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	<title>adigwe.de &#187; future</title>
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		<title>Niedergang des Rauhen Hauses?!</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 19:20:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit großem Entsetzen musste ich heute feststellen, welche negativen Veränderungen sich an meiner ehemaligen Hochschule &#8220;Rauhes Haus&#8221; ereignen. Erst tritt der Rektor Michael Lindenberg zurück und dann führt das &#8220;Institut für Soziale Praxis&#8221; eine Studie zum Thema &#8220;Linksextremismus&#8221; durch. Gab es schon lange große Kritik an der unsozialen Einführung von Studiengebühren, für einen Bereich &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p id="top" />Mit großem Entsetzen musste ich heute feststellen, welche negativen Veränderungen sich an meiner ehemaligen Hochschule &#8220;Rauhes Haus&#8221; ereignen. Erst tritt der Rektor Michael Lindenberg zurück und dann führt das &#8220;Institut für Soziale Praxis&#8221; eine Studie zum Thema &#8220;Linksextremismus&#8221; durch.</p>
<p>Gab es schon lange große Kritik an der unsozialen Einführung von Studiengebühren, für einen Bereich &#8211; die Soziale Arbeit &#8211; in der die Angestellten mit einem Hochschulabschlu weniger verdienen als jeder Berufsanfänger als Abiturient ohne Hochschulabschluß und der zügigen Umsetzung in Bachelor und Master so setzt dies die Krone auf!<br />
Die Kirche ist in der Verantwortung gesellschaftliche Ungerechtigkeiten anzuprangern und nicht diese weiter zu unterstützen und zu untermauern. Es wird aber immer deutlicher, dass sich die Evangelische Kirche von dieser Prämise immer weiter entfernt.</p>
<p>Meine Entscheidung bei anderen Institutionen aktiv zu sein ist daher wohl der richtige Schritt gewesen. Ich hoffe der <a href="http://dbsh-hamburg.de">DBSH &#8220;Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit, Hamburg&#8221;</a> wird sich bald zu diesem Thema äußern.</p>
<p>Es bleibt jedoch dabei &#8211; dies ist eindeutig ein Niedergang des guten Rufes des Rauhen Hauses und diesem Untergang gilt es sich zu widersetzen, wie es der <a href="http://asta-hamburg.de">Asta</a> tut.</p>
<p><a href="http://www.asta-rauheshaus.de/publikationen/extremismusstudie_ehemalige.pdf">Daher Unterstütze ich die forderung der ehemaligen Studenten.</a></p>
<p>Hier auch noch die Presse zu dem Thema:<br />
<a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/190504.spezialisten-fuer-autonome.html">In &#8220;Neues Deutschland&#8221;: &#8220;Spezialisten für Autonome?&#8221;</a><br />
<a href="http://jungle-world.com/artikel/2011/07/42637.html">In &#8220;Jungle World&#8221;: &#8220;Sie wollen nur forschen&#8221;</a></p>
<p>mehr gibt es auch auf der <a href="http://asta-rauheshaus.de/index.php?page=seiten/aktuelles">Homepage des Astas</a>.</p>
<p>Über Meinungen anderer freue ich mich! Einfach meinen Text kommentieren!</p>
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		<title>Die Entwicklung in Deutschland und ihre Folgen für Community Organizing</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Jan 2011 14:15:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon in der Vergangenheit hat man sich Alinskys Ideen nicht verschlossen, sondern über seine Idee diskutiert. Daraus entstanden vielfältige Formen der Gemeinwesenarbeit im sozialen und Stadtteilmanagement im Kommunalen Bereich. Dennoch fehlen bei all diesen Formen das systematisch politische Organisieren der Bevölkerung zur Durchsetzung ihrer Interessen. In der Vergangenheit gab es vielfältige Gründe dies nicht zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
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<p id="top" /><img src="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2011/01/community-stand-up-150x150.jpg" alt="" title="community-stand-up" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-884" /><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Schon in der Vergangenheit hat man sich Alinskys Ideen nicht verschlossen, sondern über seine Idee diskutiert. Daraus entstanden vielfältige Formen der Gemeinwesenarbeit im sozialen und Stadtteilmanagement im Kommunalen Bereich. Dennoch fehlen bei all diesen Formen das systematisch politische Organisieren der Bevölkerung zur Durchsetzung ihrer Interessen. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">In der Vergangenheit gab es vielfältige Gründe dies nicht zu tun. Ich werde auf die Argumente eingehen und die veränderte Situation in Deutschland beschreiben, und anschließend erläutern, warum Community Organizing jetzt doch einen Weg gefunden hat, erste Versuche zu starten.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><strong>Diskussionen und Versuche in der Vergangenheit</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Schon lange Zeit liebäugelten viele Menschen mit einer Umsetzung von Community Organizing in Deutschland, doch immer wieder wurde diese Idee mit zahlreichen Argumenten verworfen. Ich möchte diese Argumente aufgreifen und zusammenfassen und schauen, in wieweit sich Deutschland gewandelt hat und ob die Argumente gegen Community Organizing in Deutschland heute noch zutreffen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Es gab drei Wellen von Community Organizing in Deutschland, in denen die Idee neu aufflammte und ins Gespräch kam. Im Jahr 1960 war dies eher auf theoretische Art. Im 1970 wurden einzelne Taktiken Alinskys in die Gemeinwesenarbeit übernommen und wurden als radikalste Ansätze der Gemeinwesenarbeit beschrieben. Von 1990 bis heute wurde eine erneute Welle veranlasst durch eine Diskussion um Community Organizing und die Gründung des Forums für Community Organizing (FOCO) und des Deutschen Instituts für Community Organizing (DICO). In dieser neuen Phase sind mehrere Bürgerplattformen gegründet worden, die auch erste Erfolge gezeigt haben. Es zeigt sich nun Community Organizing ist in Deutschland wohl doch umsetzbar (Oelschlägel, 1999, S.179f.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die Gründe dafür, dass die Wellen 1960 und 1970 eher nur theoretisch waren und nur in Ansätzen praktisch umgesetzt wurden, lagen an vielerlei Begründungen und Bemerkungen die seinerzeit aufkamen. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die hauptsächliche Begründung war, das die soziale Sicherung in Deutschland weitaus besser funktioniert als in den USA. In den USA ist diese inexistent und in Deutschland gab es mit der Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe und vielen anderen Förderungen ein Netz, das den Menschen in Deutschland Halt gewährte. Die Menschen in Deutschland waren dadurch zufrieden. Es schien keine Gefahr zu bestehen, dass weitere Sozialleistungen und Unterstützungen gekürzt würden (Romer, 2006, S.28)</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Anders als in den USA ist hier die staatliche Verpflichtung am größten, wo die größte Armut herrscht. Der Staat greift mit vielfältigen Programmen (wie z.B. auch dem Programm „Soziale Stadt“) genau an der Stelle ein, wo es dringend benötigt ist (Behrendt, Nod, 1995, S.8).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Auch ist die Polizei an diesen Orten in Deutschland präsent. In den USA gibt es Quartiere, in die sich die Polizei nicht hineintraut und denen die Bürger eigene Wachdienste organisiert haben oder die Politiker und die Polizei dazu zwingen mussten, dass die Polizei dort wieder Präsenz zeigt (ebd.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">In Deutschland ist das Problem der Segregation von ethnischen Minderheiten nicht so gravierend, wie in den USA. Während in Deutschland ein Stadtteil wie Berlin-Kreuzberg mit einem Anteil von 35% Nichtdeutscher, als türkischer Stadtteil gilt, leben in Mid-South Chicago bis zu 90% Afroamerikaner (ebd.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Weitere Gründe waren, dass der Politikapparat in Deutschland sehr umfangreich ist und Parteien und Parteimitglieder in allen gesellschaftlichen Kreisen vertreten sind. Diese Omnipräsenz der Parteien würde es schwer sein, eine unabhängige Bürgerplattform zu organisieren, da Parteifunktionäre immer unter den Mitgliedern wären und die für die Parteien, als Konkurrenz angesehene Veranstaltung für ihre Parteilichen Zwecke entfremden versuchen könnten (Goede, 2004).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Zum anderen ist Deutschland in gewisserweise auch eine Art Verbände-Demokratie, es gibt machtvolle Organisationen, wie den Gewerkschaftsbund, die Kirchenverbunde und die zahlreichen Dachverbände (Romer, 2006, S.28).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Der politische Stil in Deutschland ist sehr zentralistisch und autoritär, die Parteibasis nickt nur Personalentscheidungen ab und die Bürger sind devote Untertanen, die wenig Selbstbewusstsein haben und nur als Bittsteller der Politik entgegen treten dürfen (Goede, 2004).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Auf Grund der Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus scheinen die Menschen in Deutschland eine Angst vor Macht zu haben und können mit den Begriffen im Community Organizing wenig anfangen, sie haben eine Abneigung gegenüber den Begriffen „Power“ und „Leader“, die ja mit Macht und Führer übersetzt werden können – ich habe Leader in dieser Arbeit mit Schlüsselperson übersetzt (Romer, 2006, S.28).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Es ist auch schwierig mit einem Ansatz aus den USA in Deutschland Anhänger zu finden, da generell große Vorurteile vorherrschen gegenüber allem was mit Amerika zu tun hat. Dieser Anti-Amerikanismus macht es gerade dann schwer wenn Begriffe wie das Wort Community Organizing, Organizer und andere schwer sind ins Deutsche zu übersetzen (Stövesand, 2007, S.83). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Einer der wichtigsten Verbündeten des Community Organizing sind in den USA die vielen verschiedenen Kirchen, die es dort gibt. Die zwei großen Volkskirchen in Deutschland werden aber hierzulande als Teil des Staates aufgefasst, vor allem da sie als Körperschaft des Öffentlichen Rechts eigene Gesetze erlassen können und über den Staat Kirchensteuern eintreiben. Anders als in den USA sinkt die Popularität der Kirchen in Deutschland rapide und Einnahmen von Mitgliedern werden von Jahr zu Jahr weniger. Damit kann man die Kirchen nicht, wie in den USA, als größte Repräsentanten des Gemeinwesens zählen und so schnell und einfach eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich wissen sobald ein wichtiges Kirchenmitglied als Schlüsselperson seine Bereitschaft zur Mitarbeit gegeben hat (Goede, 2004). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Gemeinwesenarbeit, als erster Versuch in den 70er Jahren Community Organizing Elemente in Deutschland zu etablieren, scheiterte auch daran, da sie fast ausschließlich in der Sozialen Arbeit verankert wurde. Die Gemeinwesenarbeit ist damit im sozialen System eingebunden und von ihm abhängig (Oelschlägel, 1999, S.184).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">In den USA wird die Soziale Arbeit von Organizern kritisiert sie individualisiere und tue nur <em>für</em> Menschen etwas und nicht <em>mit</em> ihnen. Tatsächlich ist die Soziale Arbeit durchaus durch Einzelfallhilfe dominiert und obwohl Empowerment und Sozialraumorientierung zunehmend Gewicht bekommen haben, geht es in der Sozialen Arbeit kaum um politische Macht und Veränderung der gesellschaftlichen Bedingungen (Stövesand, 2007, S.82). Natürlich ist individuelle Förderung von Betroffenen wichtig für die Soziale Arbeit, aber ohne gemeinsames Handeln und der Herstellung von Macht, wird es nicht möglich sein gerechte Verhältnisse zu schaffen. Dies ist auch Sozialarbeitern bekannt und im internationalen Codex verankert und darum kann man die Soziale Arbeit nicht generell verteufeln (ebd., S.83).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Manchmal mangelt es bei den Sozialarbeitern einfach auch an politischem Bewusstsein oder sie sind abhängig von öffentlicher Finanzierung und können sich dementsprechend nicht gegen die staatlichen Institutionen agieren (ebd.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Oft sehen sich Sozialarbeiter auch in einer anderen Rolle. Sie sehen sich eher als Dienstleister anstatt als Konfliktgeber. Sie sollen die Bedürfnisse decken und nicht wecken (ebd.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die seit 1970 entstande Idee der Bürgerinititiativen und Stadteilprojekte, die auch aus der amerikanischen Bürgerbewegung der 70er Jahre entstammte und heute in so vielfältigen Bereichen ihre Standpunkte durchzusetzen versucht und auch viele Veränderungen bewirkt hat, und am ehesten Ähnlichkeiten zu Community Organizing hat, hat ein paar Schwachstellen. Einerseits hat sie keine Methodik der Partizipation und Aktivierung entwickelt zum anderen sind ist immer auch eine „Ein-Punkt-Bewegung“, das heißt sie bearbeiten nur ein Thema und dann wieder von der Bildfläche verschwindet wenn das eine Thema gelöst wurde (Behrendt, Nod, 1995, S.6).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Oft wurden Bürgerorganisationen zu Lobbyorganisation, die öffentliche Finanzierung bekommen und nicht mehr wirksam und immun gegen politischen Druck sind. Hier werden auch oft die Vertreter professionell geschult, aber es findet keine Rückkoppelung wieder zurück zur Basis. Es kann so nicht zu einer Erneuerung von unten kommen (ebd.).<strong> </strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><strong>Aktuelle Lage in Deutschland</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Wie man an den Begründungen gegen und für Community Organizing in Deutschland gesehen hat, gibt es bestimmte politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedingungen, die Community Organizing zumindest begünstigen, auch wenn sie diese nicht notwendigerweise braucht. Eine wachsende Armut und eine große Kluft zwischen Arm und Reich geben Community Organizing eine größere Chance Fuß zu fassen. Wie sieht es aktuell in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aus? Das möchte ich in den nächsten Kapiteln genauer untersuchen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><strong>Aktuelle politische Situation</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Der Staat hat seit dem Fall des Eisernen Vorhangs seine Politik verändert. Spätestens nach den Gesprächen zwischen Gerhard Schröder und Tony Blair und dem daraus resultierenden „Schröder-Blair-Papier“ zeigt sich, wie der Staat in Zukunft handeln möchte. Ende der 60er Jahre, Anfang der 70er Jahre wurde der Wohlfahrtsstaat erheblich ausgebaut. Der Staat sollte alle gesellschaftlichen Bereiche steuern und planen und die Ressourcen effektiver managen. Der Staat wurde damit zum „Garant des Gemeinwohls“ (Lamping et. al., 2002, S.8). Er war Ausgleichs- und Umverteilungsamt und die Bürger hatten Rechte und Ansprüche ihm gegenüber. Der Staat gewährte nach seinem Ermessen und nach seinen Maßstäben Hilfen für problembehaftete Soziallagen (Lamping et. al., 2002).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Durch viele globale Veränderungen, vor allem durch den Wegfall des Sozialismus, wurde ein globaler Wirtschaftskampf ausgerufen, in dem es nicht mehr möglich war, die Gewinne in einem Staat umzuverteilen. Im weltweiten Konkurrenzkampf der Staaten und Firmen mußten Sozialabgaben und Löhne der arbeitenden Bevölkerung sich den der ganzen Welt anpassen und in einer ständigen Rückwärtsspirale heruntergeschraubt werden. Da war kein Platz mehr für einen Staat der für alle Fürsorge tragen könnte.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Mit dem „Schröder-Blair-Papier“ vor dem Regierungswechsel 1998 wurde ein Umdenken in der Sozialdemokratie vorgenommen. Der nun „aktivierende Staat“ sollte nicht „weniger Staat“ sein, wie von liberalen Kräften gefordert wurde, sondern liberale Gedanken in den Sozialstaat einfließen lassen. Der Staat sollte als Zentrum zur Herstellung von sozialer Gerechtigkeit bestehen bleiben, aber Sanktionen auf Hilfeempfänger aus üben und diese zur aktiven Mitwirkung zwingen. So wurden im Rahmen von Hartz I-IV Maßnahmen eingeführt in den Arbeitslose dazu aufgefordert werden eine Anzahl an Bewerbungen zu schreiben, und falls kein Beruf für sie gefunden werden kann, für einen Stundenlohn von einem Euro bei sozialen Beschäftigungsträgern zu arbeiten. Diese individuelle Bestrafung einzelner, die eigentlich nicht Schuld der Arbeitslosigkeit sind, führt dazu, dass Menschen bereit gemacht werden, für jeden Lohn arbeiten zu gehen und sich dem Markt anzupassen. In der Rentenpolitik wurde mit der Riester-Rente ein Programm geschaffen, dass zunächst zusätzlich zur Gesetzlichen solidarischen Rentenversorgung eine private Rente aufbaut. Die Gesetzliche Rente wird so zu einem Notnagel, wenn die private nicht mehr reicht. Ähnliches geschieht in der Gesundheitsvorsorge, bei dem Menschen Quartalsweise 10 Euro Gebühren zahlen müssen, wenn sie in diesem Zeitraum einen Arzt besuchen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Wie der Staat mit Bürgerschaftlichem Engagement umgeht ist ein ähnliches Phänomen. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Einerseits schreibt die Bundesregierung in ihrem Konzept:</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 0.07in;">„<span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><span style="font-size: x-small;"><span style="font-size: x-small;">Staat und Verwaltung müssen ihre Aufgaben und ihre Verantwortung unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen neu definieren. Der Aktivierende Staat wird die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung dort fördern, wo dies möglich ist. (&#8230;) Eine darauf ausgerichtete Staats- und Verwaltungsreform muss eine neue Balance zwischen staatlichen Pflichten und zu aktivierender Eigeninitiative und gesellschaftlichen Engagement herstellen.“ (BMI, 1999) </span></span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Es hat den Anschein, als wolle der Staat Bürgerschaftliches Engagement fördern, dennoch wird durch die Programme, wie die Soziale Stadt und andere Beteiligungsformen deutlich, das der Staat des nur soweit zu läßt, als wie es seinem eigenen Interesse dient. Kostengünstigere Sozialleistung durch Ehrenamtliche Arbeit wird durchaus bejaht, aber wenn Bürgerschaftliches Engagement bedeutet Forderungen an den Staat zu stellen, so wird dies eher abgelehnt (vgl. Wendland, 2002, S.124ff.). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><strong>Aktuelle wirtschaftliche Situation und das Beispiel „Organizing in der Gewerkschaft“</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Mit dem beginn der Massenarbeitslosigkeit ab 1980 veränderte sich die Arbeitswelt. War es früher üblich sein Leben lang eine Arbeitsstelle zu haben, so begann das Ende dieses Normalarbeitsverhältnisses. Immer weniger Arbeitszeit wird benötigt, um die gleiche Menge an Gütern herzustellen. Eine Ausweitung der Produktion über die Produktivitätssteigerung hinaus wird für viele nicht mehr als sinnvoll erachtet. Es gibt weitaus geringere Arbeitskosten im Ausland, so dass auch hochwertige Güter vermehrt in Schwellenländern produziert werden, da auch dort Entwicklung und Bildung ein höheres Niveau erreicht hat und durch Abbau von Zöllen und neuer Kommunikationswege Produktion und Waren günstiger gesteuert werden können. Während vor 35 Jahren fast die Hälfte der Menschen in der Industrie tätig waren, arbeiten dort heute nur noch ein Drittel. Der Dienstleistungsbereich steigt, nicht zu letzt auf Grund von Privatisierungen im öffentlichen Bereich in der Telekommunikation, Gesundheitspflege und anderswo (vgl. BPB, 2006, S. 60ff.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><span style="text-decoration: underline;">Organizing in der Gewerkschaft</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Es gibt eine Erneuerung in den Gewerkschaften, die mit einem Organizing-Modell für Gewerkschaften einhergeht. Bisher gibt es in Deutschland ein Projekt, welches in dem Hamburger Sicherheitsgewerbe durchgeführt wurde, dass ich kurz vorstellen möchte.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Peter Brehme beschreibt sechs Phasen, in denen Organizing im Sicherheitsgewerbe durchgeführt wurde, wie ich hier paraphrasiere (Bremme, 2007, S.203ff.):</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">In der ersten Phase, dem Aufbau von Kapazitäten und Beziehungen, werden zunächst Informationen gesammelt. Informationen zu den Betreibern, zu den Einsatzorten, Gebäuden, Kunden, Vermietern wurden recherchiert und zusammengestellt.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Dann wurden die Bewacher selbst zu ihren Themen befragt, zu Überstunden, Bezahlung und Schichtproblemen und so weiter. Dabei wurden die jeweiligen Beschäftigten einem Ratingsystem zugeordnet um zu erkennen, wie weit sie sich der gewerkschaftlichen Aktivität stellen würden. Die erste Stufe ist eine aktive Person, die ein Thema unterstützt und andere dafür gewinnen möchte, die zweite Stufe ist eine zugewandte Person, die Interessiert ist aber noch nicht selbst aktiv werden will, die dritte Stufe ist eine Person die der ganzen Sache neutral gegenüber steht, die vierte Stufe ist eine kritische Person, die zwar Chancen sieht, aber dennoch skeptisch ist und schließlich ist die fünfte Stufe eine Person die ablehnend bis feindlich den Themen gegenüber steht und auch andere davon überzeugen möchte. Mit diesem Verfahren wurden die Schlüsselpersonen gesucht mit denen man zusammenarbeiten konnte, dieses Ratingsystem ist nicht statisch, sondern verschiebt sich je nachdem wie ein zweites, drittes oder viertes Gespräch verlaufen ist. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">In der zweiten Phase, der Phase der Vertiefung von Kapazitäten und Beziehungen, wurden aus der gewonnen Informationen Beziehungsnetze gebildet. Dieses Verfahren wird Mapping genannt. Daraus entstand ein klares Bild der Branche und so konnte erkannt werden welche räumlichen Gebiete eine größere Anhäufung von Sicherheitsdienstleistungen haben; jedem dieser unterschiedlichen Gebiete wurde ein Organizer zugeteilt.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">So war es auch möglich die Gemeinwesen in den einzelnen Gebiete mit in die Arbeit mit einzubeziehen (Stövesand, 2007, S.89).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">In der dritten Phase ging man an die Öffentlichkeit. Es wurde ein Faktenbericht erstellt, der die Situation in größere Zusammenhänge ordnete und soziale Themen beinhaltete.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Aus den Befragungen der Beschäftigten wurde ein Slogan für die Kampagne ermittelt und mit einer Pressekonferenz die erste Aktion ausgeführt. Anstatt Gewerkschaftsführern, sollten die Beschäftigten selbst ihre Stimme erheben; wegen befürchteter Repression, wollten die Sicherheitsleute ihre Gesichter nicht zeigen und so erschienen auf der Pressekonferenz die Bediensteten hinter Theatermasken. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">In der vierten Phase, der Phase der Verhandlungen und Eskalation, wurden zunächst die Handlungsalternativen ausgeleuchtet. Man konnte einzelne Betriebe herausgreifen und individuelle Aktionspläne entwerfen und Lohnerhöhungen durchsetzen. Man konnte Großkunden der Sicherheitsfirmen auf ihre Gewinne hinweisen und ihnen die Forderungen der Lohnerhöhungen vermitteln. Man konnte die Stadt und die Politiker zur Rede stellen und ihnen erläutern, dass die Auftragsvergabepraxis nach dem billigsten Angebot, die geringen Löhne verursacht.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die fünfte Phase ist die Phase der Druckverstärkung: Auf einer Kundgebung wurde das Hamburger Unternehmen Power exemplarisch herausgenommen, da es Betriebswahlen verhindert hatten und beteiligten Beschäftigten gekündigt hatte; auf der Kundgebung sprach der Betriebsrat von Gruner &amp; Jahr, einem Kunden von Power, die anschließende Demonstration ging zur Allianz, deren Betriebsrat auch ihre Solidarität bekundigte, und auch die Allianz ist Kunde von Power. „Einzelne Sicherheitsunternehmen herauszunehmen und sie anzusprechen, das war neu und schockierend“ (Bremme, 2007, S.213). Schließlich wurde dem Vorsitzenden des Arbeitgeberverbands des Bundesverbands deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) ein Präsentkörbchen überreicht mit dem Inhalt, von dem was sich ein Bewacher aus einem Stundenlohn leisten könnte. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die sechste Phase ist die Siegesphase, beziehungsweise der Tarifvertrag. In diesen Verhandlungen wurden alle Verhandlungsschritte mit den Aktiven rückgekoppelt. Das Ergebnis war nicht gerade hervorragend (eine Gehaltserhöhung von 6,10 Euro auf 6,34 Euro), aber diese neue Form zeigt, wie Verhandlungen eine neue aktivere Form einnehmen können. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Nach diesem Ergebnis wurde ein sogenannter „Blitz“ durchgeführt, das heißt es wurde nun gezielt versucht, weitere Arbeitnehmer im Sicherheitsgewerbe für die Gewerkschaft zu gewinnen. Man konnte ja nun sehen, dass die Gewerkschaft einen Erfolg erzielt hatte und man wußte auch durch die Einzelgespräche im Vorfeld wen man ansprechen konnte.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Dieses Beispiel macht deutlich, wie Gewerkschaften aktivere Beteiligung ermöglichen können und in Zukunft verhandlungsfähig bleiben können.</span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Lerner hat eine weitere Vision für die Zukunft: Weltgewerkschaften als ein Gegengewicht zu den multinationalen Konzernen, dass ich auch hier darstellen möchte (Lerner, 2007, S.53ff.):</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Gerade die ärmsten und schlecht qualifiziertesten Arbeitnehmer mit dem geringsten gewerkschaftlichen Organisationsgrad haben die beste Voraussetzung dafür, eine neue Weltgewerkschaft zu bilden. Es sind die Hausmeister, Sicherheitsleute und Reinigungskräfte, deren Arbeitsplätze unbeweglich in den globalen Städten zu finden sind und von denen es Global um die 40-50 gibt<strong><span style="color: #339966;">. </span></strong>In der Vergangenheit war Gewerkschaftskampf dazu nötig den Staat zu beeinflussen und unter Kontrolle zu bringen und so eine Vermittlerrolle zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer einzunehmen. Diese Vermittlerrolle kann oder will vielmehr, der Staat nicht mehr übernehmen, um im globalen Verteilungs- und Wettbewerbskampf stark zu bleiben. Nun muss ein neuer Druck auf den Staat gesetzt werden um direkt mit multinationalen Konzernen auf nationaler und internationaler Ebene verhandeln zu dürfen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Arbeitsplätze in der Industrie können in die ganze Welt verlagert werden, aber die Infrastruktur des Finanz-, Versicherungs- und Immobiliensektors konzentriert sich auf die globalen Städte. Diese wirtschaftlichen Knotenpunkte können eine Angriffsfläche für Gewerkschaften werden.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die Ausweitung der Weltwirtschaft führt zu einer großen Nachfrage nach Dienstleistungen, die diese koordinieren (Recht, Rechnungswesen, Versicherungen, Immobilien usw.) und diese Dienstleistungen werden vor allem von multinationalen Firmen durchgeführt, die sich wie gesagt, um die 40-50 globalen Städte konzentrieren. In diesen Städten wächst die Schere zwischen Arm und Reich und viele Migranten stoßen zu diesen Städten.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Büromieten und Profit sowie Gehälter und Zulagen der Vorstände steigen, aber die Gehälter der Angestellten orientieren sich am örtlichen Minimum.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Gebäude können sich nicht bewegen &#8211; es sind die Menschen, die in die globalen Städte kommen. Diese Migranten haben keine Angst vor einer Arbeitsplatzverlagerung, mit der in anderen Branchen gedroht wird.</span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><strong>Aktuelle gesellschaftliche Situation</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Trotz des neuerdings angekündigten minimalen Wirtschaftsaufschwungs und die immer wiederkehrenden eindringlichen Beschwörungen der Politiker und Arbeitgeber, dass der Aufschwung allen gelte, kann nichts darüber hinweg täuschen, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander fällt und immer mehr Menschen in Deutschland in Armut leben. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Dies ist bedingt durch den gewollten Konkurrenzkampf zwischen den Staaten um Standort und Wirtschaftskraft, der so genannten Globalisierung. Dieser Konkurrenzkampf ist verbunden mit Lohnsenkungen und wird damit auf Kosten der Arbeiter ausgetragen. Diese Profitmaximierung führt auch dazu, dass Firmen ihre Produktion ins billigere Ausland auslagern und ruft in Deutschland eine größere Arbeitslosigkeit hervor. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Seit 1980 gab es in Deutschland kein erhebliches Wachstum mehr (Dörner, 2006, S.25).