, denn auch wenn er selbst gluecklich ist, wird er spaeter kaum Chancen haben.<br />
Mittlerweile gibt es eine gute und kostengünstige Loesung: das rumaenische Krankensystem wird ihm Prothesen zur Verfuegung stellen, die er hoffentlich bald bekommen wird (Ausgemessen wurde er schon). Die Prothesen werden in Rumaenien hergestellt. Die importierten Rohstoffe muss aber mein Projekt bezahlen. Diese 700 Euro stehen noch aus und ich werde in Deutschland darueber sprechen wollen.</p>
<p>Das wars wieder einmal an Information von meiner Seite, solltet ihr Fragen oder Anmerkungen haben beantworte ich sie gerne. Ich werde diesmal auch schneller antworten &#8211; versprochen. Vom 3. bis zum 17. Juni bin ich in Goettingen und werde euch dann live erzaehlen was ich bis dato gemacht habe und hoffe auf Euer Interesse!. Genaueres gebe ich aber noch spaeter bekannt &#8211; haltet euch die Zeit frei!!<br />
Danke fuer eure Unterstuetzung auf jeglicher Art,<br />
Euer Andreas Adigwe Pilot.</p>
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		<title>Dem Himmel nahe &#8211; Rundbrief von Sebastian</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Mar 2003 18:14:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstige]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Schneidersitz hocke ich vor der grossen Rumaenienkarte, langsam fahren meine Finger den Nordosten ab. Nach vier Wochen Bukarest kribbelt es mir wieder in den Fuessen, nicht laenger sesshaft sondern auf Reisen moechte ich sein. Eine Stadt in den Bergeb suche ich, in ein Netz von Hoehenlinien gefasst entdecke ich Piatra Neamt(z) (Stein deutscher ), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />Im Schneidersitz hocke ich vor der grossen Rumaenienkarte, langsam fahren meine Finger den Nordosten ab. Nach vier Wochen Bukarest kribbelt es mir wieder in den Fuessen, nicht laenger sesshaft sondern auf Reisen moechte ich sein.<br />
Eine Stadt in den Bergeb suche ich, in ein Netz von Hoehenlinien gefasst entdecke ich Piatra Neamt(z) (Stein deutscher ), von dort moechte ich, quer durch die Karpaten wandernd in die Maramuresch, in das vergessene Maerchenland Rumaeniens.<br />
Wenig spaeter winken Simona, meine Gastgeberin und ich ein Taxi heran. Im Eiltempo fahren wir auf der einflugsschneisenartigen Haupverkehrsader Richtung Gara de Nord, in wenigen Minuten faehrt mein Nachtzug nach Piatra. Traurig klebe ich an der Scheibe des Taxis, jetzt nach fast einem Monat Bukarest sehe ich hundert kleine Dinge an die ich Erinnerungen knuepfen kann. Aus dem Auto heraus verfolge ich den unmittelbaren Schritt der vorbeigehenden Passanten. In Gedanken laufe ich ein Stueck mit Reihe mich wieder ein in den ewig hetzenden Strom der Masse.<br />
Es ist eine abendliche Stunde der vergangenen Zeit.<br />
Berauscht und tief Bleiluft inhalierend bleibe ich, eben aus dem Metroschacht geqollen, mit offenem Mund am Piat(z)a Romana stehen.<br />
Was ich erblicke: Ein damfender und fauchender Koloss macht die Strasse neu.<br />
Tausend hintereinandergeschaltete Bunzenbrenner erweichen den Teer der &#8220;Ceaus(sch)escu-Horizontalen&#8221;, dann wird er abgekratzt und frisch duftendes Schwarz aufgelegt, plattgewalst und fertig, alles mit hundert Meter brodelnder und qualmender Maschiene.<br />
Stehende Luft, hupende Taxis. Leute die kreuzen und queren wo sie wollen. Inmitten des Chaos ein Polizist, mit Trillerpfeife und grossartigen Handbewegungen hilft er den Aotokolonnen abfuehren. Schraeg faellt die Sonne ein und enthebt dieses komplexe Stadtstillleben der alltaeglichen Betrachtung. Eingerahmt von Blocks mit roter Leuchtreklame. Ein aelterer Herr aus dem siebten Stock schaut zu. Nah am Boden hocken die klebstoffhaien Zigeuner, die eine, noch Kind, haelt ein Baby schraeg in den Armen, zwei Meter weiter trinkt eine Schoene Jidvei, einen vorzueglichen rumaenischen Wein.<br />
Die verwunschene Capitale Rumaeniens hat mich.</p>
<p>Mit dem Verlassen der Stadt verebbt auch das mir schon nicht mehr aufgefallene Rauschen im Ohr. Nur ab und an piepst es jetzt noch.</p>
<p>Um sieben Uhr Morgens bin ich in Piatra Neamt(z), es ist wesentlich kaelter, Ende September und Buchenspitzen weden gelb. Auf den Stufen zum Markt verkauft ein kleiner, ostbloeckisch gekleideter Junge 4 mal 7 bis 8 Walnuesse, immer wieder ordnet er sie anders an, bereits mit mir innerlich feilschent schaut er mich an. Im naechsten Moment jagt er dem Hundewelpen nach um ihn wieder auf seine vier Buchstaben zu setzen.<br />
Spaeter besuche ich ein Museum, schlendere ueber einen juedischen Friedhof und passiere Coca Lindenstein, Marcu Feingold, Iulius Kaufmann und begegne und begegne im Urwald des Wuchses und der Grabsteine den Damen Und Herren Weinberg, Morgenstern, Steinfeld und Weissbein.<br />
( Bis zur rum.-ukr. Grenze sind es 150 Kilometer, Piatra Neamt(Z) hat eine direkte Busverbindung mit Chisnau die Hauptstadt Moldaviens.)</p>
<p>Mittels eines Busses gelange ich in den Klosterort Bistrit(z)a, ihn hatte ich mir erwaehlt und zur Besichtigung auserchoren. Fuer zwei Stunden laufe ich umher, bin angetan von diesem Kleinod, langhaarige Moenche mit langen Baerten, dass wenn sie laufen ihre Roecke heben und die Kappe auf dem Kopf fixieren. Um Drei wird Gekloeppelt, dann laufen Holzschlaegel ueber ein Brett im Glockenturm. In dieser Hatz scheinen sie sich zu jagen, ein virtuoses Spiel, anschliessend rufen die Glocken zum Gebet. Zwei Moenche stehen eng aneinandergerueckt im Eingang der Kirche und starren gemeinsam auf ein mobiles Handtelefon, in langen schwarzen Roben gekleideter Wuerdentraeger wendet sich ab als es ringt (piepsendes Ringen ).<br />
Ich sattele meinen Rucksack und laufe zum Kloster hinaus, in die Waelder Richtung Maramuresch.<br />
Noch bevor ich die erste Huegelkuppe ueberschreite bleibe ich stehen. Ein Moench und ein Noviz treten auf mich zu, der Eine haelt Moos in der Hand der Andere ein Buch der Psychologie. Auf freiem Feld, bei pfeifendem Wind wird mir die Offerte gemacht Gast des Klosrers Bistri(z)as zu sein.<br />
Den schon einmal gegangenen Weg sehe ich nun ein zweites Mal. Meinen Plan die Karpaten zu durchschreiten halten sie fuer sehr wagemutig. Am Abend esse ich im Speisesaal an langer Tafel, tief ueber die Teller gelehnt schluerfen sie ihre Suppe. Vor versammelter Runde werde ich willkommen geheissen und bin nun offizieller Gast des Klosters. Auf einem abendlichen Spaziergang zeigt mir Vater Mina die Kirche und auch das Gelaende. Er erzaehlt von seiner Liebe zu Gott und dem Bestreben seiner mildtaetigen Waerme naeher zu kommen. Bis dorthin sagt er bestreite er den Kampf mit dem Teufel, er schleicht sich ein und trickst, ist einmal auf dieser Seite dann auf der Anderen, er spricht zu und hoent, treibt Dich, wenn Du ihn nicht erkennst dorthin wo er es will. Deshalb lebe er in Askese, schlaeft jede Nacht nur drei Stunden, isst wenig, er betet und liest Psalme und Evangelien, sagt: &#8220;Vater, Sohn, Heliger Geist beschuetze mich&#8221;.<br />
Fuer drei Tage werde ich ein kleiner Teil des kloesterlichen Treibens, bis ich von einem Zweig des Klosters hoere, ein abseits gelegenes, neues Klosterareal oben in den Bergen, genannt Manastirea Sf. Ioan Botez(s)atoru ( Kloster des heiligen&#8230;).</p>
<p>Fruh Morgens um sechs wartet ploetzlich ein Auto auf uns, im Nebel und mit noch verklebten Augen fahren wir direkt in die Karpaten. Auf Serpentinenschleifen ereichen wir den Gebirgsort. Eingekeilt von den Waenden der oestlichen Karpaten eroeffnet sich mir ein neuer Horizont.<br />
Lacul Ros(sch)u</p>
<p>Alaska und Heidiland -wo sie auszog die Ronja, das Fuerchten zu lernen- das ist hier.<br />