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die Ursache dieser Globalisierung</span> <span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">hat immense Auswirkungen auf die Bevölkerung und geht einher mit sozialen Verwerfungen und Spannungen. Billige Arbeitsplätze werden unter dem internationalen Konkurrenzdruck weiter gedrückt, da sie sonst ins Ausland ausgelagert werden, aber Manager und Spitzenverdiener verdienen immer mehr Geld. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">So entsteht ein großes Gerechtigkeitsproblem (vgl. Diakonisches Werk, 2007, S.5).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Bildung und Ausbildung wird zu einem immer größeren Kostenfaktor für Familien. Es wird Lehrmittelfreiheit in den Schulen abgeschafft, Studiengebühren in den Universitäten eingeführt. Anstatt zu fördern wird primär selektiert. Mit einem Hauptschulabschluß kann man immer weniger anfangen als früher, da wie schon erwähnt die billigen Arbeitsplätze ins Ausland ausgelagert werden oder es durch den Konkurrenzdruck zu sehr geringen Gehältern führt, sei es durch Zeitarbeit, 400€-Basis oder durch Arbeit in Branchen ohne festgelegte Tarife.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Da stellt sich die Frage nach der Zukunft der Erwerbsarbeit (Diakonisches Werk, 2007, S.5). Ist es nötig die Löhne so niedrig zu halten oder wird es in Zukunft dazu kommen, dass unterbezahlte Löhne durch staatlich garantiertes Einkommen ersetzt werden?</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Im Moment werden Menschen in Armut durch sanktionierende Maßnahmen im Rahmen von Hartz IV „bei der Stange gehalten“ und müssen fast jeden Job (auch 1 Euro Jobs) annehmen um nicht ihre Mindestsicherung nach SGB II gekürzt zu bekommen.</span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Eine andere gesellschaftliche Veränderung ist verursacht durch die fortgeschrittene Medizin und dem fehlenden persönlichen Bedarf an Kindern. Es verändert sich die Demographie. Es gibt prozentual immer mehr ältere Menschen, weil die Lebenserwartung stetig steigt und immer weniger Kinder geboren werden, weil der Stellenwert der Familie keinen hohen Rang mehr besitzt. Die Rente basiert darauf, dass die Arbeitnehmergeneration die pensionierte Generation finanziert, durch die Abnahme der Arbeitnehmergeneration und die Zunahme der pensionierten Generation, wird dieser Generationenvertrag für die Politiker zu einem Problem (Götzelmann, 2007, S.197). </span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Früher waren die Menschen oftmals als Nachbarn, Kirchenmitglieder oder Gewerkschaftsangehörige miteinander verbunden und halfen einander aus, diese Zugehörigkeit ist zunehmend von Veränderung betroffen. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">„<span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Solidaritäten werden durch soziale Probleme herausgefordert“ (Hondrich, Koch-Arzberger, 1994, S.30) und darum entstand im 19. Jahrhundert die Klassensolidarität. Durch die damalige Industrialisierung wurden die Menschen aus ihren damaligen traditionellen sozialen Bindungen herausgerissen, es gab niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen, Unsicherheit des Arbeitsplatzes. Dadurch entstand die Gewerkschaftsbewegung und es kam darauf hin zu Milieubildung und eigenen Wertvorstellungen (ebd., S.30f). Es entstanden dann darauf hin die staatlich garantierten und organisierten Versicherungssysteme. Je mehr Menschen in eine solche Solidaritätsverbindung eingeschlossen sind, um so schwächer werden aber die Soldaritätsgefühle. (ebd., S.38f.). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Durch die erneuerten veränderten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt (keine lebenslange Jobgarantie, die Erwartung sich flexibel dem Markt anzupassen und umzuziehen) ist nun wieder eine große Individualisierungstendenz zu beobachten. Menschen fühlen sich weder von Organisationen noch anderen Menschen unterstützt und vertreten. Sie versuchen sich immer mehr im Alleingang sich zu behaupten (vgl. Beck, 1994, S.44ff.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Diese Individualisierung führt allerdings nicht zwangsläufig zu weniger Solidarität und erhöhtem Egoismus. Vielmehr schwindet der Altruismus zu Gunsten von „kontrolliert zurücknehmbaren Engagement“ (Hondrich, Koch-Arzberger, 1994, S.25). Individualiserung kann so als Handlungsgewinn des Einzelnen verstanden werden. Die traditionellen zwangvollen Sozialbindungen werden geringer und die Wahl von eigenen Lebensstilen eröffnet die Möglichkeit sich neuen Gruppen zu zu ordnen (ebd.). </span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><span style="text-decoration: underline;">Die Situation in den Landeskirchen</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die evangelischen Kirchen in Deutschland sind mit verschiedenen Aspekten konfrontiert. Einerseits findet eine Entkirchlichung und eine Entchristlichung der Gesellschaft statt, auf der anderen Seite sind viele Menschen auf der Suche nach religöser Orientierung <span style="color: #000000;">(Diakonisches Werk, 2007, S.7). </span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Auf Entkirchlichung deuten die sinkenden Mitgliederzahlen hin. Dies hat zur Folge, dass die Überalterung in der Kirche noch stärker zunimmt, als es prozentual durch Geburtenrückgang in der Gesamtbevölkerung der Fall ist. Ganz besonders in ländlichen Gebieten <span style="color: #000000;">(Diakonisches Werk, 2007, S.7).</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Außerdem kann es in vielen Gemeinden zu einer Milieuverengung kommen, da viele Mitglieder der Kirche erhalten bleiben, die zu einem Traditions-Milieu gehören und aus der Familientradition heraus der Kirche treu bleiben (ebd.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Zu diesem Milieu gehören vor allem auch ältere Menschen, das heißt, dass die Überalterung der Gesellschaft in einem besonderen Maße auf die Kirche Auswirkungen hat (Gözelmann, 2003, S.198). Altenarbeit und -hilfe wird einerseits somit zu einem sehr wichtigen Auftrag der Kirche. Das bedeutet aber nicht nur Nachbarschaftshilfe und -pflege sondern auch dass bei den Pensionierten ein hoher Anteil von ehrenamtlicher Arbeit zu erwarten ist, der durch seine Lebenserfahrung viel Potential für eine Kirche bieten kann (ebd., S.197). Anderseits ist es umso wichtiger die junge Generation im Blick zu halten und vermehrt darauf zu achten genügend Angebote für Kinder und Familien zu bieten, so dass diese nicht ganz der Kirche verloren gehen (ebd., S.198)</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><span style="color: #000000;">Diese und die anderen gesellschaftlichen Entwicklungen führen</span> dazu, dass es ein immer kleiner werdender Anteil von Steuerzahlern als Kirchenmitglieder zur Verfügung stehen (ebd.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Für die Kirche bedeutet dieses ein Bedeutungsverlust, sowie ein Verlust an Finanzmitteln (Diakonisches Werk, 2007, S.9). Dadurch entsteht ein enormer Druck auf die kirchlichen Strukturen und es entstehen zunehmend Verteilungs- und Konzeptionsdebatten. Dabei gibt es Kämpfe zwischen den funktionalen, also den übergemeindlichen Diensten und den parochialen, also den kirchengemeindlichen Diensten <span style="color: #000000;">(Götzelmann, 2003, S. 198).</span> Anstatt sich hier gegenseitig auszuspielen, wäre eine Integration der jeweiligen Dienste viel wichtiger. Dabei, so Götzelmann, sollte man nach dem Prinzip der Subsidiarität vorgehen, das heißt erste Priorität ist die Familie, Nachbarschaft, Selbsthilfegruppe, dann die Gemeinde und erst danach die regionalen oder überregionalen zentralen Dienste (ebd.).</span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Auf der anderen Seite bedeutet, die religiöse Suche der Menschen für die Kirche, dass vielerorts, neue Gemeindeformen entstehen. Kirche wird vielfältig und vielschichtig. Diese Pluralisierung macht die Kirche auf der einen Seite vielleicht schwammig und ihr Profil ist schwer zu erkennen, auf der anderen Seite öffnet sich die Kirche und kann so einer breiteren Masse Halt und Lebensorientierung bieten (Diakonisches Werk, 2007, S.7).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Von dieser Suche nach Orientierung spricht auch Reinhard Hempelmann. Er spricht dabei von zwei Pluraliserungsphasen; in der ersten Phase gab es innerkirchliche Gruppenbildung (mehrere Visionen von Kirche), während in der heutigen zweiten Phase alternative Formen in eigenständigen Gemeinden gebildet haben (Hempelmann, 2001, S.415). „Fortschreitende Individualisierungsprozesse moderner Geselschaften rufen paradoxe Effekte hervor. Je mehr sich Glaubenssysteme individualisieren, desto größer wird das Bedürfnis nach Bestätigung des eigenen Glaubens durch eine Gemeinschaft“ (ebd.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die Kirche kann aber weiterhin, auf Grund ihrer vielen sozialen Dienstleistungen der Diakonie, als zivilgesellschaftlicher Akteur eine sehr wichtige Stellung einnehmen und man sieht dadurch wie wichtig die Institutionen der Diakonie sind, es zeigt aber auch was für ein Potenzial die einzelne Kirchengemeinde als Sprachrohr des Stadtteils haben kann und sie könnte eine Stimme der Verarmten im Gemeinwesen sein (Diakonisches Werk, 2007, S.7).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Solch eine Öffnung der Kirchengemeinde für Außenstehende bedeutet nicht eine Säkularisierung, sondern dies soll mit dem biblischen Anspruch und Zuspruch geschehen, dass Gott für alle Menschen einsteht und insbesondere für die die suchen und Hilfe bedürfen (Arnhelm, 2001, S.2).</span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><strong>Bedeutung der Entwicklung in Deutschland für Community Organizing</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Was haben diese politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen nun mit Community Organizing zu tun? Über Community Organizing wird in Deutschland mittlerweile nicht mehr nur debattiert, sondern erste Projekte sind bereits im Aufbau und haben bereits erste Erfolge erzielt. Das bedeutet, dass nicht nur der Wandel der Bedingungen in Deutschland dazu geführt hat, dass diese Idee nun auch in Deutschland umgesetzt wird, sondern wahrscheinlich auch, dass die genannten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen etwas mit der Möglichkeit für Community Organizing zu tun haben.</span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Ein Beispiel ist auch Großbritannien: Nachdem Margret Thatcher neoliberale Reformen in England durchgesetzt hat, ist auch hier die soziale Schere zwischen Arm und Reich enorm gestiegen. Als Margret Thatcher im Jahr 1979 an die Macht kam, haben die reichsten Zehn-Prozent in England, drei mal so viel Einkommen gehabt wie die ärmsten Zehn-Prozent der Bevölkerung. Im Jahr 1990, als ihre Zeit als Premierministerin endete, haben die höchst Verdiener viermal soviel verdient als die ärmsten Zehn-Prozent. Dies hat sich seitdem nicht verändert (Guardian Weekly, 11.04.08, S.14, zitiert den Office of National Statistics).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">In England konnte Community Organizing erfolgreich angewendet werden und in England sind nun erste neue Ansätze von Bürgerplattformen vorhanden (vgl. Behrendt, Nod, 1995, S.8).</span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Dort wo Arbeitslosigkeit wächst, Löhne sinken, Mieten steigen, Vorsorge sinkt und eine Chancenungleichheit zu bemerken ist (und all diese Dinge sind in Deutschland zu beobachten), und wo durch Individualisierung der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Politikverdrossenheit wächst ist der Nährboden für Community Organizing vorhanden <span style="color: #000000;">(ebd. S.9).</span></span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die in der Vergangenheit relativ gut versorgte Soziale Arbeit steht im Zusammenhang mit der Privatisierung der öffentlichen Versorgung unter Druck. Die Markt- und Konkurrenzlogik hält Einzug in den Sozialen Sektor und oft haben Ausschreibungen nur noch befristete Zeiträume und haben Projektcharakter (Stövesand, 2007, S.84).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Wenn dabei Soziale Institutionen versuchen die noch vorhandenen Errungenschaften zu verteidigen, so ist dies der falsche Weg, den er führt nur zu weiterer Spaltung der Gesellschaft und der sozialen Versorgung. Stattdessen kann man in dem Abbau des Sozialstaates eine Chance und Herausforderung sehen (Behrendt, Nod, 1995, S.9). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Dabei ist Community Organizing kein Ersatz des Sozialstaates sondern mehr noch die letzte Instanz die ihn einfordern kann. Denn soziale Verantwortung erfordert eine kräftige und beständige, unabhängige Gegenmacht, die Gerechtigkeit für alle einfordern kann (ebd.).</span></p>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Durch die Individualisierung der Bevölkerung und dem damit einhergehenden Egoismus ist positiv für Community Organizing zu sehen. Wie bereits beschrieben bedeutet dies, dass einerseits die Interessen des einzelnen Angesprochen werden können und sich Menschen frei von jeder sozialen Bindung sich einer Bürgerplattform anschließen können und sich ihre eigenen Interessen zu einem Gesamtinteresse zusammenfügen können.<br />
</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Die Teilhabe aller Bürger erfordert ein Umdenken aller Organisationen, darum ist auch gut, dass Community Organizing in Deutschland, als „Broad-Based“-Organizing durchgeführt wird, den nur so können die beteiligten Organisationen dieses Umdenken praktisch erleben und erfahren (Meinung des Verfassers).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Es sind aber auch diese verschiedenen Organisation im Gemeinwesen, die notwendigerweise mitmachen müssen und auch dort gibt es neue Hoffnung. Die Kirchengemeinden zeigen vermehrtes Interesse an Community Organizing, da sie gegen Mitgliederschwund und Bedeutungsverlust angehen möchten und im Community Organizing ein Mittel sehen in der sie wieder Stimme und Gewicht bekommen könnten (vgl. Chrismon, 2005, S.61). So wird das Deutsche Institut für Community Organizing maßgeblich von Geldern der katholischen </span><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Caritas unterstützt. DICO selbst entstammt der katholischen Hochschule für Soziale Arbeit in Berlin<span style="color: #000000;"> (Penta, 2007, S.242).</span> Außerdem ist Paul Cromwell, ein amerikanischer Stipendiat der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) und ein Vertreter des Community Organizing, dabei, mit der Unterstützung vom Forum für Community Organizing (FOCO) nach Möglichkeiten zu forschen, wie die Evangelischen Kirchen mehr im Stadtteil verankert sein können und mit den Methoden von Community Organizing Veränderung bewirken kön<span style="color: #000000;">nen (Chrismon, 2005, S.60f.).</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><span style="color: #000000;">Die vielen neuen verschiedenen Religionsgemeinschaften bieten Community Organizing ein breit gefächertes Abbild des Gemeinwesens darzustellen und ähnlich wie in Amerika, die Menschen aus den verschiedenen Religionen zu einem gemeinsamen Handeln zu ermuntern.</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><span style="color: #000000;">So sind in der Bürgerplattform Impuls-Mitte die Centrums Moschee, der CVJM, die Ev.-Luth. Kirchgemeinde zu Hamburg Hamm, die Methodistische Kirche in Hamm, die Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu und die Kroatisch-Katholische Gemeinde unter den aktiven Mitgliedern.</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;">Und auch die Gewerkschaften scheinen das Instrument Organizing für sich erkannt zu haben und im Rahmen von Organizing wird sich auch die Gewerkschaft dem Gemeinwesen öffnen und bei Aktionen mit unterstützen, in der Hoffnung die gleiche Unterstützung im Arbeitskampf zu erfahren.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: &amp;quot;Bitstream Vera Sans [bitstream]&amp;quot;, sans-serif;"><strong>Literatur</strong></span></p>
<p><strong>Alinsky, Saul D. (1999):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/offer-listing/3889775594?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=am2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3889775594">Anleitung zum Mächtigsein. Ausgewählte Schriften.</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3889775594" border="0" alt="" width="1" height="1" /><br />
, 2. Auflage, Lamuv Verlag, Göttingen.</p>
<p><strong>Anhelm, Dr. Fritz Erich (2001)</a>:</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3817241097?ie=UTF8&#038;tag=adigwedesigns-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3817241097">Rolle und Funktion von Kirchen und<br />
Religionsgemeinschaften im Gemeinwesen, Loccum.</p>
<p><strong>Behrendt, Thomas; Nod, Wilfried (1995):</strong> Eine mögliche Übertragung auf die Situation in<br />
Deutschland; In: FOCO (Hrsg.) 1995; S. 6-9.</p>
<p><strong>Beck, Ulrich (1994):</strong> Jenseits von Stand und Klasse?; in: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518118161?ie=UTF8&#038;tag=adigwedesigns-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3518118161">Beck, Ulrich; Beck-Gernsheim,<br />
E. (Hrsg.): Riskante Freiheiten</a>, Frankfurt am Main, 1994; S. 43-59.</p>
<p><strong>BMI &#8211; Bundesministerium des Innern, Stabstelle Moderner Staat &#8211; Moderne<br />
Verwaltung (Hrsg.) (1999):</strong> <a href="http://www.verwaltung-innovativ.de/nn_684264/SharedDocs/Publikationen/Bestellservice/programm__der__bundesregierung,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/programm_der_bundesregierung.pdf">Moderner Staat &#8211; Moderne Verwaltung. Das Programm der<br />
Bundesregierung</a>, Berlin.</p>
<p><strong>BPB – Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.) (2006):</strong><a href="http://www.bpb.de/publikationen/5OAIS6,0,Unternehmen_und_Produktion.html> Information zur<br />
politischen Bildung. Unternehmen und Produktion, Nr. 293</a>, Bonn.</p>
<p><strong>Bremme, Peter; Fürniß, Ulrike; Meinecke, Ulrich (Hrsg.) (2007):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899652398?ie=UTF8&#038;tag=adigwedesigns-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3899652398">Never work alone.<br />
Organizing – ein Zukunftsmodell für Gewerkschaften</a>, VSA-Verlag, Hamburg.</p>
<p><strong>Diakonisches Werk (Hrsg.) (2007):</strong> <a href="www.diakonie.de/Texte_05_2008_Soziale_Arbeit.pdf">Die Rolle der Allgemeinen Sozialarbeit im Rahmen<br />
gemeinde- und gemeindeorientierten Handelns der Diakonie (G2-Modell)</a>, Stuttgart.</p>
<p><strong>Dörner, Prof. Dr. Dr. Klaus (2006):</strong> Kirche ohne Diakonie verliert die Erde – Diakonie<br />
ohne Kirche verliert den Himmel; In: <a href="http://www.epd.de/dokumentation/dokumentation_index_40414.html>epd-Dokumentation 13/2006</a>; S.24-31.</p>
<p><strong><a href="http://www.chrismon.de">Chrismon</a> (2005):</strong> 12/2005, Seite 60-62.</p>
<p><strong>FOCO (Hrsg.) (1995):</strong><a href="www.fo-co.info/Focobuch.pdf"> Forward to the roots&#8230; Community Organizing in den USA – eine<br />
Perspektive für Deutschland?, Stiftung MITARBEIT</a>, Bonn.</p>
<p><strong>Goede, Wolfgang C. (2004):</strong> Community Organzing – Ein Weg für Deutschland?<br />
Homepage von FOCO, zuletzt besucht am 13.04.2008 unter <a href="http://fo-co.info/goede-2004-weg-fuer-D.htm">http://fo-co.info/goede-2004-weg-fuer-D.htm</a>.</p>
<p><strong>Götzelmann, Arnd (2003):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3170179039?ie=UTF8&#038;tag=adigwedesigns-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3170179039">Kirche für das Gemeinwesen: Szenarien und theologische<br />
Ansätze diakonischer Dimensionen christlicher Gemeinde, In: Evangelische Sozialpastoral<br />
(Praktische Theologie heute 61)</a>, Stuttgart 2003.</p>
<p><strong><a href="http://guardian.co.uk>Guardian</a> Weekly (2008):</strong> vom 11.04.08, Seite 14.</p>
<p><strong>Hondrich, Karl Otto; Koch-Arzberger, Claudia (1994):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/359611246X?ie=UTF8&#038;tag=adigwedesigns-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=359611246X">Solidarität in der modernen<br />
Gesellschaft</a>, Fischer Tachenbuch Verlag, Frankfurt am Main.</p>
<p><strong>Lamping, Wolfram; Schridde, Henning; Pleß, Stefan; Blanke, Bernhard (2002): </strong><a href="http://library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/01336-1.pdf>Der<br />
Aktivierende Staat. Positionen, Begriffe, Strategien, Studie für den Arbeitskreis<br />
Bürgergesellschaft und Aktivierender Staat der Friedrich-Ebert-Stiftung</a>, Bonn.</p>
<p><strong>Lerner, Stephen (2007):</strong> Weltgewerkschaften: Ein Mittel gegen den weltweiten<br />
Niedergang der Arbeiterbewegung; in: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899652398?ie=UTF8&#038;tag=adigwedesigns-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3899652398">Bremme et al. 2007</a>; S. 53-78.</p>
<p><strong>Oelschlägel, Dieter (1999):</strong> Bürgerengagement – Gemeinwesenarbeit – Community<br />
Organization. Ein Nachwort; in: <a href="http://www.amazon.de/gp/offer-listing/3889775594?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=am2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3889775594">Alinsky</a>, 1999, S.175-186.</p>
<p><strong>Romer, Jann (2006):</strong> Community Organizing – Auch eine Chance für Deutschland?; in:<br />
<a href="http://fo-co.info/Sozial%20Radikal.pdf">Schmid et. al</a>, 2006, S. 27-32.</p>
<p><strong>Schmid, Sandra; Meyer, Dominique; Rösli, Ursula; Romer, Jann; Müller, Simon; Stössel, Marianne (Hrsg.) (2006):</strong> Sozial Radikal. Saul Alinsky – Auf den Spuren seines Community Organzing, Homepage von FOCO, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://fo-co.info/Sozial%20Radikal.pdf">http://fo-co.info/Sozial%20Radikal.pdf</a>.</p>
<p><strong>Stövesand, Sabine (2007):</strong> (Für den) Blick über den Tellerrand. Organizing im lokalen<br />
Gemeinwesen; in: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899652398?ie=UTF8&#038;tag=adigwedesigns-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3899652398">Bremme et al. 2007</a>; S. 79-91.</p>
<p><strong>Wendland, Anja (2002):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3893703667?ie=UTF8&#038;tag=adigwedesigns-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3893703667">Mitbestimmung oder Beteiligung im Laufstall? Zur Diskussion um<br />
Partizipation in der sozialen Stadtteilentwicklung</a>, Kleine Verlag, Bielefeld.</p>
<p><script type="text/javascript" src="http://www.assoc-amazon.de/s/link-enhancer?tag=adigwedesigns-21&#038;o=3">
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		<title>Film-Trailer &#8220;Der Geist des Geldes&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 18:54:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe heute den Trailer zum Film &#8220;Der Geist des Geldes&#8221; gesehen und wollte den euch nicht vorenthalten. Der &#8220;Filmemacher Yorick Niess hat über ein Jahr hinweg das Geld erforscht und aktuelle Trends gesammelt. Die Aufnahmen haben ihn in fünf Länder geführt. Geld regiert die Welt. Doch die Erfindung verändert sich heute rasant. Wer den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p id="top" />Ich habe heute den Trailer zum Film &#8220;Der Geist des Geldes&#8221; gesehen und wollte den euch nicht vorenthalten.</p>
<p>Der &#8220;Filmemacher      Yorick Niess hat über ein Jahr hinweg das Geld erforscht und aktuelle      Trends gesammelt. Die Aufnahmen haben ihn in fünf Länder geführt.</p>
<p>Geld regiert die Welt. Doch die Erfindung verändert sich heute rasant. Wer      den Geist des Geldes versteht, kann seine Zukunft mitgestalten.&#8221;aus <a href="http://www.geistdesgeldes.com/film.html" target="_blank">GeistDesGeldes.com</a></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=jTW5_kqZ7BQ">http://www.youtube.com/watch?v=jTW5_kqZ7BQ</a></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=jTW5_kqZ7BQ"> </a></p>
<p>via <a href="http://www.trueten.de/archives/5194-Blogkino-Geist-des-Geldes-oder-Kapitalismus,-massenkompatibel-dargestellt.html" target="_blank">trueten</a> / <a href="http://www.saarbreaker.com/2009/06/video-ber-geldsystem-und-staatsverschuldung/" target="_blank">saarbreaker</a></p>
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		<item>
		<title>Von Radikal zu Neoliberal</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 11:34:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Debatte zu Community Organizing kommen neuerdings auch neoliberale Themen zum Vorschein. Wurde Alinsky&#8217;s Idee noch als Radikal abgetan, so möchte ich in diesem Artikel über die neoliberalen Aspekte sprechen: Die Körber Stiftung hat zu einer Veranstaltung eingeladen. Es wird das neue Buch, das Leo Penta herausgegeben hat, vorgestellt „Community Organizing – Menschen verändern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
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<p id="top" /><img src="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/alinsky-fight-150x150.jpg" alt="" title="alinsky-fight" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-886" />