Eine ausgestreckte Hochebene, tausend vierhundert Meter ueber Null, bewaldete Huegelkuppen, bewaldete Taeler und Bergruecken. Jetzt im Herbst der Klang der Farben, die Sinfonie, ein fast ungehoertses sentimentales Sterben. Auf einem Spaziergang streife ich durch das voellig abgeschiedene Tal unterhalb unserer Kirche. Aschpfahl windet sich eine Erlenaue hindurch. Am Rand des Flusses streife ich entlang, werde von einem alten Bauernehepaar mit misstrauischen Blicken verfolgt. Sie leben ohne Zufahrtssrasse, kennen keinen Strom, stellen Strohpuppen zum Schutz vor wilden Tieren auf, sie melken ihre Kuehe mitten auf der Weide. Es ist die Luft der Sinfonie, ich erkenne ihn wieder, diesen herlich modrigen Geruch meiner fruehen Jugend. In Schwaden haengt Rauch im Tal, auf freigespuehlten Kiesbetten suche ich mir meinen Weg, schlaengele mich durch Auen. Ich naehere mich der verstreuten Siedlung . Schlammige Srasse mit ueberfluteten Teilen. Links und rechts des Weges eine andere Welt, kleine Huetten und Haeuser, am Rande piken Gaense und Puten Gras. Es sind Holzfaeller und Bauern die hier wohnen, nun weiss ich, dass es die Welt die ich suchte noch gibt.<br />
Als ich wieder am Hort bin lehne ich mich an dessen hoelzerne Balustrade. schraeg blendet mich die Sonne, rotbraunes Buchenlaub schwimmt in Pfuetzen, langsam pendelt der Schwanz der Kuh, bedachte Schritte, ein Mann geht vorbei. Aus dem Tal kraeht ein Hahn, der hinabrauschende Fluss macht den Ruecken. Silberdistelsamen fliegen vorbei, eine letzte Grille im Abseits, ansonsten ist hier Stille.<br />
Wir sind die Eremiten von Lacul Ros(sch)u,<br />
Vier Moenche und ein deutscher Tourist,<br />
Selbstgewaehlt und weltentfremdet.<br />
Keine Heitzung und fliessend Wasser,<br />
Strom nur auf Knopfdruck.<br />
Heute scheint die Sonne in unsere Kueche<br />
Und die schlammigen Wege von gestern trocknen ab.<br />
Heute kommt Speck in die Suppe,<br />
Fleischklumpen tanzen im brodelnden Ozean<br />
Des 1-Metertopfes.<br />
Wenn wir essen dann richtig viel,<br />
Zwei verschiedene Vorsuppen, Pilaf und Kompott,<br />
Wir essen die Zwiebeln roh und in in grossen Bissen,<br />
Unsere Gesichter sind nach dem Essen rot,<br />
Von feuerroten Peperonis. Vor und nach dem Mahl heben wir die Muetze und danken dem Geber. Frische Luft ist eigentlich ueberall aber an der frischen Luft sind wir immer ganz schnell, weil uns sonst kalt wird. Ich besorge den Abwasch und betreue, seit dem uns der Econom entlaufen ist den Haushalt. Noch in der Dunkelheit des Morgens schaele ich gruene Kartoffel und lass was gerade so kommt tanzen. Ich wickle Kohlkoepfe in Papier und schraube Marmeladenglaesser auf, wenn die anderen klamme Finger haben. Geborgen atme ich in den Armen des Vaters Sofroni. Mitte Oktober wird es richtig kalt, waerend des Vormittags sackt das Thermometer unter Null und der Regen wird zu Eis, dick behangen sind dann die Baeume. Vater Vitalei traegt drei Hosen und eben soviele Pullover, wenn er abends in seinen Schlafsack kriecht deckt er sich zweimal zu. Ich bin erkaeltet und schlecht verheilende Flohstiche matretieren mich, bei fuenf Grad wiederhole ich immer und immer wieder die Praepositionen, dekliniere Verben und werde bei Gefuhlsaeusserungen doch nicht verstanden. Am schlimmsten ist es Morgens aus dem Schlafsack zu kriechen, doch ich muss ganz dringend, denn das Klo ist hinter dem Haus, bei Sonnenschein wasche ich mich nackig hinter der Kirche. Am Nachmittag mache ich einen Rundgang.<br />
Unterwegs im schuetzenden Ruecken des Lacu Ros(sch)u Tals. Poetischer Waldpfad auf erdigem Grund, durchblickende weisse Steine, gestreutes Herbstlaub in Rot, Braun und Gelb. Ein abruptes Ende dieses Weges, ab da nur och verwagsenes Wild, die Spur verliert sich, entwurzelte Baeume versperren den weg. Ploetzlich aufragende Felsfront, nacktes Gestein, hart und massiv, massig und alt.Ich bewege mich auf Willwechseln, direkt unterhalb der ueberhaengenden Gewalt, es ist ein riesiges Stilleben. Am Fels verlaufende Rinnsale tropfen herunter, schleimig und rutschig wird es, eine Grotte tut sich auf, vielleicht eine Hoele? Voller Achtsamkeit und leicht aengstlicher Vorsicht gehe ich hinein, soweit das Tageslicht in die Dunkelheit sticht. Nach hundert Metern wird es Nacht, mit Lehmklumpen werfe ich die weiteren Ausmasse ab. Auf diese Weise entdecke ich ein mittelgrosses Loch welches weiterfuehrt. Wohin bleibt vorerst verborgen. Ich drehe mich und will zurueck&#8230;verharrend schaue ich zum Ausgang, schwarz die Konturen der Hoehle. Wieder draussen gehe ich weiter am Fels entlang.Ich starte den Versuch ein kleines Plateu zu erreichen, waghalsig gelingt es, unsicher ob Steine sich loesen und kleine Baeume entwurzeln. Oben bietet sich ein Blick bis zum Horizont, sonst im Nebel versteckte Weiten blicken durch, spitze Huegel in besonnenem Licht. Hoher Berg, von der Karte her gekannt, am ueberschwappendem Horizont. Quer durch die Wildnis heim, strupige Fichten, niederes Gehoelz, immer auf Moos, auf Tierfaden wo vielleich auch Fuchs, Luchs, Wolf und Baer frequentieren. Der Nase nach und doch einen guten Riecher. Kurz unterhalb entstiefele ich dem Dickicht, Weiden von Kuehen, mit Sensen bearbeitetes Areal auf 1600 Meter. Grosse Heutuerme auf dem gebuckelten plateuartigen Gipfel, ganz unerwartet stehe ich hier oben, wollte ich doch eigentlich garnicht, eine Freude da zu sein, auf diesem Berg und dieser Welt.</p>
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		<title>Projekt F.O.C.</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Mar 2003 17:44:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rumänien]]></category>
		<category><![CDATA[EIRENE]]></category>
		<category><![CDATA[FOC]]></category>

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		<description><![CDATA[Wofür steht dieser Name? F.O.C. heißt soviel wie Organisation zum Schutz von Familie und Kind und im rumänischen heißt Foc außerdem noch das Feuer. Die Organisation wurde 1992 von Terre des Hommes gegründet, ist aber seit 1996 selbstständig geworden, aber noch auf deren Spenden angewiesen. Die Organisation versucht Kindern aus sehr armen und schwierigen Verhältnissen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" /><strong>Wofür steht dieser Name?</strong><br />
<a HREF="http://fundatiafoc.r8.org" TARGET="_blank" TITLE="Fundatia FOC">F.O.C.</a> heißt soviel wie Organisation zum Schutz von Familie und Kind und im rumänischen heißt Foc außerdem noch das Feuer.<img ALIGN="right" ALT="infoh2.gif" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/infoh2.gif" /></p>
<p>Die Organisation wurde 1992 von Terre des Hommes gegründet, ist aber seit 1996 selbstständig geworden, aber noch auf deren Spenden angewiesen.</p>
<p>Die Organisation versucht Kindern aus sehr armen und schwierigen Verhältnissen, meist aus &#8220;gestörten&#8221; Familienverhältnissen zu helfen. Dies tun sie mit einem Jugendstrafgefängnisprojekt, einem psychologischen Zentrum und zwei Tageszentren für Schüler in zwei Bukarester Schulen.</p>
<p>Die Arbeit in den Tageszentren ist das, was mich auf meiner Projektreise angesprochen hat und wo ich gearbeitet habe.</p>
<p>Die Kinder, im Alter von 9-17, in zwei Altersgruppen eingeteilt, haben meist zwei Jahre lang oder manche auch noch nie eine Schule besucht und bekommen hier das nötigste beigebracht. Außerdem werden mit ihnen Freizeitaktivitäten unternommen. Auch große Projekte wie ein Sommercamp oder eine ganzjährige Fußballliga mit vielen anderen Kinderhilfsorganisationen von Bukarest.</p>
<p><a HREF="http://www.eirene.org" TARGET="_blank" TITLE="EIRENE">EIRENE &#8220;Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V.&#8221;</a>, ist eine überkonfessionelle Organisation. Sie wurde Ende des 2. Weltkrieges von einem französischen menonitischen Pfarrer gegründet, dessen Gemeinde gewaltfreien Wiederstand geleistet hat.<img ALIGN="right" ALT="logo2007.gif" SRC="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2008/03/logo2007.thumbnail.gif" /></p>