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">In der Debatte zu Community Organizing kommen neuerdings auch neoliberale Themen zum Vorschein. Wurde Alinsky&#8217;s Idee  noch als Radikal abgetan, so möchte ich in diesem Artikel über die neoliberalen Aspekte sprechen:</p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Körber Stiftung hat zu einer Veranstaltung eingeladen. Es wird das neue Buch, das Leo Penta herausgegeben hat, vorgestellt „Community Organizing – Menschen verändern ihre Stadt“. Warnfried Dettling hält einen Vortrag und im Anschluß gibt es eine Podiumsdiskussion mit Leo Penta.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Der Vortrag von Warnfried Dettling ist auch im Buch veröffentlicht. Er spricht über eine neue Dimension von Demokratie.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Ich paraphrasiere dazu nun den Vortrag von Warnfried Dettling (2007, S.89-98): Einerseits ist die Debatte über eine Bürgergesellschaft in aller Munde, anderseits ist das Thema aber eher marginalisiert. Die Idee der Bürgergesellschaft ist nicht zu einer Leitidee von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft geworden. Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheit und Pflege sind nicht in systematischem Kontext mit freiwilligem Engagement gebracht worden. Auch die Beteiligten an der Bürgergesellschaft möchten sich von Staat und Wirtschaft vereinnahmen lassen. Sie möchten nicht, dass sie die Last des weniger werdenden Sozialstaats übernehmen und fordern möglichst wenig von der Politik. Dettling spricht hier von einer „Bürgergesellschaft light“ (Dettling, 2007, S.90) in der Politik, die Aktivitäten der Bürgergesellschaft begrüßt, aber sie nur für etwas Zusätzliches hält; alle übrigen, wichtigen Aufgaben sollen von der Politik erledigt werden. Demokratie soll aber „wo immer möglich, als eine Form der Selbstorganisation der Gesellschaft, als Einmischung der Bürger in ihre eigenen Angelegenheiten“ (Dettling, 2007, S.90) verstanden werden. Dass die Bürger ihr Vertrauen in die Politik verloren haben, liegt nicht an einzelnen Politikern, sondern darin, dass Wahlversprechen nicht mehr eingehalten werden. Mit der Wachstumsstagnation, ist es nicht mehr möglich, wie in der Vergangenheit, eine Politik ohne aktive Bürger zu betreiben. Diese „Politics of Delivery“, in der Menschen glauben der Staat könne alle Probleme für sie lösen und alle Politiker könnten Entscheidungen autonom umsetzen, ist gescheitert. Politiker können nicht mehr versprechen: „Wählt uns. Danach liefern wir“ (Dettling, 2007, S.91). Älter ist die „Politics of Commitment“ die schon Aristoteles vertrat, in der die Politik öffentliche Prozesse fördert und die Ideen und Visionen vorgibt. Die Politik sollte zukünftig gemeinsam mit Bürgern und Unternehmen allgemeine Wertziele vereinbaren und gemeinsam an ihrer Erreichung arbeiten. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Bürgergesellschaft muss dazu die Politik in ihre Schranken weisen. Politik kann nicht alles leisten und darf diesen Anspruch nicht haben. Eine gute Gesellschaft braucht „einen starken, handlungsfähigen Staat, eine starke und erfolgreiche Wirtschaft und eine starke Zivilgesellschaft“ (Dettling, 2007, S.93). Jede dieser drei Parteien muss umdenken. Der Staat muss sehen, dass er zwar verantwortlich für die Gesellschaft und ihre Probleme ist, aber nicht die Lösung präsentieren und durchführen. So ist der Staat verantwortlich dafür, dass keiner schlechtere Chancen wegen seiner sozialen Herkunft hat, aber er muss nicht selbst Schulen und Universitäten betreiben.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Wirtschaft muss sehen, dass auch sie Verantwortung für das Gemeinwesen hat. Zum einen, um die dauerhafte wirtschaftliche Entwicklung zu gewährleisten, zum anderen um das eigene Ansehen und die sozial moralischen Werte in Unternehmen und Gesellschaft zu steigern. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Auch die Bürger müssen mehr Verantwortung übernehmen und sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. Es geht darum, nicht als Bittsteller der Politik gegenüber zu stehen und um Zuwendung zu bitten, sondern aktiv und selbstbewusst Rechte und Forderungen zu stellen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Diese Veränderungen gehen mit einem Paradigmenwechsel einher: An statt bei Problemen mehr Geld, mehr Personal und mehr Rechte und Vorschriften einzusetzen, soll dafür gesorgt werden, dass sich das Verhalten der Menschen ändert. Menschen müssen sich um sich und andere kümmern. Aus diesem Grund sollen soziale Einrichtungen freiwilliges Engagement begrüßen und annehmen und nicht abweisen und unterdrücken.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Bürgergesellschaft braucht, um voranzukommen, eine bessere Vernetzung und Zusammenarbeit und muss gegenüber der Politik auf gleicher Augenhöhe agieren können.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Professionelle und Freiwillige müssen gemeinsam zusammenarbeiten und sich austauschen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Bürger selbst müssen in Schule und Ausbildung zu starken Persönlichkeiten erzogen werden, die gelernt haben Eigenverantwortlich und solidarisch zu handeln.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Community Organizing kann zu der Herausbildung der Bürgergesellschaft einen großen Beitrag leisten und erinnert „an die andere Dimension der Demokratie als einer Selbstorganisation der Gesellschaft.“ (Dettling, 2007, S.98)</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><strong>Ist Community Organizing neoliberal?</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Diese Frage mag auf den ersten Blick merkwürdig klingen, aber wenn man betrachtet, dass die aufgeführten Argumente gegen eine Umsetzung von Community Organizing in der Vergangenheit sich darauf beliefen, dass der Wohlfahrtsstaat mit seinen vielfältigen Dienstleistungen und Sozialleistungen die Ausführung von Community Organizing behindern würde, sowie auch der Ideengeschichtliche Hintergrund in den USA ein weniger an Staat, als Voraussetzung zu erkennen gibt und nun die Position von Warnfried Dettling deutlich macht, das sich der Staat von seiner Tätigkeit als umfassender Fürsorger für die Menschen zurückziehen soll und auch eine weitreichende Privatisierung bis hin zu Schulen und Universitäten fordert, wird diese Frage berechtigt, da auch </span><span style="font-family: ">Leo Penta in seinem Buch schreibt „Der Staat, vor allem die Kommunen, sollen folglich ihre Allzuständigkeitsansprüche herunter schrauben“ (Penta, 2007, S.107).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Unter Neoliberalismus verstand man einen Weg zwischen Sozialismus und Kommunismus, der einen Wegbereiter für die Soziale Marktwirtschaft war. Heute bedeutet dieser Begriff aber die volle Orientierung auf den Markt und damit dem Turbokapitalismus vergangener Tage. Die neoliberale Idee ist es, dass sich der Staat zu einem „schlanken Staat“ macht. Das heißt zum einen, Reduzierung des Staates und Förderung des Privatsektors, und eine „systematische Desorganisation des organisierten Kapitalismus“ (Müller-Plantenberg 1997, S.607) </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Gesellschaftlich bedeutet der Liberalismus, dass jeder Mensch „das unveräußerliche Recht auf Freiheit, Leben und Eigentum“ (Doering, 1995, S.26) hat. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Neoliberalismus begrenzt sich nicht auf ökonomische Reformen (Burchart, 2004, S.39). Das Programm des Neoliberalismus ist die Reduzierung des Staates durch Privatisierung und Förderung des Privatsektors, ökonomische Stabilisierung durch restriktive Geld- und Fiskalpolitik und eine Liberalisierung des Außenhandels, der Binnen- und Kapitalmärkte, also Abschaffung der Zölle.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Dabei geht es immer um eine angebotsorientierte Wirtschaft, die oft auf Export setzt und die Kosten der Produktion versucht zu senken und dabei also Löhne drückt<span style="color: #000000;"> (Burchart, 2004, S.39).</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Anfangs wurden das Finanz- und Versicherungswesen und staatliche Firmen privatisiert, dann wurden diese Privatisierungen auf Telekommunikation, Flughafen, Häfen, Energie ausgedehnt und nun schließlich sollen auch Eisenbahn, Straßen, Schulen, Universitäten und Wasser privatisiert werden und damit wird wichtige öffentliche Infrastruktur an private Firmen gegeben, wobei oft das Kapital von ausländischen und inländischen großen Fondsgesellschaften kommt (ebd., S.40).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Anhand von Beobachtungen nach der Einführung der neoliberalen Ideen, die Hans-Jürgen Burchardt in Lateinamerika gemacht hat, mußte er feststellen, dass die Armut in Lateinamerika in erheblichen Maße gewachsen ist, er mußte konstatieren, dass es „nicht vermessen ist, in der sozialen Frage dem Neoliberalismus ein Scheitern zu attestieren“ (ebd., S.41). Bereits industrialisierte Länder, die weit entwickelt waren mußten viele Fabriken schließen, da sie nicht mit dem Weltmarkt und der entsprechend geringen Entlohnung der Arbeiter, konkurrieren konnt<span style="color: #000000;">en (ebd., S.44).</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Der Neoliberalismus lehrt, dass er dem Menschen bessere Lebensbedingungen schafft ihm gut geht und sucht damit ein höheres Einkommen (Weissel, 2000, S.35). Eigentümer wollen ihr Kapital dort ausgeben, wo es am meisten Gewinn bringt und ein Arbeitnehmer will dort arbeiten wo er einen hohen Lohn bekommt. Bei einem vollkommenen Wettbewerb gäbe es keinen Widerspruch zwischen Einzelinteresse und Gesamtinteresse (ebd., S.35). Laut Neoliberalismus dürfte es, wenn es einen wirklich freien Markt gäbe, keine Arbeitslosigkeit geben, da sich Angebot und Nachfrage immer einpendeln würden. Wenn also zu wenig Menschen Arbeit haben, sinkt der Wert der Arbeit und der Lohn sinkt. Arbeitnehmer müßten so jeden Lohn annehmen und da der Staat sich mit seinen Sozialleistungen zurückziehen soll, gäbe es keine Arbeitslosenhilfe mehr (ebd., S.37). Damit wird die Idee des Neoliberalismus deutlich: Es geht darum, dass derjenige mit mehr Kapital und (Geld-) Macht sich durchsetzt und sein Interesse gestärkt wird. Wenn ein durchsetzungsfähiger Staat und jeden Zusammenschluß von Menschen unterbindet, kann es nur zu großen Verlierern und großen Gewinnern kommen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Alinsky sagt, dass Vollbeschäftigung eine wichtige Forderung ist, aber die Arbeit soll nicht nur wirtschaftliche Sicherheit bieten, sondern auch die kreativen Wünsche befriedigen und eine soziale Bedeutung haben (Alinsky, 1999, S.30-31).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Ein solcher Neoliberalismus kann also nicht Sinn und Zweck von Community Organizing sein und ein Zusammenschluß von Menschen ist auch nicht im Sinne des neoliberalen Kerns. Warum stellen dann Warnfried Dittling und Leo Penta die Forderung, dass ein Weniger an Staat wichtig wäre? Leo Penta führt aus, dass es nicht um ein Weniger an Staat im Austausch mit einem Mehr an Eigenverantwortung ginge, was im Sinne des neoliberalen Gedankens wäre, da dies zu einer individualisierten und zersplitterten und privatisierten Gesellschaft führen würde, sondern, dass es um eine freiwillige Bildung von Solidarität ginge, die konkurrenzfähig gegenüber Staat und Markt sein kann (Penta, 2007, S.102). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Diese Aussagen sind eher dem Kommunitarismus ähnlich. Kommunitarismus entstand, wie auch die Idee zum Community Organizing, aus der Idee heraus, dass in der amerikanischen Ursprungsgesellschaft, die verschiedenen Siedlungen durch verschiedene religöse und andere Gemeinschaften geprägt waren, die das Gemeinschaftsleben durch ihre Wertvorstellungen bestimmten, wie ich es bereits beschrieben habe (vgl. <a href="http://adigwe.de/index.php/future/die-entwicklung-von-community-organizing-in-den-usa/" target="_self">Die Entwicklung von Community Organizing in den USA</a>).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Der </span><span style="font-family: ">Kommunitarismus sagt, dass der Liberalismus sich selbst zerstört, da der Mensch Tradition und Kultur, also Gemeinschaft braucht und der Liberalismus das Gemeinwohl durch ökonomische Nutzenmaximierung und individuelle Selbstverwirklichung zerstört. Dieser Individualismus bedeutet Bindungen zu negieren; aber ein Mensch wird in ein Gemeinwesen geboren und war und ist nie unabhängig. „No Man is an Island“ (John Donne). Er wird durch Wertvorstellungen und Normen zunächst seiner Eltern, dann aber von seinen Lehrern, Kollegen, Nachbarn und Freunden geprägt und ist nie unabhängig in seiner Denkweise (Habermann, 1997, S.14).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Der Kommunitarismus wendet sich aber auch gegen den Staat. Eine Zwangssolidarität von oben macht die Menschen zu passiven Objekten. Nicht politischer Zwang sondern Vorbilder, Appelle und Moral sollen den Menschen als Richtschnur dienen. Die Moral und die gesellschaftlichen Normen und Werte ersetzen dabei oft Polizei, Justiz und staatliche Hilfen. Durch geprägte Moralvorstellungen hat jeder, der in einer solchen Gesellschaft aufwächst, Selbstdisziplin und wird durch soziale Selbstkontrolle gesteuert (ebd.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Auch der Markt verändert sich dadurch, dass Menschen eine Ware nicht nur mit Bezug auf Preis und Leistung auswählen, sondern auch auf Grund von verschiedenen Wertvorstellungen. So könnten Angebot und Nachfrage auch dadurch bestimmt werden, inwieweit dass jeweilige Unternehmen genügend hohe Löhne zahlt und Umweltstandards genügend achtet (ebd., S.15).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Das Prinzip des Kommunitarismus besagt aber auch wie Friedrich August von Hyek es ausdrückt, dass die Vorraussetzung allgemeiner, gesellschaftlicher Freiheit eine Einschränkung der individuellen Freiheit bedeutet (ebd., S.12). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Francis Fukuyama behauptet, dass die erfolgreichsten Volkswirtschaften durch kommunitaristische Elemente gekennzeichnet waren. In Amerika waren es die religiösen Gemeinschaften und in Europa die Familie und die Berufsverbände. Kooperation ist oft effektiver als Konkurrenz (Fukuyama, 1995).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><strong><span style="font-family: ">Was aber heißt dann Kommunitarismus in Community Organizing?</span></strong></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Community Organizing versucht die Gesellschaft in Gemeinschaften zusammen zuführen, die ein Sprachrohr gegenüber Politik und Wirtschaft werden. Diese kommunalen Gemeinschaften stellen einerseits Forderungen an Politik und Wirtschaft, aber sie bilden auch Moral und Wertvorstellungen, die andere ausschließen oder bedrängen können. Nur zusammengeschlossene Gemeinschaften finden Gehör und nur Themen, Probleme und Ideen einer Mehrheit kommen so zur Sprache. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Community Organizing setzt dabei nicht dort an, wo schon Bürgerschaftliches Engagement vorhanden ist, sondern geht in die Stadtteile und spricht die Menschen an, die kaum in Berührung mit einem solchen Engagement gekommen sind. Aber der Ansatz den Leo Penta in Deutschland verwirklicht hat, geht genauso wie die Veränderung der IAF dazu über, verschiedene Organisationen anstatt Einzelpersonen zu binden. Diese sogenannte Form von „Broad-Based“-Organizing steht in der Gefahr, nicht unbedingt den Stadtteil abzubilden sondern eine Interessenvertretung von Organisationen aus dem Stadtteil zu sein.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Es geht bei Community Organizing darum, die Stadtteile mit mehr Macht zu versehen, aber nicht damit, dass sich wie im Kommunitarismus, Moral und Disziplin durchsetzt und damit eine Mehrheit eine Minderheit unterdrücken könnte, sondern darum mehr Demokratie zu ermöglichen und einen Rahmen zu schaffen in dem alle sich beteiligen können und Einfluß ausüben können, also dass auch die Minderheiten Anspruch darauf haben, ihren Vorstellungen Gehör zu verschaffen. Es geht auch darum, dass der Staat nicht allein Anspruch auf das gerechte Verteilen von Gütern hat, aber es geht vor allem auch darum, soziale Gerechtigkeit für alle wieder herzustellen. Leo Penta drückt es in einem Spiegel-Interview so aus: „Versorgungsmentalität verdirbt und lähmt nicht nur die Politiker (&#8230;) Es gibt zu wenig Eigeninitiative. (&#8230;)[Aber: Die Politiker] arbeiten für uns, nicht umgekehrt. Wir bezahlen sie. So müssen wir sie auch behandeln“ (Spiegel, 2001).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Community Organizing appelliert auch nicht an die Moral der einzelnen Menschen, sondern setzt wie im Liberalismus auf das Eigeninteresse der Menschen. Nur wird dieses Eigeninteresse nicht individuell durchgesetzt, da Community Organizing den Menschen plausibel verdeutlicht, dass Eigeninteresse nur durch den Zusammenschluß aller Menschen in einem Gemeinwesen die notwendige Macht erreicht, gelingendes Handeln zu ermöglichen. Durch das Konsensprinzip wird dadurch das jeweilige Eigeninteresse gebündelt und es entsteht gemeinschaftliches, solidarisches Handeln.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 0.07in;" align="justify">„<span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: ">Community Organizing ist der Aufbau und die Entwicklung von BürgerInnenorganisationen durch die Schaffung von sozialen Beziehungen, die Macht zum Handeln geben. Die BürgerInnenorganisationen haben die doppelte Zielsetzung: die Veränderung von Machtbeziehungen <span style="text-decoration: underline;">und</span> die unmittelbare Verbesserung der Lebenslage für die betreffende Gemeinschaft, die Community“ (Rothschuh, 2007b)</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><strong>6.2 CO in Aktion</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Nun, da die Hintergründe von Community Organizing aus vielfältiger Betrachtungsweise beleuchtet worden sind. Sollen nochmal die Projekte aus Deutschland herausgestellt werden. Welche Veränderungen sind bereits durch Community Organizing geschehen?</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">In Berlin gibt es seit ungefähr 2001 Organizing Schöneweide. Oberschöneweide, in Ost-Berlin, war früher Berlins größtes Industriegebiet. Nach der Wende gingen hier 25000 Arbeitsplätze verloren und es entstand eine große Industriebrache (Berliner Tagespiegel, 2008). Hier startete auf der Initiative von Leo Penta, die erste Bürgerplattform Berlins. „Inzwischen machen 23 Gruppen und Institutionen bei Organizing Schöneweide mit, vom Betriebsrat von Samsung über den Generationenclub KES, Ortsgruppen für Volkssolidarität, die Gemeinschaft Vietnamesischer Nachbarn bis zu dem Verein der Köche der Hauptstadt und der Gruppe ohne Gruppe“ (Dilk, 2005).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Im Jahr 2005 wurde, nach zahlreichen Gesprächen und Aktionen der Bürgerplattform ein großes Ziel erreicht. Die Berliner Fachhochschule für Technik und Wirtschaft wird in Oberschöneweide zusammengeführt.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Nun stehen neue Themen auf der Tagesordnung der Plattform. In Zukunft wird sich um Bildung und Verkehr in Schöneweide gekümmert (ebd.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">In Hamburg haben wir am Anfang bereits von der Gründungsveranstaltung von Impuls-Mitte gehört. Dort hieß es, es würden dezentrale Bürgertreffen veranstaltet um heraus zu bekommen, welche Themen der Bevölkerung wichtig sind. Diese Bürgertreffen wurden nun durchgeführt und die Themen wurden gesammelt. In die engere Auswahl kamen nun drei Themen, die jetzt bearbeitet werden. Zum einen geht es um einen Durch- und Aufgang von einer U-Bahn-Haltestelle, um die Parkplatzsituation und um das Angebot für Kinder und Jugend. Zu diesen drei Themen haben sich Arbeitsgruppen gebildet, die recherchieren und Aktionen planen werden. Diese Gruppen sind offen und jeder aus der Bevölkerung kann an ihnen teilnehmen (Impuls-Mitte, 2008).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><strong><span style="font-family: ">Community Organizing als Form der Organisation der Zivilgesellschaft in Zukunft?</span></strong></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Community Organizing scheint also doch zu funktionieren, wie die beiden Beispiele gezeigt haben. </span><span style="font-family: ">Community Organizing befähigt Menschen dazu, von Machthabern Zugeständnisse zu erkämpfen. Diese sind natürlich nur so weitreichend, wie die Menschen befähigt oder fähig sind diese durchzusetzen und auch in wieweit sie diese selbst auch umsetzen können. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Das heißt aber auch, dass es immer dringend notwendig ist, Experten, seien es Sozialpädagogen oder andere, vor Ort zu haben, die in die Arbeit mit eingebunden werden können und mit ihrer Erfahrung zur Seite stehen können (Wessels, 2004, S.10). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Im Endeffekt heißt dies, dass Community Organizing sowohl einen starken Staat als auch die Soziale Arbeit braucht. Community Organizing funktioniert also einerseits nur, wenn Menschen nicht einen Staat haben, der ihnen nicht aufzwingt was zu tun ist, sondern der auf sie zu geht und sie unterstützt, und eine Soziale Arbeit, die sozialraumorientiert arbeitet und die Menschen begleitet und unterstützt in ihrem Bemühen ihr Wohlergehen selbstbestimmt zu erhalten und zu schaffen (vgl. Penta, 2007b, S.103).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Somit ist Community Organizing „nicht in sich reaktionär, konservativ, liberal oder radikal, weder inhärent inklusiv und demokratisch noch engstirnig und autoritär. Die heute vorherrschenden Ansätze changieren zwischen diesen Aspekten mit jeweils unterschiedlicher Schwerpunktsetzung, je nach Organisation, nach aktueller Situation und politisch- historischem Kontext“ (Fischer, zitiert nach Rotschuh, 2007b).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Ich sehe allerdings eine Gefahr der Klüngelbildung, wenn es nicht gelingt, möglichst alle in einem Gemeinwesen beteiligten Personen mit in eine Bürgerorganisation einzubinden. Außerdem ist es möglich, dass gerade die, die von Armut am meisten betroffen sind, in einem solchen Modell auf der Strecke bleiben, wenn sich der Staat aus seiner Verantwortung zurückzieht und es der im Community Organizing organisierten Zivilgesellschaft nicht gelingt, die Verantwortung des Staates wieder einzufordern. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Darum ist es wichtig auf eine Durchlässigkeit in der Struktur zu achten, so wie es durch die regelmäßige Rückbeziehung auf die ganze Bevölkerung durch regelmäßige Problem- und Themensammlung gedacht und durchgeführt wird. Denn nur so kann eine Wiedererneuerung der Bürgerorganisation möglich sein, und so ist die Möglichkeit gegeben, neue Bürger als Schlüsselpersonen mit in die Entscheidungsgremien aufzunehmen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Grundsätzlich möchte ich anmerken, dass die Forderung nach „weniger Staat“ auch für Community Organizing eine ganz falsche Position ist. Es begünstigt zwar ein stärkeres Engagement der Bevölkerung, aber eine solche Forderung geht in die gleiche Richtung wie die Hartz IV – Gesetze: Menschen zu zwingen, sich zu verändern – das kann, meiner Meinung nach, nie der richtige Weg sein. Vor allem da, meiner Meinung nach, eine wichtige Forderung einer Bürgerplattform ist, die Mächtigen ihrer Verantwortung wieder bewußt zu machen und das heißt, dass Wirtschaft und Politik sich mehr um das Gemeinwesen kümmern muß.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Wenn, aus meiner Sicht, aus falschen Beweggründen etwas Richtiges entsteht ist dies nur zu begrüßen und es ist anderseits auch eine gute Taktik, um sich Gehör in der Wirtschaft und der Politik zu verschaffen. Denn mit solchen Argumenten kann man das Eigeninteresse der Mächtigen wecken. So oder so: Menschen, die selbstbewußt und selbstbestimmt ihr Umfeld verändern, arbeiten und leben mit einer neuen Motivation, die auch ihnen dienen kann. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die undogmatische Art Alinskys, seine Taktiken und Gedanken sind inspirierend und rufen dazu auf, eine neue Form der Gesellschaft, die nach dem Neoliberalismus und der Individualisierung entstehen kann, zu entdecken.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><strong>Literatur</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Alinsky, Saul D. (1999):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/offer-listing/3889775594?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=am2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3889775594">Anleitung zum Mächtigsein. Ausgewählte Schriften</a>, 2. Auflage, Lamuv Verlag, Göttingen.</span></p>
<p><strong>Berliner Tagesspiegel (2008):</strong> vom 04.04.2008, Seite 12.</p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Burchardt, Hans-Jürgen (2004): </strong>Z<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896576100?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3896576100">Zeitenwende: Politik nach dem Neoliberalismus</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3896576100" border="0" alt="" width="1" height="1" />, Schmetterling Verlag GmbH, Stuttgart.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Dettling, Warnfried (2007):</strong> Eine neue Dimension von Demokratie; In: Penta (Hrsg.) 2007; S.89-98.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Dilk, Anja (2005):</strong> Unter dem Pflaster liegt der Strand. Menschen im Aufbruch – eine changeX Serie. Folge 20 ; Online-Magazin changeX; zuletzt besucht am 13.04.2008 unter <a href="http://changex.de/d_a01923.html" target="_blank">http://changex.de/d_a01923.html</a>.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Fukuyama, Francis (1995):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3463402777?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3463402777">Konfuzius und Marktwirtschaft. Der Konflikt der Kulturen</a>, München.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Habermann, Gerd (1997)</strong>: „Kommunitarismus“ oder: Institutionelle Voraussetzungen der Freiheit &#8211; Einige Thesen; in: Chatzimarkakis, Georgios; Hinte, Holger (Hrsg.) <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3932306023?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3932306023">Freiheit und Gemeinsinn. Vertragen sich Liberalismus und Kommunitarismus?</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3932306023" border="0" alt="" width="1" height="1" />, Lemmens Verlag, Bonn 1997, S.12-13.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Müller-Plantenberg, Urs (1997):</strong> Theorie und Praxis des Neoliberalismus, in: ders.: Vorschläge. Ausgewählte politisch-soziologische Arbeiten 1961-1996, Lit-Verlag, Münster 1997</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Penta, Leo J. (Hrsg.) (2007):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896840665?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3896840665">Community Organizing: Menschen verändern ihre Stadt</a>, edition Körber-Stiftung, Hamburg.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Penta, Leo J. (2007a):</strong> Wie entsteht eine funktionierende Bürgerplattform?; in: Penta (Hrsg.) 2007, S. 219-223.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Penta, Leo J. (2007b):</strong> Macht der Solidarität; in: Penta (Hrsg.) 2007, S. 99-108.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Rothschuh, Michael (2007b):</strong> Industrial Areas Foundation (IAF): professionelles Netzwerk für Organisationen des CO, Rothschuh.de, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://rothschuh.de/CO_6_IAF.htm" target="_blank">http://rothschuh.de/CO_6_IAF.htm</a>.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Spiegel (2001):</strong> <a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument-druck.html?id=19488549&amp;top=SPIEGEL" target="_blank">Interview: Irgendwann kracht es</a>, 2/2001, S. 44-50</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wessels, Lutz (2004):</strong> Organisieren oder entwickeln lassen. Community Organizing und Community Development, Homepage FOCO, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://fo-co.info/Wessels_CO_CD.pdf" target="_blank">http://fo-co.info/Wessels_CO_CD.pdf</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><br />
</span></p>
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		<title>Die  Entwicklung von Community Organizing in den USA</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Nov 2008 11:39:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Alinsky, auch als „Radikalinsky“ (Taghizadegan, 2008) verspottet, wurde gerne als Kommunist und Radikaler verschrien. Auch wenn sich Alinsky gegen solche Kritik nicht zur Wehr setzte, da diese ihn bei seinem Erfolg und im Ansehen in der Bevölkerung verbesserten, so bestand Alinsky immer auf eine undogmatischer Arbeitsweise und wollte nicht in eine politische Richtung eingebunden oder [...]]]></description>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Alinsky, auch als „Radikalinsky“ (Taghizadegan, 2008) verspottet, wurde gerne als Kommunist und Radikaler verschrien. Auch wenn sich Alinsky gegen solche Kritik nicht zur Wehr setzte, da diese ihn bei seinem Erfolg und im Ansehen in der Bevölkerung verbesserten, so bestand Alinsky immer auf eine undogmatischer Arbeitsweise und wollte nicht in eine politische Richtung eingebunden oder einer zugeordnet werden (Rabe, 1999, S.12). Dennoch kann nicht darüber hinweg gesehen werden, dass Community Organizing eine politische Richtung unterstützt oder auch von anderen genutzt werden kann. Darum ist es mir wichtig, Community Organizing zur Zeit Alinskys bis heute in seinen politischen Werten und Ideen zu untersuchen und herauszufinden welchen Interessen Community Organizing zu seiner Zeit und heute dient und dienen könnte. Community Organizing gibt es sicherlich in vielfältigen Formen und wird durch viele verschiedene Organisationen in Amerika unterstützt und betrieben. Ich möchte mich aber hierbei auf die Organisation, die von Alinsky ins Leben gerufen wurde beschränken. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><strong>Anfänge in den USA</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Auch wenn viele Alinsky als den Erfinder von Community Organizing beschreiben, ist es durchaus zu sehen, dass Alinsky, aus seiner eigenen Biografie heraus, Ideen aus der Gewerkschaftsarbeit und auch der Sozialarbeit entnommen hat, was unter anderem im nächsten Kapitel, in der ich die Biographie Alinskys vorstelle, deutlich wird. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Ideengeschichtlich kann man aber durchaus noch einen Schritt weitergehen und in die geschichtliche Vergangenheit der USA schauen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Rahim Taghizadegan schreibt in seiner Analyse über „Die Ideengeschichtlichen Hintergründe der politischen Lager in den USA“ (Taghizadegan, 2008) für die liberale Gruppierung „Wertewirtschaft“ über die Historie der USA. Dabei wird deutlich welchen Einfluß Community Organizing in den USA hatte, aber auch welchen Einfluß es auf die Idee von Community Organizing aus der Geschichte heraus gab.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Im 18. Jahrhundert, so schreibt Taghizadegan, lebten die meisten Amerikaner in kleinen Siedlungen, die in Gemeinschaften zusammengeschlossen waren. Da viele der Amerikaner wegen religöser Verfolgung aus Europa ausgewandert waren, waren viele dieser Siedlungen von protestantischen Gemeinschaften bestimmt. Diese Gemeinschaften kontrollierten die Lebensweise jedes Einzelnen. Taghizadegan beschreibt dies als eine Form von Kollektiven. Amerika war groß genug, so dass Menschen, die sich nicht mit einer Gemeinschaft zufrieden geben wollten oder mit ihr in Konflikt geraten waren an einer anderen Stelle ein neues Zuhause aufbauen konnten. Diese Form von Gemeinschaft bildete das Idealbild einer amerikanischen Gesellschaft.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Auch aus der Revolution gegen die englische Herrschaft und deren Steuern und Gesetze heraus, erwuchs eine Abneigung gegenüber einer Übermacht des Staates in Amerika (Wessels, 2004, S.7). Mit der Industrialisierung und der Verstädterung verfiel diese Form, besonders in den großen entstehenden Megacities, aber die Idee blieb erhalten und das Hull House von Jane Addams ist ein gutes Beispiel, wie damit umgegangen wurde.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">In der neueren Zeit erhielt die Idee neuen Aufwind im Kommunitarismus, wie ich später erläutern werde. Zunächst will ich nun aber auf das Leben von Saul Alinsky eingehen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><strong>Saul David Alinsky</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Saul Alinsky, wurde geboren am 3. Januar 1909 in Chicago und wächst dort in einem Slum auf. Seine Eltern sind russische Immigranten und jüdisch orthodox. Saul Alinsky studiert mit 17 Jahren Archäologie. Im dritten Studienjahr beteiligt sich Alinksy an Solidaritätsaktionen für Bergarbeiter im Süden Illinois, die sich gegen den radikalen Gewerkschaftsführer John L. Lewis erheben. Er sammelt Lebensmittel um sie den Arbeitern zu bringen. Er wird dabei von einem Sheriff ins Gefängnis gesperrt. 1930 beendet Alinsky sein Studium. Er fand, in der Zeit der großen Depression keinen Job. Er aß Kostproben in Delikatessengeschäften bis er nach einem Monat von Sicherheitsleuten raus geworfen wurde. Alinsky bekommt plötzlich ein Stipendium um eine Doktorarbeit im Kriminologie zu schreiben. Er beginnt die Doktorarbeit in dem er sich mit den Banden von Al Capone anfreundet um ihre Verhaltensweisen zu studieren. Seine Doktorarbeit schreibt er nie zu Ende, gewinnt aber zahlreiche Einblicke in das Leben der Stadt. Er arbeitet danach drei Jahre in einem Gefängnis als Kriminologe. Er kündigt und möchte die Ursachen der Kriminalität bekämpfen. Er sammelt Spenden für die Internationalen Brigaden und beteiligt sich an Streiks von Gewerkschaften, dabei freundet er sich nun mit dem Gewerkschaftsführer John L. Lewis an. Schließlich geht er in den Slum von Chicago zurück um dort die erste Bürgerorganisation aufzubauen. Anstatt an die Moral der Menschen zu appellieren, redet er mit den Menschen über ihre eigenen Interessen. Die Menschen im Viertel „Back of the Yards“, das er organisierte, hatten nichts, aber sie waren viele. Wenn sie organisiert wären und zusammen arbeiten würden, hätten sie die Macht Druck auszuüben. Sie wären nicht mehr Opfer sondern Handelnde. Für diesen Blick wurde Alinsky in den Medien als Radikaler und Rebell verschrien. Er lehnte diese Bemerkungen nicht ab, sie verhalfen ihn nur mehr Menschen in der Bevölkerung zu gewinnen (Rabe, 1999, S.7ff).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Alinsky war kein Kommunist, er war viel mehr Basisdemokrat und stellte dabei „die Menschenrechte weit über die Eigentumsrechte“ (Alinsky, 1999, S.30). Er kämpfte gegen Machtkonzentration und Privilegien und übte mit den Menschen Macht aus, in dem sie Boykotte ausriefen und Streiks und Besetzungen durchführten und ihre Stärke demonstrierten. Er mobilisierte tausende von Bürgern, die sich an der Bürgerplattform beteiligen. Die Reichen verfügen über Macht durch viel Geld. Dadurch, dass sie die Produktionsmittel besitzen, können sie ihre Interessen in der Gesellschaft durchsetzen. Da die Besitzlosen über kein Geld verfügen, können sie sich nur durchsetzen, wenn sie eine andere Form von Macht entwickeln. Diese Form der Macht ist ihre große Zahl von Personen. Eine solche Masse an Menschen kann aber nur organisiert produktiv sein und somit große Errungenschaften einfordern und umsetzen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Alinsky sagt: „Macht ist eine wesentliche Lebenskraft, die immer wirkt, entweder zur Veränderung der Welt oder zur Verhinderung von Veränderung“ (Alinsky, 1999, S.44)</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><strong>Die Industrial Areas Foundation (IAF)</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Nun aber zu der Entwicklung von Community Organizing in den USA. Im Jahr 1940 wird die Industrial Areas Foundation (IAF) gegründet, sie ist heute die älteste und größte Organisation für Community Organizing in den USA. Neben der IAF gibt es noch zahlreiche andere Organisationen, die Community Organizing durchführen. Die IAF ist aber durch Alinsky gegründet, die ursprünglichste und die erfolgreichste. Auch die Vertreter von Community Organizing in Deutschland haben ihre Wurzeln beim Community Organizing der IAF. Deswegen will ich mich bei der Ausführung der Entwicklung von Community Organizing, mit der Beschreibung der IAF begnügen, sie macht die Veränderung auch im allgemeinen deutlich (Mohrlok, 2001, S. 1ff. sowie Rösli, 2006, S20ff.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Alinsky wollte seine Arbeit als Organizer mit einer eigenen Organisation fortsetzen. Dazu gründete er mit dem katholischen Bischof Bernhard J. Shiel und dem protestantischen Millionär Marshall Field III die IAF. Durch die große Spende von Marshall Field, frei jeglicher Bedingung, konnte die IAF autonom und unabhängig agieren. Wichtigste Aufgabe bis heute ist der Aufbau von Community Organisationen und Trainings und Ausbildung von Organizern. Die Organisation wurde von Alinsky geführt, diese Führung wurde aber von ihm bewusst schwach gehalten und die IAF sollte möglichst unbürokratisch ablaufen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Der Aufbau einer Bürgerplattform sollte in den bereits beschriebenen drei Phasen ablaufen: Gesprächsphase, Phase der Ausbildung der Schlüsselpersonen und die Umsetzungsphase (Mohrlok, 2001, S. 1ff. sowie Rösli, 2006, S20ff.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Für Alinsky war es wichtig, dass jede dieser Bürgerplattformen nach 3-4 Jahren unabhängig von der IAF wurde und in die Selbständigkeit entlassen wurde. Die IAF wurde in einem Gemeinwesen nur auf Einladung aktiv. Bis zu seinem Tod im Jahre 1972 war Alinsky Direktor der IAF (Rösli, 2006, S20ff.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">IAF heute</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Nach dem Tod Alinskys übernahm Ed Chambers die Leitung der IAF. Ed Chambers arbeitete schon seit über 15 Jahren für die IAF und war von Alinsky sehr geschätzt worden. Ed Chambers strukturierte und professionalisierte die IAF.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Um die IAF weiterhin finanziell unabhängig zu halten, wurde mit dem Grundsatz der Entlassung, der einzelnen Bürgerplattformen aus der IAF gebrochen. Die Bürgerplattformen sind heute per Vertrag verpflichtet einen Mitgliedsbeitrag zu leisten und erhalten dafür Unterstützung und Ausbildung seitens der IAF. Meistens ist der Mitgliedsbeitrag der höchste Prozentsatz der Ausgaben der Bürgerplattformen (Mohrlok, 2001, S.2). Die Finanzierung jeder einzelnen Bürgerplattform steht aber nach wie vor Jahr für Jahr auf der Probe und die Mitglieder (meist aber der Organizer selbst) müssen die Finanzierung sicherstellen. Dabei steht die finanzielle Unabhängigkeit der Plattform im Vordergrund. Öffentliche Gelder werden grundsätzlich abgelehnt. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die erste Phase, die Gesprächsphase, die unter Alinsky auch der Themenfindung dienen sollte, wurde zur reinen Beziehungsphase. Dadurch wird der Individualisierung der Gesellschaft entgegen gearbeitet und es wird für diese Phase ein sehr langer Zeitraum eingeräumt. Die erste Phase dauert meist um die zwei Jahre. Ein Organizer soll in dieser Zeit 30 Einzelgespräche pro Woche durchführen (ebd., S.5). In dieser Phase wird bereits eine schriftliche Machtanalyse erstellt.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">In der zweiten Phase wird das Team zusammengestellt. Marion Mohrlok stellt das King County Organizing Projekt (KCOP) aus Seattle vor. Hier besteht das Team aus einem Vorstandsgremium, das sich alle zwei Wochen trifft und das Strategieteam, das aus zwei Repräsentanten pro Mitgliedsorganisation besteht und das sich alle zwei Monate trifft (ebd., S.2).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Um eine Evaluation und eine Kontrollfunktion zu haben hat jeder Organizer und jede Schlüsselperson einen Mentor oder Supervisor, dies zieht sich bis hoch zu Ed Chamber durch. Dies dient zum einen der gegenseitigen Kontrolle und zum anderen der Qualitätssicherung (ebd., S.4).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die IAF hat mittlerweile eine durchgearbeitete Struktur und ist sehr professionalisiert, sie hat genaue Anweisungen und Tipps und Training ausgearbeitet, die den Mitgliedsorganisationen helfen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">War die Ebene auf der Community Organizing zu Zeiten Alinskys arbeitete im lokalen Bereich verankert, so sind es heute mehr und mehr regionale Netzwerke die gebildet werden; dies ist durchaus im Einklang von Alinsky, der dies forderte, aber nie umsetzen konnte.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">Veränderungen in der IAF</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Dadurch dass die IAF Mitgliedsbeiträge erhebt, kommen nun mehr Kosten für jede Bürgerplattform auf. Die Gefahr die daraus entsteht ist, dass es schwieriger ist genügend Finanzmittel aufzutreiben und so ist es schwieriger für eine Bürgerplattform langfristig gut aufgestellt zu sein.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Ein zu beobachtendes Phänomen ist, dass anders als bei Alinsky weniger konfliktreiche Aktionen gewählt werden und das dadurch, dass die Organisationen bereits einen Namen haben, eher Verhandlungen im Vordergrund stehen. Matthias Rothschuh sieht dies folgendermaßen: </span></p>
<p>„Konfrontative Formen treten in den Hintergrund, Verhandlungen auf der Basis bereits anerkannter Organisationen in den Vordergrund. Damit aber ist die Aktivität der Menschen vor Ort, um die es geht, nicht das alles entscheidende Zentrum, sondern eher etwas, was die Verhandlungsführer stärkt, aber nicht unbedingt erst bemächtigt. Die Aktion beim Bürgermeister hat dann nach meinem Eindruck einen ähnlichen Stellenwert wie ein jubelnder Parteitag: Stärke zeigen, aber mehr die der Führenden als der Mitglieder selbst“ (Rothschuh, 2007b).</p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Veränderung von lokalen zu regionalen Organisationen, hat einerseits Vorteile, da staatliche Verwaltungen, Firmen und Banken nicht auf der lokalen Ebene arbeiten, dadurch können aber auch die lokalen Probleme, die die Menschen beschäftigen eher verloren gehen (Rösli, 2006, S.24).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Einerseits werden die Schlüsselpersonen durch die längere Phase der Beziehungsarbeit besser an das Gemeinwesen zurückgebunden und repräsentieren dementsprechend besser den Stadtteil, anderseits ist es sehr schwierig Einfluß auf die oberen Ebenen der IAF zunehmen. Durch die Bindung der Mitgliedsorganisationen an die IAF und die Zahlung von Mitgliedsbeiträgen, wird aber ein solcher Einfluß zunehmend wichtiger (Rothschuh, 2007a). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Ob diese Veränderung der IAF auch dazu führt, dass in Deutschland neu von der Idee des Community Organizing gesprochen wird will ich weiterhin untersuchen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><strong>Community Organizing in der heutigen Politik der USA</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Demokraten haben Community Organizing für sich entdeckt. Barack Obama bekennt sich zum Community Organizing, er selbst hat als Organizer in Chicago gearbeitet. Er finanziert seinen Wahlkampf mit kleinen Einzelspenden und hofft auf die Grass-Roots-Bewegungen in Amerika. Hillary Clinton hat eine Arbeit über Community Organizing verfasst und hätte beinahe in der IAF gearbeitet (Taghizadegan, 2008).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Aber auch George Bush hatte bei seinem Antritt ein Programm verabschiedet, das Bürgerinitiativen und religösen Vereinigungen Finanzmittel einräumte und Hoffnungen auf diese Bewegungen setzte (Rothschuh, 2007a).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Damit zeigt sich das Interesse der Politik an Community Organizing und das dementsprechend die Organisationen durchaus Einfluß haben; anderseits zeigt es aber auch, dass die IAF und andere Organisation an ihrer politischen Unabhängigkeit erfolgreich festhalten konnten.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><strong>Literaturverzeichnis</strong></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%; text-align: left;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Alinsky, Saul D. (1999):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/offer-listing/3889775594?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=am2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3889775594">Anleitung zum Mächtigsein. Ausgewählte Schriften</a>, 2. Auflage, Lamuv Verlag, Göttingen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Mohrlok, Marion (2001):</strong> Politik beginnt bei den Leuten! Organizing im Stile der „Industrial Areas Foundation“, Stadtteilarbeit.de, zuletzt besucht am 13.04.2008 unter <a href="http://212.12.126.151/cms/index2.php?option=com_content&amp;do_pdf=1&amp;id=92" target="_blank">http://212.12.126.151/cms/index2.php?option=com_content&amp;do_pdf=1&amp;id=92</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Rabe, Karl-Klaus (1999):</strong> Vorwort zur 1. Auflage; in: Alinsky, 1999, S. 7-18.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%; text-align: left;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Rösli, Ursula (2006):</strong> Von der „Aktion“ zur Institution – Die Entwicklung der Industrial Areas Foundation; in: Schmid et. al, 2006, S. 20-25.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; text-align: left;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Rothschuh, Michael (2007a):</strong> Community Organizing in den USA, Rothschuh.de, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://rothschuh.de/CO_2_USA.htm" target="_blank">http://rothschuh.de/CO_2_USA.htm</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; text-align: left;">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; text-align: left;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Rothschuh, Michael (2007b):</strong> Industrial Areas Foundation (IAF): professionelles Netzwerk für Organisationen des CO, Rothschuh.de, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://rothschuh.de/CO_6_IAF.htm" target="_blank">http://rothschuh.de/CO_6_IAF.htm</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; text-align: left;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Schmid, Sandra; Meyer, Dominique; Rösli, Ursula; Romer, Jann; Müller, Simon; Stössel, Marianne (Hrsg.) (2006):</strong> Sozial Radikal. Saul Alinsky – Auf den Spuren seines Community Organzing, Homepage von FOCO, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://fo-co.info/Sozial%20Radikal.pdf">http://fo-co.info/Sozial%20Radikal.pdf</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%; text-align: left;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Taghizadegan, Rahim (2008):</strong> Die ideengeschichtlichen Hintergründe der politischen Lager in den USA, Wertewirtschaft.org, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://wertewirtschaft.org/magazin/?id=4618&amp;q=Die+ideengeschichtlichen+Hintergr%C3%BCnde+der+politischen+Lager+in+den+USA" target="_blank">http://wertewirtschaft.org/magazin/?id=4618&amp;q=Die+ideengeschichtlichen+Hintergr%C3%BCnde+der+politischen+Lager+in+den+USA</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%; text-align: left;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wessels, Lutz (2004):</strong> Organisieren oder entwickeln lassen. Community Organizing und Community Development, Homepage FOCO, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://fo-co.info/Wessels_CO_CD.pdf" target="_blank">http://fo-co.info/Wessels_CO_CD.pdf</a>.</span></p>
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		<title>Idee des Community Organizing – Definition, Formen und Merkmale</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Nov 2008 07:57:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Was den Menschen zu einem politischen Wesen macht, ist seine Fähigkeit zu handeln; sie befähigt ihn, sich mit seinesgleichen zusammenzutun, gemeinsame Sache mit ihnen zu machen, sich Ziele zu setzen und Unternehmungen zuzuwenden, die ihm nie in den Sinn hätten kommen können, wäre ihm nicht diese Gabe zuteil geworden: etwas Neues zu beginnen.“ (Arendt 2003, [...]]]></description>
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<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; text-align: right;">„<span style="font-family: "><span style="font-size: x-small;"><span style="font-size: x-small;">Was den Menschen zu einem politischen Wesen macht, ist seine Fähigkeit zu handeln; sie befähigt ihn, sich mit seinesgleichen zusammenzutun, gemeinsame Sache mit ihnen zu machen, sich Ziele zu setzen und Unternehmungen zuzuwenden, die ihm nie in den Sinn hätten kommen können, wäre ihm nicht diese Gabe zuteil geworden: etwas Neues zu beginnen.“</span></span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;" align="right"><span style="font-family: "><span style="font-size: x-small;"><span style="font-size: x-small;">(Arendt 2003, S.81)</span></span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Bevor ich anfing Soziale Arbeit am Rauhen Haus zu studieren, arbeitete ich im Rahmen meines Zivildienstes in Rumänien mit Kindern und Jugendlichen in einem stark heruntergekommenem Stadtteil von Bukarest.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Menschen waren dort auf sich allein gestellt und gehörten zum größten Teil der ethnischen Minderheit der Roma an. Viele der Kinder lebten mit ihren Eltern in von ihnen besetzten, verfallenen Häuserblocks. Die Menschen mussten ihren Strom von den angrenzenden Strommasten abzapfen und führten einen kleinen Kampf gegen den Stromkonzern, der die Kabel immer wieder durchschnitt.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Hier wurde mir bewußt, dass diese Menschen zum einen fähig waren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, anderseits aber ihnen zusätzliches gemeinschaftliches Denken und Handeln fehlte, welches ihnen mehr Möglichkeiten geboten hätte, gemeinsam gegen die diskriminierenden und verarmenden Strukturen anzugehen. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Während meines Studium lernte ich die Geschichte des Stadtteilzentrums Hull House von Jane Addams kennen (Kunstreich, 2000, S. 92ff.) und merkte, dass hier meine Idee verwirklicht wurde. Später begegnete ich Saul Alinskys Idee des Community Organizing und war überrascht, dass diese Idee in Deutschland als nicht machbar abgelehnt wurde (Kunstreich, 2001, S.135) und war (und bin) entschlossen, eine Kombination von Addams und Alinskys Idee nach meinem Studium in Rumänien durchzuführen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Community Organizing (CO) ist ein Ansatz, Menschen aus einem Gemeinwesen zu befähigen ihre Themen nach außen hin zu vertreten, und dadurch Veränderungen zu bewirken. Die Idee ist nicht neu und wurde in Teilen in der Gemeinwesenarbeit und in den Bürgerinitiativen verwirklicht, doch die wichtigsten Aspekte von Community Organizing wurden nie wirklich in die Tat umgesetzt.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Nun entstehen aber zahlreiche Versuche, dies ohne direkte Umwege genau nach dem amerikanischen Vorbild und dem Programm nach Saul Alinsky umzusetzen und ich war überrascht zu erleben, dass in Hamburg mit einem solchen Aufbau begonnen wurde und dass ich ihn miterleben durfte.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">Definition</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Eine wirklich knappe und gute Definition von Community Organizing habe ich in der Literatur nicht gefunden, da immer wieder betont wird, dass Organizing keine Methode oder Wissenschaft ist, sondern eine theoriegeleitete Praxis, die sich den jeweiligen Gegebenheiten anpasst (Penta, 2007, S. 220).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Es gibt aber auf jeden Fall Grundsätze die immer ähnlich sind, und darum versuche ich hier eine Definition darzustellen, die sich an Michael Rothschuhs Beschreibungen anlehnt (vgl. Rothschuh, 2007a):</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Community Organizing ist eine Organisation und Selbstorganisation von Menschen in einem Gemeinwesen; dabei ist das Gemeinwesen nicht unbedingt räumlich vorhanden, sondern es basiert auf sozialräumlichen Beziehungen. Diese Organisation möchte die Machtverhältnisse von monetärer Macht (Macht des Geldes) zu Gunsten von Mehrheitsmacht (Macht von Menschen) verändern. Dabei soll ein dauerhafter Zusammenschluß von Menschen entstehen, die eine Koalition bilden und gemeinsam Veränderung im Gemeinwesen erkämpfen oder aber auch (im ungünstigsten Fall) selbst herstellen. Community Organizing entsteht über Beziehungen und stellt zunächst keine zu bearbeitenden Themen und Ideen vor. Der Prozess wird oft von einen bezahlten Organizern unterstützt.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">Formen</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Bei der Behandlung des Themas Community Organizing beziehe ich mich ausschließlich auf das „Broad-Based“-Organizing, das auf den Aufbau von einer Gemeinschaft durch viele verschiedene im Stadtteil verankerte Institutionen beruht, und das dadurch versucht den gesamten Stadtteil abzubilden. Es gibt auch Formen des „Individual-Based“- (auf Individuelle Personen des Stadtteils basierend), „Faith-Based“- (auf religiöse Vereinigungen basierend) und „Asset-Based“- (auf Menschen vom und außerhalb des Stadtteils basierend) Organizing (Rothschuh, 2007b).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">„<span style="font-family: ">Broad-Based“-Organizing ist die Form, die jetzt auch in Deutschland, durch Leo Penta verstärkt angewendet wird &#8211; so wie auch die beschriebene Gründungsversammlung durch verschiedene Organisationen des Stadtteils gegründet wurde &#8211; und zu dem ich Bezüge herstellen kann.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">Merkmale</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Damit die Menschen eine positive Veränderung ermöglichen können, müssen sie sich zu einem Bürgerprogramm / einer Bürgerplattform zusammenschließen. Die Menschen leben in Stadtteilen und Vierteln (Communities) aber sie sind nicht vereint: Sie sollen zu einer „Community of Interests“ (Szynka, 2004, S.211) werden, einem Gemeinwesen der Interessen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Dass die Besitzlosen sich nicht organisiert haben, erklärt sich Saul Alinsky, Begründer dieser Idee und US-Amerikaner, damit, dass sie in eine „bodenlose Apathie“ (Alinsky, 1999, S.37) durch die Monotonie der täglichen Arbeit gekommen seien. Sobald die Menschen zu Hause wären, würden sie sich von der Arbeit entspannen und auch zu Hause eine Alltagsroutine leben, die alle Träume und Hoffnungen für die sie kämpfen könnten verschwinden ließe. Das einzige was dann existieren würde, wären finanzielle Sorgen, wenn Kinder geboren werden oder der Ruhestand naht. Durch diese Monotonie würden die Menschen in Anonymität und Isolation geraten. Sie würden empfinden, dass ihre Meinung und ihr Leben keinen Stellenwert hätte. Außer alle vier Jahre ein Kreuzchen zu setzen, würden sie keine Stimme haben, die angehört werden würde und der Beachtung geschenkt würde (Alinsky, 1999, S.37).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Ein Bürgerprogramm muss sobald es sich zusammengesetzt hat gemeinsame Themen finden, diese Themen müssen im Konsens erarbeitet werden. Deshalb bedarf es einer professionellen Organisationsarbeit, die einen langen Zeitraum benötigt. Der Organizer soll von dem Gemeinwesen selbst finanziert werden, um einerseits die vollständige Unabhängigkeit zu gewährleisten und anderseits um die Bevölkerung aus der Apathie zu holen, so dass sie bereit ist sich zu organisieren. Das heißt, das Gemeinwesen muss hinter dem Bürgerprogramm stehen und es so sehr wollen, dass es auch das nötige Geld bereitstellt.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Alinsky geht davon aus, dass Gesellschaft, Macht und Demokratie auf Konflikt beruht. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Diese Gesellschaftstheorie bezeichnet Stoecker, als „Conflict Theory“. Das heißt die Gesellschaft sucht nicht das Gleichgewicht sondern den Konflikt, sie ist instabil und ändert sich auf Grund von Kämpfen einzelner Gruppen und wird stabil sobald eine Gruppe dominiert (Stoeker, 2001). Community Organizing versucht die unterdrückten Menschen zu erheben und den Konflikt zu suchen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">„<span style="font-family: ">Der Aufbau einer Bürger-Organisation ist der Aufbau einer neuen Machtgruppierung. Eine neue Machtgruppierung zu schaffen bedeutet automatisch eine Einmischung in eine Bedrohung für die bestehenden Machtverhältnisse und damit eine Infragestellung des Status quo“ (Alinsky, 1999, S. 128).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Community Organizing basiert nicht „auf „Power through Cooperation”, sondern auf „Power through Fight”” (Wessels, 2004, S.9), also nicht auf Macht durch Kooperation sondern auf Macht durch Kampf oder Konflikte. </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Für diese Form der Gesellschaftstheorie und dafür, dass Alinsky Massen bewegt hatte um Konflikte herzustellen, wurde er von den Medien als, Radikaler und Rebell tituliert. Ihm verhalfen diese Aussprüche zu noch größeren Erfolgen und er entgegnet:</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;" align="justify">„<span style="font-family: "><span style="font-size: x-small;"><span style="font-size: x-small;">Diejenigen, die in dem Aufbau von Bürger-Organisationen eine Revolution sehen, vergessen auch, daß es sich dabei um eine planmäßige Entwicklung der Beteiligung, des Interesse und der Aktion auf Seiten der Massen des Volkes handelt. Es mag stimmen, daß dies Revolution bedeutet, aber es ist eine friedliche Revolution. Eine friedliche Revolution abzulehnen heißt, vor die teuflische Alternative gestellt zu sein: aufrührerische, plötzliche, stürmische, blutige Revolutionen oder ein weiterer Verfall der auf dem Volk gegründeten Demokratie bis hin zur zwangsläufigen Diktatur. Der Aufbau von Bürger-Organisationen bedeutet friedliche Revolution; es ist der Prozeß, in dem die Menschen langsam, aber unwiderruflich ihren Platz als Bürger in einer Demokratie einnehmen.“ (Alinsky, 1999, S.171)</span></span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">Phasen</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Für diesen Aufbau von Bürger-Organisation beschreibt Alinskys drei Phasen, die zu durchlaufen sind. Dabei ist es Alinsky immer wichtig, dass der Aufbau einer Organisation immer etwas anders verläuft und diese Phasen nur ein vages Gerüst sind. Darum hält er die Beschreibung der Phasen in seinem Buch möglichst knapp.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die erste Phase ist die Gesprächsphase. In dieser Phase werden Gespräche mit Menschen aus dem Gemeinwesen geführt und es soll dabei herausgefunden werden, wie das Gemeinwesen funktioniert, welche Traditionen und Bräuche in dem Ort eine wesentliche Rolle spielen und wo die Machtlinien verlaufen. In dieser Phase spürt der Organizer mögliche Schlüsselperson auf. Diese Schlüsselpersonen sind Menschen, die für die Menschen im Ort natürliche Vertrauenspersonen geworden sind. Es sind nicht unbedingt Menschen, die das größte Ansehen nach außen besitzen, sondern diejenigen, die viele Beziehungen zu den Menschen im Gemeinwesen haben (Alinsky, 1999, 77-82). Auf die genaue Analyse und Suche nach Schlüsselpersonen gehe ich ein wenig später noch ein.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">In der zweiten Phase werden die gefundenen Schlüsselpersonen befähigt ihre Führungsaufgabe auch öffentlich wahrnehmen zu können. Damit sollen sie lernen ihre Anhänger im Gemeinwesen so zu vertreten, dass diese sich einbezogen fühlen (Alinsky, 1999, 73-76).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">In der dritten Phase begleitet der Organizer, die Schlüsselpersonen bei der Ausarbeitung des Programms und tritt nach und nach immer weiter in den Hintergrund. Die Schlüsselpersonen, müssen sich in dieser Phase auf Themen im Konsens einigen, die auch die breite Bevölkerung unterstützt (Alinsky, 1999, S.106-114).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Schlüsselpersonen werden hierbei nicht ganz alleine gelassen, da der Organizer durch geschicktes Fragen die Schlüsselpersonen zu Lösungen kommen lassen soll. Hierbei stellt sich die Frage in wieweit der Organizer manipuliert oder wirklich die Schlüsselpersonen an den Entscheidungen teilhaben (Schmid, 2006, S.9).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">„<span style="font-family: ">Der Organizer hat jedoch meistens eine recht gute Vorstellung davon, was eine Gemeinde unternehmen sollte, und er wird Anregungen geben, manövrieren und die Gemeinde überzeugen wollen, eine bestimmte Aktion durchzuführen“ (Alinsky, 1999, S.123).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Nachdem die Bürger-Organisation ein Thema ausfindig gemacht hat, geht es um die Durchsetzung des Themas; dies beschreibe ich im nächsten Kapitel, nachdem ich auf die Art der Beziehungen und auf die Machtfrage näher eingegangen bin.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><strong>Beziehungen und Macht – Grundtendenzen im Community Organizing</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Zunächst will ich auf zwei verschiedene Aspekte im Community Organizing eingehen; es sind die „Soft-Skills“ und die „Hard-Skills“ im Community Organizing, also die weichen und die harten Künste im Community Organizing (McNeil, 2007, S.232). Das sind zum einen die Beziehungen untereinander, als weicher Faktor und die Macht nach außen hin, als harter Faktor.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Das wichtigste sind die Schlüsselpersonen oder „Little Joes“ (Alinsky, 1999, S.75), wie Alinsky sie manchmal nennt, zu finden, darum folgende Geschichte:</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><strong>Schlüsselpersonen</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Einzelgespräche werden im Community Organizing zu Hunderten und zu Tausenden geführt. Diese Gespräche sind das Fundament jeder Bürgerplattform.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">In gewisserweise haben diese Gespräche von der Idee her, Ähnlichkeiten zur klientenzentrierten Gesprächsführung, geht es auch bei dieser Form der Beratung nur mit den drei Haltungen, die auch im Community Organizing wichtig sind: positive Wertschätzung und emotionale Wärme, Echtheit sowie einfühlendes Verstehen (Galuske, 2007, S180).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Allerdings handeln sich die Gespräche ganz und gar nicht um Beratungsgespräche, denn es geht darum Beziehungen, und gegenseitiges Vertrauen und Verlässlichkeit herzustellen. Es geht vielmehr darum, wie es Vaclav Havel gesagt hat, dass „wirkliche Demokratie nicht mit Wahlen beginnt, sondern mit Gesprächen“ (zitiert nach Jamoul, 2007, S.228).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">„Es geht nicht so sehr darum, was jemand tut, sondern warum. Was ist die Motivation? Was waren Schlüsselerlebnisse? Woran glaubt sie? Was sind seine Wertvorstellungen? Wo sitzt der Ärger, dessen Ursprung begründet liegt in Verlust, Trauererfahrungen, und der gesehen wird als Antriebskraft für das Handeln? Und letztlich: ist er/sie auch bereit, zu handeln?“ (Mohrlok, 2001, S.6)<span style="font-family: "><br />