<p>Bei EIRENE steht das Handeln nach Jesus Vorbild im Vordergrund, daher sind Gewaltfreiheit und soziales Engagement die wichtigsten Elemente.</p>
<p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://adigwe.de/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Willkommen im Jahr 2003 &#8211; 5. Rundmail</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jan 2003 18:10:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[01. Mein Geburtstag Bevor ich anfange zu erzählen wie die Weihnachtszeit verlaufen ist, möchte ich über zwei Dinge erzählen die vorher passiert sind. Das erste war mein Geburtstag. An zwei Wochenenden habe ich meinen Geburtstag gefeiert, denn am Samstag den 31. November war der Geburtstag von St. Andrej, an dem alle Andreeas, Andrejs und halt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="top" />01. Mein Geburtstag<br />
Bevor ich anfange zu erzählen wie die Weihnachtszeit verlaufen ist, möchte ich über zwei Dinge erzählen die vorher passiert sind. Das erste war mein Geburtstag. An zwei Wochenenden habe ich meinen Geburtstag gefeiert, denn am Samstag den 31. November war der Geburtstag von St. Andrej, an dem alle Andreeas, Andrejs und halt auch Andrease ihren Namenstag gefeiert haben. Dieser Tag wird hier mindestens genauso groß gefeiert wie der richtige Geburtstag. An diesem Tag war kurz im Projekt, wo eine Chorprobe stattfand und wurde stürmisch gratuliert. Am Sonntag dann haben wir dann in meinen Geburtstag in einem Deutschen Brauhaus reingefeiert, das auf bayerisches Volksfest getrimmt ist &#8211; mit live Musikkapelle und so, bevor am Wochenende fast alle Rumänien-Eirenies sich in Bukarest versammelt hatten und wir wieder diese Bayern Kneipe unsicher machten.</p>
<p>02. Fagaras &#8211; Abschied vom Julian<br />
Am Wochenende drauf hieß es dann Abschied nehmen vom Julian, der seinen Dienst in einem Kinderheim für körperlichbehinderte Kinder absolviert hatte. Nach 18 Monaten Arbeit in einem Dorf bei Fagaras ging er nun zurück nach Deutschland. Mit Julian hatte ich in meinen 6 Monaten schon einige Sachen unternommen (Budapest &#8220;Sziget&#8221;, Cluj, Zwischenseminar &#8230;), so war es wirklich schade ihn jetzt schon verabschieden zu müssen. Aber das tat der wunderschönen Abschiedsparty keinen Abbruch.</p>
<p>03. Weihnachtsbräuche in Rumänien<br />
Obwohl es hier kein Advent (also kein Adventskranz oder Adventskalender&#8230;) gibt und Ostern als das viel wichtigere Ereignis des Jahres gilt, gibt es hier natürlich viele zahlreiche Bräuche die es bei uns nicht gibt. Ein wunderschöner Brauch ist das Collinde singen. Üblicherweise gehen Kinder an den Vorweihnachtstagen von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder und bekommen dafür Cosonac (Brezeln/<em>Nachträgliche Anmerkung: Dies war ein totaler Übersetzungsfehler und Missverständnis meinerseits, Cosonac ist eine Art Hefezopf mit Rosinen und manchmal mit Kakaopulver und Lokum, der dem Stollen etwas ähnlich ist &#8211; er ist nur nicht so fest und trocken</em>) und einen Apfel. Mittlerweile gibt man den Kindern (und nicht nur Kindern) aber Geld in die Hand. Im Projekt sind wir (viel zu früh) zum Büro und haben dort Collinde gesungen und Kleinigkeiten bekommen. Auf dem Rückweg haben wir aber nicht mehr aufgehört und im Bus und auf der Straße weitergesungen an zwei Läden gab es sogar Geld dafür. In der U-Bahn ist dieser Brauch des Collinde singen noch etwas anders. Vier oder fünf Männer tanzen hier durch die Waggons mit allem bewaffnet was klappern kann und singen dazu. Vorne dran marschiert ein Mann als Monster verkleidet &#8211; von Kopf bis Fuß in Stoffetzen gehüllt und einen gebastelten Drachenkopf. Zu Weihnachten gibt es traditionell immer Schwein. Die Schweine werden im Hinterhof geschlachtet und zerteilt. In dem Stadtteil wo ich arbeite, habe ich zugeguckt wir ganz plötzlich zwei Männer aus einem Kofferraum