Diese Gespräche sind keine Gespräche zwischen Freunden, sondern es handelt sich um öffentliche Beziehungen. Leo Penta spricht hier von „persönlich-öffentlichen Beziehungen“ (mündliche Überlieferung, ähnlich formuliert es Mohrlok, 2001, S.6), in denen man auf persönlicher Ebene spricht, aber in denen es nicht darum geht eine freundschaftliche Beziehung oder eine geschäftliche Beziehung aufzubauen, sondern in der darum, die andere Person kennen zu lernen und diese Person zu respektieren. Es geht also hierbei nicht um das gegenseitige Mögen oder Nichtmögen, sondern nur darum, herauszufinden was das Gegenüber interessiert und was seine Lebensmotivation ist, völlig gleich ob man selbst sie für positiv oder negativ erachtet. Denn jedes Eigeninteresse wird durch gemeinsames Handeln zu Solidarität. Nur ist es wichtig jedes einzelne Eigeninteresse auch wirklich zu kennen, um dieses für das gemeinsame Handeln zu wecken (Alinsky, 1999, S.84-85).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Aus diesen Gesprächen werden Schlüsselpersonen ermittelt. Schlüsselpersonen sind Menschen, die ein Netz von Beziehungen haben, es wird manchmal sieben als Mindestzahl der Beziehungen genannt. Alinsky spricht gar von 30-50 Beziehungen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Schlüsselpersonen sollten auch Ärger in sich tragen, was sie veranlasst für Veränderungen zu kämpfen. Schlüsselpersonen müssen geschult werden und leiten (zumindest nach außen hin) die Bürgerplattform und besuchen daher Trainings. Bei diesen Trainings soll den Schlüsselpersonen mehr Kompetenz gegeben werden, denn sie sollen ihre Beziehungen erweitern und sollen möglichst zu natürlichen Schlüsselpersonen des gesamten Gemeinwesens werden. Die Organizer sind damit die Regisseure und koordinieren die Arbeit, die Schlüsselpersonen aber sollen die Akteure der Bürgerplattform und des Gemeinwesens werden (Mohrlok, 2001, S.8).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Um Einzelgespräche und vor allem Beziehungen stabil zu halten und zu kräftigen braucht man gewisse Kompetenzen, die erlernt werden können; diese bezeichnet McNeil, als „Soft Art of Organizing“, die zu der wichtigsten Aufgabe des Community Organizing zählt neben der „harten“ Seite des Community Organizing, wenn es um die Machtfrage und die Konfliktlösungsstrategie geht, wie ich später erläutern werde.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Diese „Soft-Skills“ müssen von Organizern und Schlüsselpersonen, die diese Gespräche führen einstudiert und reflektiert werden. McNeil nennt dabei das Zuhören, Einfühlen, Mitdenken und die Rituale (McNeil, 2007, S.232-238): </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">Zuhören</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Beziehungen sind das Fundament von Community Organizing. Nur wenn die Menschen sich gegenseitig kennen, können sie aufeinander aufbauen und sich vertrauen. Nur wenn die Menschen sich kennen, können sie sich vernetzen und wissen wann und in welcher Situation, der Einzelne für eine Aktion zu gewinnen ist und wie er agieren wird. Darum ist das aktive Zuhören ein ganz wichtiges Prinzip im Community Organizing.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Um heraus zu finden wie eine Person „tickt“ ist es wichtig sich bei einem Gespräch nicht auf Community Organizing oder ein anderes Thema zu fixieren und eigene persönliche Bedürfnisse des Fragenden in den Vordergrund zu rücken. Beim Zuhören soll alles darauf ausgerichtet sein zu verstehen, was die andere Person ausmacht, welche Sorgen sie plagen, welche Hoffnungen sie hat, was ihr am meisten bedeutet und was ihr Ärger macht.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Es geht darum echtes Interesse zu zeigen und neugierig auf die andere Person zu sein. Es soll kein oberflächliches Gespräch sein (McNeil, 2007, S.232f.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">Einfühlen</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Ein weiteres wichtiges Merkmal im Gespräch ist die Empathie. Es geht darum, die Geschichte des anderen Menschen kennen zu lernen und die Besonderheit jeder einzelnen Geschichte zu erfahren und in Kontext mit der eigenen Geschichte zu stellen (McNeil, 2007, S.233f.).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">Mitdenken</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Mitdenken bedeutet nach McNeil Einfühlungsvermögen in jeder Situation zu haben. Das heißt überlegtes Handeln und organisierte Strategie. Menschen, die weniger Reden, sollten in Diskussionen mit einbezogen werden, andere Menschen sollen so kritisiert werden, dass es nicht persönlich genommen wird und die Person mit Achtung behandelt wird. Die Menschen der Plattform sollten auf dem Laufenden gehalten werden und die eingebrachte Zeit die diese Menschen einbringen sollte hoch gehalten und respektiert werden und ihnen dafür Anerkennung gegeben werden (McNeil, 2007, S.234).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">Rituale</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Es gibt bestimmte Übereinkünfte, an die man sich nach McNeil halten soll. Diese Übereinkünfte nennt er Rituale, da diese Übereinkünfte für die Menschen eine Bindung, eine Beziehung darstellen und damit eine zentrale Bedeutung bekommen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Diese Übereinkünfte sind zum Einen straffe, konzentrierte Treffen. Alle Treffen sollten eine genau definierte Anfangs- und Endzeit haben. Dadurch werden die Treffen kurz und bündig und haben ein klares auf Handeln ausgerichtetes Ziel.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Eine weitere Übereinkunft ist der Dreischritt einer jeden Aktion in Planung – Durchführung – Auswertung (McNeil, 2007, S.236). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><strong>Die Kirche als Schlüsselperson</strong></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Kirchengemeinden sind neben Sportvereinen ein wesentlicher und wichtiger Akteur in einem Gemeinwesen und sind deshalb immer auch wichtige Träger (als der Kirche zugehörig bekannte Einzelpersonen oder als ganze Organisation) bei allen Community Organizing Projekten.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">In den Kirchengemeinden gibt es aber wenig aktive Mitglieder und damit wenig Beteiligung. Gerade durch den Aufbau einer Bürgerplattform, indem durch die vielen Gespräche untereinander Beziehungen aufgebaut werden, gibt es für die Kirche die Möglichkeit, aktive Menschen für ihre Gemeinde zu gewinnen (Chrismon, 2005, S.62).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Vor allem da bei diesen Gesprächen auf das Eigeninteresse eingegangen wird, erfahren die Kirchengemeinden auch viel eher, was ihre Mitglieder bewegt und wo sie sich selbst auch verändern könnten.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Für Gemeinderatssitzungen und andere Veranstaltungen können die im vorherigen genannten Rituale angewendet werden damit die Zeiten begrenzt werden. „Es gibt zum Beispiel immer eine Agenda mit genauem Zeitplan -15 Minuten für diesen Punkt und wenn man mehr Zeit braucht, wird darüber erst abgestimmt“ (Chrismon, 2005, S.62).</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><strong><span style="font-family: ">Macht, Konflikt und Aktion</span></strong></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Macht ist ein schwieriges Wort für die meisten Menschen. Sofort denken viele an Machtmißbrauch, Gewalt und Grausamkeit und Diktatur. Hannah Arendt spricht folgendermaßen von Macht:</span></p>
<p>„ Macht entspricht der menschlichen Fähigkeit, nicht nur zu handeln oder etwas zu tun, sondern sich mit anderen zusammenzuschließen und im Einvernehmen mit ihnen zu handeln. Über Macht verfügt niemals ein Einzelner; sie ist im Besitz einer Gruppe und bleibt nur solange existent, als die Gruppe zusammenhält.“ (Arendt, 2003, S.45)</p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Für Hannah Arendt bedeutet Macht die Fähigkeit gemeinsam zu handeln und in diesem Sinne handelt auch Community Organizing. Es geht nicht so sehr darum mit Gewalt seine Interessen durchzusetzen, sondern mit einem positiven Verständnis von Macht im gemeinsamen Handeln wieder zu Einfluß zu gelangen (Schraml, 2007). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify">„<span style="font-family: ">Macht ist eine wesentliche Lebenskraft, die immer wirkt, entweder zur Veränderung der Welt oder zur Verhinderung von Veränderung.“ (Alinsky, 1999, S.44)</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: "><span style="text-decoration: underline;">Konflikt – Die Aktionen im Community Organizing</span></span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Bevor eine Aktion durchgeführt wird, muss zunächst das Thema der Aktion gefunden werden. Ähnlich wie der Aufruf von Impuls-Mitte zu Bürgertreffen zu kommen (Kapitel 2.1), werden auf solchen Treffen zunächst die individuellen Probleme jedes einzelnen gesammelt. Diese Einzelprobleme werden zu Themen verdichtet. Die Schlüsselpersonen treffen sich, wenn diese Themen auf den einzelnen Bürgertreffen gesammelt wurden sind. Diese erörtern die Probleme und erstellen eine Machtanalyse. Hierbei werden die Zielpersonen ausgelotet und gesehen welche Verantwortliche vorhanden sind und über wieviel Macht zur Veränderung diese haben. Eine Machtanalyse erfordert deshalb eine gute Recherche. Entsprechend dieser Analyse wird entschieden welche Themen am ehesten angegangen werden können (Jamoul, 2007, S.227). </span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Wie bereits beschrieben besteht eine Aktion in dem Dreischritt: Planung – Durchführung – Auswertung (McNeil, 2007, S.236). Für die Planungsphase beschreibt Alinsky eine Reihe von Taktiken, die eingesetzt werden können um den Konflikt, der in der Bearbeitung eines Themas entsteht, zu gewinnen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Alinskys Taktiken des Konflikts (Alinsky, 1999, S.140-142):</span></p>
<ol>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Macht ist nicht nur das was du besitzt, sondern auch das was der Gegner meint das du es hättest.</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Niemals den Erfahrungsbereich der eigenen Leute verlassen, das führt zu Angst, Verwirrung und Zurückhaltung</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Verlasse immer den Erfahrungsbereich des Gegners</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Zwinge den Gegner nach seinen eigenen Gesetzen zu leben</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Spott ist die stärkste Waffe, der Gegner wird wütend und reagiert zu deinem Vorteil</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Taktiken müssen den Leuten Spaß machen</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Taktik darf nicht schleppend und müde wirken</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Der Druck darf nie loslassen und muss aufrechterhalten werden</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Die Drohung ist abschreckender, als die Sache selbst</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Es muss eine Strategie gefunden werden, die mit konstantem Druck arbeitet. Druck erzeugt eine Reaktion und konstanter Druck hält die Aktion in Gang</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;"><span style="font-family: ">Negatives wird positiv. Alinsky beschreibt hier ein Beispiel in dem der Rassismus gegenüber Schwarzen für die Schwarzen verwandt wird. Schwarze stellen sich vor die Häuser weißer Hausbesitzer, in deren weißen Stadtvierteln, solange bis diese mit den Mieten runtergehen und Reparaturen durchführen, da die Nachbarn, der Hausbesitzer keine Schwarzen in ihren Viertel mehr sehen möchten (Alinsky, 1999, S.152f.). </span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;" align="justify"><span style="font-family: ">Es muss dem Gegner immer eine konstruktive Alternative angeboten werden</span></p>
</li>
<li>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in;"><span style="font-family: ">E</span><span style="font-family: ">in Ziel wählen, personalisieren und daran festhalten und die Verantwortung des Gegners nicht auf andere Personen abwälzen lassen</span></p>
</li>
</ol>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Literaturverzeichnis</span></strong></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Alinsky, Saul D. (1999):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/offer-listing/3889775594?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=am2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3889775594">Anleitung zum Mächtigsein. Ausgewählte Schriften.</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3889775594" border="0" alt="" width="1" height="1" /><br />
, 2. Auflage, Lamuv Verlag, Göttingen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Arendt, Hannah (2003):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/349220001X?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=349220001X">Serie Piper, Bd.1, Macht und Gewalt</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=349220001X" border="0" alt="" width="1" height="1" />, 15. Auflage, Piper, München.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Chrismon (2005): </strong>12/2005, Seite 60-62.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><strong>Galuske, Michael (2007)</strong>:<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3779914417?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3779914417">Methoden der Sozialen Arbeit: Eine Einführung<span style="font-family: Arial,sans-serif;">, 7. Auflage, Juventa.</span></a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3779914417" border="0" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Jamoul, Linda (2007):</strong> Handwerkszeug für Community Organizer; in: Penta (Hrsg.) 2007, S. 224-230.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Kunstreich, Timm (2000):</strong> Grundkurs Soziale Arbeit, Bd. 1, 2. korr. Auflg., Kleine Verlag, Bielefeld.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Kunstreich, Timm (2001):</strong> Grundkurs Soziale Arbeit, Bd. 2, 2. korr. Auflg., Kleine Verlag, Bielefeld.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Mohrlok, Marion (2001):</strong> Politik beginnt bei den Leuten! Organizing im Stile der „Industrial Areas Foundation“, Stadtteilarbeit.de, zuletzt besucht am 13.04.2008 unter <a href="http://212.12.126.151/cms/index2.php?option=com_content&amp;do_pdf=1&amp;id=92">http://212.12.126.151/cms/index2.php?option=com_content&amp;do_pdf=1&amp;id=92</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>McNeil, Larry B. (2007):</strong> Beziehungsarbeit – eine sanfte Kunst; in: Penta (Hrsg.) 2007, S. 231-240.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Penta, Leo J. (Hrsg.) (2007):</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896840665?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3896840665">Community Organizing: Menschen verändern ihre Stadt</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3896840665" border="0" alt="" width="1" height="1" />, edition Körber-Stiftung, Hamburg.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Penta, Leo J. (2007a):</strong> Wie entsteht eine funktionierende Bürgerplattform?; in: Penta (Hrsg.) 2007, S. 219-223.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Penta, Leo J. (2007b):</strong> Macht der Solidarität; in: Penta (Hrsg.) 2007, S. 99-108.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Rothschuh, Michael (2007a):</strong> Community Organizing in den USA, Rothschuh.de, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://rothschuh.de/CO_2_USA.htm." target="_blank">http://rothschuh.de/CO_2_USA.htm</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Rothschuh, Michael (2007b):</strong> Industrial Areas Foundation (IAF): professionelles Netzwerk für Organisationen des CO, Rothschuh.de, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://rothschuh.de/CO_6_IAF.htm">http://rothschuh.de/CO_6_IAF.htm</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Schraml, Christiane (2007):</strong> Community Organizing und die politische Philosophie Hannah Arendts; in: Penta (Hrsg.) 2007, S. 109-120.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Schmid, Sandra (2006):</strong> Community Organizing nach Saul D. Alinsky; in: Schmid et. al, 2006, S. 5-12.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Schmid, Sandra; Meyer, Dominique; Rösli, Ursula; Romer, Jann; Müller, Simon; Stössel, Marianne (Hrsg.) (2006):</strong> Sozial Radikal. Saul Alinsky – Auf den Spuren seines Community Organzing, Homepage von FOCO, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://fo-co.info/Sozial%20Radikal.pdf">http://fo-co.info/Sozial%20Radikal.pdf</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Stoecker, Randy (2001):</strong> Crossing the Development &#8211; Organizing Divide: A Report on the Toledo Community Organizing Training and Technical Assistance Program, Toledo.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Szynka, Peter (2006): </strong>Theoretische und empirische Grundlagen des Community Organizing bei Saul D. Alinsky(1909-1972), Akademie für Arbeit und Politik/Bremer Beiträge zur Politischen Bildung 3/2006, Bremen.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wessels, Lutz (2004):</strong> Organisieren oder entwickeln lassen. Community Organizing und Community Development, Homepage FOCO, zuletzt besucht am 14.03.2008 unter <a href="http://fo-co.info/Wessels_CO_CD.pdf" target="_blank">http://fo-co.info/Wessels_CO_CD.pdf</a>.</span></p>
<p class="western" style="margin-bottom: 0in; line-height: 150%;">
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		<title>Gemeinde und Gemeinwesen</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Apr 2008 06:07:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Durch vielfältige gesellschaftliche Veränderungen hat sich auch die Kirchengemeinde verändert. Diese Veränderungen müssen berücksichtigt werden und neue Konzepte für die Zukunft ausgearbeitet und immer mit der theologischen Betrachtungsweise überprüft werden. Viele Ideen wie sich Gemeinde verändern könnte wurden in der Vergangenheit beschrieben. Ich halte das Konzept der Gemeinwesenarbeit für ein sehr sinnvolles Konzept, dass sich an den gesellschaftlichen Veränderungen orientiert. Kirchengemeinde ist meiner Meinung nach immer auch eine diakonische Gemeinde und sollte sich an den Bedürfnissen ihrer Mitglieder und aber vor allem um ihrer Nächsten kümmern.]]></description>
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<p><strong>Gemeinwesenarbeit – Eine neue Option für die Gemeinde?</strong></p>
<p ALIGN="right">Suchet der Stadt Bestes,<br />
dahin ich euch habe wegführen lassen,<br />
und betet für sie zum HERRN;<br />
denn wenn&#8217;s ihr wohlgeht,<br />
so geht&#8217;s auch euch wohl.<br />
Jeremia 29,7</p>
<p>Durch vielfältige gesellschaftliche Veränderungen hat sich auch die Kirchengemeinde verändert. Diese Veränderungen müssen berücksichtigt werden und neue Konzepte für die Zukunft ausgearbeitet und immer mit der theologischen Betrachtungsweise überprüft werden. Viele Ideen wie sich Gemeinde verändern könnte wurden in der Vergangenheit beschrieben. Ich halte das Konzept der Gemeinwesenarbeit für ein sehr sinnvolles Konzept, dass sich an den gesellschaftlichen Veränderungen orientiert. Kirchengemeinde ist meiner Meinung nach immer auch eine diakonische Gemeinde und sollte sich an den Bedürfnissen ihrer Mitglieder und aber vor allem um ihrer Nächsten kümmern. Eine Kirchengemeinde kann durchaus Mitgestalter des Gemeinwesens sein und die Soziale Integration aller Menschen fördern. Dabei darf und soll die Kirche nicht säkularisiert werden, sondern die säkularisierte Welt muß mit dem Glauben der Bürger leben. Ich werde untersuchen und erläutern ob Gemeinde diakonisch sein sollte und ob Gemeinwesenarbeit theologisch wie konzeptionell eine stimmige Form von Gemeindearbeit sein kann.<br />
Zunächst will ich die Probleme beschreiben die, die Gesellschaft betreffen und somit auch Auswirkungen auf die Kirchengemeinden und die Diakonie haben und auch diese beschreiben. Dann erläutere ich die Theorie der Gemeinwesenarbeit  und beleuchte die theologische und sozialarbeiterische Sicht dazu zu. Ich stelle konkrete Konzepte für kirchliche Gemeinwesenarbeit vor und fasse am Ende zusammen, in wieweit Gemeinde und Gemeinwesenarbeit möglich ist.</p>
<p><strong>Gesellschaftliche Veränderungen</strong><br />
Trotz des neuerdings angekündigten minimalen Wirtschaftsaufschwungs und die immer wiederkehrenden eindringlichen Beschwörungen der Politiker und Arbeitgeber, dass der Aufschwung allen gelte, kann nichts darüber hinweg täuschen, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander fällt und immer mehr Menschen in Deutschland in Armut leben. Dies ist bedingt durch den gewollten Konkurrenzkampf zwischen den Staaten um Standort und Wirtschaftskraft, der sogenannten Globalisierung. Dieser Konkurrenzkampf ist verbunden mit Lohnsenkungen und wird damit auf Kosten der Arbeiter ausgetragen. Diese Profitmaximierung führt auch dazu, dass Firmen ihre Produktion ins billigere Ausland auslagern und ruft in Deutschland eine größere Arbeitslosigkeit hervor. Seit 1980 gab es in Deutschland keinen erheblichen Wachstum mehr.<br />
Die Ursache dieser Globalisierung hat immense Auswirkungen auf die Bevölkerung und geht einher mit soziale Verwerfungen und Spannungen. Da billige Arbeitsplätze unter Konkurrenzdruck sind, da sie sonst ins Ausland ausgelagert werden, aber Manager und Spitzenverdiener immer mehr Geld verdienen. So entsteht ein großes Gerechtigkeitsproblem.<br />
Bildung und Ausbildung wird zum einen immer größeren Kostenfaktor für Familien. Es wird Lehrmittelfreiheit in den Schulen abgeschafft, Studiengebühren in den Universitäten eingeführt. Anstatt zu fördern wird primär selektiert. Mit einem Hauptschulabschluß kann man immer weniger was mit anfangen, da wie schon erwähnt die billigen Arbeitsplätze ins Ausland ausgelagert werden oder es durch den Konkurrenzdruck zu sehr geringen Gehältern führt, sei es durch Zeitarbeitsarbeit, 400€-Basis oder durch Arbeit in Branchen ohne festgelegte Tarife.<br />
Da stellt sich die Frage nach der Zukunft der Erwerbsarbeit. Ist es nötig die Löhne so niedrig zu halten oder wird es in Zukunft dazu kommen, dass unterbezahlte Löhne durch staatlich garantiertes Einkommen ersetzt werden.<br />
Im Moment werden Menschen in Armut durch sanktionierende Maßnahmen im Rahmen von Hartz IV bei der Stange gehalten und müssen fast jeden Job (auch 1 Euro Jobs) annehmen um nicht ihre Mindestsicherung nach SGB II gekürzt zu bekommen.<br />
Eine andere gesellschaftliche Veränderung ist verursacht durch die fortgeschrittene Medizin und dem fehlenden persönlichen Bedarf an Kindern. Es verändert sich die Demographie. Es gibt prozentual immer mehr ältere Menschen, weil die Lebenserwartung stetig steigt und immer weniger Kinder geboren werden, weil der Stellenwert der Familie keinen hohen Rang mehr besitzt. Die Rente basiert darauf, dass die Arbeitnehmergeneration die pensionierte Generation finanziert, durch die Abnahme der Arbeitnehmergeneration und die Zunahme der pensionierten Generation, wird die pensionierte Generation von Politik und Wirtschaft zunehmend als Last bezeichnet.<br />
Menschen, die früher in Milieus lebten, waren oftmals als Nachbarn, Kirchenmitglieder oder Gewerkschaftsangehörige miteinander verbunden und halfen sich aus, diese Zugehörigkeit ist zunehmend von Veränderung betroffen. Durch die veränderten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt (keine lebenslange Jobgarantie, die Erwartung sich flexibel dem Markt anzupassen und umzuziehen) ist eine große Individualisierungstendenz zu beobachten. Menschen fühlen sich weder von Organisationen noch anderen Menschen unterstützt und vertreten. Sie versuchen sich immer mehr im Alleingang sich zu behaupten.<br />
Eine Integration der Kulturen und Religionen ist, seit dem Zuzug vieler Menschen aus verschiedenen Ländern in den 70er Jahren und durch die zunehmende Globalisierung, unabdingbar geworden. Politik und Gesellschaft tut sich hiermit immer noch sehr schwer und das Problem belastet viele der Hinzugezogenen, die nicht vollständig akzeptiert sind und sich nicht der Gesellschaft zugehörig fühlen dürfen.<br />
Alle diese genannten gesellschaftlichen Veränderungen haben einen großen Einfluß auf Kirche und Diakonie, wie ich jetzt erläutern werde.</p>
<p><strong>Evangelische Kirche und Gemeinden</strong><br />
Die evangelischen Kirchen in Deutschland ist mit verschiedenen Aspekten konfrontiert. Einerseits findet eine Entkirchlichung und eine Entchristlichung der Gesellschaft statt, auf der anderen Seite sind viele Menschen auf der Suche nach religöser Orientierung.<br />
Auf Entkirchlichung deuten die sinkenden Mitgliederzahlen hin. Dies hat zur Folge, dass die Überalterung in der Kirche noch stärker zunimmt, als sie es prozentual durch Geburtenrückgang in der Gesamtbevölkerung entwickelt, besonders in ländlichen Gebieten.<br />
Außerdem kann es in vielen Gemeinden zu einer Milieuverengung kommen, da viele Mitglieder der Kirche erhalten bleiben, die zu einem Traditions-Milieu gehören und aus der Familientradition heraus der Kirche treu bleiben.<br />
Zu diesem Milieu gehören vor allem ältere Menschen, das heißt, dass die Überalterung der Gesellschaft in einem besonderen Maße auf die Kirche Auswirkungen hat. Altenarbeit und -hilfe wird einerseits somit zu einem sehr wichtigen Auftrag der Kirche. Das bedeutet aber nicht nur Nachbarschaftshilfe und Pflege sondern auch dass bei den Pensionierten ein hoher Anteil von ehrenamtlicher Arbeit zu erwarten ist, der durch seiner Lebenserfahrung viel potential für eine Kirche bietet. Anderseits ist es umso wichtiger die junge Generation im Blick zu halten und vermehrt darauf zu achten genügend Angebote für Kinder und Familien zu bieten, so dass diese nicht ganz der Kirche verloren gehen.<br />
Diese und die anderen gesellschaftlichen Entwicklungen führen dazu, dass es ein immer kleiner werdender Anteil von Steuerzahlern, als Kirchenmitglieder zur Verfügung stehen.<br />
Für die Kirche bedeutet dieses ein Bedeutungsverlust sowie ein Verlust an Finanzmittel. Dadurch entsteht ein enormer Druck auf den kirchlichen Strukturen und es entstehen zu nehmend Verteilungs- und Konzeptionsdebatten. Dabei gibt es Kämpfe zwischen den  funktionalen, also den übergemeindlichen Diensten und den parochialen, also den kirchengemeindlichen Diensten. Anstatt sich hier gegenseitig auszuspielen, ist eine Integration der jeweiligen Dienste viel wichtiger. Dabei, so Götzelmann (vgl. Götzelmann, 2003, S. 198), sollte man nach dem Prinzip der Subsidiarität vorgehen, das heißt erst die Familie, Nachbarschaft, Selbsthilfegruppe, dann die Gemeinde und erst danach die regionalen oder überregionalen zentralen Dienste.<br />
Die religiöse Suche der Menschen bedeutet für die Kirche, das Vielerorts neue Gemeindeformen entstehen. Kirche wird vielfältig und vielschichtig. Diese Pluralisierung macht die Kirche auf der einen Seite vielleicht schwammig und ihr Profil ist schwer zu erkennen, auf der anderen Seite öffnet sich die Kirche und kann so einer breiteren Masse Halt und Lebensorientierung bieten.<br />
Durch das Auseinanderfallen von Wohn- und Arbeitsort ist die Kirche nicht in der Mitte des Lebens der Menschen. Oft ist der Wohnort nur der Schlafort und an dem Ort wo gearbeitet wird, da wird sich auch getroffen und dort findet auch das Leben statt. Kirche und auch Gemeinwesenarbeit definiert oft den Wohnort zum Lebensort, dies verändert sich und sollte viel stärker berücksichtigt werden.<br />
Die Kirche kann aber weiterhin, auf Grund ihrer vielen sozialen Dienstleistungen der Diakonie, als zivilgesellschaftlicher Akteur eine sehr wichtige Stellung einnehmen und man sieht dadurch wie wichtig die Institutionen der Diakonie sind, es zeigt aber auch was für ein potenzial die einzelne Kirchengemeinde als Sprachrohr des Stadtteils haben kann und es könnte eine Stimme der verarmten im Gemeinwesen sein.<br />
Die Frage bleibt aber ob eine Konzentration nur auf die Mitglieder und und eine Ausrichtung auf die Befriedung ihrer Bedürfnisse und damit verbunden Kürzung aller Hilfen für Nichtmitglieder der Weg aus der Mitglieder- und Finanznot ist. Die Kirche verkommt meines Erachtens so zu einer Interessenvertretung von wenigen, wie es Gewerkschaften sind, die nur den Kreis der Arbeitenden vertreten nicht aber die der Arbeitslosen. Kirche sollte gerade für die suchenden, nicht glaubenden eintreten, (sowie die Gewerkschaften gerade für die Arbeitslosen eintreten sollten). Eine Öffnung der Kirchengemeinde für Außenstehende bedeutet nicht aber Säkularisierung sondern dies soll mit dem biblischen Anspruch und Zuspruch geschehen, dass Gott für alle Menschen einsteht und insbesondere für die die Suchen und Hilfe bedürfen. Dieses werde ich aber im theologischen Teil noch weiter ausführen.</p>
<p><strong>Kirche und Diakonie</strong><br />
Diakonische Einrichtungen gehören zur Kirche und sind spätestens seit der Gründung der Inneren Mission durch Wichern, fester Bestandteil der evangelischen Kirchen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Diakonischen Werke gebildet.<br />
Diakonische Einrichtungen stehen heute einerseits in einem Wettbewerb zu anderen Anbietern und müssen sich dort positionieren. Dies wird weiterhin vehement gefordert, obwohl gesamtgesellschaftlich dadurch großer Schaden entstehen könnte, den unter Kosteneinsparungen, in einem Land in dem kaum Wachstum mehr entsteht, führt so etwas nur zu mehr Not und Armut.<br />
Anderseits ist eine Zusammenarbeit von Gemeinden und Institutionen der Diakonie immer mehr vorstellbar und es wäre konsequent anlässlich der wachsenden Armut der Mitglieder in den Gemeinden. So enstehen viele armutsorientierte Projekte auf Gemeindeebene, wie Tafeln, Kleiderkammern und auch politische Initiativen.<br />
Die Frage ist nur ob eine Konzentration auf staatliche Fördergelder und Zuschüsse richtig ist wo durch dann genau dem politischen Zeitgeist nachgegangen wird und damit auch in Konkurrenz um das billigste Angebot mit anderen Trägern tritt und ein Stechen um Hilfeangebote entsteht, so hat der Staat leichtes Spiel hat Sozialleistungen weiter runter zu kürzen, oder ob ein es angebracht wäre auf Kirchengemeinden zuzugehen. Durch eine Vernetzung der Angebote der Diakonie und der Kirchengemeinde könnten deren Angebote besser gefördert werden und deren ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt werden und professionalisiert werden.</p>
<p><strong>Gemeinwesenarbeit</strong><br />
Gemeinwesenarbeit beachtet den sozialen Problemen, den strukturellen Hintergrund und versucht sich daher auf die Bedürfnisse der Menschen in einem Gemeinwesen auszurichten. Gemeinwesenarbeit konzentriert sich daher auf die Ressourcen der Menschen und versucht diese zu aktivieren und in Netzwerken zu organisieren um die Anliegen und Interessen der Menschen öffentlich zu machen. In der Gemeinwesenarbeit geht es also um Linderung, Verhinderung oder Beseitigung der Probleme von Menschen zentral durch Aktivierung der Menschen.</p>
<p><strong>Geschichte</strong><br />
Um die Verschiedenartigkeit der vorgestellten Konzepte zu erklären, will ich einen kurzen Ausflug in die Geschichte der Gemeinwesenarbeit machen, da so deutlich wird, das Gemeinwesenarbeit einerseits eine recht alte Idee ist, anderseits aber durchaus unterschiedlich gehandhabt und durchgeführt wurde.<br />
Gemeinwesenarbeit entstand genau genommen zuerst in England. Den Ursprung der Gemeinwesenarbeit kann man in der Settlementbewegung von 1870 sehen, als die Barnetts die Toynbee Hall in London gründeten. Dies war eine Art Nachbarschaftszentrum, in dem die Menschen in einem Londoner Arbeiterviertel zusammen kommen konnten und gemeinsame Aktivitäten durchführen konnten &#8211; allerdings wurden diese oft von den Barnetts oder Studierenden durchgeführt.<br />
1889 gründete Jane Addams das Hull House in Chicago. Das Hull House war ein Zentrum für die Arbeiterinnen und Arbeiter. Gemeinsam mit Studentinnen gründeten sie Gewerkschaften und leisteten politischen und sozialen Druck auf Politik und Wirtschaft aus. Im Hull House gab es politische Diskussionen, Lesungen und es wurden Streiks organisiert.<br />
Eine etwas andere Form hat Paolo Freire mit seinem Alphabetisierungsprogramm entwickelt. Sein Programm kann durchaus, als Gemeinwesenarbeit verstanden werden, da diese Programm durch gegenseitiges Austauschen und Lernen, Menschen aus ihrer Unterdrückung befreit werden sollten und gemeinsam, von der Gesellschaft gesetzte Grenzen überwinden.<br />
Saul D. Alinsky entwickelte das Community Organizing in Amerika.<br />
Im Jahr 1960 baute Alinsky zunächst in einem Stadtteil in Chicago eine Organisation auf, die alle wichtigen Vertreter der Bewohner, die Einfluß auf den gesamten Stadtteil hatten, versammelte. Diese Organisation konnte gemeinsam gefundene Ziele mit großer Geschlossenheit und damit enormen Druck auf Politik und Wirtschaft, durchsetzen.<br />
In Deutschland gab um es 1900 die Nachbarschaftsheimbewegung, diese Bewegung, die unter anderem Volkshochschulkurse anbot, hatte keinen großen sozialpolitischen Einfluß. 1930 wurden diese Heime von den Nazis geschlossen.<br />
Seit etwa 1960 existiert wieder Gemeinwesenarbeit in Deutschland. Sie entstanden vor allem in Sanierungsgebieten. Es gab und gibt verschiedene Formen der Gemeinwesenarbeit:<br />
1.Die integrative Gemeinwesenarbeit, dessen Verfechter M. Ross ist. Sie ist mit den vorgegebenen Strukturen einverstanden. Chancengleichheit besteht für alle und es versucht mit den Bewohnern Kompromisse zu suchen um ihre Not zu lindern.<br />
2.Die aggressive Gemeinwesenarbeit, vertreten durch Müller (wie auch Alinsky in Amerika), will die Bewohner im Stadtteil aktivieren, sich gegen ungerechte Strukturen zur Wehr zu setzen.<br />
3.Die katalytisch aktivierende Gemeinwesenarbeit, zu denen Hinte zählt, möchte die akuten Probleme beseitigen und auch die strukturellen Probleme langfristig angehen.</p>
<p><strong>Konzepte von Gemeinwesenarbeit</strong><br />
Zu diesen drei Formen gibt es verschiedene Konzepte, von denen ich drei Konzepte für eine  kirchliche Gemeinwesenarbeit vorstellen werde. Aus diesem Grund werde ich diese drei Konzepte hier in der allgemeinen Theorie vorstellen. Es ist die Gemeinwesenorientierung, Community Organizing und Gemeinwesenarbeit als Stadtteilzentrum.<br />
<strong>Gemeinwesenorientierung</strong><br />
Die Gemeinwesenorientierung ist ein Konzept, das Hinte und Oelschlägel propagieren um Gemeinwesenarbeit nicht als ein drittes Standbein zur Einzelfallhilfe und Gruppenarbeit, sondern als eine Methode zu etablieren, die auf allen Ebenen der Sozialen Arbeit stattfinden kann.<br />
Lüttringhaus hat, unter Rücksprache von Oelschlägel und Hinte folgende Leitstandards der Gemeinwesenarbeit (nach Lüttringhaus, 2007, 277ff) formuliert , und die wichtigsten Prinzipien dieser Methode aufgelistet:<br />
1. Zielgruppenübergreifendes Handeln<br />
Gemeinwesenarbeit arbeit an einem Thema, dass aus den Bedarfen entsteht, dabei trifft dies meist unterschiedliche Menschen im Gemeinwesen. Manchmal kann auch nur eine Zielgruppe an einem Thema betroffen sein.<br />
2. Orientierung an den Bedürfnissen und Themen der Menschen<br />
Gemeinwesenarbeit greift die Themen der Menschen vor Ort auf und orientiert sich nicht an dem was von außerhalb als Problem des Stadtteil gesehen wird.<br />
3. Förderung der Selbstorganisation und der Selbsthilfekräfte<br />
Gemeinwesenarbeit aktiviert und begleitet die Menschen bei der Verwirklichung ihrer Themen.<br />
4. Nutzung der vorhandenen Ressourcen<br />
Die vorhandenen Ressourcen des Stadtteils werden genutzt, aktiviert und gefördert und mit den Ressourcen der Institutionen verbunden.<br />
5. Ressortübergreifendes Handeln<br />
Gemeinwesenarbeit bezieht sich auf alle Bereiche des Lebens im Stadtteil und kümmert sich damit nicht nur um das &#8220;Soziale&#8221;. Gemeinwesenarbeit arbeitet Sektoren übergreifend, in allen Bereichen, dass auf soziale Räume aufbaut.<br />
6. Vernetzung und Kooperation<br />
Gemeinwesenarbeit schafft und stärkt soziale Netzwerke von Bewohnern und Professionellen. Dies ist ein Mittel um in Kooperationen zu Lösungen zu kommen. Durch den Aufbau solcher Netzwerke sollen Bewohner in der Lage sein zu wichtigen Ereignissen mobilisierbar zu sein.<br />
<strong>Community Organizing</strong><br />
Community Organizing ist wiederum eine Methode der Gemeinwesenarbeit, die jedoch älter ist, die sich aber in Deutschland zunächst nicht durchgesetzt hatte, nun aber in Berlin und Hamburg erste Erfolge feiert. Hierbei geht es darum die Menschen im Stadtteil zu Organisieren und durch den hohen Anteil an der Bevölkerung Druck auf Politik und Wirtschaft ausüben zu können und positive Veränderung herbeizuführen. In diesem Ansatz geht es also in erster Linie nicht darum soziale Dienstleistungen anzubieten, sondern es werden Gespräche mit Bewohnern geführt, Beziehungen geknüpft, die zu einem den ganzen Stadtteil umfassenden Netz führen. In einem zweiten Schritt werden, dann von allen Bewohnern Themen zusammengetragen, die ihnen stören und die sie gerne in Angriff nehmen möchten. Diese Themen werden dann gemeinsam diskutiert und behandelt. Dabei unterstützten alle Bewohner jedes dieser Themen, damit genügend Beistand hinter den jeweiligen Anliegen ist. So wurde in einem Stadtteil Berlins, der von Arbeitslosigkeit betroffen war, dafür gesorgt das eine Technische Universität sich in diesem Stadtteil niederlässt und durch diesen Neuzuzug an Studenten und Know-how neue Gewerbe entstehen konnten und neue Chancen sich eröffneten.<br />
<strong>Stadtteilorientierte Gemeinwesenarbeit</strong><br />
Gemeinwesenarbeit, als eine eigenständige Form sozialer Arbeit, wie sie in den 70er Jahren entstanden ist, war und ist eher eine Randerscheinung, obwohl diese von ihrem Konzept her, durchaus in der Lage ist, der Bevölkerung eines Stadtteils aus ihrer Lage herauszuhelfen. Oelschlägel (vgl. Oelschlägel, 1994) beschreibt sehr eindrucksvoll wie stadtteilbezogene Gemeinwesenarbeit in einem Armutsquartier aussehen könnte. Anhand eines Beispieles, dem Nachbarschaftstreff Duisburg-Bruckhausen wird deutlich wie seiner Ansicht nach Gemeinwesenarbeit heute praktiziert werden sollte.<br />
Zunächst stellt er fest, dass anders als viele radikale Linke es erwarten, die Menschen sich nicht erheben, sobald die Armut unerträglich wird. Arme Menschen sind keine passiven Opfer, sie sind Überlebensstrategen &#8211; die sich vor dem Risiko der Veränderung schützen wollen und so die Grenzen nicht überwinden wollen, sondern sie nur ausdehnen. Darum soll Soziale Arbeit die Handlungsfähigkeit erweitern und sichern. Dazu muss auch Gemeinwesenarbeit für die Menschen nutzbare Ressourcen anbieten. Die Menschen wollen und können nur Veränderungen verwirklichen, wenn sie selbst weniger Kosten und mehr Nutzen davon tragen. Wenn sie dieses erfahren, werden sie selbst aktiv und vergrößern dadurch ihre Handlungsspielräume. Dabei spielt die Veränderung der Lebensverhältnisse die tragende Rolle. Oelschlägel hält hierbei Soziale Kulturarbeit für eine wichtige Möglichkeit. Gemeinwesenarbeit muss dann Hilfe leisten wenn die Probleme der Bewohner auf der politischen Ebene öffentlich gemacht werden sollen. Der Gemeinwesen-Arbeiter muss hierbei immer die subjektiven Interessen der Menschen zum Ausgangspunkt und Basis der Veränderung des Stadtteils machen.<br />
Aus diesen Gründen haben Oelschlägel und die Studierenden angefangen mit einigen aktiven im Stadtteil ein Nachbarschaftscafe anzubieten. Das heißt erst wurde den Menschen was nützliches zur Verfügung gestellt. Der Sozialarbeiter stellt seine Ressourcen zunächst dem Stadtteil zu gute. Aus diesem Raum heraus kann dann Gemeinwesenarbeit entstehen. Die Menschen sehen, dass wenn sie sich im Nachbarschaftscafe engagieren, mehr für sie heraus springt. So entsteht in diesem Cafe einerseits Beratung und anderseits Beschäftigungsinitiativen, Mittagstisch und politische Aktionen (als Beispiel wird die Verhinderung der Schließung der Sonderschule angeführt).</p>
<p><strong>Sozialarbeitstheoretische Notwendigkeit</strong><br />
Die Aufgabe von staatlicher sozialer Arbeit ist zum einen Kontrolle und zum anderen Hilfe von sozialbenachteiligten Menschen.<br />
Bis vor Kurzem dachte man Kontrolle und Hilfe am besten durch das herausselektieren<br />
der Probleme eines Menschen und damit durch das Zuführen zu verschiedenen Institutionen für verschiedene Probleme realisiert werden könnte. Dadurch konnten sich die einzelnen Professionen herausbilden und sie konnten sich spezialisieren und wurden zu Experten in einem kleinen abgesteckten Rahmen. Diese Selektion führt jedoch zu einer stärkeren Ausgrenzung der Personen und damit zu größeren Problemen, dies bedeutet immer mehr Kosten und mehr Aufwand.<br />
Breitangelegte Dienste, die immer noch ausgliedern und verweisen können, führen zu einer besseren Konzentration auf eine ganze Bevölkerungsgruppe und fördern die Integration. Selbsthilfegruppen sensibilisieren um ein wesentliches die Motivation und das Engagement des Betroffenen, sein Problem zu lösen und führt zu einer positiven Veränderung. Gemeinwesenarbeit gibt den Bewohnern insgesamt eine Stimme, die also damit zusammenwachsen und gemeinsam für einander einstehen.<br />
Auf der anderen Seite kanalisiert und kontrolliert man dabei natürlich auch die Hilfebedürftigen &#8211; sie sind von der Politik leichter anzusprechen und zu fassen, als wenn man immer eine spezielle Gruppe ansprechen müßte.<br />
Die Kirche mit ihren unabhängigen Geldern und Status kann diese Kontrolle abfedern und damit einen großen Beitrag dazuleisten, dass Bürger wirklich ihre Anliegen durchsetzen können und nicht durch staatliche Gelder kontrolliert und erpressbar sind.<br />
Ich möchte deshalb nun betrachten welche theologischen Grundlagen sich einer Kirchengemeinde für Gemeinwesenarbeit bietet.</p>
<p><strong>Gemeinde und Diakonie (Theologische Aspekte)</strong><br />
Heinz Lorenz stellt in seinem Artikel „Diakonische Gemeinde?“ folgende These auf: „Eine diakonische Gemeinde wird immer wieder gefordert, aber kaum verwirklicht.“ (Lorenz, 1994, S. 333) Für Lorenz ist es wichtig auszudrücken, dass Diakonie ein Element von Christsein und Gemeinde ist. Diakonie kann nur dann eine Chance in der Gemeinde erhalten, wenn es als ein Element von vielen betrachtet wird. Die vierer Formel der Michaelsbruderschaft bringt dieses eindrücklich zur Geltung. Eine Gemeinde sollte immer diese vier Formen gleichmäßig beinhalten: Martyria (Zeugnis, Predigt, Mission, Bekenntnis), Leiturgia (Gebet, Anbetung, Feier, Lob, Gottesdienst, Spiritualität), Koinonia (Gemeinschaft, Kommunikation, Besprechung, Orientierung), Diakonia (Seelsorge, Beratung, Hilfe, Heilung, Politik).<br />
Diese Aussage halte ich für sehr wichtig im Hinblick auf  wie Gemeinde, Diakonie und Gemeinwesen zusammen wirken können.</p>
<p><strong>Geschichte der Diakonie</strong><br />
Im alten wie im neuen Testament ist die „Option für die Armen“ eines der wichtigsten Aussagen der Schriften. Es ist Gott, der die Israeliten aus der Knechtschaft und Sklaverei befreit und aus Ägypten in ein neues Land führt. Viele der Gesetze in den Büchern Moses widerspiegeln, dass für die Armen, Witwen und Waisen sorge getragen werden sollte und nicht unendlich Reichtum angehäuft werden durfte ohne die Armen zu schützen (vgl. 5.Mose 24, 6ff).<br />
Jesus sucht als Wanderprediger, die schlecht gestellten Menschen in der damaligen Gesellschaft auf und zählt diese zu seinen Jüngern. Er kritisiert die hochangesehenen Gelehrten und Reichen Menschen der Zeit und fordert die Liebe zu Gott und zu jeden Menschen. Christus, das heißt Gott selbst, wird schließlich Knecht und stirbt den Verbrechertod, um alle Menschen von aller Schuld zu befreien.<br />
So ist es nicht schwer zu erklären warum die ersten Christen schon sehr früh ein Diakonenamt eingerichtet hatten (vgl. Apg. 6). Durch dieses Amt beginnt allerdings schon früh die Trennung von Hilfe und Gemeinschaft der Gläubigen.<br />
Ab dem vierten Jahrhundert entstehen neben den Kirchen Hospitale für Kranke, Fremde und Obdachlose. Der Diakon erhält neben der Kirche somit ein eigenes Haus und Hausrecht.<br />
Im 19. Jahrhundert wird die innere Mission gegründet, die im 20. Jahrhundert die Wohlfahrtsverbände werden. Dies ist ein großer Einschnitt in der Kirchengeschichte. Dadurch wird die Professionalisierung und die Trennung von Kirche und Diakonie weiter vorangetrieben. Diese gut gemeinte Trennung und Arbeitsteilung in Gottes- und Menschendienst, mit dem Wunsch professionell und effizient helfen zu können, konnte nicht erahnen, wie Dörner es ausdrückt, &#8220;dass somit die Kirche die Erde und die Diakonie den Himmel verlieren würde&#8221; (Dörner, 2007, S.25) und die Kirchengemeinde so langsam an Bedeutung für die Menschen verlor und in den Diakonischen Diensten der Gottesbezug der Mitarbeiter und deren Hilfen oftmals zweitrangig wurde.</p>
<p><strong>Diakonie und Gemeinwesen</strong><br />
Ich will nun den theologischen Aspekt, der für eine Gemeinwesenarbeit der Kirche spricht beleuchten und herausfinden in wieweit Gemeinwesenarbeit theologisch sinnvoll und wichtig ist.<br />
Aus dem alten Testament, gleich zu Beginn in der Schöpfungsgeschichte in 1. Mose 1,27 und 28 heißt es:<br />
„Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. (&#8230;) Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“</p>
<p>Der Mensch ist demnach Gottes Ebenbild und besitzt damit Würde, die unverletzlich ist.<br />
Der Mensch hat außerdem einen Bewahrungsauftrag bekommen, er soll sich um die Welt und damit auch sein Umfeld bewahren und gestalten und die Würde anderer Menschen verteidigen. Nach Ulrich Bach ist es hierbei wichtig, dass es kein Helfenden und Hilfebedürftigen gibt. Die Würde des Menschen achten, bedeutet demnach nach Bach, dass jeder Mensch unterschiedliche Probleme und Hilfe nötig hat, aber jeder Mensch genauso auch unterschiedliche Begabungen hat und nur durch ein Zusammenwirken aller Menschen diese eine Einheit ergeben können. Es entsteht ein Geben und Nehmen aller und keine Hierarchie untereinander. Dieses Konzept nennt er Konzept Leib Christi, es gibt kein Gegenüber sondern ein Miteinander, es ist eine „Kirche im Unten“ (vgl. Bach, 1980).<br />
Dieses Miteinander handeln geht auch aus dem Doppelgebot der Liebe hervor. Es ist die Gottesliebe, Selbst- und Nächstenliebe. Die erfahrene Liebe Gottes wirkt sich unweigerlich auf unser Gegenüber aus und wirkt sich auch darauf aus, eine Gesellschaft entstehen zu lassen, die jeden mit einschließt und gutes Leben allen zuläßt.<br />
Den in Matthäus 25,34 heißt es:<br />
„Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!“</p>
<p>Hier wird deutlich, dass die Menschen durch Jesus Christus eine neue Welt erleben, die Menschen sollen aber an der Gestaltung der neuen Welt mitwirken.<br />
Jürgen Moltmann formuliert es so: „Diakonie im Horizont des Reiches Gottes ist Diakonie in der Nachfolge des Gekreuzigten (&#8230;) Aber Diakonie in der Nachfolge des Gekreuzigten ist Diakonie im Horizont des anbrechenden Reiches Gottes“ (Moltmann, 1989, S.23).<br />
Anders gesagt heißt das, dass eine Gemeinde diakonisch sein sollte damit die Zukunft, die Gott vor hat, beginnen kann. Dieses, so Moltmann, ist eine Parteilichkeit bei den Armen, Kranken und Ausgesetzten. Dabei müssen diese ihre Würde behalten und als Ebenbürtige akzeptiert werden. Wichtig ist ein heilendes Handeln, dass die Barrieren im Menschen, zwischen den Menschen und zwischen Menschen und Gott beseitigt. Darum ist es wichtig, dass die Diakonie durch Gemeinschaft geschieht und das es das allgemeine Diakonat aller Gläubigen gibt. Die Gemeinden müssen in der Lage sein, dass sie nicht ihre Kranken und Opfer in Institutionen wegschafft, wie es die Gesellschaft tut, darin muß die Gemeinde unterstützt werden. Für Moltmann heißt das ein Neuaufbau der Gesellschaft von unten, eine selbstverwaltete und direkte basisdemokratische Gesellschaft und Gemeinschaft, zumindest Teilhabe und Teilgabe.<br />
Eine Abkehr von Gott, ein Leben in Sünde, ist ein Leben, dass an seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Ein Leben, dass bewußt oder meist unbewusst und deswegen fremdbestimmt und unfrei ist, ist unsozial und nimmt den Menschen seine Selbsteinschätzung. „Ihm geht jegliche realistische Selbsteinschätzung verloren und damit auch die Einschätzung und Wahrnehmung des Gegenübers“ (Bruckdorfer, 2007, S. 11).<br />
Der Mensch hat die freie Entscheidung und muss sich in seinem Lebensumfeld verhalten, er kann Geschehnisse ablehnen oder bejahen, sein Umfeld und seine Umwelt beachten und bewahren oder vernachlässigen und zerstören.<br />
Diese Freiheit bedeutet für einen Christen auch Verantwortung für die Welt und das Gemeinwesen. Die Entscheidung nach dem Vorbild Jesus zu leben, bedeutet Verantwortung in der Politik wahrzunehmen, kritisch zu Hinterfragen, Stellung zu beziehen und dementsprechend in Aktion zu treten. Wenn Paulus schreibt (Römer 13) die Christen sollen der Obrigkeit untertan sein, meint er nicht, dass man sich ihr unterwirft, sondern eher das Gegenteil, der Staat und die Politik haben nicht die endgültige Wahrheit und können diese nicht beanspruchen. Letztlich steht Gottes Wort höher und die Politik muß sich an ihr messen.</p>
<p><strong>Theologische Notwendigkeit von Gemeinwesenarbeit</strong><br />
Solange Armut besteht und in einem kapitalistischen System ist Armut unabdingbar um Lohnsenkung herbeizuführen und Produktion und damit Profit zu steigern, ist eine kirchliche Sozialarbeit unverzichtbar. Gott ist allen Menschen zugewandt und gerade für die Armen und Unterdrückten hat die Kirche den Auftrag, sowie im Alten und nochmal verstärkt im Neuen Testament, Hilfe und Unterstützung zu bieten.<br />
Niemand kann allein Christ sein, um Christ zu sein braucht es auch die Gemeinschaft der Gläubigen einerseits und auch die gelebte Lebens- und Glaubenspraxis anderseits. Da ist das Gemeinwesen wie geschaffen für ein Erfahrungs- und Bewegungsfeld, in dem jeder Christ seinen Glauben leben und ausprobieren kann.<br />
Die Geschichte zeigt deutlich, dass von Anfang an Diakonie und Kirchengemeinde getrennt von einander ihre Dienste geleistet haben. Aus theologischer, biblischer Sicht ist es aber unabdingbar, dass jeder Gläubige und damit vor allem in der Gemeinschaft der Kirche zu einem gewissen Teil diakonisch aktiv wird. Gemeinwesenarbeit kann diese scharfe Trennung überwinden und durch eine Vernetzung der gemeindlichen Aktivitäten mit den Diakonischen Institutionen, den theologischen Auftrag gerechter werden.</p>
<p><strong>Konzepte</strong><br />
Da ich nun aufgezeigt habe was Gemeinwesenarbeit ist und heraus gestellt habe, dass die biblischen und geschichtlichen Grundlagen Gemeinwesenarbeit nicht ablehnen, sondern durchaus befürworten, will ich nun die drei vorgestellten Konzepte der Gemeinwesenarbeit an Kirchengemeinden anpassen und beschreiben, wie diese Konzepte in der Realität aussehen könnten. In der Vergangenheit haben Kirchengemeinden und Diakonie schon immer Ansätze von Gemeinwesenarbeit integriert. Vor allem in der Gemeindediakonie gab es öfter zusammenarbeit mit gemeinwesenorientierter Sozialarbeit. Die kategoriale Gemeinwesenarbeit der mobilen Jugendarbeit in den 70er Jahren konnte zum Beispiel nur dadurch entstehen, weil Kirchengemeinden und Pfarrer diese Sozialarbeit unterstützten. Dennoch kann Gemeinwesenarbeit noch stärker eingebunden werden. Wichtig bei allen Konzepten, die ich hier vorstelle, ist eine lange und intensive Phase der Evaluation und Begutachtung des Stadtteils, der Kirchengemeinde, der Menschen. Ohne die wirklichen Probleme und Ressourcen vorher genau geprüft zu haben, läßt sich schwer ein Gemeinwesenkonzept durchsetzen. Jeder Mensch und damit jeder Stadtteil und jedes Gemeinwesen ist anders. Für diese Anfangsaufgabe benötigt es professionelle Hilfe, die diakonische Einrichtungen liefern könnten.</p>
<p><strong>Gemeinwesenorientierung</strong><br />
Das Diakonische Werk hat im Jahr 2007 ein gut durchdachtes Eckpunkte Modell herausgegeben dass, beschreibt wie gemeinwesenorientierte Diakonie in der Kirche aussehen könnte. Dieses G2 Modell geht von der folgenden Vorüberlegung aus:<br />
„Die Diakonie verfügt über das fachliche Know-how, um soziale Integration voranzutreiben. Die Kirchengemeinden aber sind das Tor zur zivilen Gemeinschaft der Menschen, in die hinein arme und ausgegrenzte Menschen integriert werden sollen“ (Bruckdorfer, 2007, S. 21). Darum ist also eine entsprechende Vernetzung der beiden Institutionen (Kirchengemeinde und Diakonische Einrichtungen) wichtig. Um die verschiedenen Initiativen und Projekte der Gemeinden zu koordinieren und eine Anlaufstelle zu bieten soll die Allgemeine Sozialarbeit der Diakonie zusätzlich zu der bestehenden Einzelfallhilfe für Personen in sozialen Notlagen, als Koordinierungsstelle fungieren. Die Allgemeine Sozialarbeit der Diakonie ist ein offenes und flexibles Hilfeangebot im Auftrag der Kirchengemeinden. In den Richtlinien hat es bereits die Aufgabe gemeinwesen- und gemeindeorientiert zu arbeiten, so dass das Konzept eine Weiterentwicklung bietet die der Allgemeinen Sozialarbeit der Diakonie gerecht wird. Zwei Förderaufträge gibt das Konzept der Allgemeinen Sozialarbeit auf den Weg:<br />
Der erste ist die Förderung der Diakonie der Gemeinden. Dies soll wiederum in drei Ansätzen geschehen. Der erste Ansatz ist der Förderansatz, hier soll das diakonische Handeln der Gemeinde durch die Allgemeine Sozialarbeit unterstützt werden. Hier wäre die Gemeinde Träger der Maßnahmen und die Allgemeine Sozialarbeit unterstütze die Gemeinde durch Know-how und Personal.<br />
Der zweite Ansatz ist der Projektansatz, hier geht die Gemeinde eine Kooperation mit einem Diakonischen Dienst ein, um ein befristetes, konkretes Projekt durchzuführen. Träger wären hier die Bezirks- oder Kreisdiakonie, die Allgemeine Sozialarbeit würde die Projektleitung und Koordination übernehmen.<br />
Der dritte Ansatz ist der Integrationsansatz, der eine Integration der diakonischen Dienste in die Gemeinde vorantreiben soll. Hierbei würde die Allgemeine Sozialarbeit bei der Koordinierung und Vernetzung mitarbeiten. Träger wäre der jeweilige diakonische Dienst.<br />
Der zweite Förderauftrag ist die Förderung des gemeinde- und gemeinwesorientierten Handelns der sozialen Dienste und Einrichtungen der Diakonie. Hierbei ist die Netzwerkarbeit von großer Bedeutung. Es soll ein Netzwerk entstehen, koordiniert durch die Allgemeine Sozialarbeit, das auch über die Diakonischen Dienste und Kirchengemeinden hinaus sich über gemeinwesenorientierte Initiativen, Aktionen und Projekte abstimmen soll. Durch dieses Netzwerk kommt die Sozialarbeit an aktuelle Informationen, die das Gemeinwesen betreffen und kann Analysieren, Planen und Bericht erstatten über den Sozialraum und kann dementsprechend Empfehlungen ausarbeiten und abgeben zu gemeinwesenorientierten Initiativen, Aktionen und Projekten, die durchgeführt werden könnten und auch selber Projekte initiieren und beraten.<br />
Durch dieses Konzept handelt die Diakonie vernetzt und sieht Kirchengemeinde als Ressource und die Kirchengemeinde bleibt als geistliches Zentrum bestehen und wird aber zum wirklichen Begegnungsort. Die Diakonische Arbeit wird an den Ärmsten der Armen orientiert.<br />
Allerdings würde ich nicht die Allgemeine Sozialarbeit, als Koordinierungsstelle einberufen. Ich bin Außenstehender und kann so nicht den Aufbau der Gemeinde und Diakonie beurteilen, sehe aber, dass die Studie durch die Allgemeine Sozialarbeit durchgeführt wurde und frage mich warum ausgerechnet eine Stelle, die bisher auf Einzelfallhilfe (nun „Sozialraumorientierte Einzelfallhilfe“) eine solche Arbeit übernehmen sollte. Für mich ist die Gemeinde Zentrum eines Stadtteils und auch von dort aus sollte diese Koordination aus gehen. Ich denke nicht dass eine höhere Ebene notwendig ist um vor Ort Netzwerkarbeit zu leisten. Sollte Know-How und Personal in einem bestimmten Bereich fehlen und das tut es sicherlich, durfte die Gemeinde auf die Allgemeine Sozialarbeit herantreten und Hilfe bekommen. Gerade für gemeinwesenorientiertes Arbeiten halte ich ein Bottom-Up organisiertes System für glaubwürdiger und vermittelbarer als ein Top-Down organisiertes System.</p>