eines Dacia (die hiesige Automarke) ein lebendes Schwein rauszerten und dann es mitten auf der Straße töteten. Sie stachen mit dem Messer in den Hals und bewegten es immer hin und her, bis das Blut ausquoll. Die Ohrenbetäubenden Schreie hörte man noch lange. Aber schnell wieder zu etwas liebes und nettes: Den Mistelzweig den man vielleicht aus England kennt gibt es hier auch. Mistelzweige bringen Glück und wenn sich zwei unter dem Mistelzweig treffen müssen sie sich die beiden küssen. Mistelzweige gab es um Weihnachten an jeder Straßenecke zu kaufen, allerdings sind hier die Früchte anders als in England nicht rot sondern weis. Das waren nun natürlich nicht alle Brauche aber so das was mir schnell aufgefallen und mir nun gerade eingefallen ist.</p>
<p>04. Weihnachtsfeier im Projekt<br />
Ein Kind geht um her. Es hat ein sanftes, verträumtes Lächeln. In seiner Hand hält es eine Plastiktüte mit einer unscheinbaren Flüssigkeit, die es immer wieder die Nase bedeckt. Es handelt sich um Aurolac (Klebstoff oder Lacke, die Straßenkinder billig schnüffeln können). Um es herum sitzen zwei weitere Kinder, die am weinen sind. Es ist eine Szene die man hier auf den Straßen öfter sieht, doch diese Kinder sind in Clownverkleidung und stehen auf der Bühne des Französischen Instituts und erzählen pantomimisch dem Publikum und dem anwesendem Fernsehen, wie es wohl hätte zu gehen können mit ihnen. In der letzen Woche vor Weihnachten gab es gleich 3 Weihnachtsfeiern, für die mehr als ein Monat lang geprobt worden war. Zwei waren in den jeweiligen Schulen für Eltern und Lehrern bestimmt. Während besagte für Sponsoren, Persönlichkeiten und Freunde des Projekts bestimmt war. Außerdem Phantome gab es Tänze (zu Weihnachten, Afrikanisch sowie Indianisch) und Weihnachtslieder. Am Ende kam der Weihnachtsmann und überreichte jedem Kind noch eine Kleinigkeit. &#8220;Der Schuster Martin&#8221; das Theaterstück von dem ich berichtete wurde den Eltern vorgeführt, sowie einigen Kindern von Sfantul Stelian (das Projekt von meinem Mitbewohner Wolfgang).</p>
<p>05. Weihnachten in Arad<br />
Es ist der 24. Dezember und ich bin schon 8 Stunden unterwegs. Ich sitze im neusten Schnellzug nach Arad und lese. Ich habe mir mal andere Weihnachten gewünscht, aber das Heiligabend so aussehen würde&#8230; Dadurch das die Fahrpläne im Dezember gewechselt wurden habe ich den früheren Zug verpasst so das ich um 7 Uhr abends Arad erreiche. Aber es ist eigentlich halb so wild, da in Rumänien erst am 25. gefeiert wird. Ich feiere bei Kami, eine deutschsprachige ungarisch-rumänische Studentin, die in Cluj studiert und die ich bei meinem ersten Wochenende in Rumänien kennengelernt hatte. Zusammen mit Kathi (Eirene-Freiwillige in Cluj) und Micki (Studentin in Cluj) wird es eine schöne, lustige Zeit. Denn Gottesdienst in der Orthodoxen Kirche, den man hier 3 Stunden lang im stehen verbringen muß, verpasse ich leider, weil ich nicht früh genug aufstehe. Dafür aber versorgt uns Kamis Mutter mit den ganzen typischen romänischen Essen und zwar übrig und richtig lecker. In den 3 Tagen habe ich damit bestimmt das gesammte kulinarische Programm seviert bekommen. Mittags und abends das feinste Essen, von Sarmale (Krautwickel) über Carnati (Wurst) und Friptura (Schweinebraten) war alles dabei. Anschliessend bin ich mit Kathi für die Tage zwischen Weihnachten und Silvester nach Cluj.</p>
<p>06. Silvester in Bukarest<br />