<p><strong>Community Organizing</strong><br />
Bei Community Organizing ist es wichtig eine breite Basis von möglichst allen Menschen in einem Stadtteil zusammen zubekommen, um die nötige Kraft zu haben und eine wichtige Stimme für die verschiedensten Anliegen zu haben. Dazu werden im Stadtteil „Schlüsselpersonen“ gesucht. Schlüsselpersonen sind Menschen, die einen größeren Bekannten- und Freundeskreis im betreffenden Stadtteil haben und ihre Meinung in diesem Bekanntenkreis auch Gewicht haben. In Deutschland ist man dazu übergegangen, vor allem auch Institutionen und Organisationen im Stadtteil zu suchen, die großen Einfluß auf den Stadtteil haben. Kirchengemeinden sind neben Sportvereinen ein wesentlicher und wichtiger Akteur in einem Gemeinwesen und sind deshalb immer auch wichtige Träger (als der Kirche zugehörig bekannte Einzelpersonen oder als ganze Organisation) bei allen Community Organizing Projekten. Die Schlüsselpersonen können als Bindeglieder des gesamten Gemeinwesens verstanden werden. Nachdem eine große Zahl dieser vorhanden sind, werden viele dezentrale Treffen organisiert bei denen die Schlüsselpersonen ihren ganzen Bekanntenkreis einladen, so dass also möglichst alle im Stadtteil zu diesen Treffen kommen. Auf diesen Treffen werden Themen gesammelt, die als Missstände im Stadtteil verstanden werden. Diese Themen werden danach angegangen, dazu wird zunächst ein wichtiges, zentrales aber möglichst einfach und schnell zu erreichendes Thema gewählt. Eine Gruppe von Interessierten sammelt alle nötigen Informationen und versucht die verschiedenen Wege zu ergründen, wie dieses Thema am besten realisiert werden kann. Je nach Bedarf werden, dann die Menschen im Stadtteil zu unterschiedlichen Aktionen mobilisiert, um dieses Thema durchzusetzen. Für Community Organizing bedarf es einer professionellen Hilfe. Eine Person muss bezahlt werden, die als Organisation, die verschiedenen Gruppen im Blick behält und ein wenig koordiniert. Diese Person sollte von den Menschen aus dem Stadtteil bezahlt werden, damit diese Plattform unabhängig bleibt.<br />
Für eine Kirchengemeinde ist Community Organizing eine gute Möglichkeit mit relativ wenig Aufwand Flagge zu zeigen und für die Bewohner des Stadtteils einzustehen. Durch die Treffen der Schlüsselpersonen (Kernkreise) und verschiedene Großveranstaltungen entsteht eine Vernetzung der verschiedensten Menschen und Institutionen, die einerseits zu einer Kooperation und Zusammenarbeit führen können, anderseits eigene Veranstaltungen einem breiterem Publikum zugänglich machen und bekannter werden können.</p>
<p><strong>Stadtteilbezogene Gemeinwesenarbeit</strong><br />
In dieser „traditionellen“ Form von Gemeinwesenarbeit wird, wie in ein Beispiel aus Duisburg-Bruckhausen, von einem Ort gestartet, der den Mittelpunkt der Arbeit darstellt. Von diesem Treffpunkt aus werden verschiedene Aktivitäten ausgeführt, die alle aber eine Beteiligung aus dem Stadtteil benötigen.<br />
Für die Kirchengemeinde könnte diese Form von Gemeinwesenarbeit einen größeren Umorganisation erfordern, allerdings sehe ich in dieser Form aber auch die größten Chancen für ein verändertes und integeres Gemeinwesen und eine veränderte und integere Kirchengemeinde.<br />
Die kirchlichen Räume, meist sowieso zentral im Stadtteil, dienen hierbei als Treffpunkt und Versammlungsort aller Menschen des Stadtteils. Im Rahmen eines Cafebetriebes (das Foyer oder zentral gelegene Gemeinderäume) werden hier zunächst einmal auf einer Infotafel verschiedene Aktivitäten angeboten. Dies sollten alle kirchlichen, wie auch nicht-kirchlichen Angebote des Stadtteils sein. Auf diese Weise erfahren die Menschen vor Ort, was ihnen geboten werden kann, so dass sie selbst aktiv werden und die Angebote mitgestalten. Hierbei ist es also wichtig, dass die Mehrheit der Angebote Beteiligung zulassen und Raum für Kritik und Veränderung bieten. Die Gemeinde sollte Räume bereithalten, die für verschiedene Angebote Platz bieten, so dass die Bewohner schnell und einfach eigene Angebote starten können. In regelmäßigen Abständen sollten im Cafe Treffen abgehalten werden, in der alle Bewohner und Beteiligten ihre Belange zur Sprache bringen können und gemeinsam Strategien erarbeitet werden können, größere Probleme des Stadtteils anzugehen, neue Angebote zu installieren oder professionelle Hilfe anzufordern und zu finanzieren.</p>
<p><strong>Gemeinwesenarbeit – Eine neue Option für die Gemeinde!</strong><br />
Die Individualisierung, ökonomische Verwertung und Ausgrenzung großer Teile der Bevölkerung hat nicht nur in der Gesellschaft ihre Auswirkungen gezeigt, sondern auch in den Kirchengemeinden, vor allem aus diesen Gründen gibt es immer weniger Mitglieder.<br />
Anstatt in der Logik der Marktorientierung Kirchen zusammenzulegen und diakonische Einrichtung der Profitmaximierung zu unterwerfen, wird mir und hoffentlich auch dem Leser deutlich, dass gerade in einer solchen Zeit die Menschen Hilfe suchen und brauchen und diese Hilfe in den Kirchen und Diakonischen Einrichtungen finden könnten, wenn Kirche und Diakonie sich anders orientieren wurden.<br />
Gerade seit 1980, also der Zeit ohne größeren Wachstum, sind die Zahlen der freiwillig Tätigen, der Nachbarschaftsvereine, der Hospize gewachsen. Mittlerweile gibt es für jeden Bereich Selbsthilfegruppen. Die Menschen, die nichts zu tun haben, wollen und brauchen das Gefühl für andere da zu sein, dieses ist nicht mehr moralisch bedingt, sondern sie suchen unter anderem auch nach neuen Möglichkeiten ihre Einkommen zu verbessern und arbeiten auf Basis der Aufwandsentschädigung im Sozialen Bereich mit.<br />
Deswegen ist zum Beispiel eine Integration aller Pflege- und Hilfebedürftigen in einzelnen Wohnungen im Stadtteil machbar und nicht kostenintensiver, als eine Konzentration auf einen engen Raum in den Institutionen. Nur durch die freiwilligtätigen Frauen im 19. Jahrhundert konnte die professionelle Soziale Arbeit erst entstehen. Durch die zentralisierten Hilfeangebote wurde, die Arbeit einerseits besser und leistungsfähiger, aber die Hilfebedürftigen, wie die Helfenden wurden dadurch isoliert. Auch die Helfenden haben scheinbar ein wenig das Helfen nötig, den „so macht die psychosoziale Unterlastung die Menschen scheinbar psychotherapiebedürftig“ (Dörner, 2007, S.28). Durch eine Reintegration in den Stadtteil wäre allen geholfen.<br />
Anstatt für die Belange der Mitglieder der Gemeinde zu kämpfen (wie es Gewerkschaften meist immer noch tun), sollte die jeweilige Gemeinde für die gesellschaftlichen Belange kämpfen und damit wird die Kirche gestärkt und erneuert die Gesellschaft. Den meisten Mitgliedern der Gemeinde wird die Hilfe in der Nachbarschaft auch als eine Vereinfachung ihrer Aufgabe vorkommen. Die Gemeinde ist nicht mehr für das Wohl der ganzen Welt verantwortlich, sondern beschränkt sich zunächst auf sein Gemeinwesen. Ein kleineres Feld, dass aber dafür um so intensiver und näher ist.<br />
Abschließend will ich den Bibelvers (Jeremias 29,7) den ich an den Anfang gestellt habe noch einmal erläutern.<br />
Suchet der Stadt Bestes: das Beste ist nicht die aktuelle Politik und Wirtschaft der Herrschenden zu unterstützen, sondern das was am Besten in den Augen der Bewohner ist, dafür sollte der Christ eintreten und Stellung beziehen.<br />
Dahin ich euch habe wegführen lassen: In der Zeit in dem der der Bibelvers geschrieben wurde, handelte es sich um die Stadt Babel, zu der die Ältesten aus Israel weggeführt worden waren und dort in Gefangenschaft lebten. Im übertragenden Sinn kann man das auf ein neutestamentliches Eschatologisches Verständnis führen, die Stadt Babel ist schon immer auch als Sinnbild (vgl. Offb. 14,8) verwandt worden. Als Christ gehört man nicht mehr dieser Welt an (hat Vergebung und Erlösung erfahren), aber man lebt in dieser Welt. Darum kann man von einem „erhabenen“ Posten aus die Probleme angehen und helfen und die Welt nach Gottes Vorstellungen gestalten und bewahren.<br />
Und betet für sie zum HERRN: Gebet ist die wichtigste Grundlage aller christlichen Handlungen. Nur durch das Gespräch mit Gott erreichen wir die nötige Reflexion und Antwort, wie wir zu handeln haben. Gebet ersetzt nicht das Handeln, aber es ist die Voraussetzung für das richtige Handeln.<br />
Denn wenn&#8217;s ihr wohlgeht, so geht&#8217;s auch euch wohl: Nur wenn die Interessen aller Bewohner ernstgenommen werden und um diese gestritten wird, können die Interessen der Gläubigen verstanden und umgesetzt werden. Anders gesagt, wenn jemand weiß, dass die Kirchengemeinde sich mit ihm für seine Interessen einsetzt, setzt derjenige sich mit dem Glauben und den Interessen der Kirchengemeinde auseinander, beginnt sich dann auch für die Kirche einzusetzen und kann wieder glauben. Gottes- und Menschendienst gehört (wieder) zusammen und findet seinen Ausdruck in der Gemeinwesenarbeit.</p>
<p><strong>Literaturverzeichnis</strong><br />
Bibelzitate sind der folgenden Bibel entnommen:<br />
<a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3438015609?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3438015609">Die Bibel (Lutherbibel &#8211; Standardausgabe). Revidierte Fassung 1984.</a><img SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3438015609" WIDTH="1" HEIGHT="1" BORDER="0" STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" />, durchgesehene Ausgabe, 1999, Stuttgart</p>
<p>Weitere benutzte Literatur:<br />
Anhelm, Dr. Fritz Erich (2001): Rolle und Funktion von Kirchen und Religionsgemeinschaften im Gemeinwesen, Loccum</p>
<p>Bach, Ulrich (1980): <a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3525621841?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3525621841">Boden unter den Füßen hat keiner. Plädoyer für eine solidarische Diakonie</a><img SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3525621841" WIDTH="1" HEIGHT="1" BORDER="0" STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" />, Göttingen</p>
<p>Bruckdorfer, Matthias; Diakonisches Werk der Evangelischen Kirchen, Hrsg. (2007): Die Rolle 	der Allgemeinen Sozialarbeit im Rahmen gemeinde- und gemeinwesenorientierten 	Handelns der Diakonie (G2-Modell), Leinenfelden-Eichterdingen</p>
<p>Götzelmann, Arnd (2003): Kirche für das Gemeinwesen: Szenarien und theologische Ansätze 	diakonischer Dimensionen christlicher Gemeinde, In: <a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3170179039?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3170179039">Evangelische Sozialpastoral. Zur diakonischen Qualifizierung christlicher Glaubenspraxis</a><img STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" BORDER="0" HEIGHT="1" WIDTH="1" SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3170179039" /> 	(Praktische Theologie heute 61), Stuttgart</p>
<p>Hinte, Wolfgang; Lüttringhaus, Maria; Oelschlägel, Dieter (2007): <a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3779918242?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3779918242">Grundlagen und Standards der Gemeinwesenarbeit</a><img SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3779918242" WIDTH="1" HEIGHT="1" BORDER="0" STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" />, 2. aktl. Aufl., Weinheim und München</p>
<p>Kleinert, Ulfrid (2006): Gemeinschaft und Teilhabe, Theologische Perspektiven in der 	Sozialen Arbeit in Kirchengemeinden, In: <a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3466367107?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3466367107">Theologie und Soziale Arbeit. Handbuch für Studium, Weiterbildung und Beruf</a><img STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" BORDER="0" HEIGHT="1" WIDTH="1" SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3466367107" />, München</p>
<p>Lorenz, Heinz (1994): Diakonische Gemeinde?, In: Pastoraltheologie 83</p>
<p>Moltmann, Jürgen (1989): <a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3788707305?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3788707305">Diakonie im Horizont des Reiches Gottes. Schritte zum Diakonentum aller Gläubigen</a><img SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2o=3&amp;a=3788707305" WIDTH="1" HEIGHT="1" BORDER="0" STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" />, 2. Aufl. 1989, Neukirchen-Vluyn</p>
<p>Oelschlägel, Dieter (1994): Gemeinwesenarbeit im Armutsquartier, In: Neue Praxis Jg. 1/94</p>
<p>Schnee, Renate (2004): Skriptum Gemeinwesenarbeit,<br />
<a TARGET="_blank" HREF="http://www.telesozial.net/cms/uploads/tx_kdcaseengine/Skriptum_Gemeinwesenarbeit _Renate_Schnee_102004.pdf">http://www.telesozial.net/cms/uploads/tx_kdcaseengine/Skriptum_Gemeinwesenarbeit 	_Renate_Schnee_102004.pdf</a>, zuletzt besucht am 21.03.2008</p>
<p>Vondrasek, Bernhard (2006): Nächstenliebe und Empowerment, Theologische Perspektiven in der Gemeinwesenarbeit, In: <a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3466367107?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3466367107">Theologie und Soziale Arbeit. Handbuch für Studium, Weiterbildung und Beruf</a><img STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" BORDER="0" HEIGHT="1" WIDTH="1" SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3466367107" />, München</p>
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		<title>Altes und neues Ehrenamt – und mögliche Veränderungen in der sozialen Arbeit</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 06:56:51 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[future]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt aus verschiedenen gesellschaftlichen Richtungen und Position, verschiedene Begriffe, die alle aber etwas ähnliches meinen: Ehrenamt, freiwilligen Dienst, Bürgerschaftliches Engagement, Bürgerarbeit oder Selbsthilfe sind in Mode gekommene Wörter. Ehrenamt bzw. Bürgerschaftliches Engagement wird immer öfter von führenden Politikern hoch gehalten und „geadelt“. Es wurden endlich Studien veröffentlicht und Ehrenamt wird als wichtige Säule eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
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<p id="top" /><a href="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2007/11/altes-ehrenamt.jpg"><img src="http://adigwe.de/blog/wp-content/uploads/2007/11/altes-ehrenamt-150x150.jpg" alt="" title="Ehrenamt" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-629" /></a>Es gibt aus verschiedenen gesellschaftlichen Richtungen und Position, verschiedene Begriffe, die alle aber etwas ähnliches meinen:<br />
Ehrenamt, freiwilligen Dienst, Bürgerschaftliches Engagement, Bürgerarbeit oder Selbsthilfe sind in Mode gekommene Wörter.<br />
Ehrenamt bzw. Bürgerschaftliches Engagement wird immer öfter von führenden Politikern hoch gehalten und „geadelt“. Es wurden endlich Studien veröffentlicht und Ehrenamt wird als wichtige Säule eines Staates dargestellt. Ist Ehrenamt ein neues Phänomen oder warum wächst es in der Politikergunst? Hat diese Neuorientierung der Politiker einen Einfluss auf die soziale Arbeit? Muss, kann oder wird sich die soziale Arbeit durch das heraufbeschwören der guten Tugend der freiwilligen Arbeit verändern? Diese Fragen möchte ich in diesem Text versuchen nachzugehen und zu klären.<br />
Zunächst will ich dafür, den Ursprung von Ehrenamt nachgehen und so auch die tatsächliche gesellschaftliche Dimension begutachten, dann die neuen Forderungen oder Aufforderungen der Politik betrachten und von ihnen erhofften Konsequenzen, um dann tatsächlich mögliche Konsequenzen, auch im Hinblick auf aktuelle Studien und Zahlen, für die soziale Arbeit zu durchleuchten, um schließlich mit einem Fazit zu schließen, dass sowohl negative, als auch positive Effekte der Veränderung aufzeigen soll. Anschließen soll Raum für Diskussionen sein.</p>
<p><strong>Definition Ehrenamt</strong><br />
Ich will zunächst aber eine Definition für das Ehrenamt finden. In der Literatur findet man dazu sehr wenig passende Definitionen, einen Versuch hat Teresa Bock:<br />
„Ehrenamtlich / freiwillig Tätige sind Bürgerinnen und Bürger, die sich, ohne durch verwandtschaftliche Beziehungen oder durch ein Amt dazu verpflichtet zu sein, unentgeltlich oder gegen geringfügige Entschädigung, die weit unterhalb der tariflichen Vergütung liegt, für soziale Aufgaben zur Verfügung stellen“ (Bock, 1997, S. 241)<br />
Rauschenbach unterscheidet zwischen einer Definition nach der Norm: „wie es sein soll“ und einer Funktion: „wie etwas ist“.<br />
Ehrenamt SOLL demnach eine:<br />
„Form des sozialen, gemeinwohlorientierten Engagements umschreiben, das in einem organisierten Kontext aus freien Stücken, relativ zweckfrei, bar jeder finanziellen Motivation und zeitlich unbestimmt für Dritte, für eine Idee oder eine Organisation erbracht wird, ohne rechtsverbindliche Vereinbarung &#8211; gewissermaßen per Handschlag – ohne Gewähr einer Rückstattung und jenseits fachlicher Kompetenz.“ (Rauschenbach, 2001, S.346)<br />
Ehrenamt IST demnach:<br />
„eine Form der gesellschaftlich- sozialen Tätigkeit, die weit unterhalb tariflicher Entlohnung überwiegend in milieugeprägten oder milieuerzeugenden, lokalen Vereinen, Verbänden und Initiativen aus unterschiedlichsten Motiven von Menschen aller Altersgruppen – im sozialen Sektor insbesondere von Frauen – ausgeübt wird, ohne Vertrag und ohne zeitliche Verpflichtung, aber auch ohne Gewährleistung einer gewissen Qualität des Handelns, mit einer Rückerstattungserwartung, die vorrangig an immateriellen, symbolischen, in jüngerer Zeit aber auch zunehmend an indirekten materiellen Gratifikation ausgerichtet ist“. (Rauschenbach, 2001, S. 346)</p>
<p><strong>Ursprung (altes Ehrenamt)</strong><br />
Der Begriff „Ehrenamt“ entstand im 19. Jahrhundert, als Amt z.B. als Vorsitzender eines Vereins oder als Vertreter oder Delegierter eines Verbandes oder Organisation. Ein gewähltes Amt mit Ehre und Anerkennung. Erst durch das Ehrenamt konnten gemeinnützige Organisationen entstehen. Der gesamte „Dritte Sektor“ wäre so, ohne Ehrenamt nicht zu denken, anderseits gäbe es ohne den „dritten Sektor“ auch kein Ehrenamt. Viele der ursprünglich Ehrenamtlich organisierten Verbände und Organisationen sind inzwischen zum größten Teil verberuflicht und haben sich in marktfähige Organisationen gewandelt. Als Beispiel nennt Rauschenbach (2001, S.347) den Deutschen Caritasverband. 1931 waren von den 82000 Mitarbeitern mehr als 73000 Ordenierte, die laut Rauschenbach ein gewisses Ehrenamthaftes in sich trugen und 9000 beruflich angestellt. 2001 sind 476000 Mitarbeiter beruflich angestellt, von denen nur noch 12000 als Ordenierte angestellt sind. Allerdings arbeiten nun rund 500000 Ehrenamtlich in der Caritas. Insgesamt stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Sozialen Berufen von 246.434 im Jahr 1978 auf 712.282 in 1998 (vgl. Rauschenbach, 1999).</p>
<p><strong>„Neues Ehrenamt“ &#8211; alles neoliberal?</strong><br />
Das bisher beschriebene gilt für die vielen organisierten Menschen in Verbanden und Institutionen. Mittlerweile arbeiten viele Menschen aber freiwillig ohne sich an eine Organisation gebunden zu fühlen, darum spreche ich hier vom neuen Ehrenamt. Hierfür gibt es zahlreiche neue Begriffe mit unterschiedlichen Deutungsmustern. Ich will hier auf zwei eingehen: Freiwilligenarbeit und Bürgerschaftliches Engagement.</p>
<p><strong>Freiwilligenarbeit</strong><br />
Mit diesem Begriff wird seit den 90er Jahren ein milieuunabhangiges Engagement von Menschen gemeint, die spontan und individuell sind und keine Wertvorstellungen für ihr Handeln besitzen.<br />
Sie agieren nach Lust und Laune, Selbstverpflichtung oder Kontakt- und Selbstverwirklichung.<br />
Rauschenbach schreibt dazu:<br />
„Während Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement immer auch eine mehr oder minder starke Revitalisierungsidee sozialer Gemeinschaften im Auge haben – beim Ehrenamt eher innerhalb tradierter Vereins- und Milieustrukturen, beim bürgerschaftlichen Engagement vor allem außerhalb tradierter Vereinsstrukturen im lokalen Milieu – und damit einem drohenden Verlust an Geborgenheit, an Gemeinschaft und „Heimat“ etwas indirekt entgegenzusetzen versuchen, setzt Freiwilligenarbeit – und in gewisser Weise auch Selbsthilfe – ungleich stärker auf die Unabhängigkeit und Autonomie sich engagierender Einzelsubjekte, d.h. auf so etwas wie eine nicht so sehr wertgebundene „individualisierte Solidarität“ &#8211; ohne den dezidierten Rückgriff auf das Wir-Gefühl in Form von Gemeinschaft und Milieu.“ (Rauschenbach, 2001, S. 352)<br />
Dennoch ist „Vorsicht“ geboten: Freiwilligenmessen, wie in Hamburg „aktivoli“, haben sich bürgerschaftliches Engagement in ihr Konzept geschrieben und wollen so gesehen durch den Begriff Freiwilligenarbeit Menschen, die nach Lust und Laune etwas suchen, langfristig binden und Gemeinschaft und eine neue engagierte Zivilgesellschaft fördern.</p>
<p><strong>Bürgerschaftliches Engagement</strong><br />
Dieser Begriff steht für die Revitalisierung eines lebendigen, unterstützenden Gemeinwesens, die Zivilgesellschaft. Aktive Bürgerinnen und Bürger die sich in der Demokratie engagieren und im eigenen Sozialraum aktiv sind.<br />
Der Kommunitarismus dient hier als Leitbild. Kommunitarismus sagt das der Liberalismus sich selbstzerstört, da der Mensch Tradition und Kultur, also Gemeinschaft bedürfe und der Liberalismus das Gemeinwohl durch ökonomische Nutzenmaximierung und  individuelle Selbstverwirklichung zerstört.<br />
Die Förderung der Zivilgesellschaft ist ein wichtiges Ziel des aktivierenden und ermöglichenden Staates. Im Freiwilligen-Survey 2004 wird es ganz deutlich:<br />
„Eine Gesellschaft, die der Leitidee der Zivilgesellschaft verpflichtet ist, stützt sich auf Bürgerschaftlches Engagement und eröffnet Bürgerinnen und Bürgern Möglichkeiten für selbst organisierte Mitgestaltung und Beteiligung“  ( BMFSFJ, 20041, S.26)<br />
und weiter:<br />
„Zukünftig wird Deutschland auf bürgerschaftliches Engagement noch mehr angewiesen sein. Die Zivilgesellschaft im Sinne einer neuen Verantwortungsteilung zwischen Staat, Wirtschaft und den dritten Sektor bildet ein geeignetes gesellschaftspolitisches Leitbild für eine soziale Reformperspektive. Bürgerinnen und Bürger, aber auch die tragenden Sektoren unserer Gesellschaft werden mehr öffentliche Verantwortung übernehmen. (&#8230;) Vorrangige Aufgabe des Bundes wird es sein, das Leitbild des ermöglichenden Staates zu verwirklichen und eine Engagement fördernde Infrastruktur aufzubauen. Aber auch die Verwirklichung der Leitbilder „ermöglichende Wirtschaft“ und „ermöglichender Dritter Sektor“ schaffen Gelegenheitsstrukturen für eine zivilgesellschaftliche Reformpolitik. Die Zivilgesellschaft ist längst Koproduzent sozialer Leistungen geworden. Der Wandel des Sozialstaates in Deutschland macht die Notwendigkeit der synergetischen und kooperativen Erbringung sozialer Leistungen durch Staat, Wirtschaft, Dritten Sektor und Familien (Welfare Mix) deutlich.“  (BMFSFJ, 20041, S.27-28)<br />
Aus diesem Grund hat die Politik bereits für wesentliche Verbesserungen für Ehrenamtliche Arbeit gesorgt. So gibt es Haftpflichtversicherungen und Krankenversicherungen, die von den Bundesländern für alle ehrenamtlich Aktive abgeschlossen wurde, die in Initiativen oder anderen Organisationen ohne Rechtlichen Status engagiert sind. Verbände und Vereine müssen ihre eigenen Versicherungen abschließen, diese gelten aber meist sowohl für Angestellte sowie für Ehrenamtliche. (siehe <a HREF="http://www.engagement.hamburg.de" TARGET="_blank">www.engagement.hamburg.de</a>)<br />
Ehrenamtliche können auf Aufwandsentschädigung bis zu 2100 Euro im Jahr steuerfrei dazu verdienen.</p>
<p><strong>Das neue und alte Ehrenamt im Vergleich</strong><br />
Wir wollen kurz den Wandel im Ehrenamt beschreiben und die zwei Formen des Ehrenamts vergleichen. Im allgemeinen gibt es zwei Voraussetzungen, damit jemand Ehrenamtlich tätig werden kann. Er braucht Zeit und Geld.<br />
Zeit, die die Person zur Verfügung stellen kann um ehrenamtlich tätig zu sein. Aus diesem Grund waren es die gutbürgerlichen Frauen die Ende 19. Jh. ehrenamtlich aktiv wurden und das Standbein der Sozialen Arbeit schuffen. Darum sind heute viele Ehrenamtliche Jugendliche und Rentner, allerdings laut dem Freiwilligensurvey 2004 gar nicht im erheblichen Maße mehr als andere Personengruppen.<br />
Geld ist eine indirekte Voraussetzung, nur wer sich leisten kann unentgeltlich zu arbeiten und trotzdem über die Runden zukommen, kann ehrenamtlich tätig werden.<br />
Rauschenbach unterscheidet zwischen „Noch-Nicht-Erwerbstätige, Erwerbstätige, vorübergehend Nicht-Erwerbstätige und Nicht-Mehr-Erwerbstätige“ (Rauschenbach, 2001, S. 348) Jugendliche haben Zeit brauchen aber oft Geld, Erwerbstätige haben Geld brauchen aber Zeit und finden diese häufig am Abend, Arbeitslose müssen sich um Jobsuche kümmern und nicht erwerbstätige Mütter werden meist aufgrund ihrer Kinder ehrenamtlich tätig. Rentner haben Zeit und Geld und müßten somit das Rückgrat des Ehrenamts sein – dies ist aber noch nicht der Fall. Die Tendenz zeigt aber das ein bewußtsein dafür geschaffen wurde und die Zahl der aktiven Rentner gegenüber 1999 gestiegen ist.</p>
<p><strong>Motivation</strong><br />
Im Freiwillgensurvey 2000 und 2004 der Bundesrepublik wurde in einer Repräsentativen Umfrage die Motive von Ehrenamtlichen befragt. 36% der Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren engagieren sich freiwillig im Jahr 2004, das sind 2% mehr als 1999. Ob diese Zahl nun bedeute, dass mehr oder weniger Menschen ehrenamtlich aktiv sind, läßt sich aus den Studien nicht schließen, da es vor 1999 keine Umfassenden Studien gab.<br />
Die Motivation ist die folgende (1994/2004 in Prozent):<br />
1.Dass die Tätigkeit Spaß macht (4,5/4,4)<br />
2.Anderen Menschen helfen (4,1/4,1)<br />
3.Was für das Gemeinwohl tun (4,1/4,1)<br />
4.Mit sympathischen Menschen zusammenkommen (4,2/4,0)<br />
5.Eigene Kenntnisse und Erfahrungen erweitern (3,9/3,8)<br />
6.Eigene Verantwortung und Entscheidungsmöglichkeit haben (3,5/3,5)<br />
7.Anerkennung für die Tätigkeit (3,4/3,3)<br />
8.Berechtigte eigene Interessen vertreten (2,8/2,8)<br />
9.Eigene Probleme selbst in die Hand nehmen und lösen (2,6/2,6)<br />
10.Nutzen für die eigene berufliche Tätigkeit (2,2/2,2)<br />
(vgl. BMFSFJ, 20041, S.56)<br />
Der Wert „mit sympathischen Menschen zusammenkommen“ ist der einzige Wert der etwas gesunken ist. Man geht davon aus, dass der Wert „Spaß“ erst in den letzten Jahren so gestiegen ist und mit dem neuen Ehrenamt in Verbindung steht. Wichtig ist hierbei anzumerken, das Arbeitslose vermehrt die Werte „Anerkennung“, „Kenntnisse erweitern“ und „Nutzen für berufliche Tätigkeit“ angegeben haben.<br />
Faßt man die Motivationen zu drei Erwartungshaltungen zusammen, so ergeben sich 35% Interessenorientierte, 34% Gemeinwesenorientierte und 31% Geselligkeitsorientierte im Jahr 2004, gegenüber 36% Geselligkeitsorientierte, 32% Interessenorientierte und 32% Gemeinwesenorientierte im Jahr 1999. Damit wird deutlich wie Milieu bedingt engagierte sich zu eigenen Interessenorientierte Ehrenamtliche gewandelt haben und stärker Gratifikationserwartungen im Mittelpunkt stehen (vgl. BMFSFJ, 20042, S. 107).</p>
<p><strong>Qualifikation</strong><br />
Auf Grund vieler Sparmaßnahmen im dritten Sektor und Marktfähigen Steuerungsprozessen von Organisationen werden auch immer mehr Qualifikationen von den ehrenamtlich Tätigen gefordert. Gerade auf Freiwilligenbörsen und im Freiwilligenzentrum der Caritas werden Menschen gezielt auf Grund ihrer Qualifikation angeworben und ausgesucht.<br />
Wer mehr Qualifikation einfordert ist bereit und wünscht sich auch mehr Wertschätzung und Fortbildung und auch Bezahlung der Ehrenamtlichen durchzuführen und bindet den Freiwilligen dann an sich.<br />
Leider hat der Freiwilligen-Survey nicht die Erwartungen der Organisationen an die Freiwilligen abgefragt, so dass die vermehrte Qualifikationserwartung nicht mit zahlen belegbar ist.</p>
<p><strong>Zusammenfassende Tabelle</strong></p>
<p>Altes Ehrenamt: gekoppelt und gebunden an Institutionen (NGO), Nächsten Liebe, Werte, lokal verankert, selbstlos, Zeit und Geld, Amt gebunden</p>
<p>Neues Ehrenamt: Individualisiert, Spaß und Rückerstattung, Zeit und Geld, Qualifikationen</p>
<p><strong>Auswirkungen für die soziale Arbeit</strong><br />
Durch die vorangeschrittene Professionalisierung, die von Politik, auf Grund von Effektivitätssteigerung gefordert und gefördert wurde und die Veränderung durch verstärkte  Anpassung der Arbeitnehmer an Markt und Konkurrenz (wegen Globalisierung und EU) entstandene Individualisierung wurden viele Menschen aus ihren Mileus und natürlichen, sozialen Hilfesystemen entwurzelt und durch die professionale, effektive aber entpersonalisierten Sozialarbeit zugeführt. Aus diesem Grund wird die soziale Arbeit auch in der „Rolle der Zerstörerin des Gemeinwohls“ (Lindenberg, 2004, S.5) gesehen.<br />
Aus diesem Grund soll sich soziale Arbeit in Zukunft stärker mit der Unterstützung und Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements befassen. (vgl. BMFSFJ, 20041, S.31-32)<br />