Wolfgang nannte es &#8220;den Tag der verpassten Chancen&#8221;: Wir, Kathi und ich waren in Bukarest angekommen um die große Bukarester Silvester Nacht zu erleben. Was es wurde war eher eine besinnliche Nacht &#8211; schön aber nicht die erwartete Party. Weil alle Freunde auf etlichen Veranstaltungen verteilt waren, wussten wir nicht wohin wir gehen sollten und haben erst am 31. entschieden bei meiner Kollegin Livia und ihrer Freundin zu feiern. So fuhren wir nun bis ans Ende der Stadt, obwohl wir bei uns vom Balkon die beste Möglichkeit gehabt hätten das Feuerwerkspektakel zu sehen. Dort guckten wir uns die ganzen Veranstaltungen an die ein paar Kilometer von uns hier in Bukarest statt fanden und um zwölf sahen wir von den Feuerwerken nicht viel, da das Fenster des Appartments auf eine Wiese zugeht. Wir entschlossen uns nun zum Piata Revoluti, wenige Minuten von unserer Wohnung, aber eine halbe Stunde Taxifahrt von diesem Block entfernt, zu fahren um dort uns die Open Air Konzerte anzugucken, die dort umsonst zu sehen waren. Leider bekammen wir aber nur noch zwei Lieder der rockigsten Rock Band aus der komunistischen Ära &#8220;Cargo&#8221; mit. Cargo war sehr enttäuschend. Also ging es für uns nun nach Hause &#8211; willkommen im Jahr 2003!!</p>
<p>07. Weihnachtspaketaktion<br />
Am 7. Januar verlassen fast gleichzeitig an zwei Bukarester Schulen in einem sozial schwachen Stadtgebiet 90 Kinder mit Schuhkartons unter dem Arm die Gebäude und sind so richtig glücklich. Sie sind aus der Hausaufgabenbetreung des Projekts F.O.C.. Bis die Schuhkartons ihren Weg nach Rumänien fanden, waren etliche Wochen an Vorbereitung und Arbeit vergangen, worauf die Baptistengemeinde Göttingen stolz sein kann und ich sehr dankbar bin. Angefangen hatte es, als ich in meinen 3. Rundbrief nachgefragt hatte, ob es möglich wäre eine Weihnachtsschuhkartonaktion durchzuführen. Das heißt ein jeder packt ein Schuhkarton für ein Kind aus meinem Projekt. Als ich diese Frage stellte war es aber bereits schon zwei Monate vor Weihnachten. Nun war die Gemeinde dran: von Transportfragen, -kosten über die einzelnen Kartons packen. Ich habe die fleißigen Hände nicht gesehen, aber ich kann mir die Arbeit gut vorstellen. Dann wurden die Pakete nach Frankfurt transportiert und von dort mit einem Busunternehmen nach Bukarest. Und nun waren wir hier an die Reihe. Wie kriegt man die Pakete von der Eurolines Geschäftsstelle ins Projekt, 13 große Umzugskartons? Am 23. Dezember, als die Pakete abzuholen waren, hatten wir, wie es hier oft üblich ist, immer noch keine klare Lösung gefunden. Ein Freund hatte nicht fahren können und so traf ich meinen Kollegen Adrian an jenem Samstagmorgen bei Eurolines, um uns die Pakete anzugucken. Von der Menge überzeugt fuhren wir zurück zum Büro und fragten an der Baustelle daneben, ob der Lastwagenfahrer, der wohl schon einmal für das Projekt gefahren ist, uns die Pakete transportiert. Mit diesem klapprigen Gefährt fuhren wir nun 2 Stunden hin und her und haben die Pakete sicher ins Büro gebracht. Endlich konnte ich mich nun in meine Ferien aufmachen, die die Kinder schon hatten und wir darum die Pakete nicht mehr verteilen konnten und saß nun Heiligabend im Zug nach Arad. Am 6. Januar fing das Projekt wieder an. Mit einer Kollegin zusammen haben wir jedes Paket aufgemacht um die Haltbarkeit zu überprüfen und die Pakete mit Namen der Kinder zu beschriften und auf die zwei Schulen zu verteilen. Am 7. war nun endlich der Tag der Bescherung. Ich hatte die Aufgabe die Kinder der Schule 136 die Geschenke zu überreichen und die Kinder der Schule 134 holten sich die Pakete vom Büro direkt ab. Jede Schule knipste einen Film voll. Wie gelungen die ganze Aktion war sieht man nun die Tage danach. Wie Esterer mit ihrem Taschenrechner um den Hals immer wieder neue Zahlen ausrechnet, wie Nico und Paul auf einem Tisch Tischtennis spielen, wie Gabi seinen Hubschrauber nicht aus der Hand nimmt und im ersten Moment nicht wirklich ansprechbar ist. Wie die ganzen neuen Kartenspiele ausprobiert werden, die nicht Projektbesitz sind sondern nun Eigentum eines Kindes sind. Die Kartons werden als persönliches Fach verwendet wo die Seifen drin sind und all das Spielzeug das in einer winzigen Einzimmerwohnung zu sechst oder zu acht keinen Platz findet. Man sieht wie wichtig es ist, nicht einfach eine Aktion durchzuführen, irgendwohin Sachen zu schenken, sondern das es in einem Projekt eingebettet ist, wo die Kinder aufgehoben sind und auf solche Aktionen aufbauen können. Die Kinder sind sehr dankbar für alles und es werden noch etliche Sachen, per Post, die Gemeinde Göttingen erreichen.</p>
<p>08. Wie geht es nun weiter? &#8211; Pläne für das nächste Jahr<br />
Mit dem neuen Jahr macht man sich Gedanken wie das neue Jahr aussehen sollte, ihr könnt diese Liste auch als Gebetsanliegen sehen:</p>
<p>- Ende Februar wird Wolfgang mich verlassen, damit muss ich mir einen neuen Mitbewohner für die Wohnung suchen, die ich sehr gerne behalten will, zu mal ich der Vermieterin das Versprechen gegeben hatte länger in der Wohnung zu bleiben. Ich habe nun eine Anzeige in der Zeitung aufgeben und hoffe das sich jemand meldet und der richtige in diese Wohnung zieht. (100 Dollar sind für Romänen eine stolze Summe, die nicht jeder aufbringen kann) oder am Ende doch noch nach einer neuen Wohnung umzugucken.</p>
<p>- Obwohl ich es versucht habe, diese Frage untergehen zu lassen, werde ich permanent gefragt: Was macht die Sprache? Ich komme voran, aber sehr langsam. Ich kann mich mit den Kindern über alltägliche Dinge unterhalten, aber mit Erwachsenen und kompliziertere Themen kann ich noch nicht auf Romänisch. Es ist wie zu Schulzeiten &#8211; ich bin zu faul zum lernen und muss die Schuld wieder bei mir sehen. Ende Februar kommt eine Rumänin aus Deutschland zurück, die ihr Deutsch verbessern will, die im Gegenzug mir Romänisch beibringt.</p>
<p>- Von der Gemeinde stehen 150 Euro zur Verfügung und ich muss mit meinen Kollegen überlegen, was ich damit mache. Wir würden sehr gerne einen Ausflug machen und da kann die 150 nur ein Zuschuss sein. Mal sehen, ob sich weitere Möglichkeiten öffnen und wir auch eine geeignete Zeit und einen geeigneten Ort finden.</p>
<p>- Die Kinder wissen das ich mich nicht schlage und fragen warum. Aber ich weiß das es hier nicht wirklich ohne geht und das sie es gewohnt sind, geschlagen zu werden und zu schlagen. Dennoch will ich mir das Ziel setzen, spielerisch den Kindern alternative Konfliktlösungen zubieten. Im Moment habe ich mir darüber noch keinen einzigen Gedanken gemacht, aber ich will es bald in die Tat setzen.</p>
<p>- Es gibt mehrere Projekte, die ich mit Menschen außerhalb von F.O.C. durchführen möchte und hoffe das diese Sachen klappen: Zum einen ist es das Kerzen drehen von dem ich im zweiten Rundbrief berichtete und das ich erst nach Weihnachten durchführen durfte. Mal sehen ob die Straßenengel (so heißt das Projekt) mich nicht vergessen haben. Zum anderen würde ich gerne eine Begnung zwischen meinen Kindern und den Behindertenkindern von Fagaras durchziehen mit der Nachfolgerin von Julian (die ich noch kennenlernen will/muss und nichts von dieser Idee weiß <img src='http://adigwe.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ), nach dem Vorbild von Wolfgang und Julian, die dies im Dezember durchgeführt haben.</p>
<p>- Ich möchte alle Bereiche meiner Organisation kennenlernen und mal besuchen, das beinhaltet ein Projekt, ähnlich dem Projekt, in dem ich jetzt arbeite, hier in Bukarest nur in kleinen Städten und Dörfern und ein Jugendstrafgefängnisprojekt.</p>
<p>- Die Fußballliga muss bald weitergehen und ich möchte auch weiterhin die Mannschaft trainieren, bis jetzt teilen wir den ersten Platz &#8211; aber der Kontrahent ist sicher stärker als wir. Wir sind ein super Team (nicht nur beim Fußball) und werden mit viel Spaß an die Sache dran gehen.</p>
<p>09. 300 Fotos<br />
Mittlerweile habe ich nun über 300 Fotos geschossen und es werden immer mehr. Leider komme ich überhaupt nicht hinterher mit dem einscannen, aber es sind schon etliche Fotos online. Euch ganz besonders ans Herz legen möchte ich euch das Fotoalbum der letzten sechs Monate.</p>
<p>&#8230;Euer Andreas Adigwe Pilot.</p>
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