Folgende vier Punkte, werden laut Michael Lindenberg auf die Soziale Arbeit in Zukunft bei der Arbeit mit Ehrenamtlichen wichtig sein:<br />
1.Vermittlung zwischen Ehrenamtlichen und Klient<br />
Anstatt sich direkt mit dem Klienten zu beschäftigen, soll der Sozialpädagoge die Vermittlerrolle übernehmen. Kein unmittelbarer Kontakt, sondern Anleitung und Begleitung von ungeschulten aber motivierten Ehrenamtlichen.<br />
2.Wertschätzung der Ehrenamtlichen<br />
Anerkennung und Wertschätzung sind wichtige Faktoren für Ehrenamtliche, laut Lindenberg wird es eines der wichtigen Aufgaben des Sozialpädagogen sein, diese Anerkennung glaubhaft weiterzugeben und zu vermitteln.<br />
3.Bildungsauftrag für Ehrenamtliche<br />
Sozialpädagogen werden zunehmend Bildungsangebote für Ehrenamtliche durchführen und dafür sorgen müssen, dass ehrenamtlich Tätige ihre Klienten verstehen lernen und mit ihnen Umgehen können. Sozialpädagogen müssen also vermehrt ihre gelernte Theorie vermitteln und Supervision leisten.<br />
4.Unterstützung der Ehrenamtlichen sowie politisch als auch finanziell<br />
Als Vertreter für die Ehrenamtlichen werden Sozialpädagogen in öffentlichen Gremien sich einsetzen müssen, dass Ehrenamtliche Rechte und Ansprüche gewährleistet bekommen.<br />
(vgl. Lindenberg, 2004, S.6-7)<br />
Für die Klienten hat das zurückziehen des Staates aus den Dienstleistungen (ermöglichender Staat) zur Folge, dass sie ihre Rechtsansprüche verlieren könnten und auf eine unterstützende Zivilgesellschaft angewiesen werden sein müssen. Betteln um Almosen anstatt einstehen für die eigenen Rechte heißt dem entsprechend Verlust von Selbstbewußtsein. Das Selbstbewußtsein wird von den Klienten gestärkt, die durch Ein-Euro Jobs und Aufwandsentschädigung andere wiederum unterstützen.<br />
Es heißt aber auch das z.B. einmalige Leistungen des SGB wie für Hochzeit, Geburt und Beerdigung nicht mehr enthalten sind und Menschen auf Umsonstläden und Kleiderkammern angewiesen sind.<br />
Auf der anderen Seite erwirkt der Staat durch viele Zwangsmaßnahmen (aktivierender Staat) wie Ein-Euro Jobs und andere, dass Klienten sich engagieren müssen. Ob dies Empowermet oder Partizipation ist – es dienst am ende dem Aufbau der Zivilgesellschaft.<br />
Dies ist auch im Interesse vieler GWA-Vertreter, da die Bevölkerung (nun halt gezwungener Maßen) angesichts des Elends sich selbst organisiert und für Veränderungen sorgt.</p>
<p><strong>Fazit und Diskussion</strong><br />
Das Modell Ehrenamt soll zwei verschiedene Gesellschaftliche Zusammenhänge verändern:<br />
1.unerwünschte Begleiterscheinungen der Moderne auffangen, d.h. einerseits steigende Kosten der sozialen Dienstleistungen entgegenwirken und anderseits Solidarität und Werte wiedererstarken, wo Individualisierung und Distanz und Gleichgültigkeit erzeugt wurde<br />
2.den Aufbau einer Zivilgesellschaft, die nicht nur auf Kosten und Nutzen sondern auf Verantwortung für das Gemeinwesen achtet, voranbringen. Eine Gesellschaft die entgegen der materialistisch und individualisierten Ökonomie lebt, diese aber voll anerkennt.<br />
(vgl. Rauschenbach, 2001, S.359)<br />
Ob diese Ziele realistisch sind und durch das neue Ehrenamt umgesetzt werden können ist fraglich. Fakt ist aber die Politik ist sehr darauf aus diese Veränderungen durchzusetzen. Ob die Freiwilligentätigkeit gestiegen, gleichgeblieben ist läßt sich durch die Studien nicht belegen und so müssen weitere abgewartet werden. Durch Aufwandsentschädigung und Ein-Euro Jobs, Freiwilligenbörsen, Versicherungen und Absicherungen sind viele Methoden geschaffen worden, die ein Anwachsen und damit sicher auch eine Veränderung bewirken werden.<br />
Bürgerschaftliches Engagement plus aktivierender Staat ist nicht eine Liberale Idee, sondern liegt dem Quer. Es ist der Versuch Liberalismus in Wirtschaft und Politik umzusetzen und durch Zivilgesellschaft dem ganzen ein netteres anderes Antlitz zu geben. Aus diesem Grund können alle führenden politischen Parteien dem etwas abgewinnen und es herrscht gesellschaftlicher Konsens in dieser Hinsicht.</p>
<p><strong>Literaturverzeichnis</strong></p>
<p>Bock, Teresa (1997): Ehrenamtliche / freiwillige Tätigkeit im sozialen Bereich. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.): <a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3832918256?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3832918256">Fachlexikon der sozialen Arbeit</a><img SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3832918256" WIDTH="1" HEIGHT="1" BORDER="0" STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" />, Frankfurt am Main, 4. Aufl., S. 241- 244</p>
<p>Bundministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (20041): Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999 – 2004, Kurzfassung, <a HREF="http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Arbeitsgruppen/Pdf-Anlagen/freiwilligen-survey-kurzfassung,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf">http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Arbeitsgruppen/Pdf-Anlagen/freiwilligen-survey-kurzfassung,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf</a><br />
- zuletzt besucht: 19.11.07</p>
<p>Bundministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BM FSFJ) (20042): Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999 – 2004, Langfassung, <a HREF="http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Arbeitsgruppen/Pdf-Anlagen/freiwilligen-survey-langfassung,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf">http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Arbeitsgruppen/Pdf-Anlagen/freiwilligen-survey-langfassung,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf</a><br />
- zuletzt besucht: 19.11.07</p>
<p>Engagement.Hamburg.de: Versicherungsschutz für Ehrenamtlichtätige in Hamburg, <a HREF="http://adigwe.de/blog/wp-admin/http:/fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/soziales-familie/hamburg-engagiert-sich/versicherungsschutz/start.html">http:/fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/soziales-familie/hamburg-engagiert-sich/versicherungsschutz/start.html</a> – zuletzt besucht: 19.11.07</p>
<p>Rauschenbach, Thomas (2001): Ehrenamt. In: Otto; Thiersch (Hrsg) (2001): <a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3497018171?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3497018171">Handbuch Sozialarbeit / Sozialpädagogik</a><img SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3497018171" WIDTH="1" HEIGHT="1" BORDER="0" STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" />, Neuwied, 2. völlig überarb. Aufl., S. 344 &#8211; 360</p>
<p>Rauschenbach, Thomas (1999): „Dienste am Menschen“ &#8211; Motor oder Sand im Getriebe des Arbeitsmarktes. Die Rolle der Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsberufe in einer sich wandelnden Arbeitsgesellschaft. In: neue praxis, 2, 130-146</p>
<p>Lindenberg, Michael (2004): Manage mich! Sieben Thesen zur Zukunft Sozialer Arbeit im aktivierenden Staat, In: FORUM für Kinder- und Jugendarbeit 3/2004, Hamburg</p>
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		<item>
		<title>Altes und neues Ehrenamt – und mögliche Veränderungen in der sozialen Arbeit</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Nov 2007 06:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adigwe</dc:creator>
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Ehrenamt, freiwilligen Dienst, Bürgerschaftliches Engagement, Bürgerarbeit oder Selbsthilfe sind in Mode gekommene Wörter.<br />
Ehrenamt bzw. Bürgerschaftliches Engagement wird immer öfter von führenden Politikern hoch gehalten und „geadelt“. Es wurden endlich Studien veröffentlicht und Ehrenamt wird als wichtige Säule eines Staates dargestellt. Ist Ehrenamt ein neues Phänomen oder warum wächst es in der Politikergunst? Hat diese Neuorientierung der Politiker einen Einfluss auf die soziale Arbeit? Muss, kann oder wird sich die soziale Arbeit durch das heraufbeschwören der guten Tugend der freiwilligen Arbeit verändern? Diese Fragen möchte ich in diesem Text versuchen nachzugehen und zu klären.<br />
Zunächst will ich dafür, den Ursprung von Ehrenamt nachgehen und so auch die tatsächliche gesellschaftliche Dimension begutachten, dann die neuen Forderungen oder Aufforderungen der Politik betrachten und von ihnen erhofften Konsequenzen, um dann tatsächlich mögliche Konsequenzen, auch im Hinblick auf aktuelle Studien und Zahlen, für die soziale Arbeit zu durchleuchten, um schließlich mit einem Fazit zu schließen, dass sowohl negative, als auch positive Effekte der Veränderung aufzeigen soll. Anschließen soll Raum für Diskussionen sein.</p>
<p><strong>Definition Ehrenamt</strong><br />
Ich will zunächst aber eine Definition für das Ehrenamt finden. In der Literatur findet man dazu sehr wenig passende Definitionen, einen Versuch hat Teresa Bock:<br />
„Ehrenamtlich / freiwillig Tätige sind Bürgerinnen und Bürger, die sich, ohne durch verwandtschaftliche Beziehungen oder durch ein Amt dazu verpflichtet zu sein, unentgeltlich oder gegen geringfügige Entschädigung, die weit unterhalb der tariflichen Vergütung liegt, für soziale Aufgaben zur Verfügung stellen“ (Bock, 1997, S. 241)<br />
Rauschenbach unterscheidet zwischen einer Definition nach der Norm: „wie es sein soll“ und einer Funktion: „wie etwas ist“.<br />
Ehrenamt SOLL demnach eine:<br />
„Form des sozialen, gemeinwohlorientierten Engagements umschreiben, das in einem organisierten Kontext aus freien Stücken, relativ zweckfrei, bar jeder finanziellen Motivation und zeitlich unbestimmt für Dritte, für eine Idee oder eine Organisation erbracht wird, ohne rechtsverbindliche Vereinbarung &#8211; gewissermaßen per Handschlag – ohne Gewähr einer Rückstattung und jenseits fachlicher Kompetenz.“ (Rauschenbach, 2001, S.346)<br />
Ehrenamt IST demnach:<br />
„eine Form der gesellschaftlich- sozialen Tätigkeit, die weit unterhalb tariflicher Entlohnung überwiegend in milieugeprägten oder milieuerzeugenden, lokalen Vereinen, Verbänden und Initiativen aus unterschiedlichsten Motiven von Menschen aller Altersgruppen – im sozialen Sektor insbesondere von Frauen – ausgeübt wird, ohne Vertrag und ohne zeitliche Verpflichtung, aber auch ohne Gewährleistung einer gewissen Qualität des Handelns, mit einer Rückerstattungserwartung, die vorrangig an immateriellen, symbolischen, in jüngerer Zeit aber auch zunehmend an indirekten materiellen Gratifikation ausgerichtet ist“. (Rauschenbach, 2001, S. 346)</p>
<p><strong>Ursprung (altes Ehrenamt)</strong><br />
Der Begriff „Ehrenamt“ entstand im 19. Jahrhundert, als Amt z.B. als Vorsitzender eines Vereins oder als Vertreter oder Delegierter eines Verbandes oder Organisation. Ein gewähltes Amt mit Ehre und Anerkennung. Erst durch das Ehrenamt konnten gemeinnützige Organisationen entstehen. Der gesamte „Dritte Sektor“ wäre so, ohne Ehrenamt nicht zu denken, anderseits gäbe es ohne den „dritten Sektor“ auch kein Ehrenamt. Viele der ursprünglich Ehrenamtlich organisierten Verbände und Organisationen sind inzwischen zum größten Teil verberuflicht und haben sich in marktfähige Organisationen gewandelt. Als Beispiel nennt Rauschenbach (2001, S.347) den Deutschen Caritasverband. 1931 waren von den 82000 Mitarbeitern mehr als 73000 Ordenierte, die laut Rauschenbach ein gewisses Ehrenamthaftes in sich trugen und 9000 beruflich angestellt. 2001 sind 476000 Mitarbeiter beruflich angestellt, von denen nur noch 12000 als Ordenierte angestellt sind. Allerdings arbeiten nun rund 500000 Ehrenamtlich in der Caritas. Insgesamt stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Sozialen Berufen von 246.434 im Jahr 1978 auf 712.282 in 1998 (vgl. Rauschenbach, 1999).</p>
<p><strong>„Neues Ehrenamt“ &#8211; alles neoliberal?</strong><br />
Das bisher beschriebene gilt für die vielen organisierten Menschen in Verbanden und Institutionen. Mittlerweile arbeiten viele Menschen aber freiwillig ohne sich an eine Organisation gebunden zu fühlen, darum spreche ich hier vom neuen Ehrenamt. Hierfür gibt es zahlreiche neue Begriffe mit unterschiedlichen Deutungsmustern. Ich will hier auf zwei eingehen: Freiwilligenarbeit und Bürgerschaftliches Engagement.</p>
<p><strong>Freiwilligenarbeit</strong><br />
Mit diesem Begriff wird seit den 90er Jahren ein milieuunabhangiges Engagement von Menschen gemeint, die spontan und individuell sind und keine Wertvorstellungen für ihr Handeln besitzen.<br />
Sie agieren nach Lust und Laune, Selbstverpflichtung oder Kontakt- und Selbstverwirklichung.<br />
Rauschenbach schreibt dazu:<br />
„Während Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement immer auch eine mehr oder minder starke Revitalisierungsidee sozialer Gemeinschaften im Auge haben – beim Ehrenamt eher innerhalb tradierter Vereins- und Milieustrukturen, beim bürgerschaftlichen Engagement vor allem außerhalb tradierter Vereinsstrukturen im lokalen Milieu – und damit einem drohenden Verlust an Geborgenheit, an Gemeinschaft und „Heimat“ etwas indirekt entgegenzusetzen versuchen, setzt Freiwilligenarbeit – und in gewisser Weise auch Selbsthilfe – ungleich stärker auf die Unabhängigkeit und Autonomie sich engagierender Einzelsubjekte, d.h. auf so etwas wie eine nicht so sehr wertgebundene „individualisierte Solidarität“ &#8211; ohne den dezidierten Rückgriff auf das Wir-Gefühl in Form von Gemeinschaft und Milieu.“ (Rauschenbach, 2001, S. 352)<br />
Dennoch ist „Vorsicht“ geboten: Freiwilligenmessen, wie in Hamburg „aktivoli“, haben sich bürgerschaftliches Engagement in ihr Konzept geschrieben und wollen so gesehen durch den Begriff Freiwilligenarbeit Menschen, die nach Lust und Laune etwas suchen, langfristig binden und Gemeinschaft und eine neue engagierte Zivilgesellschaft fördern.</p>
<p><strong>Bürgerschaftliches Engagement</strong><br />
Dieser Begriff steht für die Revitalisierung eines lebendigen, unterstützenden Gemeinwesens, die Zivilgesellschaft. Aktive Bürgerinnen und Bürger die sich in der Demokratie engagieren und im eigenen Sozialraum aktiv sind.<br />
Der Kommunitarismus dient hier als Leitbild. Kommunitarismus sagt das der Liberalismus sich selbstzerstört, da der Mensch Tradition und Kultur, also Gemeinschaft bedürfe und der Liberalismus das Gemeinwohl durch ökonomische Nutzenmaximierung und  individuelle Selbstverwirklichung zerstört.<br />
Die Förderung der Zivilgesellschaft ist ein wichtiges Ziel des aktivierenden und ermöglichenden Staates. Im Freiwilligen-Survey 2004 wird es ganz deutlich:<br />
„Eine Gesellschaft, die der Leitidee der Zivilgesellschaft verpflichtet ist, stützt sich auf Bürgerschaftlches Engagement und eröffnet Bürgerinnen und Bürgern Möglichkeiten für selbst organisierte Mitgestaltung und Beteiligung“  ( BMFSFJ, 20041, S.26)<br />
und weiter:<br />
„Zukünftig wird Deutschland auf bürgerschaftliches Engagement noch mehr angewiesen sein. Die Zivilgesellschaft im Sinne einer neuen Verantwortungsteilung zwischen Staat, Wirtschaft und den dritten Sektor bildet ein geeignetes gesellschaftspolitisches Leitbild für eine soziale Reformperspektive. Bürgerinnen und Bürger, aber auch die tragenden Sektoren unserer Gesellschaft werden mehr öffentliche Verantwortung übernehmen. (&#8230;) Vorrangige Aufgabe des Bundes wird es sein, das Leitbild des ermöglichenden Staates zu verwirklichen und eine Engagement fördernde Infrastruktur aufzubauen. Aber auch die Verwirklichung der Leitbilder „ermöglichende Wirtschaft“ und „ermöglichender Dritter Sektor“ schaffen Gelegenheitsstrukturen für eine zivilgesellschaftliche Reformpolitik. Die Zivilgesellschaft ist längst Koproduzent sozialer Leistungen geworden. Der Wandel des Sozialstaates in Deutschland macht die Notwendigkeit der synergetischen und kooperativen Erbringung sozialer Leistungen durch Staat, Wirtschaft, Dritten Sektor und Familien (Welfare Mix) deutlich.“  (BMFSFJ, 20041, S.27-28)<br />
Aus diesem Grund hat die Politik bereits für wesentliche Verbesserungen für Ehrenamtliche Arbeit gesorgt. So gibt es Haftpflichtversicherungen und Krankenversicherungen, die von den Bundesländern für alle ehrenamtlich Aktive abgeschlossen wurde, die in Initiativen oder anderen Organisationen ohne Rechtlichen Status engagiert sind. Verbände und Vereine müssen ihre eigenen Versicherungen abschließen, diese gelten aber meist sowohl für Angestellte sowie für Ehrenamtliche. (siehe <a HREF="http://www.engagement.hamburg.de" TARGET="_blank">www.engagement.hamburg.de</a>)<br />
Ehrenamtliche können auf Aufwandsentschädigung bis zu 2100 Euro im Jahr steuerfrei dazu verdienen.</p>
<p><strong>Das neue und alte Ehrenamt im Vergleich</strong><br />
Wir wollen kurz den Wandel im Ehrenamt beschreiben und die zwei Formen des Ehrenamts vergleichen. Im allgemeinen gibt es zwei Voraussetzungen, damit jemand Ehrenamtlich tätig werden kann. Er braucht Zeit und Geld.<br />
Zeit, die die Person zur Verfügung stellen kann um ehrenamtlich tätig zu sein. Aus diesem Grund waren es die gutbürgerlichen Frauen die Ende 19. Jh. ehrenamtlich aktiv wurden und das Standbein der Sozialen Arbeit schuffen. Darum sind heute viele Ehrenamtliche Jugendliche und Rentner, allerdings laut dem Freiwilligensurvey 2004 gar nicht im erheblichen Maße mehr als andere Personengruppen.<br />
Geld ist eine indirekte Voraussetzung, nur wer sich leisten kann unentgeltlich zu arbeiten und trotzdem über die Runden zukommen, kann ehrenamtlich tätig werden.<br />
Rauschenbach unterscheidet zwischen „Noch-Nicht-Erwerbstätige, Erwerbstätige, vorübergehend Nicht-Erwerbstätige und Nicht-Mehr-Erwerbstätige“ (Rauschenbach, 2001, S. 348) Jugendliche haben Zeit brauchen aber oft Geld, Erwerbstätige haben Geld brauchen aber Zeit und finden diese häufig am Abend, Arbeitslose müssen sich um Jobsuche kümmern und nicht erwerbstätige Mütter werden meist aufgrund ihrer Kinder ehrenamtlich tätig. Rentner haben Zeit und Geld und müßten somit das Rückgrat des Ehrenamts sein – dies ist aber noch nicht der Fall. Die Tendenz zeigt aber das ein bewußtsein dafür geschaffen wurde und die Zahl der aktiven Rentner gegenüber 1999 gestiegen ist.</p>
<p><strong>Motivation</strong><br />
Im Freiwillgensurvey 2000 und 2004 der Bundesrepublik wurde in einer Repräsentativen Umfrage die Motive von Ehrenamtlichen befragt. 36% der Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren engagieren sich freiwillig im Jahr 2004, das sind 2% mehr als 1999. Ob diese Zahl nun bedeute, dass mehr oder weniger Menschen ehrenamtlich aktiv sind, läßt sich aus den Studien nicht schließen, da es vor 1999 keine Umfassenden Studien gab.<br />
Die Motivation ist die folgende (1994/2004 in Prozent):<br />
1.Dass die Tätigkeit Spaß macht (4,5/4,4)<br />
2.Anderen Menschen helfen (4,1/4,1)<br />
3.Was für das Gemeinwohl tun (4,1/4,1)<br />
4.Mit sympathischen Menschen zusammenkommen (4,2/4,0)<br />
5.Eigene Kenntnisse und Erfahrungen erweitern (3,9/3,8)<br />
6.Eigene Verantwortung und Entscheidungsmöglichkeit haben (3,5/3,5)<br />
7.Anerkennung für die Tätigkeit (3,4/3,3)<br />
8.Berechtigte eigene Interessen vertreten (2,8/2,8)<br />
9.Eigene Probleme selbst in die Hand nehmen und lösen (2,6/2,6)<br />
10.Nutzen für die eigene berufliche Tätigkeit (2,2/2,2)<br />
(vgl. BMFSFJ, 20041, S.56)<br />
Der Wert „mit sympathischen Menschen zusammenkommen“ ist der einzige Wert der etwas gesunken ist. Man geht davon aus, dass der Wert „Spaß“ erst in den letzten Jahren so gestiegen ist und mit dem neuen Ehrenamt in Verbindung steht. Wichtig ist hierbei anzumerken, das Arbeitslose vermehrt die Werte „Anerkennung“, „Kenntnisse erweitern“ und „Nutzen für berufliche Tätigkeit“ angegeben haben.<br />
Faßt man die Motivationen zu drei Erwartungshaltungen zusammen, so ergeben sich 35% Interessenorientierte, 34% Gemeinwesenorientierte und 31% Geselligkeitsorientierte im Jahr 2004, gegenüber 36% Geselligkeitsorientierte, 32% Interessenorientierte und 32% Gemeinwesenorientierte im Jahr 1999. Damit wird deutlich wie Milieu bedingt engagierte sich zu eigenen Interessenorientierte Ehrenamtliche gewandelt haben und stärker Gratifikationserwartungen im Mittelpunkt stehen (vgl. BMFSFJ, 20042, S. 107).</p>
<p><strong>Qualifikation</strong><br />
Auf Grund vieler Sparmaßnahmen im dritten Sektor und Marktfähigen Steuerungsprozessen von Organisationen werden auch immer mehr Qualifikationen von den ehrenamtlich Tätigen gefordert. Gerade auf Freiwilligenbörsen und im Freiwilligenzentrum der Caritas werden Menschen gezielt auf Grund ihrer Qualifikation angeworben und ausgesucht.<br />
Wer mehr Qualifikation einfordert ist bereit und wünscht sich auch mehr Wertschätzung und Fortbildung und auch Bezahlung der Ehrenamtlichen durchzuführen und bindet den Freiwilligen dann an sich.<br />
Leider hat der Freiwilligen-Survey nicht die Erwartungen der Organisationen an die Freiwilligen abgefragt, so dass die vermehrte Qualifikationserwartung nicht mit zahlen belegbar ist.</p>
<p><strong>Zusammenfassende Tabelle</strong></p>
<p>Altes Ehrenamt: gekoppelt und gebunden an Institutionen (NGO), Nächsten Liebe, Werte, lokal verankert, selbstlos, Zeit und Geld, Amt gebunden</p>
<p>Neues Ehrenamt: Individualisiert, Spaß und Rückerstattung, Zeit und Geld, Qualifikationen</p>
<p><strong>Auswirkungen für die soziale Arbeit</strong><br />
Durch die vorangeschrittene Professionalisierung, die von Politik, auf Grund von Effektivitätssteigerung gefordert und gefördert wurde und die Veränderung durch verstärkte  Anpassung der Arbeitnehmer an Markt und Konkurrenz (wegen Globalisierung und EU) entstandene Individualisierung wurden viele Menschen aus ihren Mileus und natürlichen, sozialen Hilfesystemen entwurzelt und durch die professionale, effektive aber entpersonalisierten Sozialarbeit zugeführt. Aus diesem Grund wird die soziale Arbeit auch in der „Rolle der Zerstörerin des Gemeinwohls“ (Lindenberg, 2004, S.5) gesehen.<br />
Aus diesem Grund soll sich soziale Arbeit in Zukunft stärker mit der Unterstützung und Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements befassen. (vgl. BMFSFJ, 20041, S.31-32)<br />
Folgende vier Punkte, werden laut Michael Lindenberg auf die Soziale Arbeit in Zukunft bei der Arbeit mit Ehrenamtlichen wichtig sein:<br />
1.Vermittlung zwischen Ehrenamtlichen und Klient<br />
Anstatt sich direkt mit dem Klienten zu beschäftigen, soll der Sozialpädagoge die Vermittlerrolle übernehmen. Kein unmittelbarer Kontakt, sondern Anleitung und Begleitung von ungeschulten aber motivierten Ehrenamtlichen.<br />
2.Wertschätzung der Ehrenamtlichen<br />
Anerkennung und Wertschätzung sind wichtige Faktoren für Ehrenamtliche, laut Lindenberg wird es eines der wichtigen Aufgaben des Sozialpädagogen sein, diese Anerkennung glaubhaft weiterzugeben und zu vermitteln.<br />
3.Bildungsauftrag für Ehrenamtliche<br />
Sozialpädagogen werden zunehmend Bildungsangebote für Ehrenamtliche durchführen und dafür sorgen müssen, dass ehrenamtlich Tätige ihre Klienten verstehen lernen und mit ihnen Umgehen können. Sozialpädagogen müssen also vermehrt ihre gelernte Theorie vermitteln und Supervision leisten.<br />
4.Unterstützung der Ehrenamtlichen sowie politisch als auch finanziell<br />
Als Vertreter für die Ehrenamtlichen werden Sozialpädagogen in öffentlichen Gremien sich einsetzen müssen, dass Ehrenamtliche Rechte und Ansprüche gewährleistet bekommen.<br />
(vgl. Lindenberg, 2004, S.6-7)<br />
Für die Klienten hat das zurückziehen des Staates aus den Dienstleistungen (ermöglichender Staat) zur Folge, dass sie ihre Rechtsansprüche verlieren könnten und auf eine unterstützende Zivilgesellschaft angewiesen werden sein müssen. Betteln um Almosen anstatt einstehen für die eigenen Rechte heißt dem entsprechend Verlust von Selbstbewußtsein. Das Selbstbewußtsein wird von den Klienten gestärkt, die durch Ein-Euro Jobs und Aufwandsentschädigung andere wiederum unterstützen.<br />
Es heißt aber auch das z.B. einmalige Leistungen des SGB wie für Hochzeit, Geburt und Beerdigung nicht mehr enthalten sind und Menschen auf Umsonstläden und Kleiderkammern angewiesen sind.<br />
Auf der anderen Seite erwirkt der Staat durch viele Zwangsmaßnahmen (aktivierender Staat) wie Ein-Euro Jobs und andere, dass Klienten sich engagieren müssen. Ob dies Empowermet oder Partizipation ist – es dienst am ende dem Aufbau der Zivilgesellschaft.<br />
Dies ist auch im Interesse vieler GWA-Vertreter, da die Bevölkerung (nun halt gezwungener Maßen) angesichts des Elends sich selbst organisiert und für Veränderungen sorgt.</p>
<p><strong>Fazit und Diskussion</strong><br />
Das Modell Ehrenamt soll zwei verschiedene Gesellschaftliche Zusammenhänge verändern:<br />
1.unerwünschte Begleiterscheinungen der Moderne auffangen, d.h. einerseits steigende Kosten der sozialen Dienstleistungen entgegenwirken und anderseits Solidarität und Werte wiedererstarken, wo Individualisierung und Distanz und Gleichgültigkeit erzeugt wurde<br />
2.den Aufbau einer Zivilgesellschaft, die nicht nur auf Kosten und Nutzen sondern auf Verantwortung für das Gemeinwesen achtet, voranbringen. Eine Gesellschaft die entgegen der materialistisch und individualisierten Ökonomie lebt, diese aber voll anerkennt.<br />
(vgl. Rauschenbach, 2001, S.359)<br />
Ob diese Ziele realistisch sind und durch das neue Ehrenamt umgesetzt werden können ist fraglich. Fakt ist aber die Politik ist sehr darauf aus diese Veränderungen durchzusetzen. Ob die Freiwilligentätigkeit gestiegen, gleichgeblieben ist läßt sich durch die Studien nicht belegen und so müssen weitere abgewartet werden. Durch Aufwandsentschädigung und Ein-Euro Jobs, Freiwilligenbörsen, Versicherungen und Absicherungen sind viele Methoden geschaffen worden, die ein Anwachsen und damit sicher auch eine Veränderung bewirken werden.<br />
Bürgerschaftliches Engagement plus aktivierender Staat ist nicht eine Liberale Idee, sondern liegt dem Quer. Es ist der Versuch Liberalismus in Wirtschaft und Politik umzusetzen und durch Zivilgesellschaft dem ganzen ein netteres anderes Antlitz zu geben. Aus diesem Grund können alle führenden politischen Parteien dem etwas abgewinnen und es herrscht gesellschaftlicher Konsens in dieser Hinsicht.</p>
<p><strong>Literaturverzeichnis</strong></p>
<p>Bock, Teresa (1997): Ehrenamtliche / freiwillige Tätigkeit im sozialen Bereich. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.): <a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3832918256?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3832918256">Fachlexikon der sozialen Arbeit</a><img SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3832918256" WIDTH="1" HEIGHT="1" BORDER="0" STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" />, Frankfurt am Main, 4. Aufl., S. 241- 244</p>
<p>Bundministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (20041): Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999 – 2004, Kurzfassung, <a HREF="http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Arbeitsgruppen/Pdf-Anlagen/freiwilligen-survey-kurzfassung,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf">http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Arbeitsgruppen/Pdf-Anlagen/freiwilligen-survey-kurzfassung,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf</a><br />
- zuletzt besucht: 19.11.07</p>
<p>Bundministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BM FSFJ) (20042): Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999 – 2004, Langfassung, <a HREF="http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Arbeitsgruppen/Pdf-Anlagen/freiwilligen-survey-langfassung,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf">http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Arbeitsgruppen/Pdf-Anlagen/freiwilligen-survey-langfassung,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf</a><br />
- zuletzt besucht: 19.11.07</p>
<p>Engagement.Hamburg.de: Versicherungsschutz für Ehrenamtlichtätige in Hamburg, <a HREF="http://adigwe.de/blog/wp-admin/http:/fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/soziales-familie/hamburg-engagiert-sich/versicherungsschutz/start.html">http:/fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/soziales-familie/hamburg-engagiert-sich/versicherungsschutz/start.html</a> – zuletzt besucht: 19.11.07</p>
<p>Rauschenbach, Thomas (2001): Ehrenamt. In: Otto; Thiersch (Hrsg) (2001): <a HREF="http://www.amazon.de/gp/product/3497018171?ie=UTF8&amp;tag=adigwedesigns-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3497018171">Handbuch Sozialarbeit / Sozialpädagogik</a><img SRC="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=adigwedesigns-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3497018171" WIDTH="1" HEIGHT="1" BORDER="0" STYLE="border:none !important; margin:0px !important;" />, Neuwied, 2. völlig überarb. Aufl., S. 344 &#8211; 360</p>
<p>Rauschenbach, Thomas (1999): „Dienste am Menschen“ &#8211; Motor oder Sand im Getriebe des Arbeitsmarktes. Die Rolle der Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsberufe in einer sich wandelnden Arbeitsgesellschaft. In: neue praxis, 2, 130-146</p>
<p>Lindenberg, Michael (2004): Manage mich! Sieben Thesen zur Zukunft Sozialer Arbeit im aktivierenden Staat, In: FORUM für Kinder- und Jugendarbeit 3/2004, Hamburg</p>
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